Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Philosophie - Epochenübergreifende Abhandlungen

Die Ich-Bildung nach Friedrich Schiller im Vergleich mit der modernen Philosophie am Beispiel Judith Butlers

Titel: Die Ich-Bildung nach Friedrich Schiller im Vergleich mit der modernen Philosophie am Beispiel Judith Butlers

Seminararbeit , 2012 , 15 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Jessica Daniel (Autor:in)

Philosophie - Epochenübergreifende Abhandlungen
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Verfasst in einem Seminar über Friedrich von Schiller. Eine Modulabschlussarbeit, in der hinterfragt wird, wie die Bildung des Charakters, des "Ichs" nach Schiller von statten geht.
Verglichen wird seine Theorie mit der einer modernen Philosophin, Judith Butler.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Form-, Stoff- und Spieltrieb bei Schiller

2.1 Der Stofftrieb

2.2 Der Formtrieb

2.3 Der Spieltrieb

3. Das Ich und das Verhältnis zu einem Du nach Judith Butler

4. Vergleich von Friedrich Schillers und Judith Butlers Theorie der Ich-Bildung

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Konzepte der Ich-Bildung und des Individuums durch einen theoretischen Vergleich zwischen der anthropologischen Triebtheorie von Friedrich Schiller und der subjekttheoretischen Perspektive von Judith Butler.

  • Friedrich Schillers Modell von Stoff-, Form- und Spieltrieb.
  • Judith Butlers Theorie der Subjektivation und Performativität.
  • Die Rolle der Fremdbestimmung und des "Du" bei der Ich-Konstruktion.
  • Möglichkeiten von Selbstbestimmung innerhalb gesellschaftlicher Normen.
  • Anwendung von Korrelationsmethoden auf klassische und moderne Theorien.

Auszug aus dem Buch

2.3 Der Spieltrieb

Form- und Stofftrieb begründen und begrenzen nach Schiller einander. Würde lediglich der Formtrieb im Individuum vorherrschen, könne der Mensch den Unterschied seiner eigenen Deutungen der Welt und die tatsächlichen Phänomene dieser nicht mehr unterscheiden, er würde sich demnach in seinen Deutungen verlieren, ohne die wirklichen Umstände erblicken zu können. Durch die sinnlichen Eindrücke des Stofftriebs sei es dem Menschen jedoch möglich, die empirische Welt mit seinen vorangegangenen Annahmen zu vergleichen und diese je zu verifizieren oder zu falsifizieren. Deshalb begründe der Stofftrieb ebenso den Formtrieb, wie er ihn begrenzt. Die tatsächlichen Gegebenheiten der Welt, welche der Stofftrieb anhand der Sinnlichkeit aufzeige, könnten die Theorien, welche im Formtrieb vorherrschen, gegebenenfalls umstrukturieren. Andererseits ermögliche die Präsenz des Formtriebes es erst, dass der Stofftrieb seine Umgebung nicht bloß empfindet, sondern auch bewusst wahrnimmt und ordnet.

Ständen Stofftrieb und Formtrieb in einer ausgewogenen Wechselwirkung zueinander, entstehe der Spieltrieb. Während der Stofftrieb empfangen wolle, wolle der Formtrieb etwas hervorbringen. „Der Spieltrieb wird also bestrebt sein, so zu empfangen, wie er selbst hervorgebracht hätte, und so hervorzubringen, wie der Sinn zu empfangen trachtet.“ Die Vorstellung, welche sich im Formtrieb ausbilde, solle also so in die Wirklichkeit übertragen werden, dass auch die Sinnlichkeit des Stofftriebes befriedigt sei.

Nach Schiller ließe sich der Gegenstand des Formtriebes Gestalt und der des Stofftriebes Leben nennen. Der Gegenstand des Spieltriebes „wird also lebende Gestalt heißen können; ein Begriff, der […] mit einem Worte dem, was man in weitester Bedeutung Schönheit nennt, zur Bezeichnung dient.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entstehung von Schillers anthropologischen Briefen ein und benennt die Forschungsfrage des Vergleichs mit Judith Butlers Subjekttheorie.

2. Form-, Stoff- und Spieltrieb bei Schiller: Hier werden Schillers drei Triebe – Stoff-, Form- und Spieltrieb – detailliert dargelegt, wobei deren antagonistisches Prinzip und die resultierende "lebende Gestalt" erläutert werden.

