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Der verspätete Ödipuskomplex. Eine Analyse des Romans "Die Klavierspielerin" von Elfriede Jelinek.

Title: Der verspätete Ödipuskomplex. Eine Analyse des Romans "Die Klavierspielerin" von Elfriede Jelinek.

Term Paper (Advanced seminar) , 2001 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Nadine Kulbe (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Roman von Standpunkt der Freudschen Psychoanalyse her. Persönliche Entwicklung und Leben der Hauptfigur Erika Kohut werden anhand der psychoanalytischen Theorien betrachtet.
Im ersten Teil der Arbeit werden Freuds Theorien erklärt und im zweiten Teil auf den Roman angewendet.

Mit dieser Arbeit möchte ich eine Analyse von Elfriede Jelineks 1983 veröffentlichtem Roman „Die Klavierspielerin“ vornehmen.
Ich möchte hierbei zeigen, dass sich der Roman für seine inhaltliche Gestaltung in hohem Masse bei Theorien der Psychoanalyse bedient.
Beginnen möchte ich mit einer Einführung in Psychoanalyse, im zweiten Teil folgt eine Untersuchung des Textes auf Grundlage der Erkenntnisse des ersten Teils. Dabei stimme ich mit Marlies Janz überein, die meint, dass entsprechende Textstellen im Roman schon immer ihre Interpretation bezüglich der Psychoanalyse mitliefern und damit meist für sich selbst sprechen.
Meine Analysearbeit wird demnach im Normalfall mit der Suche nach Textstellen beginnen und manchmal auch mit ihnen abschließen, ohne, dass mehr dazu gesagt werden muss.
Außerdem möchte ich im zweiten Teil versuchen, einige Fragen, die mir bei der Lektüre der Sekundärliteratur und des Romans gekommen sind, zu diskutieren:
Hat Erika ein „Selbst“, eine eigene Identität ausgebildet?
Steckt sie in der präödipalen Phase fest?
Unternimmt Erika Ausbruchsversuche aus dem Verhältnis zu ihrer Mutter?
Besitzt sie etwas, das man „Sexualität“ nennen kann?
Ist sie sado-masochistisch veranlagt?
Gibt es Parallelen zwischen Walter und Erikas Mutter oder eine Verbindung zwischen Erikas Vater und Walter?
Diese Fragen habe ich ausgewählt, weil sie mir einmal interessant erschienen, aber auch, weil mir ihre Beantwortung in der Sekundärliteratur nicht immer behagte und ich herausfinden will, ob man sie auch anders beantworten könnte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Analyse des Romans und Vorgehensweise

2. Psychoanalyse

2.1 Die Theorie der Psychoanalyse

2.2 Die Psyche

2.3 Die Triebe

2.4 Strukturhypothese

2.5 Ausbildung und Differenzierung des Ich

2.6 Beherrschung der Umwelt des Ich

2.7 Objektbeziehung und Narzissmus

2.8 Der Ödipuskomplex

2.9 Genitale Masturbation

2.10 Das Über-Ich

3. „Die Klavierspielerin“

3.1 Erikas Entwicklung

3.1.1 Die Strukturierung des seelischen Apparates

3.1.2 Die Manifestation der Triebe

3.2 Erikas Leben

3.2.1 Schmuck und Kleider

3.2.2 Rasierklingen

3.2.3 Klavier/Kunst/Musik

3.2.4 Walter und die Klavierschüler

4. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert Elfriede Jelineks Roman „Die Klavierspielerin“ unter Anwendung psychoanalytischer Theorien. Das primäre Ziel ist es, die psychische Konstitution der Protagonistin Erika Kohut sowie ihre zwischenmenschlichen Objektbeziehungen zu untersuchen, um die Dynamik ihrer emotionalen Entwicklung und ihre wiederkehrenden Verhaltensmuster zu erklären.

  • Analyse der psychischen Struktur (Es, Ich, Über-Ich) der Protagonistin.
  • Untersuchung von Objektbeziehungen und der Mutter-Tochter-Dyade.
  • Deutung der Triebmanifestationen im Kontext der Psychoanalyse.
  • Erforschung der Versuche der Protagonistin, aus destruktiven Verhältnissen auszubrechen.

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Die Strukturierung des seelischen Apparates

Zuerst möchte ich auf die Strukturierung von Erikas seelischem Apparat eingehen, also auf die Ausbildung von Es, Ich und Über-Ich. Nach der Theorie der Psychoanalyse müssen das Es und damit die Triebe von Geburt an vorhanden sein. Damit sind u.a. die Bedürfnisse nach Nahrung oder nach Zuneigung gemeint, z.B. wenn Erika sich mit ihrer Mutter streitet und eigentlich nur auf Versöhnung wartet („ Sie beschimpft die Mutter [...] wobei sie hofft, dass die Mutter sich gleich mit ihr versöhnen wird. Mit einem liebevollen Kuß.“).

