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Kleiderordnungen in den deutschen Städten der frühen Neuzeit

Title: Kleiderordnungen in den deutschen Städten der frühen Neuzeit

Seminar Paper , 2000 , 18 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Robert Albrecht (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Thema der vorliegenden Hausarbeit sind die deutschen Kleiderordnungen im 16. und 17. Jahrhundert. „Kleiderordnungen sind Verfügungen einer Obrigkeit über die Kleidungen ihrer Untertanen. Sie wollen auf die Kleidung Einfluß nehmen, weil diese nicht nur Geschmack oder Reichtum eines Menschen anzeigen kann, sondern auch seinen sozialen Standort repräsentiert und manchmal sein sittliches
Wesen offenbart.“(1) Die Hausarbeit bemüht sich die Kleiderordnungen als Instrument und Ausdruck der Denkweisen dieser Obrigkeiten in der frühen Neuzeit zu sehen. Kleiderordnungen tauchen mit der Durchsetzung der Herrschaft der Territorialherren ab dem Ende des 15. Jahrhunderts vermehrt auf. Zunächst sind sie Teil von Polizeiordnungen, später auch selbstständig doch stets im Zusammenhang mit dem Begriff der „Polizei.“ „Unter Policey verstand der frühmoderne Staat noch nicht die Institution, die für innere Sicherheit zuständig war, sondern den ganzen Komplex der Verwaltung, Ökonomie und Ordnung einer Herrschaft.“(2)
Angelegenheiten der Polizei sind alle Dinge, die zur Ordnung des Gemeinwesens gehören und damit auch die Ordnung der Kleidung. Das Wohl des Einzelnen wird dem Wohl der Gemeinschaft untergeordnet.
[...]
______
1 Eisenbart, Liselotte Constanze: Kleiderordnungen der deutschen Städte zwis chen 1350 und 1700. Ein Beitrag zur Kulturgeschichte des deutschen Bürgertums. Göttingen/ Berlin/ Frankfurt 1962.
2 Van Dülmen, Richard: Kultur und Alltag in der frühen Neuzeit. Bd. 2: Dorf und Stadt im 16. bis 18. Jahrhundert. München 1992. S. 223.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Untersuchung der deutschen Kleiderordnungen des 16. und 17. Jahrhunderts nach formalen Gesichtspunkten

2.1 Verbreitung und Überlieferung

2.2 Innere und äußere Gliederung

2.2.1 Äußere Gliederung

2.2.2 Innere Gliederung

2.3 Rechtssatz und Rechtsverständnis in den Kleiderordnungen

2.4 Abfassung, Publikation und Durchsetzung der Kleiderordnungen

3. Betrachtung der Kleiderordnungen unter Berücksichtigung von Motivation und Intention der Gesetzgeber

3.1 Kleiderordnungen als Ausdruck und Instrument ständischen Denken

3.2 Kleiderordnungen als Ausdruck wirtschaftlichen Denkens

3.3 Kleiderordnungen als Ausdruck von Sittlichkeitsgefühl

3.4 Weitere Motive

4. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht deutsche Kleiderordnungen des 16. und 17. Jahrhunderts als Instrumente und Ausdrucksweisen frühneuzeitlicher Obrigkeiten. Dabei steht die Frage im Zentrum, welche formalen Strukturen sowie ökonomischen, sozialen und moralischen Intentionen den Erlassen zugrunde lagen und wie diese zur Sicherung der ständischen Ordnung beitrugen.

  • Formale Untersuchung von Verbreitung, Aufbau und Rechtssystematik der Kleiderordnungen.
  • Analyse der Kleiderordnungen als Mittel der Sozialdisziplinierung und Ständehierarchie.
  • Betrachtung wirtschaftlicher Motive, insbesondere hinsichtlich Handelsbilanz und Absicherung einheimischer Produktion.
  • Bewertung des sittlich-moralischen sowie des zunehmend nationalen Anspruchs der Gesetzgeber.

Auszug aus dem Buch

3.1 Kleiderordnungen als Ausdruck und Instrument ständischen Denkens:

„Die frühneuzeitliche Gesellschaft begriff sich als eine Ständegesellschaft, als eine Gesellschaft, die nach Ständen gegliedert und hierarchisiert war.“ Fast allen Kleiderordnungen des 16. und 17. Jahrhunderts war eine ausführliche Gliederung der Gesellschaft des Geltungsbereiches in Stände beigefügt. „Nach 1500 gibt es kaum eine Kleiderordnung, die nicht bemüht ist, jedes Detail der Kleidung der Stände dienstbar zu machen.“ Nicht selten gehörte dazu auch eine Auflistung aller bekannten Berufe und ihre Aufteilung in zwei bis neun Stände mit verschiedenen Untergruppen innerhalb der jeweiligen Stände. Auf diese Art spiegelten Kleiderordnungen zum einen das ständische Denken dieser Zeit wieder – oder zumindest das Wunschdenken, denn die Ständegliederung der Kleiderordnungen stellte sicherlich einen selten erreichten Idealzustand dar.

