Eine vergleichende Analyse des Verbalsystems des asturischen Dialekts mit dem sonst weithin gebräuchlichen Verbalsystem des Kastilischen, wobei vor allem die Verwendung und Bedeutung der einzelnen Temporaformen berücksichtigt und auf einzelne dialektale Varianten näher eingegangen wird.
Inhaltsverzeichnis
Abstract
I. Sprachliche Einflüsse in der Entwicklung des Spanischen – ein grober diachroner Überblick
II. Das Asturische – Eingliederung in den spanischen Sprachraum auf der Iberischen Halbinsel
III. Das asturische Verbsystem im Vergleich zum kastilischen – die Verwendung und Bildung der einzelnen Tempora:
III.I Der Infinitiv und el presente de indicativo
III.II Das imperfecto de indicativo, indefinido und das pretérito perfecto
III.III Zusammengesetzte Tempora
III.IV Das futuro imperfecto und das condicional simple
III.V Der subjuntivo
IV. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verbsystem des Asturischen im direkten Vergleich zum kastilischen Spanisch, mit einem besonderen Fokus auf die Bildung und Verwendung der einzelnen Tempora im asturischen Dialekt. Ziel ist es, die spezifischen phonetischen, phonologischen und morphosyntaktischen Abweichungen herauszuarbeiten und zu analysieren, wie diese das asturische Verbsystem beeinflussen.
- Diachrone Entwicklung des Spanischen und Einordnung des Asturischen
- Phonetische und morphologische Charakteristika des Asturisch-Leonesischen
- Vergleich der Tempusbildung zwischen Asturisch und Kastilisch
- Analyse der Ersetzung zusammengesetzter Zeitformen
- Bedeutung von Sprachphänomenen wie der Palatalisierung und Diphthongierung
Auszug aus dem Buch
III.II Das imperfecto de indicativo, indefinido und das pretérito perfecto
Die Formen des imperfecto de indicativo werden im Kastilischen zum Ausdruck von Gegebenheiten in der Vergangenheit verwendet, wenn diese entweder einer Gewohnheit entsprechen und sich somit regelmäßig in der Vergangenheit wiederholt haben, oder wenn es sich um einen noch nicht abgeschlossenen Vorgang in der Vergangenheit handelt. Auch wird das imperfecto de indicativo im Kastilischen für Beschreibungen eines Zustands oder bspw. einer Situation und für die Erzählungen von Märchen und Träumen verwendet. Abgesehen davon wird es ebenfalls für abgeschlossene Handlungen in der Vergangenheit verwendet, sofern diese als Hintergrundbeschreibungen für weitere der Vergangenheit dienen. Diese weiteren Handlungen werden dann im indefinido ausgedrückt. Der indefinido wird ebenfalls verwendet, wenn es um eine einmalige Handlung in der Vergangenheit geht, die bereits abgeschlossen ist und deren mögliche Auswirkungen auch keinerlei Einfluss mehr auf die Gegenwart haben.
Des Weiteren wird der indefinido im Kastilischen im Zusammenhang mit expliziten Temporalbestimmungen, wie z.B. gestern Nacht verwendet. Würde man nun bspw. einen Satz wie Als du nach Hause kamst, aß ich bereits. ins Kastilische übersetzen, so würde der erste teil des Satzes im indefinido stehen, da es eine einmalige Handlung in der Vergangenheit ist und der zweite Teil des Satzes im imperfecto de indicativo, da es ein schon zuvor andauerndes Hintergrundgeschehen darstellt. Am häufigsten – v.a. im mündlichen Sprachgebrauch - ist jedoch die Verwendung des pretérito perfecto, welches meistens für die Ereignisse der Vergangenheit verwendet wird, die noch relativ nah an der Gegenwart liegen, wie z.B. alles, was sich auf den selben Tag wie die Gegenwart – also heute – bezieht, jedoch zu einem früheren Zeitpunkt geschah.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Sprachliche Einflüsse in der Entwicklung des Spanischen – ein grober diachroner Überblick: Dieses Kapitel erläutert die historischen Spracheinflüsse auf der Iberischen Halbinsel, von germanischen Stämmen bis hin zur arabischen Expansion, und deren Bedeutung für die Entstehung der romanischen Sprachen.
