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Die "Cleavage Theorie" nach Lipset und Rokkan und ihre Anwendung auf das Parteiensystem der Bundesrepublik Deutschland

Title: Die "Cleavage Theorie" nach Lipset und Rokkan und ihre Anwendung auf das Parteiensystem der Bundesrepublik Deutschland

Seminar Paper , 2007 , 14 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Staatsexamen Sebastian Richter (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Summary Excerpt Details

„…Es vergeht kaum eine Wahl, ohne dass anschließend das Stimmverhalten der Bürger nach sozialstrukturellen
Merkmalen wie dem Berufsstatus, dem Lebensalter, der Religionszugehörigkeit oder dem
sozialen Kontext aufgeschlüsselt wird“ (Schoen 2005: 136) Seymour Lipset und Stein Rokkan entwickelten
im Jahre 1967 einen Ansatz, der davon ausgeht, dass sich entlang dieser sozialstrukturellen Merkmale
Konfliktlinien, so genannte cleavages bilden. Entlang dieser cleavages richten sich Parteien aus
und vertreten in der Folge die Interessen bestimmter Wählergruppen. Auch für die Bundesrepublik
Deutschland haben sich solche cleavages herausgebildet. Da die cleavages zur Erklärung des Wahlverhaltens
der Menschen heran gezogen werden können, erscheint es als hoch interessant sich mit diesem
Thema näher auseinanderzusetzen. Im Rahmen dieser Arbeit werde ich mich mit der Entwicklung
der cleavages in der BRD seit 1945 beschäftigen. Hierbei stelle ich mir folgende Frage: Bestehen die
traditionellen cleavages in der BRD weiterhin; und wenn ja, in wie fern haben sich diese cleavages im
Laufe der letzten Jahrzehnte verändert? Um sich dieser Frage zu nähern werde ich zunächst ein theoretisches
Grundgerüst schaffen und näher auf die cleavage Theorie nach Lipset und Rokkan eingehen.
Daran folgt eine Darstellung der Entwicklung des Parteinsystems der BRD seit 1945. Diese Kenntnisse
werden im Laufe der Arbeit hilfreich sein, um mögliche Veränderungen der cleavages nachvollziehen zu
können. Im vierten Kapitel werde ich dann die zwei traditionellen cleavages, welche sich seit 1945 in der
BRD herausgebildet haben, vorstellen. Im fünften Kapitel werde ich sozialstrukturelle Veränderungen in
der BRD aufzeigen. Im sechsten Kapitel versuche ich aufzuzeigen, in wie fern diese sozialstrukturellen
Veränderungen Auswirkungen auf die traditionellen cleavages hatten. Im siebten Kapitel werde ich aufzeigen,
welche sozialstrukturellen Unterschiede in Ostdeutschland bestehen und was diese für Auswirkungen
haben. Im achten und letzten Kapitel dieser Arbeit werde ich ein Fazit ziehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die „Cleavage Theorie“ nach Lipset und Rokkan

3. Die Entwicklung des Parteiensystems in der BRD nach 1945

4. Die traditionellen Cleavages in der BRD

4.1 Der Klassen Cleavage

4.2 Der konfessionell-religiöse Cleavage

5. Sozialstruktureller Wandel in der BRD

5.1 Berufsstruktureller Wandel in der BRD

5.2 Die Entwicklung der Konfessionszugehörigkeit und der Kirchenbindung

6. Die Auswirkung der veränderten Sozialstruktur auf die Cleavages in der BRD

6.1 Die Veränderung des Klassen Cleavage mit Hinblick auf die Auswirkungen bei Wahlen

6.2 Die Veränderung des konfessionell-religiösen Cleavage mit Hinblick auf die Auswirkungen bei Wahlen

7. Sozialstrukturelle Unterschiede in Ostdeutschland und deren Auswirkungen

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Relevanz der "Cleavage Theorie" von Lipset und Rokkan für das Parteiensystem der Bundesrepublik Deutschland nach 1945. Dabei wird analysiert, ob und inwieweit sich die traditionellen sozialen Konfliktlinien über die Jahrzehnte verändert haben und welche Auswirkungen dieser sozialstrukturelle Wandel auf das Wahlverhalten der Bürger hat.

  • Grundlagen der Cleavage Theorie nach Lipset und Rokkan
  • Entwicklung des deutschen Parteiensystems seit 1945
  • Analyse des Klassen-Cleavages und des konfessionell-religiösen Cleavages
  • Sozialstruktureller Wandel und dessen Einfluss auf Wählerbindungen
  • Vergleich der Wahlergebnisse zwischen West- und Ostdeutschland

Auszug aus dem Buch

2. Die „Cleavage Theorie“ nach Lipset und Rokkan (1967)

Lipsets und Rokkans makrosoziologischer cleavage Ansatz ist einer der bedeutendsten Ansätze der empirischen Wahlforschung. Dieser Ansatz geht davon aus, dass sich im Laufe der Zeit durch Interessengegensätze Konfliktlinien herausbilden. Diese Konfliktlinien bezeichnet man als cleavages. Entlang dieser cleavages binden sich über die Zeit Parteiensysteme heraus. Lipset und Rokkan gehen davon aus, dass sich aufgrund der Interessengegensätze Gruppen heraus kristallisieren, welche untereinander ein gemeinsames Gruppeninteresse haben. Um diese Interessen politisch wirksam werden zu lassen, bilden sich entweder Parteien heraus oder es entstehen so genannte Wähler-Partei Koalitionen zwischen Gruppen von Wählern und Parteien. Die Folge solcher Koalitionen besteht zumeist darin, dass die Wähler dieser Gruppen bei Wahlen dann auch für die Partei stimmen, mit der sie ein solches Bündnis eingegangen sind. Dieses Verhalten ist unter dem Begriff „block voting“ (Pappi 1986: 369) bekannt.

