Ökonomische Determinanten der Zufriedenheit mit dem Schlaf


Seminararbeit, 2013

30 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

2 Motivation
2.1 Eigenschaften des Schlafes
2.2 Theoretische Ansätze
2.3 Empirische Ansätze

3 Modell
3.1 Daten
3.2 Logistisehe Regression
3.3 Erwartungen

4 Ergebnisse
4.1 Modellanpassung
4.2 Auswertung
4.3 Modellkritik

5 Fazit

A Appendix

A.l Übersieht der Variablen

A.2 Zusammenfassende Statistik

A.3 Regressionsergebnisse

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

2.1 Verlauf der Nutzenfunktion U in Abhängigkeit von der Schlafdauer ,

4.1 ROC-curves für Modell 2 und Modell 3

Tabellenverzeichnis

4.1 Vergleich Modell 2 und Modell 3

4.2 Klassifikationstabelle von Modell 2 und Modell 3

A.l Auflistung der Variablen und ihrer Bedeutung

A.2 Zusammenfassende Statistik der Daten

A.3 Odd-Ratios von Modell 1, Modell 2 und Modell 3

1 Einleitung

Die meisten wissenschaftlichen Arbeiten basieren auf objektiven Konzepten, wie der Ordinalität oder der Indifferenzkurve. Subjektive Konzepte werden seit einem Para- digmenweehsel in den 1930er Jahren eher abgelehnt, obwohl durch diese Ablehnung manche wichtigen Problemstellungen nicht angegangen werden oder Ergebnisse teil­weise irreführend sind (Xg, 1997, S. 1848 f,).

Als eines der besten Beispiele kann das Bruttoinlandprodukt (BIP) zur Messung der Wohlfahrt einer Volkswirtschaft herangezogen werden. Das BIP aggregiert den Wert aller Endverbrauchsgüter, ohne nicht monetäre Größen, wie zum Beispiel das Gesundheitssystem oder die Bildung, zu berücksichtigen. Jedoch spiegeln diese Fak­toren ebenfalls die Wohlfahrt einer Volkswirtschaft wieder (Dipietro, 2006, S. 699 f,). Trotzdem wird das BIP herangezogen, um die Wohlfahrt verschiedener Länder zu vergleichen.

Eine der bekanntesten Alternativen zum BIP ist der Human Development In- dex(HDI). Der HDI verbindet Lebenserwartung, Bildungsstand und Einkommen. Die Komponenten sind so gewählt, dass sie die Möglichkeit eines langen und gesun­den Lebens, einer guten Ausbildung und einen gewissen Lebensstandard abbilden (Dipietro, 2006, S. 699 f,).

Weder BIP noch HDI eignen sieh als Maß für die Zufriedenheit. Das Zufriedenheit weitreichende Auswirkungen auf das Arbeitsverhalten von Individuen und damit auf den gesamtwirtschaftlichen Erfolg einer Volkswirtschaft hat, sind unumstritten. Des­halb beschäftigen sieh Ökonomen zunehmend mit den Determinanten von Zufrieden­heit. Das Deutsche Institut für Wirtsehaftsforsehung (DlW)erhebt deutsehlandweit Daten, die unter anderem Zufriedenheiten abfragen. Diese Daten sind Grundlage dieser Seminararbeit und sollen bei der Untersuchung der Einflussgrößen auf die Zufriedenheit mit dem Schlaf dienen. Der Schlaf ist ein wesentlicher Bestandteil im Leben des Menschen, weil er einen Großteil der Zeit einnimmt. Seine Qualität beeinflusst stark die Leistungsfähigkeit eines Individuums und hat somit einen öko­nomischen Einfluss,

Im Rahmen dieser Seminararbeit soll die Forschungsfrage untersucht werden, wel­chen Erklärungsgehalt objektive beobachtbare Variablen haben, um die Wahrschein­lichkeit der Zufriedenheit mit dem Schlaf zu schätzen. Der Gang der Untersuchung im Folgenden ist dabei so gewählt, dass im zweiten Kapitel ein Überblick über die Literatur der Schlafforschung verschafft wird. Das dritte Kapitel geht auf die zugrun­deliegenden Daten, die Methodologie und die erwarteten Einflüsse ein. Im vierten Kapitel werden die Schritte der Modellanpassung erklärt, die Regressionsergebnisse präsentiert und Kritik am Modell geäußert. Um die Übersichtlichkeit zu wahren, sind die Ergebnisse im Appendix tabellarisch aufgeführt. Im fünften Kapitel werden die Ergebnisse der Seminararbeit kritisch betrachtet und Stellung genommen.

2 Motivation

Schlaf ist eine Form der Verjüngung und kann als Energie-Quelle oder Investition in die eigene Leistungsfähigkeit angesehen werden. Jedes Individuum ist mit dem Ziel­konflikt konfrontiert, wie es die ihm zur Verfügung stehende Zeit verwendet. Jede zum Schlafen verwendete Stunde könnte zum Arbeiten verwendet werden und somit Einkommen generieren. Mehr Einkommen ermöglicht einen höheren Lebensstandard und dieser sollte mehr Lebensqualität mit sich bringen. Auf der anderen Seite bedeu­tet jede Stunde mehr Arbeit, weniger Zeit für andere Tätigkeiten und in der Regel auch weniger Schlaf, Weniger Schlaf führt neben einer schlechteren Gesundheit zu einer geringeren Leistungsfähigkeit und hat somit einen negativen Einfluss auf die Produktivität, Produktivität spielt eine bedeutende Rolle in der Volkswirtschaftleh­re, Dem Schlaf kann folglich eine ökonomische Bedeutung zugesprochen werden, Grossman (1972) sieht Schlaf in gewisser Form als Produktion von Humankapital und spricht ihm einen direkten Einfluss auf die Gesundheit zu, Schlaf verbraucht im Vergleich zu allen anderen Aktivitäten den größten Anteil unserer begrenzten Zeit (Asgeirsdottir und Zoega, 2011, S.149 f,).

Die Erforschung des Schlafs ist ein weitreichendes Feld, Unterschiedliche Wissen­schaftler haben mit verschiedensten Methoden den Einfluss des Schlafs auf die kogni­tive Leistungsfähigkeit, die Aufmerksamkeit, das Gedächtnis, die Entscheidungsfin­dung und das Umgehen mit Problemstellungen untersucht, Totz des weitreichenden Einflusses des Schlafes auf diese Faktoren ist die Erforschung des Schlafs bisher nur selten im Fokus ökonomischer Analysen, Im Folgenden soll ein Überblick über bisher gefundene Zusammenhänge zwischen dem Schlaf im Allgemeinen, der Qualität des Schlafs und ökonomischen Determinanten gegeben werden.

2.1 Eigenschaften des Schlafes

Im Gegensatz zu vielen Forschungen beschäftigt sich diese Untersuchung nicht direkt mit dem Schlaf im Sinne der geschlafenen Stunden, sondern mit der Zufriedenheit mit diesem. Bei der Untersuchung dieser subjektiven Variable ist auch auf bestimmte Eigenschaften des Schlafes einzugehen.

Das Schlafbedürfnis unterscheidet sieh zwischen verschiedenen Menschen und um­fasst 6-8 Stunden pro Tag (Dickinson und Drummond, 2008, S, 181 ff,). Daher er­weist es sieh als schwierig die individuelle Wohlfahrt durch den Schlaf anhand der geschlafenen Stunden zu messen. Die Schlafforschung legt nahe, dass die individuelle Schlafkultur maßgeblich durch die Gene bestimmt ist. So wird angenommen, dass die Diskrepanz zwischen geschlafenen Stunden und benötigten Stunden eine Auswir­kung auf die Zufriedenheit mit Schlaf hat, da sowohl zu wenig als auch zu viel Schlaf negative Auswirkungen auf das Wohlbefinden hat. Diese Diskrepanz kann durch die Orientierung an der gesellschaftlichen Faustregeln von acht Stunden Schlaf pro Tag verstärkt werden (Belenky et ah, 2003, S, 1 ff,),

Schlafmuster ändern sieh mit zunehmenden Alter und das Schlafbedürfnis nimmt mit den Lebensjahren ab. Ein normaler Schlafzyklus umfasst 60 bis 100 Minuten, Zwischen den Schlafzyklen finden kurze Wachphasen statt. Die Wachphasen werden ungefähr bis zum 30, Lebensjahr nicht bewusst wahrgenommen. Ab dem 40, Lebens­jahr sind häufig Beschwerden über unterbrochenen Schlaf zu beobachten (Killgore, 2010, S. 107 ff.).

Desweiteren besteht ein Zusammenhang zwischen der körperlichen und psychi­schen Gesundheit mit dem Schlaf, Psychische Erkrankungen, aber auch Stress haben einen negativen Einfluss auf den Schlaf, während körperliche Fitness und gesunde Ernährung einen guten Schlaf fördern können. Im Folgenden wird ein statistisches Modell spezifiziert anhand dessen verschiedene Einflüsse auf die Zufriedenheit mit dem Schlaf untersucht werden soll,

2.2 Theoretische Ansätze

Es finden sieh mikroökonomische Ansätze, die versuchen die optimale Schlafdauer als ein Xutzenmaximierungsproblem mit Hilfe von Xutzenfunktionen herzuleiten. Dabei entfachte sieh eine Diskussion zwischen unterschiedlichen Ökonomen bezüglich der Beschaffenheit der Xutzenfunktionen, El Hodiri (1973) und Bergstrom (1976) spezifizieren die Xutzenfunktion als

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

wobei x den täglichen Konsum und y den Anteil der im Bett verbrachten Zeit dar­stellt, El Hodiri (1973) nimmt an, dass der tägliche Konsum dem täglichen Einkom­men gleicht, welches wiederum gleich dem täglichen Lohn w ist, multipliziert mit dem Anteil der nicht im Bett verbrachten Zeit, sprich es gilt: x = w(1 — y). Damit lässt sich die Xutzenfunktion auch als

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

darstellen. Für alle w E (0,1] maximiert y=l/3 die Nutzenfunktion, Die optimale Schlafdauer ist demnach 1/3 • 24 = 8 Stunden am Tag,

Bergstrom (1976) berücksichtigt in seinem Ansatz zusätzlich nicht durch Arbeit generiertes Einkommen R und setzt dies ins Verhältnis zum Einkommen w. Für den täglichen Konsum ergibt sich also x = w[1 — y + R/w] und damit erhält man für die Xutzenfunktion

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Nutzen U ist maximiert, wenn y = [1 + R/w], wöbei R/w = (1 — y)1/4 ange­nommen wird. Substituieren gibt y = 5/13, Demnach ergibt sich für die optimale Schlafdauer 5/13 • 24 = 9.231 Stunden am Tag, Die Abbildung 2,1 zeigt den Verlauf der Nutzenfunktionen nach El Hodiri (1973) und Bergstrom (1976) für w =1,

Hoffman (1977) greift die Arbeit von El Hodiri (1973) und Bergstrom (1976) auf und erweitert das Modell indem sie zusätzlich die Rolle der Frau berücksichtigt. Auf eine weitere Ausführung mikroökonomischer Ansätze wird im Folgenden verzichtet, weil im Fokus dieser Seminararbeit die ökonometrische Erklärung der Schlafqualität steht.

2.3 Empirische Ansätze

Die Einflüsse auf verschiedene Aspekte des Schlafes werden häufig mit Hilfe einer Regressionanalyse untersucht, Biddle und Hamermesh (1990) untersuchten in wel­chem Verhältnis die Schlafdauer und das Einkommen stehen. Sie fanden heraus, dass die Länge des Schlafes stark zwischen den Individuen variiert und dass das Einkommen mit der Schlafdauer bei Männern negativ korreliert ist. Außerdem vari­iert die Schlafdauer eines Individuums stark mit Faktoren, wie Kindern, Ernährung, Appetit, Einkommen, sowie Art und Menge der Arbeit,

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2.1: Verlauf der Nutzenfunktion U in Abhängigkeit von der Schlafdauer

Quelle: eigene Darstellung in R

Webb (1985) oder Szalontai (2006) untersuchten Sehlafmuster verschiedener eth­nischer Gruppierungen und fanden signifikante Unterschiede. Die Ursachen für die Unterschiede im Sehlafverhalten sind schwer naehzuvollziehen, Sie können gut auf das durch unterschiedliche Anreize geprägte Verhalten der verschiedenen Gruppen zuriiekzuführen sein.

Überraschenderweise sind die Auswirkungen von Schlaf auf die Gesundheit nicht klar. Patel et al. (2004), Stranges et al. (2008) oder Ferrie et al. (2007) finden einen positiven Zusammenhang von zu viel und zu wenig Schlaf auf die Mortalität des Men­schen. Kausale Zusammenhänge sind eher spekulativ, weil die verwendeten Daten die Einflüsse von Depressionen, dem sozioökonomiseher Status oder von Alkohol­Konsum reflektieren könnten. Diese Studien können lediglich verwendet werden, um Korrelationen zu untersuchen aber nicht um die Sehadensursaehen zu bestimmen.

Individuen greifen auf die unterschiedlichsten Methoden zurück, um zeitkompri­miert die Vorzüge des Schlafes genießen zu können oder das Einsetzen der Ermüdung in Waehzeiten zu verlangsamen. So werden beispielsweise Medikamente und Drogen verwendet, um ein effizienteres Nutzen der Waehzeiten zu ermöglichen. Eine effizien­tere Nutzung der Schlafenszeit ermöglicht der Einsatz von Schlaf-Medikamente, die den Schlaf „produktiver“ machen. Walsh und Engelhardt (1999, S. 390 ff.) schätzten die Ausgaben für Schlaf-Beihilfen in Milliardenhöhe. Wyatt et al. (1999) untersuch­ten inwiefern alkoholische Getränke, die häufig zur Entspannung und somit indirekt als Schlafmittel verwendet werden, den Schlaf während der Nacht stören. Sie fanden heraus, dass Alkohol-Konsum das Erreichen der tieferen Stadien des Schlafes ver­hindert, Der Einsatz von Kokain oder Amphetaminen soll hingegen die Wachzeiten verlängern.

[...]

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Ökonomische Determinanten der Zufriedenheit mit dem Schlaf
Hochschule
Universität Hamburg  (Institut für Auÿenhandel und Wirtschaftsintegration)
Veranstaltung
Seminar: Applied Empirical Economics
Note
1,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
30
Katalognummer
V232114
ISBN (eBook)
9783656486701
ISBN (Buch)
9783656493075
Dateigröße
1413 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zufriedenheit, Happiness, Schlaf, empirisch, Logit, Regression, SOEP, sozioökonomisches Panel
Arbeit zitieren
Ruben Dias Duarte (Autor), 2013, Ökonomische Determinanten der Zufriedenheit mit dem Schlaf, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232114

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