Im Zuge der Evolution hat sich der Mensch zu einem einzigartigen Lebewesen entwickelt. Die Eigenschaften und Fähigkeiten, die er erworben hat, besitzt keine andere Lebensform auf Erden. Auch wenn es sehr allgemein gesagt nur Zellteilungen sind, die im Mutterleib stattfinden, ist die Entstehung des Lebens faszinierend. Mit einer Komplexität, dass es kaum vorstellbar ist, wie sich der Embryo wächst und langsam zu Leben beginnt, ein Wunder der Natur. Er entwickelt sich in unglaublich kurzer Zeit zu einem >Riesen<. Sozusagen ist er bei seiner Geburt rund 3 Milliarden Mal so schwer, als neun Monate zuvor, nach der Zeugung. Diese Phase der Entwicklung nennt man Pränatale Phase (Schwangerschaft). Danach, in der Postnatalen Phase (nach der Geburt), gestaltet sich sein Entwicklungsprozess sehr viel langsamer.
Kann in diesem Zeitabschnitt (der Schwangerschaft), der im Allgemeinen 9 Monate dauert, die werdende Mutter mit ihrem heranwachsenden Baby schon kommunizieren? Wenn ja, welcher Art und wie tauschen sie Informationen aus, auch wechselseitig? Welche Form nimmt die Kommunikation zwischen Mutter und Kind nach der Geburt an? Wie entwickelt sich der Informationsaustausch weiter?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Pränatale Phase (Schwangerschaft)
2.1 Erstes Trimester
2.2 Zweites Trimester
2.3 Drittes Trimester
3. Perinatale Phase (Geburt und erste Lebenstage)
4. Postnatale Phase (nach der Geburt)
4.1 Bewusstseinszustände (Verhaltensmuster)
5. Das Schreien
5.1 Primär physiologisches Schreien
5.1.1 Hunger
5.1.2 Müdigkeit
5.1.3 Schmerzen
5.1.4 Langeweile
5.2 Primär pathologisches Schreien
5.3 Sekundäres Schreien
5.4 Primär exzessives Schreien
6. Babylaute
7. Das Lachen
8. „Social referencing“– Phänomen
9. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die nonverbale Kommunikation und die daraus resultierenden Interaktionen sowie den Beziehungsaufbau zwischen Mutter und Kind von der pränatalen Phase bis zum Ende des ersten Lebensjahres, unter Einbeziehung der Kommunikationsaxiome von Paul Watzlawick.
- Pränatale Kommunikationsformen und die Bindung in der Schwangerschaft
- Bewusstseinszustände und Verhaltensmuster des Neugeborenen
- Klassifizierung und Interpretation kindlicher Äußerungsformen wie Schreien und Babylaute
- Die Bedeutung von Lachen und dem "Social referencing"-Phänomen für die Bindung
Auszug aus dem Buch
2.2 Zweites Trimester
Mit Beginn des 2. Trimesters, ab der 13. Schwangerschaftswoche, wird das entstehende Leben schon Fetus genannt. Der Fetus entwickelt sich rasend und wächst von Tag zu Tag. (vgl. West (2001): S. 47) Er spürt das Schaukeln in der Gebärmutter und bekommt dadurch Signale von der Mutter, denn wenn Bewegung, dann Leben. „Lebt die Mutter, dann kann ich auch leben.“ Sie gibt dem Fetus Sicherheit und Wohlbefinden. Übrigens wird das Schaukeln auch nach der Geburt nicht an Bedeutung verlieren. (vgl. Molcho (2005): S. 14) Ab der 14. Schwangerschaftswoche nimmt der Fetus nun Geräusche wahr und reagiert, wenn die Mutter ihren Bauch berührt. (vgl. West (2001): S. 47) Der Herzschlag der Mutter wird zum Ruhepol und tiefe Geborgenheit wird damit verbunden.
Mit der Reife des Gehörorgans und damit auch des Gleichgewichtsinns, lernt das Ungeborene schon, seine Bewegungen zu steuern, das Gleichgewicht zu halten und seine Position auf die Position der Mutter einzustellen. Kräftige Bewegungen werden kräftiger, der Fetus macht Gesten und zeigt schon Mimik. Beispielsweise kann er schon die Augen verdrehen und die Stirn runzeln. Er zeigt Emotionen und erlebt Gefühle beim eigenen Berühren, beim Ertasten und Bewegen und kann schon mit den Händen greifen. (vgl. West (2001): S. 47) Auch reagiert der Fetus bereits auf die Interaktion, wenn man zum Beispiel den Finger etwas „aggressiver“ auf den Bauch drückt. Sofort schreckt er zurück, als wollte er der Berührung entgehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt das Thema der Kommunikation zwischen Mutter und Kind dar und führt in die Relevanz des Beziehungsaspekts ein, basierend auf den Axiomen von Paul Watzlawick.