2.1 Der Stofftrieb: Dieser Abschnitt beschreibt den Stofftrieb als das sinnliche Element des Menschen, das auf Empfindung und Veränderung drängt.

2.2 Der Formtrieb: Dieser Teil behandelt den Formtrieb als vernünftige Seite des Menschen, die auf Wahrheit, Recht und Gesetzmäßigkeit zielt.

2.3 Der Spieltrieb: In diesem Kapitel wird der Spieltrieb als die harmonische Wechselwirkung zwischen Stoff- und Formtrieb definiert, die ästhetisches Erleben ermöglicht.

3. Das Ich und das Verhältnis zu einem Du nach Judith Butler: Dieses Kapitel erörtert Butlers Konzept der Subjektwerdung durch Fremdbestimmung und die Abhängigkeit von einem "Du".

4. Vergleich von Friedrich Schillers und Judith Butlers Theorie der Ich-Bildung: Hier findet der direkte Vergleich beider Ansätze hinsichtlich ihrer ontologischen Standpunkte und Bildungsziele statt.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zusammen und betont die anhaltende Aktualität der verglichenen Theorien für heutige Diskursfelder.

Schlüsselwörter

Ich-Bildung, Friedrich Schiller, Judith Butler, Stofftrieb, Formtrieb, Spieltrieb, Subjektivation, Performativität, Fremdbestimmung, Selbstbestimmung, Wechselwirkung, Anthropologie, Identität, Ästhetische Erziehung, Relation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit vergleicht die pädagogisch-anthropologischen Konzepte von Friedrich Schiller mit der modernen Subjekttheorie von Judith Butler, um Gemeinsamkeiten in ihrer Auffassung von Ich-Bildung und individueller Entwicklung aufzuzeigen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die Triebtheorie von Schiller (Stoff-, Form- und Spieltrieb) sowie Butlers Konzepte zur Performativität und zur Entstehung des Subjekts durch soziale Abhängigkeit.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Ziel ist es, trotz der großen zeitlichen Distanz zwischen beiden Autoren, gemeinsame Muster in der Ich-Bildung herauszuarbeiten und zu untersuchen, wie Individuen in einem Spannungsfeld von Fremd- und Selbstbestimmung navigieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin führt einen theoretischen Vergleich durch und diskutiert zusätzlich die Anwendbarkeit der Korrelationsmethode von Richard Hönigswald auf die jeweiligen Trieb- und Subjekttheorien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung von Schillers Triebtheorie, die Analyse von Butlers Subjektbegriff sowie einen direkten Vergleich beider Ansätze hinsichtlich ihrer Bildungsziele und ontologischen Perspektiven.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Die wichtigsten Begriffe sind Ich-Bildung, Spieltrieb, Performativität, Fremdbestimmung, Subjektivation sowie das Wechselverhältnis zwischen Ich und Du.

Wie unterscheidet sich Butlers Sicht auf die Abhängigkeit von der Schillers?

Während Butler das Individuum primär als ein durch soziale Einflüsse und Fremdbestimmung entstehendes Subjekt sieht, nutzt Schiller ein differenzierteres System aus Trieben, wobei die Abhängigkeit von der Welt und anderen ebenfalls als zentraler Bestandteil der Entwicklung gilt.

Warum spielt der Begriff der "lebenden Gestalt" bei Schiller eine so wichtige Rolle?

Die "lebende Gestalt" resultiert aus der ausgewogenen Wechselwirkung zwischen dem Stofftrieb (Leben) und dem Formtrieb (Gestalt) und markiert den Zustand, den Schiller als ästhetische Vollendung und Schönheit bezeichnet.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Ich-Bildung nach Friedrich Schiller im Vergleich mit der modernen Philosophie am Beispiel Judith Butlers
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Bildungswissenschaften)
Veranstaltung
Friedrich Schiller - Über die ästhetische Erziehung des Menschen
Note
1,7
Autor
Jessica Daniel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
15
Katalognummer
V232232
ISBN (eBook)
9783656488118
ISBN (Buch)
9783656490111
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ich-bildung friedrich schiller vergleich philosophie beispiel judith butlers
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jessica Daniel (Autor:in), 2012, Die Ich-Bildung nach Friedrich Schiller im Vergleich mit der modernen Philosophie am Beispiel Judith Butlers, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232232
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  15  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum