Das Verbsystem des Asturischen im Vergleich zum Kastilischen

Unter besonderer Berücksichtigung der Verwendung der einzelnen Tempora im Asturischen


Seminararbeit, 2012

18 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abstract

I. Sprachliche Einflüsse in der Entwicklung des Spanischen – ein grober diachroner Überblick

II. Das Asturische – Eingliederung in den spanischen Sprachraum auf der Iberischen Halbinsel

III. Das asturische Verbsystem im Vergleich zum kastilischen – die Verwendung und Bildung der einzelnen Tempora:
III.I Der Infinitiv und el presente de indicativo 7
III.II Das imperfecto de indicativo, indefinido und das pretérito perfecto
III.III Zusammengesetzte Tempora
III.IV Das futuro imperfecto und das condicional simple
III.V Der subjuntivo

IV. Fazit

Bibliographie

Abstract

El texto siguiente ofrece una comparación entre el castellano y el dialecto asturiano con una análisis detallada de los sistemas verbales de las dos lenguas y con una investigación del empleo de diferentes formas verbales del dialecto asturiano. Este trabajo se dedica a la pregunta dónde están las diferencias entre los dos sistemas y en qué especialidades se basen estos. Por eso hay una análisis muy detallada de las especialidades fonéticas, fonológicas y en algunos casos también linguísticas. A causa de eso, este texto se base en las investigaciones del sistema verbal del castellano en las gramáticas de Vera Morales, de la Real Academía Española y también en las observaciones de algunos fenómenos específicos del dialecto asturiano durante una estancia de tres semanas en Oviedo. A parte de eso los trabajos específicos de Cano González son también muy importante por este trabajo. El trabajo de Cano Gonzáles principalmente se base en las diferencias por dentro del dialecto, en la morfología y en la sintaxis. Con la ayuda de esa metodología se revelan diferentes conclusiones sobre el empleo, la formación y la pronunciación de las formas temporales en el dialecto asturiano. Por lo demás el texto acentua las especialidades individuales del dialecto con una comparación directa con el castellano. En este contexto también hay unas explicaciones detalladas sobre la gramática castellana y la historia de la evolución y la incorporación de la lengua española en la isla ibérica.

I. Sprachliche Einflüsse in der Entwicklung des Spanischen – ein grober diachroner Überblick

In der diachronen Entwicklung der spanischen Sprache gibt es zahlreiche Einflüsse anderer Sprachen, die auch noch im Wortschatz des heutigen Spanisch zu erkennen sind. Im Folgenden sind die wichtigsten Spracheinflüsse in einem kurzen Überblick der Sprachentwicklung des spanischen grob dargestellt[1]:

Die ersten Spracheinflüsse auf der Iberischen Halbinsel lassen sich schon

früh finden; um 409 kam eine kleine Gruppe über die Pyrenäen auf die Halbinsel, zu der der Stamm der ostgermanischen Wandalen, ein kleiner Teil des iranischen Steppenvolks der Alanen und der Stamm der westgermanischen Sueben gehörte (erste Einflüsse des Germanischen auf der Iberischen Halbinsel). Es ist bekannt, dass sich diese bis 429 auf der Halbinsel aufhielten, bis sie von den Westgoten vertrieben wurden. Im heutigen Spanisch finden sich nur noch sehr wenige Spracheinflüsse dieser Stämme wieder, wie bspw. in einigen Ortsnamen: So geht z.B. der Name des Ortes Puerto del Alano auf die oben genannten Alanen zurück (vgl.: Platz-Schliebs 2012, S.167). Der Kontakt zwischen der iberoromanischen Bevölkerung und den Westgoten war zunächst nur sehr gering, wodurch die Sprachen der beiden Völker auf der Iberischen Halbinsel quasi koexistierten; erst im Laufe des 6. Jhs. kam es zur Romanisierung der Westgoten. Auf Grund der geringen Größe der gotischen Bevölkerung und „der relativ schnellen Übernahme der römischen Kultur und [der] lateinischen Sprache gab es [jedoch] keine […] [sehr] lange Periode der Zweisprachigkeit“, weshalb „der sprachliche Einfluss der Westgoten auf das Hispanoromanische […] als gering eingestuft“ wird (ebd.). Daher lassen sich im heutigen Wortschatz des Spanischen nur wenige Wörter auf das Westgotische zurückführen, wie z.b. die Wörter espía und ganar; ein wenig auffälliger ist der Einfluss bei Personen- und Ortsnamen (vgl.: ebd.).

