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Die Häresie des Leutard von Vertus - Über das leibliche Wohl im attischen Symposion

Title: Die Häresie des Leutard von Vertus - Über das leibliche Wohl im attischen Symposion

Seminar Paper , 2001 , 16 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Robert Albrecht (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Häretiker(1) Leutard von Vertus, welcher vom burgundischen Mönch Rodulfus Glaber in seiner Chronik „Die fünf Bücher der Geschichte“(1) erwähnt wird. Nach Rodulfus war Leutard ein einfacher Mann aus dem Dorf Vertus in der Champagne, der um das Jahr 1000 dem Wahnsinn anheim fiel und gefährliche Irrlehren verbreitete, bis er schließlich von Bischof Gebuin aus Châlons-sur-Marne unschädlich gemacht wurde(3). Als Quelle dienten die bereits erwähnten „Fünf Bücher der Geschichte“ von Rodulfus Glaber.
Die Arbeit gliedert sich wie folgt: Zum besseren Verständnis der Perspektive des Autors der Quelle steht am Anfang ein kurzer Abriß über dessen Lebensweg. Danach folgt eine Kritik der Quelle nach den Gesichtspunkten der Äußeren und Inneren Quellenkritik. Hieran schließt sich eine Quelleninterpretation an. Den Abschluß der Arbeit bildet ein Vergleich der Lehren Leutards mit den Häresien der Paulikianer und Bogomilen. Die in den vorangegangenen Kapiteln gewonnenen Erkenntnisse werden in einem abschließenden Resümee zusammengefasst. An die Hausarbeit angegliedert sind zwei Karten der Champagne und Burgunds, anhand derer sich die Schilderungen zu Leutard und Rodulfus räumlich einordnen lassen.
[...]
_____
1 Zur Definition von Häresie siehe: Werner, Ernst/Erbstößer, Martin:Kleriker, Mönche,Ketzer. Das religiöse Leben im Hochmittelalter. München 1988. S.13 f.
1 Glaber, Rodulfus: Historiarum libri quinque, in: France, John /Glaber, Rodulfus: The five books of the Histories. Oxford 1989.
3 Zum weiteren historischen Kontext siehe: Fichtenau, Heinrich: Ketzer und Professoren. Häresie und Vernunftglaube im Hochmittelalter. München 1992.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zum Autor der Quelle

3. Äußere Quellenkritik

4. Innere Quellenkritik

5. Interpretation der Quelle

6. Über die Paulikianer

7. Über die Bogomilen

8. Resümee

9. Anlage 1: Literatur und Quellen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Häretiker Leutard von Vertus und hinterfragt die zeitgenössische Darstellung des burgundischen Mönchs Rodulfus Glaber, der Leutard als Wahnsinnigen porträtierte. Ziel ist es, zu klären, ob Leutard tatsächlich ein isolierter Verrückter war oder ob er Teil einer größeren, europaweit vernetzten häretischen Bewegung unter dem Einfluss von Paulikianern und Bogomilen stand.

  • Kritische Analyse der Lebensgeschichte und Perspektive des Chronisten Rodulfus Glaber.
  • Formale und inhaltliche Bewertung der Quelle („Fünf Bücher der Geschichte“).
  • Vergleich der Lehren Leutards mit den Glaubenssätzen dualistischer Sekten des Ostens.
  • Untersuchung der historischen Kontexte, wie Handelswege und lokale kirchliche Strukturen im 11. Jahrhundert.

Auszug aus dem Buch

Die Vision und das Wirken des Leutard von Vertus

„Um das Ende des Jahrtausends lebte in Gallien in dem Dorf Vertus, im Gebiet von Châlons, ein einfacher Mensch mit Namen Leutard, den man, wie die Ereignisse zeigen werden, für einen Abgesandten Satans halten konnte. Sein hartnäckiger Wahnsinn brach folgendermaßen aus. Eines Tages, als er allein auf den Feldern ländlichen Arbeiten nachging, überkam ihn eine Müdigkeit, er schlief ein und er träumte, daß ein großer Schwarm Bienen durch eine geheime Öffnung in seinen Körper eindrang. Er fuhr mit großem Getöse durch den Mund wieder heraus und quälte ihn mit zahlreichen Stichen. Und als sie ihn sehr lange damit gequält hatten, schienen sie zu ihm zu sprechen und verlangtem von ihm Dinge zu tun, die einem Menschen unmöglich seien.

