Ziel der vorliegenden Masterarbeit ist sowohl eine intensive wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema Computer in der Volksschule, also in den ersten 4 Grundschuljahren, als auch die Umsetzung dieser Erkenntnisse in einem praktischen Beispiel.
Das erste Kapitel führt in das umfangreiche Thema Medien ein. Den Anfang bildet eine Begriffs- und Gegenstandsbestimmung, an dem sich eine genaue Beschreibung der Mediennutzung, -erziehung und –kompetenz anschließt. Um den Bogen zum Bildungsbereich zu spannen, wird die Aufgabe der Institution Schule bei der Vermittlung von Medienkompetenz beleuchtet. In diesem Zusammenhang liegt der Fokus auf den Auswirkungen von Medienkonsum auf soziale Bereiche, das Lernen und die Psyche des Lernenden.
Im zweiten Kapitel steht der Einsatz von Computern im Kontext Schule im Mittelpunkt. Die Frage, welche organisatorischen, ausstattungsrelevanten Voraussetzungen und curricularen Vorgaben den Einsatz erst möglich machen, wird von didaktischen Überlegungen ergänzt. Dabei liegt der Fokus auf lerntheoretischen Betrachtungen. Welche veränderte Rolle dem Lehrer in verschiedenen Einsatzszenarien zukommt und welche Möglichkeiten sich durch den Einsatz von Medien für die Bereiche Differenzierung und Individualisierung
ergeben wird ebenso beleuchtet wie der spezielle Teilbereich des Einsatzes von Lernsoftware.
Die theoretischen Betrachtungen der ersten beiden Kapitel werden durch ein praktisches Beispiel im 3. Kapitel abgerundet. Hier wird der Weg der Erstellung einer Lernsoftware-Reihe für den Mathematikunterricht nachgezeichnet, wofür die in Österreich neu eingeführten Bildungsstandards und die Anforderungen, welche an Lernsoftware für Grundschulkinder gestellt werden, als Grundlage dienen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Kinder und Medien
1.1. Charakterisierung von Medien
1.2. Bedeutung von Medien
1.3. Mediennutzung
1.4. Medienerziehung
1.5. Medienkompetenz
1.5.1. Kompetenzbegriff
1.5.2. Digital literacy
1.5.3. Medienkompetenz in der Institution Schule
1.6. Auswirkungen von Medienkonsum
1.6.1. Digital divide
1.6.2. Auswirkungen auf die Psyche und das Lernen
1.7. Zwischenfazit
2. Computer und Internet in der Schule
2.1. Voraussetzungen
2.1.1. Medienausstattung von Schulen
2.1.2. Curriculare Vorgaben
2.2. Didaktische Überlegungen
2.2.1. Lerntheoretische Betrachtungen
2.2.2. Der Lehrer
2.2.3. Medien und Differenzierung / Individualisierung
2.2.4. Computerunterstützter Unterricht
2.2.5. Lernen mit Software
2.3. Grenzen
3. Lernsoftware für den Mathematikunterricht
3.1. Bildungsstandards und Mathematikunterricht
3.2. Anforderungen an Software für Grundschulkinder
3.3. Umsetzung des Projektes
3.3.1. Planung
3.3.2. Umsetzung
3.3.3. Erfahrung aus der Praxis
4. Zusammenfassende Bewertung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Masterarbeit untersucht den Einsatz von Computern in der Volksschule, um zu klären, ob diese einen Mehrwert für den Lernprozess bieten, unter welchen Rahmenbedingungen der Einsatz sinnvoll ist und wie der Unterricht gestaltet werden muss, um dieses Ziel effektiv zu erreichen.
- Wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Computern und Medienkompetenz in der Grundschule.
- Analyse didaktischer und lerntheoretischer Grundlagen des Medieneinsatzes.
- Erörterung der Chancen und Grenzen digitaler Medien für das Lernen von 6- bis 10-jährigen Kindern.
- Praktische Dokumentation der Entwicklung einer Lernsoftware-Reihe für den Mathematikunterricht basierend auf österreichischen Bildungsstandards.
Auszug aus dem Buch
1.1. Charakterisierung von Medien
Dem Begriff Medien liegen viele Auffassungen zugrunde, und es existieren mindestens ebenso viele Definitionen und Begriffsbeschreibungen wie Medien. Gemein ist all diesen Erklärungen, dass es sich bei Medien um eine Mittlerrolle handelt. Je nachdem, welche Sichtweise (pädagogisch, psychologisch, medienwissenschaftlich) im Vordergrund steht, unterscheidet sich deren Definition (Reinmann, 2008, S. 51).
