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Moral Hazard im Controlling

Titel: Moral Hazard im Controlling

Bachelorarbeit , 2011 , 31 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Thomas Wolfkopf (Autor:in)

BWL - Controlling
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Struktur dezentraler Unternehmen ist durch Hierarchie- und Delegationsverhältnisse geprägt, bei denen Entscheidungen nicht immer von der Unternehmensleitung, sondern auch von unteren Hierarchieebenen getroffen werden.1 Bei dieser Organisationsstruktur kann es jedoch vorkommen, dass nicht alle Personen im Unternehmen gleiche Ziele verfolgen, so dass es zu Zielkonflikten zwischen Leitung und auf unterer Hierarchieebene zur Entscheidung beauftragten Managern kommen kann. Verstärkt wird dieser Zielkonflikt durch eine asymmetrische Informationsverteilung2, also unterschiedliche Informationsstände auf beiden Seiten,3 welche aufgrund unterschiedlicher Nähen zum operativen Leistungsprozess entstehen können.4 Je stärker die Dezentralisierung und die Delegation der Aufgaben auf untere Hierarchieebenen in einem Unternehmen ist, desto negativer wirken sich Zielkonflikte und Informationsasymmetrien auf die Durchführung einheitlicher Handlungen im Unternehmen aus.5 Das Controllingsystem mit seiner koordinierenden Funktion muss diese Interdependenzen bezüglich des Verhaltens der beteiligten Personen berücksichtigen.6 Dies geschieht, neben im Unternehmensprozess implementierten Planungs-, Kontroll- oder Informationssystemen7, durch Schaffung von Anreizsystemen im Unternehmen. Diese Anreizsysteme können „z.B. in Form von anreizkompatiblen Entlohnungs-, Budget- oder Verrechnungspreissystemen“ 8 ausgestaltet sein. Ziel der Arbeit ist es, aufzuzeigen, wie durch das Controlling Anreizsysteme gestaltet werden können, die zur Vermeidung von opportunistischem Verhalten bei Informationsasymmetrien innerhalb des Unternehmens beitragen. Gemäß des eher weit gefassten Arbeitstitels „Moral Hazard im Controlling“ soll eine kompakte grundlegende theoretische Betrachtung der Problemsituationen des Moral Hazard im Prinzipal+Agenten+Kontext betrachtet werden, wobei eine Übertragung auf controllingspezifische Problemstellungen erfolgen wird. Dazu wird nach einer einführenden Darstellung des Grundproblems des Moral Hazard, ein Entlohnungssystem bei Hidden Action und darauffolgend eine Problemsituation der Hidden Information näher beleuchtet und eine mögliche Lösung anhand einer praxisnahen Betrachtung erläutert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Grundproblem des Moral Hazard

3. Anreizsysteme zur Vermeidung von opportunistischem Verhalten

3.1 Anreizkompatible Entlohnungssysteme bei Hidden Action

3.2 Entlohnungs- und Budgetsysteme bei Hidden Information

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, wie durch das Controlling Anreizsysteme gestaltet werden können, um opportunistisches Verhalten bei Informationsasymmetrien innerhalb von dezentralen Unternehmensstrukturen zu vermeiden. Im Zentrum steht die theoretische Betrachtung von Prinzipal-Agenten-Beziehungen und die daraus resultierenden Anforderungen an Entlohnungs- und Budgetierungssysteme.

  • Grundlagen des Moral-Hazard-Problems im Controlling
  • Analyse von Hidden-Action-Szenarien und anreizkompatible Entlohnung
  • Untersuchung von Hidden-Information-Problemen bei Budgetsystemen
  • Herleitung von optimalen Lösungen unter Berücksichtigung von Risikoneigungen
  • Minimierung von Agency-Kosten in Prinzipal-Agenten-Modellen

Auszug aus dem Buch

3. Anreizsysteme zur Vermeidung von opportunistischem Verhalten

An dieser Stelle wird nun näher auf Entlohnungsmöglichkeiten unter Problemstellungen bei Hidden Action eingegangen. Das Grundproblem hierbei gestaltet sich wie folgt: Der Agent wählt nach Vertragsabschluss ein Anstrengungsniveau e, das der Prinzipal nicht beobachten kann. Die Möglichkeit durch eine kostspielige Elektronikanlage die Aktionen des Agenten überwachen zu lassen, wird hierbei nicht berücksichtigt. Danach treten andere Größen auf, die in diesem Fall zusammen als eintretende Umweltsituationen θ beschrieben werden. θ unterliegt hierbei einer Wahrscheinlichkeitsverteilung. Während die Wahl von e durch den Agenten steuerbar ist, ist das Eintreten von θ weder durch Agent noch durch Prinzipal beeinflussbar und auch der Agent besitzt bei Wahl von e keine genaue Kenntnis über θ. Die Produktionstechnologie T generiert aus dieser Umweltsituation zusammen mit e ein Ergebnis x = x(e, θ). Dabei ergeben sich vielfältige Interpretationsmöglichkeiten für x, so dass situationsabhängig Interpretationen als Output, Gewinne, Net-Present-Value, Erlöse oder als negative Größe auch Kosten möglich sind. Die Interpretation von x als finanzielle Größe ist jedoch die in der Literatur vorherrschende Variante. Das Ergebnis x stellt hierbei das sog. Kontrollobjekt dar, weil es beobachtbar und kontrahierbar ist, d.h. ein Dritter, wie ein Gericht, kann die Information auch beobachten. Aufgrund dieser Kontrahierbarkeit könnte man eine von dem Ergebnis abhängige Entlohnung w(∙) im Vertrag zwischen Prinzipal und Agent festsetzen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Problematik von Zielkonflikten durch Informationsasymmetrien in dezentralen Unternehmen ein und definiert das Ziel, Anreizsysteme zur Vermeidung von opportunistischem Verhalten zu analysieren.