2. Pränatale Phase (Schwangerschaft): Dieses Kapitel beschreibt die Entwicklung und Kommunikationsformen des Kindes während der drei Trimester der Schwangerschaft.
3. Perinatale Phase (Geburt und erste Lebenstage): Hier wird der Moment der Geburt als Neubeginn und der Startpunkt für die sinnliche Wahrnehmung zwischen Mutter und Kind thematisiert.
4. Postnatale Phase (nach der Geburt): Dieses Kapitel erläutert die nonverbale Kommunikation des Babys nach der Geburt und die verschiedenen Bewusstseinszustände.
5. Das Schreien: Eine detaillierte Untersuchung der verschiedenen Arten des Schreiens als bewusstes Kommunikationsmittel des Säuglings.
6. Babylaute: Dieses Kapitel widmet sich den verschiedenen Lauten wie Kontakt-, Unmuts- oder Wohligkeitslauten, die neben dem Schreien als Ausdrucksmittel dienen.
7. Das Lachen: Hier wird die Bedeutung des Lachens und Lächelns als Kommunikationsform zur Bekräftigung der Eltern-Kind-Beziehung dargelegt.
8. „Social referencing“– Phänomen: Dieses Kapitel erklärt den Vorgang, bei dem das Kind die Mimik der Mutter zur Orientierung in der eigenen Situation nutzt.
9. Fazit: Das Fazit fasst die Bedeutung der Kommunikation als fundamentalen Bestandteil menschlicher Existenz und Beziehung zusammen.
Schlüsselwörter
Kommunikation, Mutter-Kind-Interaktion, Nonverbale Kommunikation, Pränatale Phase, Postnatale Phase, Säuglingsforschung, Schreien, Bindung, Watzlawick, Bewusstseinszustände, Babylaute, Soziale Entwicklung, Social referencing, Körpersprache, Mimik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der nonverbalen Kommunikation zwischen Mutter und Kind und deren Bedeutung für den Aufbau einer tiefen emotionalen Bindung vom pränatalen Stadium bis zum Ende des ersten Lebensjahres.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder umfassen die pränatale und postnatale Entwicklung, die Klassifizierung kindlicher Kommunikationsmittel wie Schreien und Babylaute sowie psychologische Konzepte wie das "Social referencing".
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie Mutter und Kind bereits vor und nach der Geburt miteinander kommunizieren, welche Form dieser Austausch annimmt und wie sich die Beziehung durch nonverbale Interaktion entwickelt.
Welche wissenschaftliche Methode bzw. theoretische Grundlage wird verwendet?
Die Autorin stützt ihre Argumentation primär auf die 5 Axiome menschlicher Kommunikation von Paul Watzlawick, ergänzt durch entwicklungspsychologische Literatur und Beobachtungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Phasen der menschlichen Entwicklung, angefangen bei der Schwangerschaft über die Geburt bis hin zu spezifischen Ausdrucksformen des Säuglings wie Schreien, Lautäußerungen und Lachen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Mutter-Kind-Interaktion, nonverbale Kommunikation, Bindung, pränatale Phase, Schreien und Watzlawick-Axiome beschreiben.
Wie beeinflussen die Bewusstseinszustände des Neugeborenen die Kommunikation?
Je nach Zustand, wie etwa "ruhiger Wachzustand" oder "aktiver Wachzustand", ist das Kind unterschiedlich empfänglich für Interaktionen, wobei diese Zustände die Intensität und Art der aufgenommenen Reize maßgeblich steuern.
Was genau versteht die Autorin unter dem "Social referencing"-Phänomen?
Es bezeichnet den Vorgang, bei dem ein Kind die Mimik und den Affekt der Mutter als Orientierungshilfe für sein eigenes Handeln in einer spezifischen Situation nutzt, was etwa ab dem fünften Lebensmonat an Bedeutung gewinnt.
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- Carola Baumgart (Author), 2012, Nonverbale Kommunikation und Interaktion zwischen Mutter und Kind, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232039