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Die Gründung der Gesamthochschule Kassel

Ein Blick auf die Entstehung und ihren Einfluss auf Stadt und Region

Title: Die Gründung der Gesamthochschule Kassel

Term Paper (Advanced seminar) , 2013 , 15 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Christopher Hauck (Author)

History - Miscellaneous
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Als die Gesamthochschule Kassel 1971 gegründet wurde war sie die erste ihrer Art in der Bundesrepublik Deutschland und fand dementsprechend viel Beachtung. Begleitet wurde ihre Gründung von der Begeisterung der neuen Studenten, Reformpädagogen und Mitgliedern der Bürgerinitiative, welche sich für die Errichtung einer GHS eingesetzt hatten. Unter Federführung des damaligen Kultusministers Ludwig von Friedeburg beschloss der Hessische Landtag 1970 die Gründung formal (vgl. Oehler 1981: 21f.). Die Stadt Kassel selbst hatte nicht nur unter bildungspolitischen Aspekten Interesse an dem Bau einer eigenen Universität, sondern plante auch, „Impulse zur Aufwertung der umliegenden strukturschwachen Stadtteile zu setzen“ (vgl. Fischer, Naefe, Pristl 2004: 91f.) und erhoffte sich durch die Neuansiedlung von Geschäften und Lokalen eine Verbesserung in den umliegenden Gebieten. Dem gegenüber standen jedoch auch Bedenken, dass die 1975 festgelegte Nutzung der Fläche der ehemaligen „Henschelei“ dazu führen könnte, dass der für sozial schwächer Familien vorhandene Wohnraum in der Nordstadt durch die akademische Neubesiedlung durch Studenten verloren gehen könnte (vgl. ebd.).
Mittlerweile hat die Universität Kassel ihr 40-jähriges Jubiläum gefeiert und es stellt sich in Anbetracht der Tatsache, dass sich der Campus am Holländischen Platz bis 2014 noch einmal wesentlich vergrößern soll (vgl. Pipke 2012) die Frage, ob von der noch jungen Institution die von der Landesregierung erhofften Impulse im sozialen wie im wirtschaftlichen Bereich eingetreten sind und in welcher Weise die Stadt selbst in ihrem Erscheinungsbild durch den Auf- und fortlaufenden Ausbau Universität verändert wurde.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Rahmenbedingungen der Entstehung der GHS Kassel

3. Ein neuer Campus entsteht in Kassel

4. Die Universität Kassel und ihr Einfluss auf die regionale Ökonomie

4.1 Die Universität Kassel und ihr Einfluss auf das Stadtbild

4.2 Die Universität Kassel und ihr Einfluss auf die sozialen Strukturen der Nordstadt

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entstehung der Gesamthochschule Kassel sowie deren Auswirkungen auf die Stadtentwicklung, die regionale Wirtschaft und das soziale Gefüge der Nordstadt. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Bilanz der erhofften Impulse im sozialen und ökonomischen Bereich nach über 40 Jahren Bestehen der Institution.

  • Historische Gründungsphase und Standortwahl der GHS Kassel
  • Bauliche Transformation des Stadtbildes durch den neuen Campus
  • Ökonomische Effekte durch Absolventen und Unternehmensgründungen
  • Soziokulturelle Auswirkungen auf die Bewohner der Kasseler Nordstadt
  • Vergleich der Zielsetzungen mit der tatsächlichen städtebaulichen Entwicklung

Auszug aus dem Buch

3. Ein neuer Campus entsteht in Kassel

Da das 1971 in Rekordzeit errichtete AVZ, welches hauptsächlich für die Lehrerausbildung genutzt wurde, nur Platz für ca. 1000 Studierende bereitstellte und die Stadtverwaltung von den ursprünglichen Plänen, einen Campus auf dem Truppenübungsgelände „Dönche“ außerhalb der Innenstadt zu errichten, abgerückt war, wurde ein zentraler Standort gesucht. Eine aus Sicht der Stadt ideale Möglichkeit bot das 1970 aufgegebene Gelände der Firma Henschel, welches im Norden Kassels liegt (vgl. Ickler 2004: 61). Bei der Errichtung der neuen Hochschulgebäude erhofften sich viele Kasseler den weitgehenden Erhalt der alten Fabrikbauten, was jedoch nur in einigen Fällen wie dem Verwaltungssitz K10, dem heutigen Sitz des Hochschulrechenzentrums in der Mönchebergstraße und der dort angesiedelten Cafeteria realisiert wurde, während die größten Montagehallen K8 und K9 komplett abgerissen wurden (vgl. Ickler 2004: 62f.).

Um den Neubau eines Campus weiter voranzutreiben, veranstaltete die Stadt Kassel 1977 einen Wettbewerb zur Gestaltung des neuen GHS-Geländes, welcher Ende 1978 zu Gunsten der Stuttgarter Architekten Höfler und Kandel entschieden wurde (vgl. ebd.). Da viele Bewohner der Stadt Kassel, insbesondere die ehemaligen „Henschelaner“, wie die Mitarbeiter der Firma Henschel im Volksmund genannt wurden, noch eine enge Bindung zu dem verfallenden Werk hatten, standen sie der geplanten Demontage skeptisch gegenüber. Da Henschel für sie mehr als nur ein reiner Arbeitgeber war, der ihnen u.a. eine eigene Betriebskrankenkasse zur Verfügung stellte und einen eigenen Fond einrichtete, der in finanzielle Not geratene Arbeiter unterstützte, nahm die Firma einen erheblichen Einfluss auf das private Leben der Arbeiter und führte zu einer engen Bindung an das Unternehmen Henschel (vgl. Schmidt 2004: 23).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Gründung der Gesamthochschule Kassel im Jahr 1971, beleuchtet die bildungspolitischen Erwartungen und führt in die Fragestellung zur langfristigen Wirkung der Hochschule auf Stadt und Region ein.