Interessant wird es jedoch erst, wenn man sich die Differenzierung des Ich vom Es anschaut. Nach Freud vollzieht sich dieser Vorgang durch die Beziehung des Kindes zum eigenen Körper, durch Identifizierung und durch Objektverluste. Es gibt Hinweise im Buch, dass ihre Mutter Erika ein Verhältnis zum eigenen Körper verwehrt: „Erika hat [...] keine Gelegenheit, sich zu liebkosen. Die Mutter schläft im Nebenbett und achtet auf Erikas Hände. Diese Hände sollen üben, sie sollen nicht wie die Ameisen unter die Decke huschen und dort an das Marmeladenglas fahren.“ Leider sagt der Text nichts darüber aus, inwieweit die Mutter dieses Verhalten schon früher pflegte. Aufgrund der Vermutung, die ich im folgenden noch zu untermauern versuche, dass Erika kein eigenständiges Ich ausgebildet hat, ist dies jedoch wahrscheinlich oder liegt zumindest im Rahmen des Möglichen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Analyse des Romans und Vorgehensweise: Die Einleitung legt den theoretischen Rahmen der psychoanalytischen Untersuchung dar und formuliert die zentralen Forschungsfragen hinsichtlich Erikas Identitätsbildung.

2. Psychoanalyse: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der Freudschen Psychoanalyse, einschließlich der Strukturhypothese und der Triebphasen.

3. „Die Klavierspielerin“: Das Hauptkapitel wendet die zuvor erarbeiteten theoretischen Erkenntnisse auf das Romanpersonal und Erikas spezifische Lebenssituation an.

4. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel resümiert die Analyseergebnisse und bestätigt die enge Anlehnung des Romans an die psychoanalytische Lehre.

Schlüsselwörter

Elfriede Jelinek, Die Klavierspielerin, Psychoanalyse, Sigmund Freud, Ödipuskomplex, Objektbeziehung, Narzissmus, Identitätsbildung, Triebtheorie, Mutter-Tochter-Beziehung, Sublimierung, Masochismus, Strukturhypothese, Literaturanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Seminararbeit untersucht den Roman „Die Klavierspielerin“ von Elfriede Jelinek anhand psychoanalytischer Theorien, um die psychischen Hintergründe und Verhaltensweisen der Hauptfigur Erika Kohut zu ergründen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Psyche, der Triebtheorie, dem Einfluss frühkindlicher Prägungen durch die Mutter sowie der Analyse von Objektbeziehungen und Identitätskonflikten.

Was ist das primäre Ziel der Analyse?

Das Ziel ist der Nachweis, dass sich das Verhalten der Protagonistin und die inhaltliche Gestaltung des Romans maßgeblich durch psychoanalytische Konzepte wie den Ödipuskomplex und die Ausbildung von Ich und Über-Ich erklären lassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, bei der der Romantext mit den theoretischen Erkenntnissen der klassischen Psychoanalyse nach Sigmund Freud und anderen Fachautoren verknüpft wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Psychoanalyse und deren anschließende Anwendung auf das Beziehungsgeflecht der Protagonistin im Roman.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Psychoanalyse, Ödipuskomplex, Objektbeziehung, Narzissmus, Identitätsbildung und Triebtheorie.

Warum spielt der Vater eine untergeordnete Rolle bei der Identitätsbildung?

Die Autorin argumentiert, dass die Mutter die dominante Identifikationsinstanz darstellt und der Vater aufgrund seiner Abwesenheit bzw. seiner Unterdrückung durch die Mutter seine ödipal-normative Rolle als Gegenpol nicht erfüllen konnte.

Wie wird das Verhalten von Erika gegenüber Walter interpretiert?

Das Verhalten wird als ambivalente Suche nach Autonomie und gleichzeitige Wiederholung mütterlich dominierter Unterdrückungsmuster gedeutet, wobei Walter sowohl Mutter- als auch Vatersubstitute verkörpert.

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Details

Title
Der verspätete Ödipuskomplex. Eine Analyse des Romans "Die Klavierspielerin" von Elfriede Jelinek.
College
Dresden Technical University  (Institut für Germanistik)
Course
Seminar: Mutterbilder und Mütterlichkeit im Wandel
Grade
1,0
Author
Nadine Kulbe (Author)
Publication Year
2001
Pages
23
Catalog Number
V23188
ISBN (eBook)
9783638263580
Language
German
Tags
Eine Analyse Romans Klavierspielerin Elfriede Jelinek Seminar Mutterbilder Mütterlichkeit Wandel
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nadine Kulbe (Author), 2001, Der verspätete Ödipuskomplex. Eine Analyse des Romans "Die Klavierspielerin" von Elfriede Jelinek., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23188
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