Die ideologische Legitimation der Kleiderordnungen war einleuchtend. Die ständische Ordnung war gottgewollt. Die Kleiderordnung war Ausdruck dieser gottgewollten Ordnung. Wer also gegen die Kleiderordnung verstieß, verstieß auch gegen göttlichen Willen. „ Derhalben sol ein jeglicher in seinem Stand, Beruff oder Handwerk dareyn in Gott gesetzt, wol zu frieden seyn, und trewlich darinnen fortfahren in betrachtung, daß auch die geringste und ärmste Mensch, er sey was Wesens, Wird oder Standts er wölle, bey der Göttlichen Maiestät nicht vergessen sey.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Thema der Kleiderordnungen im 16. und 17. Jahrhundert als Instrument obrigkeitlicher Steuerung und skizziert die methodische Vorgehensweise der Arbeit.

2. Untersuchung der deutschen Kleiderordnungen des 16. und 17. Jahrhunderts nach formalen Gesichtspunkten: Dieses Kapitel analysiert Verbreitung, Gliederungsformen und das Rechtssystem innerhalb der verschiedenen Regelwerke.

3. Betrachtung der Kleiderordnungen unter Berücksichtigung von Motivation und Intention der Gesetzgeber: Der Hauptteil untersucht die zugrunde liegenden Absichten, wie den Erhalt der Ständegesellschaft, wirtschaftliche Protektion und sittliche Normierung.

4. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die gewonnenen Erkenntnisse über die Intentionen der Obrigkeiten und die begrenzte Effektivität der Kleiderordnungen angesichts des sozialen Wandels.

Schlüsselwörter

Kleiderordnungen, Frühe Neuzeit, Ständegesellschaft, Sozialdisziplinierung, Polizeiordnungen, Wirtschaftsdenken, Merkantilismus, Sittlichkeit, Obrigkeitsstaat, Herrschaft, Rechtsgeschichte, Mode, Ständische Hierarchie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den deutschen Kleiderordnungen des 16. und 17. Jahrhunderts, die als Anweisungen der Obrigkeit das äußere Erscheinungsbild und die soziale Repräsentation der Untertanen regeln sollten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die formale Struktur der Ordnungen, ihre Rolle bei der Aufrechterhaltung der ständischen Ordnung, ihr Einfluss auf das Wirtschaftsleben und ihre Funktion als Instrument moralischer und sozialer Disziplinierung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel der Arbeit ist es, die Kleiderordnungen als Instrumente obrigkeitlicher Denkweisen zu analysieren und aufzuzeigen, wie diese Gesetze gesellschaftliche Hierarchien festigen und ökonomische sowie sittliche Ziele erreichen sollten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse von historischen Quellen (Kleiderordnungen und Polizeiordnungen) sowie auf die Auswertung einschlägiger kulturgeschichtlicher Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine formale Analyse der Ordnungen und eine inhaltliche Untersuchung der Motive, wobei besonders das ständische Denken, wirtschaftliche Interessen und moralische Anforderungen beleuchtet werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Ständegesellschaft, Kleiderordnungen, Sozialdisziplinierung, Frühe Neuzeit und Obrigkeitsstaat charakterisiert.

Welche Rolle spielten wirtschaftliche Aspekte bei den Kleiderordnungen?

Wirtschaftliche Aspekte waren zentral, da die Obrigkeiten durch die Kleiderordnungen den übermäßigen Luxus einschränken, die Geldausfuhr verhindern und den Absatz für das heimische Gewerbe sichern wollten.

Wie veränderte sich die Bedeutung der Kleiderordnungen über die Zeit?

Während sie anfangs eher informelle Regeln waren, entwickelten sie sich zu systematischen Instrumenten des frühmodernen Staates, verloren aber ab Ende des 17. Jahrhunderts aufgrund der schnelllebigen Mode zunehmend an Wirksamkeit.

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Details

Title
Kleiderordnungen in den deutschen Städten der frühen Neuzeit
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg  (FB Geschichte)
Course
Proseminar: Städte und Herrschaft in der frühen Neuzeit
Grade
1,3
Author
Robert Albrecht (Author)
Publication Year
2000
Pages
18
Catalog Number
V2322
ISBN (eBook)
9783638114240
Language
German
Tags
Kleiderordnung städtische Gesetzgebung Rechtsgeschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Robert Albrecht (Author), 2000, Kleiderordnungen in den deutschen Städten der frühen Neuzeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2322
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