Tulodziecki & Herzig (2010, S. 12 ff.) fassen verschiedene Erklärungen zusammen: Es kann sich bei Medien sowohl um Menschen, als auch um konkrete Dinge oder Elemente handeln. Menschen werden als Medien bezeichnet, wenn sie im übersinnlichen Bereich besondere Fähigkeiten haben, ebenso Personen, die sich für Experimente zur Verfügung stellen. Auch der Lehrer in der Klasse kann in seiner Rolle als (Ver)Mittler als Medium bezeichnet werden. Medien bezeichnen reale Dinge wie Unterrichtsmittel, Einrichtungen oder technische Apparate zur Vermittlung von Meinungen oder Informationen (Film, Funk, Fernsehen, Presse). Ein Medium kann ein vermittelndes Element, beispielsweise Musik oder Sprache sein, mit dem man seine Gefühle und Gedanken ausdrücken kann. In der Physik und Chemie werden Träger bestimmter Eigenschaften als Medien bezeichnet, hier wäre die Luft als Medium zur Ausbreitung von Schallwellen beispielhaft zu nennen.
In der Medienpädagogik macht es wenig Sinn, all diese Beschreibungen des Begriffes Medium zu berücksichtigen. Vielmehr ist es notwendig, deutliche Merkmale zu beschreiben. Der Bereich der Medienpädagogik mit seinen Untergliederungen in Mediendidaktik, Medienerziehung, Medientechnik, Medienforschung, Medientheorie und Medienpraxis hat sich erst mit der fortschreitenden Ausbreitung technisch vermittelter Informationen durch Film, Fernsehen und Radio entwickelt. Bei Tulodziecki & Herzig (2010, S. 18) werden Medien „als Mittler verstanden, durch die in kommunikativen Zusammenhängen potenzielle Zeichen mit technischer Unterstützung übertragen, gespeichert, wiedergegeben, angeordnet oder verarbeitet und in abbildhafter und/oder symbolischer Form präsentiert werden“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Kinder und Medien: Dieses Kapitel definiert Medien und untersucht ihre Bedeutung sowie Nutzungsgewohnheiten von Kindern, wobei der Schwerpunkt auf der Notwendigkeit von Medienkompetenz und den Auswirkungen von Medienkonsum liegt.
2. Computer und Internet in der Schule: Es werden die notwendigen Voraussetzungen, didaktische Überlegungen und die Rolle des Lehrers beim Computereinsatz beleuchtet, ergänzt durch eine Analyse der Grenzen dieser Technologie im Unterricht.
3. Lernsoftware für den Mathematikunterricht: Dieses Kapitel dokumentiert die Entwicklung einer Lernsoftware-Reihe für den österreichischen Mathematikunterricht und beschreibt die Umsetzung von der Planung über die technische Realisierung bis zur Evaluation.
4. Zusammenfassende Bewertung und Ausblick: Hier werden die Ergebnisse der Arbeit reflektiert, die Bedeutung der Medienkompetenz unterstrichen und ein Ausblick auf die erfolgreiche Integration digitaler Lernangebote in den Schulalltag gegeben.
Schlüsselwörter
Medienkompetenz, Volksschule, Lernsoftware, Didaktik, Mathematikunterricht, Bildungsstandards, Computer, E-Learning, Medienerziehung, Grundschule, Lerntheorien, Unterrichtsgestaltung, Digitale Medien, Mediennutzung, Schulpraxis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einsatz von Computern und spezieller Lernsoftware in der Volksschule und beleuchtet sowohl die theoretischen Grundlagen als auch die praktische Umsetzung eines solchen Projekts.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind Medienkompetenz, Medienerziehung, didaktische Konzepte für den Medieneinsatz, lerntheoretische Grundlagen sowie der praktische Prozess der Softwareentwicklung für Grundschulkinder.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit geht der Forschungsfrage nach, ob der Computereinsatz in der Volksschule einen Mehrwert für das Lernen bietet, unter welchen Bedingungen dies sinnvoll ist und wie der Unterricht gestaltet werden muss, um dieses Ziel zu erreichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin kombiniert eine intensive Analyse aktueller Fachliteratur und theoretischer Lerntheorien mit einer dokumentierten Fallstudie (Entwicklung einer CD-Rom-Reihe) und einer praktischen Evaluation durch Usability-Tests.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erstreckt sich von einer Definition und Einordnung von Medien, über didaktische Voraussetzungen und Lerntheorien (Behaviorismus, Kognitivismus, Konstruktivismus) bis hin zur detaillierten Dokumentation des Projekts „Schlaumeier entdecken Mathematik“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagwörter sind Medienkompetenz, Didaktik, Lernsoftware, Bildungsstandards, Volksschule und Computereinsatz.
Welches Lernparadigma wird für die entwickelte Mathematik-Software primär angewandt?
Die entwickelte Software „Schlaumeier entdecken Mathematik“ orientiert sich primär an behavioristischen Lerntheorien, da die Eingabe unmittelbar zu einem externen Feedback führt.
Welche Rolle spielt die Lehrperson beim Medieneinsatz laut der Autorin?
Der Lehrer wandelt sich vom klassischen Wissensvermittler hin zum Organisator, Berater und Coach, der eine „vorbereitete Umgebung“ schafft, in der Kinder selbsttätig und individuell lernen können.
- Arbeit zitieren
- Sabine Apfler (Autor:in), 2011, Computereinsatz in der Volksschule: Möglichkeiten und Grenzen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232050