II. Das Asturische – Eingliederung in den spanischen Sprachraum auf der Iberischen Halbinsel: Hier wird der Dialekt des Asturischen geografisch und historisch verortet und dessen innere Divergenzen in west-, zentral- und ostasturische Varietäten beschrieben.
III. Das asturische Verbsystem im Vergleich zum kastilischen – die Verwendung und Bildung der einzelnen Tempora:: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die Unterschiede in der Konjugation und den Tempusgebrauch zwischen dem Asturischen und dem Kastilischen.
III.I Der Infinitiv und el presente de indicativo: Dieses Kapitel behandelt die Ähnlichkeiten und spezifischen morphologischen Abweichungen bei der Bildung des Präsens sowie die Verwendung von Infinitivkonstruktionen.
III.II Das imperfecto de indicativo, indefinido und das pretérito perfecto: Fokus liegt hier auf den Vergangenheitsformen, wobei die Funktionen von Indefinido und Imperfecto gegenübergestellt werden.
III.III Zusammengesetzte Tempora: Untersuchung der Tendenz im Asturischen, zusammengesetzte Zeiten zu vermeiden und stattdessen einfache Formen oder Periphrasen zu nutzen.
III.IV Das futuro imperfecto und das condicional simple: Analyse der Zukunfts- und Bedingungsformen sowie deren funktionale Ersetzungen innerhalb des dialektalen Systems.
III.V Der subjuntivo: Betrachtung des Gebrauchs und der Bildung des Konjunktivs sowie dessen wichtige Rolle als Ersatz für zusammengesetzte Zeitformen.
IV. Fazit: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse über die Variationsbreite und die gesprochensprachliche Natur des asturischen Dialekts.
Schlüsselwörter
Asturisch, Kastilisch, Verbsystem, Tempora, Indefinido, Imperfecto, Konjugation, Palatalisierung, Diphthongierung, Dialektologie, Iberoromanisch, Sprachvergleich, Morphologie, Sprachwandel, Grammatik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit einer vergleichenden Analyse des Verbsystems des Asturischen gegenüber dem kastilischen Spanisch, wobei die Unterschiede in der Verwendung und Bildung von Zeitformen im Mittelpunkt stehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die historische Einordnung des Asturischen, die phonetischen und morphologischen Merkmale des Dialekts sowie die spezifische Tempusbildung und deren Divergenzen zum Norm-Kastilischen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist die Identifikation der Unterschiede zwischen den beiden Verbsystemen und die Beantwortung der Frage, durch welche grammatikalischen Spezialitäten sich das Asturische in seinem Tempusgebrauch auszeichnet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine detaillierte Auswertung linguistischer Grammatiken sowie auf eigene Beobachtungen, die während eines dreiwöchigen Aufenthalts in Oviedo im Rahmen eines Tandem-Kurses gesammelt wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Untersuchung der einzelnen Zeitformen (Präsens, Vergangenheit, Zukunft, Konjunktiv) und deren jeweilige Bildung sowie funktionale Einbettung im asturischen Sprachraum.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird vor allem durch Begriffe wie Asturisch, Verbsystem, Tempusbildung, Morphologie, Sprachvergleich und Dialektologie charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die Bildung der Verben der ersten Konjugationsklasse im Asturischen?
Eine Besonderheit ist die Palatalisierung, die zu spezifischen Wortendungen führt, sowie die Möglichkeit, in bestimmten Personen Morpheme wie -as oder -an durch -es und -en zu ersetzen.
Warum spielt der Subjuntivo im Asturischen eine so besondere Rolle?
Der Subjuntivo ist im Asturischen von besonderer Bedeutung, da er häufig als Ersatz für verschiedene zusammengesetzte Zeitformen dient, was ihn zu einer der meist gebrauchten Zeitformen innerhalb des Dialekts macht.
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- Stefanie Weber (Author), 2012, Das Verbsystem des Asturischen im Vergleich zum Kastilischen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232226