Endlich stand er zerschlagen auf und ging nach Hause. Dort verließ er seine Frau und vollzog, angeblich nach evangelischer Vorschrift, die Scheidung. Dann ging er hinaus, wie um zu beten, betrat die Kirche, packte das Kruzifix und zerschlug das Bild des Erlösers. Alle die das sahen, wurden von Entsetzen gepackt und glaubten, was auch zutraf, er werde wahnsinnig. Er selber aber überzeugte sie, Bauern sind ja wankelmütig, daß er all dies aufgrund einer wunderbaren Offenbarung Gottes vollbringe.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Themas und der Forschungsfrage, ob Leutard von Vertus als Einzelerscheinung oder Teil einer größeren häretischen Bewegung zu betrachten ist.

2. Zum Autor der Quelle: Detaillierte biografische Einordnung des Chronisten Rodulfus Glaber und seines Umfelds in burgundischen Klöstern.

3. Äußere Quellenkritik: Analyse der Entstehungsgeschichte, Überlieferung und Handschriftenbeschaffenheit der „Fünf Bücher der Geschichte“.

4. Innere Quellenkritik: Untersuchung der subjektiven Einflüsse, des klösterlichen Weltbildes und der mönchischen Vorurteile des Autors.

5. Interpretation der Quelle: Analyse der konkreten Berichterstattung über Leutard und Einordnung seiner Handlungen in den historischen Kontext.

6. Über die Paulikianer: Historischer Abriss der Entstehung und Lehren der Paulikianer als dualistische christliche Sekte.

7. Über die Bogomilen: Beschreibung der bogomilischen Bewegung, ihrer pazifistischen Haltung und ihrer dualistischen Glaubensgrundsätze.

8. Resümee: Synthese der Ergebnisse, die eine Verbindung zwischen Leutard und östlichen Häresien als plausiblen Erklärungsansatz nahelegt.

9. Anlage 1: Literatur und Quellen: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Leutard von Vertus, Rodulfus Glaber, Häresie, Mittelalter, Paulikianer, Bogomilen, Dualismus, Quellenkritik, Religionsgeschichte, Klosterreform, Châlons-sur-Marne, Wahnsinn, Antichrist, 11. Jahrhundert, Volksglaube.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht die historische Gestalt des Häretikers Leutard von Vertus und die Glaubwürdigkeit der einzigen zeitgenössischen Quelle, der Chronik des Rodulfus Glaber.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Entstehung häretischer Strömungen um das Jahr 1000, die Rolle der klösterlichen Geschichtsschreibung und der Vergleich lokaler Irrlehren mit größeren, überregionalen Bewegungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die These des Chronisten zu widerlegen, Leutard sei lediglich ein Wahnsinniger gewesen, und stattdessen Anzeichen für eine organisierte oder inspirierte häretische Bewegung aufzuzeigen.

Welche methodische Vorgehensweise wird gewählt?

Die Arbeit nutzt eine klassische quellenkritische Methode, bestehend aus äußerer Kritik (Textanalyse) und innerer Kritik (Perspektive und Kontext des Autors), gefolgt von einer vergleichenden historischen Interpretation.

Welche Aspekte werden im Hauptteil fokussiert?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Kritik des Chronisten Rodulfus Glaber und einen anschließenden Vergleich zwischen Leutards Handlungen und den Lehren der Paulikianer und Bogomilen.

Welche Schlüsselwörter definieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Begriffe umfassen Häresie, Dualismus, Quellenkritik, Leutard von Vertus, Rodulfus Glaber und die religiösen Bewegungen des 11. Jahrhunderts.

Wie deutet der Autor das Symbol des „Bienenschwarmes“ in der Quelle?

Der Autor diskutiert das Bienensymbol als mögliches Zeichen für Beredsamkeit oder Keuschheit, weist jedoch darauf hin, dass es sowohl eine Zutat des Chronisten als auch ein Ausdruck von Leutards eigener Selbstdarstellung sein könnte.

Warum wird die Datierung des Bischofs Gebuin durch Rodulfus Glaber in Frage gestellt?

Es existiert eine chronologische Unklarheit bezüglich der Amtszeit der Bischöfe von Châlons-sur-Marne; die Arbeit zeigt auf, dass Rodulfus bei der zeitlichen Einordnung möglicherweise Fehler unterlaufen sind, die jedoch für die prinzipielle historische Existenz der Häresie von untergeordneter Bedeutung sind.

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Details

Title
Die Häresie des Leutard von Vertus - Über das leibliche Wohl im attischen Symposion
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg  (FB Geschichte)
Course
Seminar: Einführung in die griechische Geschichte
Grade
2,7
Author
Robert Albrecht (Author)
Publication Year
2001
Pages
16
Catalog Number
V2319
ISBN (eBook)
9783638114219
Language
German
Tags
Häresie Häretiker Paulikianer Bogomilen Leutard von Vertus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Robert Albrecht (Author), 2001, Die Häresie des Leutard von Vertus - Über das leibliche Wohl im attischen Symposion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2319
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