711 wurde die Iberische Halbinsel von den Arabern unter der Führung von Tāriq b. Ziyād im Zusammenschluss mit den Berbern erobert; bis 718 hatten sie, mit Ausnahme einiger kleinerer Provinzen im Norden, von wo aus später die Reconquista ihren Lauf nahm, fast die gesamte Iberische Halbinsel eingenommen. Hier wird deutlich, dass die Eroberung durch die Araber als „indirekte Ursache für die Ausgliederung der Sprachräume auf der Iberischen Halbinsel“ gilt, durch die es zu einer „völligen Umgestaltung der [...] Sprachlandschaften kam“ (ebd., S.168). Die kulturelle Überlegenheit der Araber wurde von der indigenen Bevölkerung relativ schnell anerkannt, dennoch war der Bevölkerungskontakt zu Beginn noch sehr beschränkt. Doch durch die Integration des Islam und der westlichen Kultur in AL-Anadalus begannen die modernen Wissenschaften in Europa und das Arabische bekam immer mehr Einfluss. Somit wird das Arabische (nach Latein) „als zweitwichtigste Quelle für den spanischen Wortschatz gewertet“ (ebd.). Arabismen finden sich im heutigen Spanisch u.a. in den semantischen Bereichen des Kriegswesens, z.B. alcazaba, Rechtspflege, z.B. alcalde und Astronomie, z.B. cenit.

Dennoch gab es einige kleinere indigene Gruppen, „die dem Ansturm der Araber standgehalten hatten“, welche ihre „Traditionen fortsetzten und in den ersten Jahrhunderten des Mittelalters die endgültige Romanisierung […] und Christianisierung […] bewirkt[en]“ (ebd., S.169). Wichtig hierbei ist, dass sich in diesem Zusammenhang die diversen Dialekte des Iberoromanischen – darunter auch das Asturische – herausbildeten; es entstanden u.a. die christlichen Reiche Asturien und Kastilien, wobei sich im Verlauf der Reconquista „eine Vorherrschaft Kastiliens“ herausbildete, wodurch das Kastilische zur Nationalsprache wurde (ebd.). Von besonderer Bedeutung ist auch das Verhältnis im Norden zwischen den Varietäten des Romanischen und dem Lateinischen, wobei zunächst eine Diglossie-Situation mit geschriebenem Latein und gesprochenem Romance vorlag, bei der zu beachten ist, dass das Latein „nach der Karolingischen Reform […] [nicht mehr] zur Wiedergabe der romanischen gesprochenen Sprache […] geeignet war“ (ebd.). In dieser „Kontaktsituation“ war es schwer, die beiden Sprachen von einander zu separieren; spätestens jedoch nach 1080, „als auch in Spanien das reformierte Latein Sprache der Liturgie wurde“, wurden das Lateinische und die Volkssprache als individuelle Sprachen angesehen (ebd.).

Somit wird anhand dieses kurzen Überblicks deutlich, dass verschiedene Sprachen in der diachronen Entwicklung einen entscheidenden Einfluss auf die spanische Sprache hatten.[2]

II. Das Asturische – Eingliederung in den spanischen Sprachraum auf der Iberischen Halbinsel

Das Asturische[3] wird auch Asturisch-Leonesisch oder bable genannt, was die umgangssprachliche Bezeichnung für die lokalen Dialekte des Asturischen ist und es stellt eine der romanischen Sprachen auf der Iberischen Halbinsel dar. Nach Menéndez Pidal ist auch die Bezeichnung Leonesich adäquat, da es die Sprache „de una gran parte del viejo Reino de Asturias, transformado después, por razones de la llamada >Reconquista<, en [el] Reino de León“ war (Cano Gonzáles 1992, in: Holtus 2005, S.652).

Das Asturische ist ein Primärdialekt des Spanischen, der sich im Laufe der diachronen Sprachentwicklung des Spanischen herausgebildet hat und heute v.a. in Asturien, Santander und León gesprochen wird (vgl.: Dietrich 2007, S.39)[4]. Wie auch alle anderen Dialekte des Spanischen ist auch das Asturische ein „Erbe[...] des in Hispanien verbreiteten Sprechlateins“ (ebd., S.32). Bereits im 9. Jh. wurde die Sprache „über León hinaus bis an den Duero verbreitet und reichte im 13. Jh. [bereits] bis Badajoz“[5] ; eine weitere Ausbreitung wurde jedoch durch die Vormachtstellung Kastiliens verhindert,weshalb sich auch keine individuelle Literatursprache entwickeln konnte (ebd., S.39). Wichtig ist, dass innerhalb des asturischen Dialekts eine gewisse Divergenz vorherrscht; der Cshwede Å. W. Munthe beschreibt es wie folgt:

„[...] el dialecto asturiano no es unitario, sino que está constituido más bien por múltiples hablas, que varían de valle a valle, de concejo a concejo[...]“ (Martinez Álvarez 2009, in: Alvar 2009, S.119).