2. Das Grundproblem des Moral Hazard: Dieses Kapitel erläutert den Ursprung des Moral-Hazard-Begriffs und charakterisiert die Prinzipal-Agenten-Situation sowie die Unterscheidung zwischen Hidden Action und Hidden Information.

3. Anreizsysteme zur Vermeidung von opportunistischem Verhalten: Das Kapitel analysiert mathematische Modelle zur Gestaltung von Entlohnungs- und Budgetsystemen, um den Agenten zu einer für den Prinzipal optimalen Handlungsweise zu motivieren.

3.1 Anreizkompatible Entlohnungssysteme bei Hidden Action: Hierbei werden Entlohnungsmechanismen für Situationen untersucht, in denen der Prinzipal die Anstrengung des Agenten nicht beobachten kann, jedoch das Ergebnis kontrahierbar ist.

3.2 Entlohnungs- und Budgetsysteme bei Hidden Information: Es erfolgt die Übertragung der Problematik auf Kostensituationen, in denen der Manager einen Informationsvorsprung über Umweltzustände besitzt, und es werden partizipative Budgetlösungen abgeleitet.

4. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass PA-Modelle zwar grundlegende Erkenntnisse für das Controlling liefern, jedoch oft zu abstrakt sind und um verhaltensorientierte Aspekte erweitert werden sollten.

Schlüsselwörter

Moral Hazard, Prinzipal-Agent-Modell, Controlling, Anreizsysteme, Hidden Action, Hidden Information, Informationsasymmetrie, Agency-Kosten, Entlohnungssysteme, Budgetierung, Risikoteilung, opportunistisches Verhalten, Arbeitsanstrengung, second best-Lösung, Offenlegungsprinzip.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen Herausforderungen, die durch Informationsasymmetrien zwischen Führungskräften (Prinzipale) und Mitarbeitern (Agenten) in dezentralen Unternehmen entstehen, und wie das Controlling diesen durch Anreizsysteme begegnen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Modellierung von Moral Hazard in Form von "Hidden Action" (unbeobachtbare Handlungen) und "Hidden Information" (privater Wissensvorsprung) sowie deren Lösung durch mathematisch fundierte Anreiz- und Budgetierungssysteme.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Controlling-Instrumente gestaltet werden müssen, damit Anreizsysteme den Agenten dazu bewegen, trotz eigener Nutzenmaximierungsbestrebungen im Sinne des Prinzipals zu handeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt überwiegend theoretische Prinzipal-Agenten-Modelle, ergänzt durch mathematische Herleitungen mittels Lagrange-Optimierung, um die theoretische Problematik präzise abzubilden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Entlohnungssystemen bei unkontrollierbarer Arbeitsleistung (Hidden Action) und in die Untersuchung von Budgetierungssystemen bei Informationsvorsprüngen des Managers bezüglich Kostenstrukturen (Hidden Information).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Moral Hazard, Prinzipal-Agent-Theorie, Agency-Kosten, Anreizkompatibilität und Informationsasymmetrie charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die "first best"- von der "second best"-Lösung in den Modellen?

Die "first best"-Lösung beschreibt den optimalen Zustand bei symmetrischer Information. Da dies in der Realität meist nicht gegeben ist, bezeichnet die "second best"-Lösung das Ergebnis unter Informationsasymmetrie; die Differenz zu ersterer Lösung wird als Agency-Kosten definiert.

Warum ist die Berichterstattung im "Hidden Information"-Szenario wichtig?

Die Berichterstattung ermöglicht es der Zentrale, Informationen über Umweltzustände zu erhalten, die ihr sonst verborgen blieben. Durch das Offenlegungsprinzip wird sichergestellt, dass der Manager einen Anreiz hat, wahrheitsgemäß über diese Zustände zu berichten.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Moral Hazard im Controlling
Hochschule
Universität Bielefeld
Note
1,3
Autor
Thomas Wolfkopf (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
31
Katalognummer
V232003
ISBN (eBook)
9783656484097
ISBN (Buch)
9783656484356
Sprache
Deutsch
Schlagworte
moral hazard controlling
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Thomas Wolfkopf (Autor:in), 2011, Moral Hazard im Controlling, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232003
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Leseprobe aus  31  Seiten
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