Die Monarchie des princeps Augustus und der rasante Aufstieg des Caius Octavius


Seminararbeit, 2008

14 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung.

II. Hauptteil - Die an Oktavians Aufstieg beteiligten Personen
a) Oktavian und Caesar
b) Oktavian und die Soldaten
c) Oktavian und der Senat um Cicero

III. Abschließende Betrachtung

IV. Quellen- und Literaturverzeichnis

I.) Einleitung

Im Jahre 44 v. Chr. betrat mit Caius Octavius C. f.1 über Nacht ein 18 jähriger junger Mann die politische Bühne des römischen Reiches und sollte diese für lange Zeit auch nicht mehr verlassen. Ein Jahr später wurde dieser junge Mann, mit nun 19 Jahren, zum ersten Mal Konsul. In Anbetracht seines Alters eine erstaunliche Leistung. Diese Arbeit wird sich mit dem raschen Aufstieg Oktavians bis in das Jahr 43 v. Chr. beschäftigen. Hatte Oktavian, welcher bis dahin im öffentlichen politischen Leben so gut wie gar nicht in Erscheinung getreten war, diesen Aufstieg an die Spitze des Staates ganz alleine erreicht oder gab es Personen, bzw. Personengruppen die ihm dabei maßgeblich unterstützt hatten? Unter Berücksichtigung dieser Fragestellung wird es im Hauptteil dieser Arbeit um Oktavians Verhältnis zu Caesar, den Soldaten, sowie den Senat um Cicero gehen. Die Genannten kristallisieren sich im Zusammenhang mit Oktavians politischen Anfängen besonders heraus und werden deshalb näher beleuchtet. Verdankte Oktavian nicht alles seinem Ziehvater Caesar? Muss Oktavian als ein „Fortsetzer Caesars“2 angesehen werden, welcher sich von Anfang an immer nur auf den Namen Caesars berufen hatte3 ? Oder verdankte Oktavian vielleicht nur alles seinem sich, auf welche Weise auch immer, angeeigneten Vermögen und seinem beeindruckenden Talent Soldaten mit Bestechungsgeldern an sich zu binden?4 Oder aber war es Cicero, welcher maßgeblichen Anteil an Oktavians Aufstieg gehabt hatte?5 War es Cicero durch seine gewaltige Redekunst und seine Lobreden auf Oktavian gelungen den Senat um den Finger zum wickeln und so den Aufstieg Oktavians maßgeblich gefördert zu haben? Unter Hinzunahme der Quellenüberlieferungen antiker Autoren und einschlägiger Forschungsliteratur zu diesem Thema werde ich mich im Verlauf dieser Arbeit den aufgeworfenen Fragen nähern und versuchen das genaue Verhältnis Oktavians zu den genannten Personen aufzuzeigen. Dabei wird sich nach und nach auch herauskristallisieren welchen eigenen Anteil Oktavian an seinem Aufstieg wirklich hatte und was er anderen Personen verdankte. Am Schluss dieser Arbeit soll ein fundiertes Urteil über die Umstände von Oktavians Aufstieg, sowie eine Beantwortung der eingangs erwähnten Leitfrage stehen.