Lipset und Rokkan gehen von vier großen cleavages aus, anhand derer sich solche Koalitionen oder Parteien herausbilden. Diese werden an dieser Stelle nur kurz erwähnt, da auf cleavages, die in der BRD zu erkennen sind und somit für diese Arbeit von Relevanz sind, später eingegangen wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich der Beständigkeit traditioneller Cleavages in der BRD und der methodischen Vorgehensweise.

2. Die „Cleavage Theorie“ nach Lipset und Rokkan: Theoretische Herleitung des Ansatzes, der Konfliktlinien als Basis für Parteibildungen und Wahlentscheidungen definiert.

3. Die Entwicklung des Parteiensystems in der BRD nach 1945: Historischer Abriss über die Konsolidierung des deutschen Parteiensystems vom Mehrparteiensystem hin zur Zweieinhalbparteien-Konstellation und darüber hinaus.

4. Die traditionellen Cleavages in der BRD: Definition und Erläuterung des Klassen-Cleavages sowie des konfessionell-religiösen Cleavages im deutschen Kontext.

5. Sozialstruktureller Wandel in der BRD: Darstellung der demografischen und ökonomischen Veränderungen, insbesondere bei Berufsstrukturen und Konfessionsbindungen.

6. Die Auswirkung der veränderten Sozialstruktur auf die Cleavages in der BRD: Analyse der empirischen Daten, wie veränderte Sozialstrukturen das Wahlverhalten in Bezug auf die Cleavages beeinflussen.

7. Sozialstrukturelle Unterschiede in Ostdeutschland und deren Auswirkungen: Untersuchung der spezifischen Wahldaten und sozialen Gegebenheiten in den neuen Bundesländern.

8. Fazit: Zusammenfassende Bewertung des "Dealignment"-Prozesses und der schwindenden, aber noch existenten Prägekraft traditioneller Konfliktlinien.

Schlüsselwörter

Cleavage Theorie, Lipset und Rokkan, Parteiensystem, Wahlverhalten, BRD, Sozialstruktur, Klassenkonflikt, konfessioneller Konflikt, Säkularisierung, Dealignment, Wähler-Partei-Koalition, Bundestagswahl, Berufsgruppen, Kirchenbindung, Ostdeutschland

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, wie soziale Konfliktlinien, sogenannte Cleavages, das Wahlverhalten in der Bundesrepublik Deutschland seit 1945 beeinflusst haben und inwiefern sich diese Einflüsse durch gesellschaftliche Veränderungen gewandelt haben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Untersuchung konzentriert sich auf das Zusammenspiel von Sozialstruktur, Parteibindung, den Wandel von Berufsstrukturen, die Säkularisierung und die spezifische Entwicklung in Ost- und Westdeutschland.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob traditionelle Cleavages in der BRD heute noch in ihrer ursprünglichen Form bestehen oder ob ein Prozess der Entfremdung bzw. Abschwächung (Dealignment) zu verzeichnen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die theoretische Konzepte (Lipset/Rokkan) mit empirischen Wahldaten, Statistiken zur Sozialstruktur und Literatur aus der Wahlforschung verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Basis, die historische Entwicklung des Parteiensystems, die detaillierte Betrachtung der beiden Haupt-Cleavages (Klasse und Konfession) sowie deren Transformation durch den demografischen und sozialen Wandel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Cleavage Theorie, Dealignment, Wahlverhalten, Klassen-Cleavage, konfessionell-religiöser Cleavage, Sozialstruktur und Säkularisierung.

Wie unterscheidet sich das Wahlverhalten in Ostdeutschland im Vergleich zum Westen?

Ostdeutschland weist durch seine spezifische Sozialgeschichte, eine hohe Konfessionslosigkeit und die Präsenz neuer Parteien wie der PDS deutliche Unterschiede auf, weshalb hier traditionelle westdeutsche Cleavages nur bedingt oder in abgewandelter Form greifen.

Welches Fazit zieht der Autor zur Relevanz der Cleavages heute?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die traditionellen Cleavages zwar in ihrer Bedeutung abgenommen haben und in abgeschwächter Form weiterwirken, aber dennoch nicht vollständig verschwunden sind, wenngleich das Wählerverhalten zunehmend unabhängiger von klassischen Bindungen wird.

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Details

Title
Die "Cleavage Theorie" nach Lipset und Rokkan und ihre Anwendung auf das Parteiensystem der Bundesrepublik Deutschland
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Grade
2,0
Author
Staatsexamen Sebastian Richter (Author)
Publication Year
2007
Pages
14
Catalog Number
V232259
ISBN (eBook)
9783656488392
Language
German
Tags
cleavage theorie lipset rokkan anwendung parteiensystem bundesrepublik deutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Staatsexamen Sebastian Richter (Author), 2007, Die "Cleavage Theorie" nach Lipset und Rokkan und ihre Anwendung auf das Parteiensystem der Bundesrepublik Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232259
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