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Kirche und Krieg. Eine Folge königlicher Macht?

Title: Kirche und Krieg. Eine Folge königlicher Macht?

Essay , 2013 , 6 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Nejla Demirkaya (Author)

History - Miscellaneous
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Ob Kreuzzüge, gewaltsame Missionierungen in der Neuen Welt oder Ketzerverfolgung - zu keiner Zeit waren militärisch ausgetragene Konflikte, an denen die Kirche beteiligt war, nicht auch auf Bestrebungen machtpolitischer Natur seitens der weltlichen Oberhäupter zurückzuführen. Am Beispiel der drei prägendsten Herrscherpersönlichkeiten der spätantiken und frühmittelalterlichen Epochen, in denen Macht und Einfluss der katholischen Kirche gefestigt und das römisch-katholische Christentum als einzig wahre Religion etabliert werden, soll diese Arbeit aufzeigen, dass sich die Verquickung von Kirche und Krieg in erster Linie infolge politischen Kalküls weltlicher Oberhäupter vollzog. Inwieweit diese vorgeblich gottesfürchtigen Monarchen tatsächlich von der christlichen Ideologie durchdrungen waren, ist umstritten, für diese Problemstellung jedoch nicht unbedeutend. Dass eine strikte Unterscheidung zwischen den Motiven und den Antriebskräften, welche den vielen militärischen Aktionen im Namen Gottes zugrundelagen, mitnichten zielführend ist, wird ebenfalls veranschaulicht. Veyne mag in der Herrschaft Konstantins des Großen eine klare Trennung zwischen Thron und Altar, Politik und Religion erkennen; weder im Fall Konstantins noch Chlodwigs I. und Karls des Großen aber ist eine solche scharfe Linie zu ziehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Konstantin der Große: Pragmatismus oder Glaubensüberzeugung?

3. Chlodwig I. und die Konversion als Machtmittel

4. Karl der Große: Die Institutionalisierung des Krieges

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Wechselbeziehung zwischen Kirche und militärischer Macht im Mittelalter am Beispiel der Herrscher Konstantin der Große, Chlodwig I. und Karl der Große, um aufzuzeigen, dass kriegerische Auseinandersetzungen im Namen Gottes primär machtpolitisch motiviert waren.

  • Die Instrumentalisierung von Religion für weltliche Machtansprüche.
  • Die Rolle der Kirche bei der Legitimation von Kriegen.
  • Die Kontrastierung von privatem Glauben und politischem Kalkül bei Herrschern.
  • Die symbiotische Beziehung zwischen Thron und Altar in der spätantiken und frühmittelalterlichen Epoche.

Auszug aus dem Buch

Karl der Große: Die Institutionalisierung des Krieges

Unter Karl erfolgte eine weitgehende politische Entmachtung des Episkopats, der ihm deswegen jedoch nicht übel gesonnen sein dürfte; immerhin erhielten die Bischöfe und auch andere geistliche Würdenträger neben Immunitätsprivilegien auch Anteile aus der Kriegsbeute. Trotz des alten Kirchengebots, welches Geistlichen den Griff zur Waffe untersagt, sorgte Karl für eine vollkommene Institutionalisierung des Reichs- und Kriegsdienstes des Klerus. Auf diese Weise hob Karl die Mitwirkung der Kirche am Krieg auf eine neue Ebene, indem ihre Vertreter nunmehr auch auf dem Schlachtfeld eine aktive Funktion einnahmen, - die sie nicht ungern erfüllten. So handelten zumindest zeitweilig auch in Karls Regierungszeit der Staat und die Kirche als Einheit, als eine Art symbiotisches Konstrukt.

Mochte sich Karl wie auch seine geistigen Vorgänger Konstantin und Chlodwig als wahren Christen und von Gott zur Mission der Ungläubigen Erwählten empfunden und präsentiert haben, seine Taten und Ambitionen waren überwiegend alles andere als „christlich“. Dieser Mangel an Integrität unterstreicht einmal mehr die Tatsache, dass den Motiven für das tausendfache Blutvergießen lediglich eine oberflächliche Schicht der Religiösität anhaftet, während sie im Kern letztlich doch machtpolitischer Natur sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung legt die Problemstellung dar, dass militärische Konflikte unter Beteiligung der Kirche im Mittelalter maßgeblich durch machtpolitische Interessen der weltlichen Herrscher geprägt waren.

2. Konstantin der Große: Pragmatismus oder Glaubensüberzeugung?: Dieses Kapitel analysiert das ambivalente Verhältnis Konstantins zum Christentum zwischen religiösem Bekenntnis und politischer Instrumentalisierung zur Festigung seiner Universalherrschaft.

3. Chlodwig I. und die Konversion als Machtmittel: Der Text beleuchtet Chlodwigs Konversion zum Katholizismus als strategisches Bündnis, um durch die Unterstützung der Kirche seine Herrschaft zu legitimieren und auszubauen.

4. Karl der Große: Die Institutionalisierung des Krieges: Hier wird aufgezeigt, wie Karl unter der Mitwirkung des Klerus den Kriegsdienst institutionalisierte und die Kirche aktiv in seine Expansions- und Missionspolitik einband.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Grenzen zwischen Thron und Altar verschwammen und beide Instanzen von einer gegenseitigen, machtpolitisch motivierten Nutzung profitierten.

Schlüsselwörter

Kirche, Krieg, Mittelalter, Konstantin der Große, Chlodwig I., Karl der Große, Machtpolitik, Religion, Christentum, Missionierung, Glaubenskrieg, Thron und Altar, Instrumentalisierung, Frühmittelalter, Ketzerverfolgung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische Verbindung von religiöser Ideologie und militärischer Gewalt im Mittelalter.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind das Machtverhältnis zwischen weltlichen Herrschern und der Kirche sowie die Legitimation von Kriegen durch christliche Motive.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass die Verquickung von Kirche und Krieg primär eine Folge politischen Kalküls und nicht religiöser Überzeugung war.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die Primärquellen und fachwissenschaftliche Literatur kritisch auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Herrschaftspraxis von Konstantin dem Großen, Chlodwig I. und Karl dem Großen im Hinblick auf ihre religiöse Inszenierung und machtpolitischen Ziele.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Machtpolitik, Instrumentalisierung der Kirche, Glaubenskrieg und die Symbiose von Thron und Altar charakterisiert.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des Klerus unter Karl dem Großen?

Der Klerus wurde von Karl politisch entmachtet, profitierte jedoch durch Immunitätsprivilegien und Beuteanteile und wurde aktiv in den Kriegsdienst eingebunden.

Warum wird die Glaubwürdigkeit der religiösen Motive Konstantins in Frage gestellt?

Die Autorin verweist auf das lange Festhalten Konstantins an paganer Selbstdarstellung und seine pragmatische Ausrichtung, die eher auf politisches Kalkül als auf einen tiefen christlichen Glauben hindeutet.

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Details

Title
Kirche und Krieg. Eine Folge königlicher Macht?
College
University of Göttingen  (Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte)
Grade
1,7
Author
Nejla Demirkaya (Author)
Publication Year
2013
Pages
6
Catalog Number
V232171
ISBN (eBook)
9783656487685
ISBN (Book)
9783656575559
Language
German
Tags
kirche krieg eine folge macht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nejla Demirkaya (Author), 2013, Kirche und Krieg. Eine Folge königlicher Macht?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232171
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