Auch Ramón Menéndez Pidal sieht hier einige Divergenzen; so differenziert er nach geographischen Kriterien „tres variedades fundamentales: el bable occidental, el central y el oriental“, wobei jede Varietät eigene Charakteristiken aufweist (ebd., 120): Das Westasturische lässt sich bspw. v.a. „por los llamados diptongos decrecientes ei, ou “, das Zentralasturische durch die Reduktion von /éi, óu/ zu /é,ó/ charakterisieren und für das Ostasturische ist prägend, dass es „ofrece como rasgo peculiar la aspiración [h] `h`de la /f-/ inicial latina, que el resto del asturiano se conservó“ (Cano González 1992, in: Holtus 2005, S.652). Die wichtigsten Charakteristiken dieser drei Bereiche sind im Folgenden kurz erläutert:

Das Westasturische charakterisiert sich v.a., wie schon zuvor genannt, durch die Konservierung der fallenden Diphtonge /ei, ou/; eine weitere Charakteristik dieses Bereichs ist u.a., dass die Pluralformen mit der Morphemendung auf (-as) nicht alternieren, obwohl die Möglichkeit besteht, dass bei finalen Vokalen „soluciones cerradas, en -i o en -u “, auftreten (García Mouton 1996, S.21). Des Weiteren findet der Buchstabe ñ kaum Verwendung und die Varietät des Westasturischen lässt sich – so Diego Catalán – in noch vier weitere Zonen unterteilen: Auf der einen Seite jeweils in das östliche Hoch- und Tiefland und auf der anderen Seite jeweils in das westliche Hoch- und Tiefland (vgl. Martinez Álvarez 2009, in: Alvar 2009, S.121).

Das Zentralasturische ist die „sprecherreichste“ Variante des asturischen Dialekts und auch diejenige, welche am stärksten von den „influencias castellanizantes“ beeinflusst ist (García Mouton 1996, S.21). Dennoch gibt es auch hier verschiedene Charakteristiken, wie bspw. der frequente Gebrauch des Morphems -es als Pluralendung femininer Substantive und Adjektive; so wird bspw. das kastilische Wort vacas hier als vaques realisiert. Eine weitere Charakteristik ist „el cierre de la vocal que lleva el acento por influencia del cierre de la vocal final“ (ebd.). So wird das Wort perro bspw. zu pirru. Dies ist jedoch eine eher ländliche Variante, die in den Städten meist gemieden wird. Des Weiteren wird in diesem Bereich ein /l-/ als / / und meistens als [y] gesprochen, jedoch gibt es auch Varianten, in denen man es als [ŝ] oder [ ] spricht. Ein Beispiel hierfür wäre das Wort luna, das als yuna, ŝuna oder chuna gesprochen werden kann. Ein weiteres Merkmal ist das erhaltenbleiben des „/f-/ inicial latina“ (Cano González 1992, in: Holtus 2005, S.652).

Das Ostasturische ist u.a. vom so genannten yeísmo geprägt, der die Konfusion von /f/ und /y/ zu einer einheitlichen Realisierungsvariate, dem [y], meint (vgl.: García Mouton 1996, S.20). In manchen Fällen kann es auch zur Aspiration eines finalen /-s/ kommen, sodass bspw. más als [máh] gesprochen wird. Abgesehen davon wird ein anlautendes /n-/ als /ñ-/ [Á] realisiert. Ein weiteres Merkmal ist die Schließungstendenz von /-e, -o/ zu /-i, -u/, obwohl der Plural dennoch regelmäßig (auf /-os/) gebildet wird.

Somit zeigt sich, dass das Asturische einen stark divergierenden Dialekt des Spanischen mit spezifischen Sprachphänomenen und Abweichungen auf der Iberischen Halbinsel darstellt, der besonders hinsichtlich seiner Phonetik und Phonologie interessant zu untersuchen ist.[6]

[...]


[1]
Dieser grobe diachrone Einblick ist hier gegeben, um einen gewissen Rahmen für das Asturische in der Entwicklung der Sprache zum heutigen Spanischen zu haben, weshalb hier auch nicht näher auf einige Details eingegangen wird; die Entwicklung des Asturischen ist im folgenden Kapitel ebenfalls kurz erläutert.

[2] Gesamtes Kapitel: Vgl.: Platz-Schliebs 2012, 167-169 und Dietrich 2007, 122-124.

[3] Dieses Kapitel bietet lediglich eine geographische Einordnung/Unterteilung, da auf nähere Sprachphänomene in Kapitel IV eingegangen wird; daher dient dieses Kapitel lediglich einem besseren Verständnis der folgenden.

[4] S. Kapitel I.

[5] S. Karte.

[6] Gesamtes Kapitel vgl.: Cano Gonzáles 1992, in: Holtus, S.652, Dietrich 2007, 39 und García Mouton 1996, S.20f.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Das Verbsystem des Asturischen im Vergleich zum Kastilischen
Untertitel
Unter besonderer Berücksichtigung der Verwendung der einzelnen Tempora im Asturischen
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
2,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
18
Katalognummer
V232226
ISBN (eBook)
9783656484578
Dateigröße
576 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Verbalsystem, asturisch, kastilisch, Tempora
Arbeit zitieren
Stefanie Weber (Autor), 2012, Das Verbsystem des Asturischen im Vergleich zum Kastilischen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232226

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