Die vorliegende Arbeit soll dazu beitragen, die didaktische Kontroverse um das Thema des handlungsorientierten Unterrichts aufzuzeigen und die zugehörigen Aspekte zu strukturieren. Zentrales Ziel dabei ist es, den Wert und die Bedeutung des Prinzips der Handlungsorientierung für ein nachhaltiges und schüleraktives Lernen herauszustellen.
Um den unterrichtspraktischen Ausführungen dieser Arbeit eine theoretische Grundlage zu geben, wird im ersten Hauptkapitel das handlungsorientierte Lernen mit der traditionellen Vermittlungsdidaktik in Beziehung gesetzt. In diesem Zusammenhang wird eine Definition des Handlungslernens erarbeitet, die den gesamten nachfolgenden Betrachtungen zugrunde gelegt wird.
Nachdem im Anschluss die historischen Umstände der Entwicklung des Konzepts der Handlungsorientierung betrachtet werden, erfolgt darauf aufbauend eine detaillierte Analyse der unterschiedlichen Begründungsebenen des Handlungslernens.
Im zweiten Hauptkapitel geht es dann verstärkt um die praktische Umsetzung der Handlungsorientierung im Schulalltag, wobei zunächst die zentralen Merkmale und Prinzipien sowie einige Voraussetzungen für die Anwendung des Konzepts herausgestellt werden. Noch näher an der Praxis des Unterrichts sind die sich anschließenden Ausführungen zur Methodenvielfalt des Handlungslernens orientiert. Nachdem in diesem Zusammenhang eine Strukturierung der einzelnen Methoden erfolgt, wird darauf aufbauend die „Pro-Contra-Debatte“ als spezifische handlungsorientierte Methode in ihrer Funktionslogik und ihrer gewinnbringenden Bedeutung dargestellt. Ergänzt wird dieses Kapitels um die Konzeption eines Unterrichtsbeispiels zur Pro-Contra-Debatte, in der die theoretischen Ausführungen zur Methode noch einmal anhand eines praktischen Beispiels verdeutlicht werden.
Als drittes Hauptkapitel schließt sich dann eine kritische Kontroverse an, die sowohl die Vorteile und Chancen des handlungsorientierten Lernens, als auch die damit verbundenen Schwierigkeiten und Restriktionen aufgreift und miteinander in Beziehung setzt.
Die vorliegende Arbeit wird abgerundet durch eine zusammenfassende Reflexion der Betrachtungen, die vor allem noch einmal auf die Chancen zur Umsetzung des Handlungslernens im Schulalltag eingeht und einen motivierenden Ausblick in die Zukunft des handlungsorientierten Unterrichts ermöglichen will.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Handlungsorientierter Unterricht – ein Paradigmenwechsel?
1. Der Begriff des Handelns und des Handlungslernens
2. Ursprünge des handlungsorientierten Unterrichts
3. Begründungsebenen
a) Die anthropologische Begründungsebene
b) Die sozialisationstheoretische Begründungsebene
c) Die entwicklungspsychologische Begründungsebene
d) Die lernpsychologische Begründungsebene
e) Die berufspropädeutische Begründungsebene
III. Umsetzung des handlungsorientierten Unterrichts
1. Prinzipien des handlungsorientierten Unterrichts
a) Interessenorientierung
b) Produktorientierung
c) Selbsttätigkeit und Schüleraktivität
d) Ganzheitlichkeit
2. Vorrausetzungen für einen handlungsorientierten Unterricht
a) Die veränderte Lehrerrolle
b) Öffnung der Schule - Offener Unterricht
c) Institutionelle Voraussetzungen
3. Methoden – Vielfalt für den Unterricht
a) Übersicht über handlungsorientierte Methoden
b) Die Pro-Contra-Debatte
c) Konzeption eines Unterrichtsbeispiels
IV. Kritischer Diskurs
1. Chancen durch Handlungsorientierung
2. Schwierigkeiten und Missverständnisse
V. Schlussfolgerungen
VI. Quellen- und Literaturverzeichnis
VII. Anhang
1. Kognitionstheoretisches Lernmodell
2. Rollenverteilung Pro-Contra-Debatte
3. Material für das konzipierte Unterrichtsbeispiel
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Kernziel des handlungsorientierten Unterrichts?
Das Ziel ist die Förderung eines nachhaltigen und schüleraktiven Lernens, bei dem die Schüler durch eigenes Handeln Wissen erwerben und anwenden.
Auf welchen Begründungsebenen basiert das Handlungslernen?
Es stützt sich auf anthropologische, sozialisationstheoretische, entwicklungspsychologische, lernpsychologische und berufspropädeutische Argumente.
Was sind die zentralen Prinzipien der Handlungsorientierung?
Wichtige Prinzipien sind Interessenorientierung, Produktorientierung (ein greifbares Ergebnis), Selbsttätigkeit der Schüler und Ganzheitlichkeit.
Wie verändert sich die Rolle der Lehrkraft?
Die Lehrkraft agiert weniger als reiner Wissensvermittler, sondern eher als Lernbegleiter und Organisator von Lernumgebungen im Rahmen eines offenen Unterrichts.
Was ist die Pro-Contra-Debatte als Unterrichtsmethode?
Es ist eine spezifische handlungsorientierte Methode, die Schüler dazu anregt, verschiedene Perspektiven einzunehmen, Argumente zu strukturieren und aktiv am Diskurs teilzunehmen.
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- Franziska Letzel (Author), 2012, Handlungsorientierter Unterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231903