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Totendarstellungen in der Kriminalfernsehreihe »Tatort«

Über die Inszenierung von Leichen in der Pathologie der deutschen Kriminalfernsehreihe »Tatort« im Vergleich zu amerikanischen Kriminalfernsehserien unserer Zeit

Titel: Totendarstellungen in der Kriminalfernsehreihe »Tatort«

Bachelorarbeit , 2012 , 70 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: B.A. Patrick Schubert (Autor:in)

Soziologie - Medien, Kunst, Musik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Untersuchung vergleicht Totendarstellungen in gerichtsmedizinischen Kontexten der Kriminalreihe »Tatort« mit thematisch ähnlichen Darstellungen amerikanischer Kriminalserien. Die zur Analyse deutscher sowie amerikanischer Serien herangezogene Methode ist die der struktural-hermeneutischen Symbolanalyse nach Müller-Doohm. Die Analyse hat gezeigt, dass es neue Formen der visuellen Kodierung von Leichen im »Tatort« gibt, die einem neuen Abbildungsmodell zugeordnet werden können. Dieses zeichnet sich dadurch aus, dass es hybride Darstellungen erzeugt. In Darstellungen, die diesem Typus entsprechen werden typische Darstellungsweisen deutscher und amerikanischer Abbildungsmodelle kombiniert. Die dadurch hybridisierte Darstellung ist jedoch immer als einem deutschen Entstehungskontext zugehörig zu identifizieren, da sie ästhetische Elemente der Inszenierung enthält, die in amerikanischen Darstellungen nicht vorkommen würden. Es wird die Ansicht vertreten, dass die neuen Leichendarstellungen sowohl deutscher wie amerikanischer Produktion, als Ausdruck einer wachsenden »Popularisierung des Todes« innerhalb der Gesellschaften gedeutet werden können. Diese sich zumindest im westlichen Kulturraum ausbreitende Popularisierungstendenz wird jedoch jeweils lokal vollzogen und dabei nationalspezifisch überformt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 THEORETISCHE ZUGÄNGE: DAS KRIMI-GENRE, SEINE FUNKTION UND GESCHICHTE

ALLGEMEINE MERKMALE DES KRIMIS

DIE GESCHICHTE DES FERNSEHKRIMIS

ZU DEN KONZEPTEN DER AMERIKANISIERUNG UND WESTERNISIERUNG DEUTSCHER KULTUR

ÄUßERLICHER REALISMUS ALS STILMITTEL EINES FIKTIONALEN GENRES

ZUSAMMENFASSUNG

3 METHODIK UND ERHEBUNG

ANALYSEMETHODEN

DAS UNTERSUCHUNGSMATERIAL: DIE KRIMINALFERNSEHREIHE »TATORT«

DIE GRUNDGESAMTHEIT UND DIE AUSWAHLGESAMTHEIT

DIE STICHPROBE

4 ERGEBNISSE

EMPIRISCHE ERGEBNISSE

AMERIKANISCHE ABBILDUNGSMODELLE

DEUTSCHE ABBILDUNGSMODELLE

Traditionelle Darstellung

Moderne Darstellung

Hybride Darstellung

5 SCHLUSS

ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE

INTERPRETATION DER ERGEBNISSE

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Entwicklung der visuellen Darstellung von Leichen in der Pathologie der deutschen Krimireihe "Tatort" im Vergleich zu zeitgenössischen US-Krimiserien. Dabei wird analysiert, wie sich filmische Kodierungen über die Zeit gewandelt haben und inwiefern diese Veränderungen Rückschlüsse auf den gesellschaftlichen Umgang mit Tod sowie den Einfluss internationaler Produktionsmuster auf das deutsche Fernsehen zulassen.

  • Struktural-hermeneutische Symbolanalyse medialer Artefakte
  • Entwicklung und Wandel des Krimigenres in Deutschland
  • Kulturelle Transferprozesse (Amerikanisierung vs. Hybridisierung)
  • Empirische Untersuchung von Leichendarstellungen im "Tatort" (1970–2010)
  • Rolle der Forensik als Identitätsmerkmal des Ermittlerteams

Auszug aus dem Buch

Traditionelle Darstellung

Dieser Darstellungstyp trat am häufigsten in den 70er und 80er Jahren auf. Er repräsentiert damit den frühesten im Untersuchungsmaterial festgestellten Typus und wurde deshalb mit dem Begriff »traditionelle Darstellung« betitelt (Abb. 4).