II) Hauptteil: Die an Oktavians Aufstieg beteiligten Personen

a) Oktavian und Caesar

Um Oktavians rasanten Aufstieg nachvollziehen zu können muss seine Beziehung zu dem Diktator Caesar genauer betrachtet werden. Oktavians Mutter Attia war die Tochter von Caesars Schwester Julia. Das bedeutet, dass Caesar Oktavians Großonkel war und somit eine verwandtschaftliche Beziehung zwischen den beiden bestand. Trotz der Tatsache das Oktavian und Caesar relativ weit entfernte Verwandte waren, ist das Verhältnis zwischen den beiden ein ganz besonderes gewesen. „Quem C. Caesar, maior eius avunculus, educatum apud Phillipum vitricum dilexit ut suum…6 “ Oktavian erwarb sich schon in jungen Jahren die Anerkennung seines Großonkels.7 Diese Anerkennung erwarb er sich nicht zuletzt durch seine disziplinierte und zurückhaltende Lebensführung.8 „Deswegen schätzte Caesar ihn auch über alles und nicht wie manche glauben, allein aufgrund der Verwandtschaft.9 “ Diese Anerkennung äußerte sich nicht zuletzt in den wahrscheinlich zumeist von Caesar angeregten Ehrungen für Oktavian. So durfte Oktavian zum Beispiel im jungen Alter von zwölf Jahren, also im Jahre 51 v. Chr., die Lobrede für seine verstorbene Großmutter Julia halten.10 Diese Aufgabe bekam er neben seiner verwandtschaftlichen Beziehung wohl auch aufgrund seines ausdrucksstarken Redestils zugesprochen.11 Im Oktober 48 v. Chr. tauschte Oktavian seine toga praetexta gegen die toga virilis und war somit als Mann unter Männern aufgenommen wurden.12 Daran schloss sich wenig später die Ernennung Oktavians zum Pontifex.13 Anlässlich des Latinerfestes wurde Oktavian Anfang des Jahres 47 v. Chr. erneut ausgezeichnet und zum Stadtpräfekten ernannt.14 Ende des Jahres 47 v. Chr. brach Caesar zum Feldzug nach Nordafrika auf. Dies wäre eine gute Gelegenheit für Oktavian gewesen um an der Seite seines Großonkels erste praktische Kriegserfahrungen zu sammeln. Oktavian nahm an diesem Feldzug nicht teil, wobei allerdings fraglich bleibt ob ihm diese Teilnahme aufgrund seiner schwachen körperlichen Verfassung und dem damit einhergehenden Verbot seiner Mutter Attia15 oder aufgrund seines jungen Alters16 verwehrt blieb. Umso beachtlicher sind dann wieder die Auszeichnungen die Oktavian, obwohl er nicht am Feldzug teilgenommen hatte, bei Caesars Triumphzug im Jahre 46 v. Chr. zuteil wurden. Oktavian durfte im Triumphwagen direkt hinter Caesar fahren und erhielt die dona militaria.17 Im Rahmen der triumphalen Festlichkeiten fanden Spiele statt. Oktavian wurde von Caesar mit der Aufsicht dieser Spiele im griechischen Theater beauftragt und erkrankte dabei aufgrund der hohen Belastungen.18 Diese Krankheit muss Caesar sehr bewegt und besorgt haben. „Täglich war er deshalb entweder selbst bei ihm und munterte ihn auf, oder er schickte Freunde, und den Ärzten erlaubte er nicht, sich zu entfernen.19 “ Oktavian erholte sich nur langsam wieder und musste Caesar im November des Jahres 46 v. Chr. erneut allein in den Krieg ziehen lassen. Sobald Oktavian aber wieder genesen war reiste er Caesar, welcher den Krieg bereits gewonnen hatte, nach Spanien nach und traf ihn im Jahre 45 v. Chr. bei der Stadt Calpia an.20 In den folgenden Monaten sollte sich die Beziehung zwischen den beiden noch weiter vertiefen. Caesar war sehr erfreut über die Ankunft Oktavians und führte mit ihm in der Folgezeit sehr intensive Gespräche. „Als Caesar erkannte, daß Octavian treffsicher, verständig und prägnant im Ausdruck war und immer die passendsten Antworten gab, schloß er ihn in sein Herz und mochte ihn sehr.21 “ Wie gut das Verhältnis zwischen Caesar und Oktavian war zeigt auch Oktavians erfolgreicher Einsatz für die beschuldigten Sagutiner bei Caesar.22 Oktavian teilte die nächsten Monate Haus und Reisewagen mit Caesar.23 Im Herbst des Jahres 45 v. Chr. wurde Oktavian zum Patrizier ernannt.24 Der Großteil der von mir angeführten Ehren die Oktavian zuteil wurden, waren außerordentlich25 beachtliche Ehren für einen noch so jungen Mann. Es ist aber davon auszugehen das die Verleihung der meisten dieser Ehren für Oktavian durch Caesar initiiert wurden. So wurde Oktavian von Caesar bewusst ins öffentliche Leben gerückt und so in gewisser Weise auch schon frühzeitig auf seine spätere Rolle vorbereitet. Im Jahr 45 v. Chr. wurde Oktavian von Caesar ins makedonische Apollonia geschickt, um dort seine intellektuelle und militärische Ausbildung fortzuführen.26 Apollonia war auch der Ausgangspunkt für Caesars geplanten Partherfeldzug. Doch zu diesem sollte es unter Caesars Führung nicht mehr kommen. Oktavians geliebter Großonkel Caesar wurde an den Iden des März im Jahre 45 v. Chr. auf dem Weg in den Senat von Verschwörern ermordet. Die Nachricht von Caesars Tod erreichte Oktavian ein paar Tage später und löste tiefen Schmerz über diesen Verlust bei ihm aus.27 Über die genauen Umstände des Testaments von Caesar wusste Oktavian zu diesem Zeitpunkt reichlich wenig.28 Sueton zeigt welche Verfügungen Caesar in seinem am 13. September 45 v. Chr.29 verfassten Testament gemacht hat: „Sed novissimo testamento tres instituit heredes sororum nepotes, Gaium Octavium ex dodrante, et Lucium Pinarium et Quintum Pedium ex quadrante reliquo; in ima cera Gaium Octavium etiam in familiam nomenque adoptavit; plerosque percussorum in tutoribus fili, si qui sibi nasceretur, nominavit, Decimum Brutum etiam in secundis heredibus. Populo hortos circa Tiberim publice et viritim trecenos sestertios legavit.30 “ Der Inhalt des Testaments lässt Oktavian als Haupterben des kinderlosen Caesars hervorgehen und verdeutlicht noch einmal mehr wie nahe sich Caesar und Oktavian gestanden haben müssen. Wir wissen heute allerdings das Oktavian nicht adoptiert, sondern adrogiert wurde.31 Es bleibt vorerst festzuhalten, dass Caesar Oktavian mittels seines Testaments in eine außerordentlich gute Position versetzt hatte und Oktavian damit den Weg für größere Aufgaben geebnet hatte.