2. Rahmenbedingungen der Entstehung der GHS Kassel: Das Kapitel beschreibt die hochschulpolitischen Debatten und die industriellen Hintergründe in Kassel, die zur Entscheidung führten, eine naturwissenschaftlich-technische Hochschule als wichtigen Standortfaktor zu etablieren.

3. Ein neuer Campus entsteht in Kassel: Hier wird der Prozess der Standortsuche und die Transformation des ehemaligen Henschel-Geländes in den neuen Hochschulstandort sowie die damit verbundene architektonische Umgestaltung thematisiert.

4. Die Universität Kassel und ihr Einfluss auf die regionale Ökonomie: Dieses Kapitel analysiert die ökonomischen Impulse durch die Universität, die Rolle von Absolventen in der Region und die Bedeutung von Firmenneugründungen.

4.1 Die Universität Kassel und ihr Einfluss auf das Stadtbild: Die Auswirkungen auf die urbane Ästhetik und die studentische Infrastruktur im Umfeld des Holländischen Platzes werden hier detailliert betrachtet.

4.2 Die Universität Kassel und ihr Einfluss auf die sozialen Strukturen der Nordstadt: Dieses Kapitel untersucht, wie sich die Hochschule auf die sozioökonomische Lage der angrenzenden, historisch belasteten Nordstadt auswirkt.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ambivalenz zwischen den wirtschaftlichen Erfolgen und der moderaten städtebaulichen sowie sozialen Veränderung zusammen und bewertet die Bedeutung der Institution für Kassel.

Schlüsselwörter

Gesamthochschule Kassel, Universitätsgründung, Stadtentwicklung, Henschelei, regionale Ökonomie, Kasseler Nordstadt, Wissenstransfer, industrielle Transformation, Hochschulstandort, Architektur, Wirtschaftsstruktur, soziale Auswirkungen, Studierende, Campus-Ausbau, Beschäftigungseffekte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Gründung der Gesamthochschule Kassel im Jahr 1971 und deren langfristige Auswirkungen auf das städtische Erscheinungsbild, die regionale Wirtschaft und das soziale Umfeld, insbesondere die Nordstadt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die historische Genese des Campus, die ökonomische Entwicklung durch Fachkräfte und Absolventen sowie der Einfluss der Hochschule auf die soziale Struktur eines ehemaligen Industrieviertels.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu bewerten, ob die Erwartungen der Landesregierung und der Stadt Kassel – insbesondere hinsichtlich wirtschaftlicher Impulse und der Aufwertung strukturschwacher Stadtteile – durch die Universitätsgründung erfüllt wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine Kombination aus historischer Analyse, der Auswertung von Statistiken zur Arbeitsmarkt- und Bevölkerungsentwicklung sowie die Betrachtung stadtentwicklungspolitischer Konzepte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Entstehungsgeschichte, die Entwicklung des Campus auf dem ehemaligen Henschel-Areal sowie die differenzierte Betrachtung ökonomischer Effekte und soziokultureller Veränderungen in der Nordstadt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem über Begriffe wie „Universitätsgründung“, „Henschelei“, „regionale Ökonomie“, „Stadtentwicklung“ und „Kasseler Nordstadt“ erschließen.

Welche Rolle spielte die Firma Henschel bei der Campusentwicklung?

Das Henschel-Gelände wurde zum zentralen Standort des neuen Campus, wobei der Abriss historischer Fabrikgebäude bei der Bevölkerung auf ein geteiltes Echo stieß, da das Werk zuvor eine tiefe soziale Bindung zur Arbeiterschaft darstellte.

Wie wird der soziale Einfluss der Universität auf die Nordstadt bewertet?

Der Autor zeichnet ein ambivalentes Bild: Während die Universität als Bildungsstätte etabliert ist, konnten die erhofften Impulse für eine durchgreifende soziale Verbesserung oder eine studentisch geprägte Belebung der Nordstadt nur teilweise nachgewiesen werden.

Warum wird die Universität Kassel als „junge Institution“ bezeichnet?

Im Vergleich zu traditionsreichen deutschen Universitäten, die oft auf eine jahrhundertelange Geschichte zurückblicken, ist die 1971 gegründete Gesamthochschule Kassel ein relativ junges Projekt der Bildungsreform der 60er und 70er Jahre.

Inwieweit hat sich das Stadtbild Kassels verändert?

Die architektonische Veränderung ist vor allem auf dem Campusgelände selbst deutlich, während im übrigen Stadtbild – abgesehen von einzelnen studentischen Einrichtungen – nur in geringem Maße universitäre Prägungen erkennbar sind.

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Details

Title
Die Gründung der Gesamthochschule Kassel
Subtitle
Ein Blick auf die Entstehung und ihren Einfluss auf Stadt und Region
College
LMU Munich  (Fachbereich 05 Gesellschaftswissenschaften)
Course
Kassel im 20. Jahrhundert
Grade
1,7
Author
Christopher Hauck (Author)
Publication Year
2013
Pages
15
Catalog Number
V232249
ISBN (eBook)
9783656484394
ISBN (Book)
9783656484332
Language
German
Tags
gründung gesamthochschule kassel blick entstehung einfluss stadt region Universität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christopher Hauck (Author), 2013, Die Gründung der Gesamthochschule Kassel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232249
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