Abbildung 4 zeigt drei Körper in einem gut von Tageslicht ausgeleuchtetem, mit überwiegend weißen, in ordentlicher Konfiguration zueinander stehenden Gegenständen eingerichtetem, ebenfalls weiß gekacheltem Raum. Zwei der Körper bilden stehend zwei vertikale Bildachsen, der dritte Körper bildet eine horizontale, schräg durch den Raum verlaufende Bildachse. Die männliche Person am linken Bildrand ist besonders dunkel gekleidet, während die weibliche Person auffällig grün und blau gefärbte Kleidung trägt. Die dritte Person unterscheidet sich nicht nur durch ihre Lage im Raum von den beiden anderen. Sie ist zudem unbekleidet, wodurch sie eindeutig als männliche Person zu identifizieren ist. Folgt man dem ersten Bildeindruck, ist der Status des liegenden Körpers als tot nicht eindeutig auszumachen. Es ist lediglich etwas befremdlich, dass zwei bekleideten Personen in einem hell erleuchteten Raum eine unbekleidete gegenüberliegt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Einführung in das Thema, die Relevanz des Tatorts als Untersuchungsgegenstand sowie Darlegung der zentralen Forschungsfragen zur visuellen Kodierung von Leichen.

2 THEORETISCHE ZUGÄNGE: DAS KRIMI-GENRE, SEINE FUNKTION UND GESCHICHTE: Untersuchung der historischen Entwicklung des Krimis, seiner Funktion als "Ventil" sowie theoretische Einordnung der Begriffe Amerikanisierung und Realismus.

3 METHODIK UND ERHEBUNG: Darstellung der verwendeten Analysemethoden (Symbolanalyse) und des Vorgehens bei der Materialerhebung (Stichprobe aus Tatort-Folgen).

4 ERGEBNISSE: Detaillierte empirische Auswertung und Typisierung der gefundenen Leichendarstellungen (traditionell, modern, hybrid) inklusive Vergleich zu US-Produktionen.

5 SCHLUSS: Zusammenfassende Interpretation der Ergebnisse hinsichtlich soziologischer Debatten über Medientheorie und gesellschaftlichen Wandel.

Schlüsselwörter

Tatort, Fernsehkrimi, Leichendarstellung, Pathologie, Bildanalyse, struktural-hermeneutische Symbolanalyse, Medienkultur, Amerikanisierung, Hybridisierung, Forensik, Genreanpassung, visuelle Kodierung, Thanatosoziologie, Unterhaltungsfunktion, Gesellschaftliche Realität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Bachelorarbeit analysiert die visuelle Inszenierung von Leichen in der Pathologie innerhalb der deutschen Krimireihe "Tatort" im Verlauf ihrer vierzigjährigen Geschichte.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen der ästhetische Wandel der Leichendarstellung, der Einfluss amerikanischer Krimistrukturen auf das deutsche Fernsehen und die soziologische Funktion dieser Bilder.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll geklärt werden, wie sich visuelle Kodierungen verändert haben und ob diese Entwicklungen als Ausdruck einer "Amerikanisierung" oder als lokale "Hybridisierung" gedeutet werden können.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor nutzt die struktural-hermeneutische Symbolanalyse nach Müller-Doohm, um Screenshots signifikanter Szenen in einem Dreischritt (Deskription, Rekonstruktion, Interpretation) auszuwerten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Neben einer theoretischen Einordnung des Krimigenres werden die empirischen Ergebnisse präsentiert und in drei spezifische Typen von Leichendarstellungen unterteilt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind "Tatort", "visuelle Kodierung", "Amerikanisierung", "Hybridisierung" und "Thanatosoziologie".

Welche Bedeutung hat der Münsteraner Tatort in der Analyse?

Der Münsteraner Tatort dient als späte Kontrastfolie, da er durch die Rolle von Professor Börne die forensische Arbeit explizit in die Erzählstruktur integriert und US-Vorbilder stärker reflektiert.

Warum wird Gewalt gegen Leichen im "Tatort" meist nur angedeutet?

Laut Autor liegt dies an einem Modus der Selbstzensur bei öffentlich-rechtlichen Sendern, da zu explizite Gewaltdarstellungen mit dem bestehenden Sinnsystem des deutschen Publikums brechen würden.

Ende der Leseprobe aus 70 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Totendarstellungen in der Kriminalfernsehreihe »Tatort«
Untertitel
Über die Inszenierung von Leichen in der Pathologie der deutschen Kriminalfernsehreihe »Tatort« im Vergleich zu amerikanischen Kriminalfernsehserien unserer Zeit
Hochschule
Technische Universität Berlin  (Institut für allgemeine Soziologie/Theorien moderner Gesellschaften)
Note
1,0
Autor
B.A. Patrick Schubert (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
70
Katalognummer
V231834
ISBN (eBook)
9783656477143
ISBN (Buch)
9783656477273
Sprache
Deutsch
Schlagworte
totendarstellungen kriminalfernsehreihe über inszenierung leichen pathologie vergleich kriminalfernsehserien zeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
B.A. Patrick Schubert (Autor:in), 2012, Totendarstellungen in der Kriminalfernsehreihe »Tatort«, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231834
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  70  Seiten
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