b) Oktavian und die

Wie bereits erwähnt war die Situation nach dem Mord Caesars für Oktavian äußerst undurchsichtig. Im Folgenden soll aufgezeigt werden, welche Rolle die Soldaten von diesem Zeitpunkt an bis ins Jahr 43 v. Chr. für Oktavian spielten. Die in der Nähe von Apollonia stationierten Legionen boten Oktavian sofort ihre Hilfe an um Caesar zu rächen.32 Oktavian nahm das Angebot der Soldaten vorerst nicht an und verließ Apollonia Richtung Rom um die genauen Umstände und Verfügungen die mit Caesars Tod einhergehen zu erforschen. Nach der Überfahrt mit dem Schiff erreichte Oktavian italienisches Festland und erfuhr dann in Brundisium33 Genaueres über die Umstände von Caesars Ermordung und seinem Testament, dessen Inhalte Oktavian ja maßgeblich betrafen. Das Testament bot Oktavian unglaubliche Perspektiven für seinen weiteren Werdegang im römischen Reich. So erscheint es nicht als verwunderlich das Oktavian entgegen den Ratschlägen34 seiner Mutter und seines Stiefvaters handelte und das Erbe Caesars annahm.

[...]


1 Im Weiteren wird für Octavius, später Augustus, der in der Forschung übliche Name Oktavian verwendet.

2 Hoben: Caesar-Nachfolge und Caesar-Abkehr in den Res gestae divi Augusti, Gymnasium 85 (1978), S. 19.

3 Vgl. Kienast: Augustus und Caesar, Chiron 31 (2001), S. 1.

4 Vgl. Alföldi: Oktavians Aufstieg zur Macht, Bonn 1976, S. 105-106.

5 Bellen: Cicero und der Aufstieg Oktavians, Gymnasium 92 (1985), S. 161-163.

6 Vell. Pat. 2,59,3.

7 Vgl. Suet. Aug. 8,1.

8 Vgl. Nic. Dam. vit. Caes. 13,28 ;15,36.

9 Nic. Dam. vit. Caes. 13,30.

10 Vgl. Suet. Aug. 8,1.

11 Vgl. Bringmann: Augustus, Darmstadt 2007, S. 29.

12 Vgl. Nic. Dam. vit. Caes. 4,8.

13 Vgl. Vell Pat. 2,59,3 ; Vgl. Nic. Dam. vit. Caes 4,9.

14 Vgl. Nic. Dam. vit. Caes 5,13.

15 Vgl. Nic. Dam. vit. Caes 6,14.

16 Vgl. Suet. Aug. 8,1

17 Vgl. Nic. Dam. vit. Caes. 8,17; Vgl. Suet. Aug. 8,1.

18 Vgl. Nic. Dam. vit. Caes. 9,19.

19 Nic. Dam. vit. Caes. 9,20.

20 Vgl. Nic. Dam. vit. Caes. 11,23.

21 Nic. Dam. vit. Caes. 11,23.

22 Vgl. Nic. Dam. vit. Caes. 12,27.

23 Vgl. Vell. Pat. 2,59,3.

24 Vgl. Nic. Dam. vit. Caes. 15,35

25 Vgl. Malitz: O puer qui omnia nomini debes”. Zur Biographie Oktavians bis zum Antritt seines Erbes, Gymnasium 111 (2004), S.391-392.

26 Vgl. Suet. Aug. 8,2; Vgl. Cass. Dio 45,3,1..

27 Vgl. Cass. Dio 45,3,1

28 Vgl. App. civ. 3,9,32; Vgl. Cass. Dio 45,3,1.

29 Vgl. Suet. Caes. 83,1.

30 Suet. Caes. 83,2.

31 Vgl. Schumacher: Oktavian und das Testament Caesars, ZRG 116 (1999), S. 53-56.

32 Vgl. Vell. Pat. 2,59,5; Vgl. App. civ. 3,10,33; Vgl. Nic. Dam. vit. Caes. 16,41 ; 17,46.

33 Vgl. Cass. Dio 45,3,2.

34 Vgl. Suet. Aug. 8,2; Vgl. Nik. Dam. vit. Caes. 18, 52-53.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Die Monarchie des princeps Augustus und der rasante Aufstieg des Caius Octavius
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
1,7
Autor
Jahr
2008
Seiten
14
Katalognummer
V232258
ISBN (eBook)
9783656488408
ISBN (Buch)
9783656492986
Dateigröße
428 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Prinzipat
Arbeit zitieren
Staatsexamen Sebastian Richter (Autor), 2008, Die Monarchie des princeps Augustus und der rasante Aufstieg des Caius Octavius, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232258

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