Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History of Germany - Postwar Period, Cold War

Der Einfluss politischer Informations- und Nachrichtensendungen im Fernsehalltag der DDR

Title: Der Einfluss politischer Informations- und Nachrichtensendungen im Fernsehalltag der DDR

Seminar Paper , 2009 , 20 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Sebastian Richter (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Vor nunmehr beinahe zwanzig Jahren wurde die innerdeutsche Grenze, welche die Menschen aus Ost und West durch eine Mauer für mehr als 28 Jahre von einander getrennt hatte, geöffnet. Millionen von DDR Bürgern blickten am Abend des 9.11.1989 gebannt auf die Fernsehbildschirme und verfolgten wie Günther Schabowski, auf einer vom DDR Fernsehen live übertragenen Internationalen Pressekonferenz, die für alle DDR Bürger gültigen neuen Reisebestimmungen vorlas. Nach Momenten der Unklarheit und Verwirrung führten diese Änderungen bekanntlich noch am selben Abend zur Öffnung der Grenze und der damit verbundenen Reisefreiheit aller DDR Bürger. Es erscheint grotesk das eine Liveübertragung des DDR Fernsehens, welches von der SED Partei über Jahrzehnte hinweg als Instrument der Machtsicherung genutzt wurde, an diesem Abend das Ende der Mauer und somit zwangsläufig auch das Ende der exponierten Stellung von Staat und Partei publik machte. Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht das Fernsehen in der DDR und die schrittweise Beantwortung folgender Frage: Inwiefern gelang es dem DDR Staat mithilfe des Informations- und Meinungsmonopols der SED im DDR Fernsehen nachhaltig Einfluss auf die (politischen) Meinungsbildungsprozesse der DDR Bürger zu nehmen? Ist in dieser Hinsicht ein Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit festzustellen? Zur Beantwortung der Fragen soll die Beziehung der DDR Bevölkerung zum DDR Fernsehen anhand der Kategorie der Nutzungshäufigkeit und Glaubwürdigkeit untersucht werden. Die Wirkung des Westfernsehens darf mit Hinblick auf die Frage nicht unbeachtet bleiben, da der Einfluss des DDR Fernsehens in direkter Abhängigkeit zum Einfluss des Westfernsehens stand. Da die Menschen in der DDR gegenüber westlichen Medieneinflüssen nicht völlig isoliert werden konnten, schließt die Beantwortung der Frage neben der Betrachtung des DDR Fernsehens daher auch eine Betrachtung des vom Westfernsehen ausgehenden Einflusses ein. Weil der Partei Nachrichtensendungen und politische Informationssendungen zur staatlich gelenkten Beeinflussung der Meinungsbildungsprozesse der Bürger besonders geeignet erschienen und dahingehend auch unfassend genutzt wurden, wird sich die anschließende Betrachtung vorwiegend auf einzelne Sendeformate dieses Nachrichten- und Informationstyps beschränken. Zeitlich beschränkt sich die Arbeit auf den Zeitraum der späten achtziger Jahre, mit Schwerpunkt auf dem Jahr 1989. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Einbindung des DDR Fernsehens in die staatlichen Strukturen

3. Die politischen Informations- und Nachrichtensendungen des DDR Fernsehens

3.1 Die Nutzungshäufigkeit politischer Informations- und Nachrichtensendungen des DDR Fernsehens

3.2 Die Glaubwürdigkeit politischer Informations- und Nachrichtensendungen des DDR Fernsehens

4. Die politischen Informations- und Nachrichtensendungen des Westfernsehens

4.1 Die Nutzungshäufigkeit politischer Informations- und Nachrichtensendungen des Westfernsehens

4.2 Die Glaubwürdigkeit politischer Informations- und Nachrichtensendungen des Westfernsehens

5. Von den Auswirkungen der Nachrichtenpolitik unter Honecker zu den Auswirkungen der Fernsehwende im Herbst 1989

6. Abschließende Betrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Einfluss politischer Informations- und Nachrichtensendungen im DDR-Fernsehen auf die Meinungsbildung der Bürger während der späten 1980er Jahre. Dabei wird analysiert, inwiefern das SED-Regime das Fernsehen zur Machtsicherung und Propaganda instrumentalisierte und welche Rolle der (Gegen-)Einfluss des westdeutschen Fernsehens bei der schwindenden Glaubwürdigkeit des DDR-Staatsmediums spielte.

  • Staatliche Lenkung und Manipulation des DDR-Fernsehens
  • Nutzungsverhalten der DDR-Bevölkerung bei Informationssendungen
  • Glaubwürdigkeitsverlust des DDR-Fernsehens im Kontrast zum Westfernsehen
  • Reaktionen auf die Fernsehwende im Herbst 1989

Auszug aus dem Buch

3. Die politischen Informations- und Nachrichtensendungen des DDR Fernsehens

Das Fernsehen hatte einen besonders hohen Stellenwert in der Freizeitgestaltung der Menschen in der DDR gehabt. Um genau zu sein nahm das Fernsehen knapp zwei Drittel der zur Verfügung stehenden Freizeit der Menschen ein. Bis in das Jahr 1989 war in der DDR, was die Versorgung der Haushalte mit Fernsehempfangsgeräten betrifft, Vollversorgung erreicht worden. Mit Hinblick auf den hohen Stellenwert, den die DDR Bevölkerung dem Fernsehen beimaß, sowie einer potentiellen Rezipientenzahl von ca. 16 Millionen DDR Bürgern war das Medium Fernsehen in den Augen der Partei ein ideales Instrument um die Menschen für ihre Ideologie zu instrumentalisieren.

In gewisser Weise waren nahezu alle Formate im DDR Fernsehen politisch gefärbt. Die einen mehr, die anderen weniger. So scheint es auch nicht verwunderlich, dass sich die verschiedenen Sendungsformate innerhalb der Bevölkerung verschiedener Beliebtheit erfreuten. Krimis wie „Staatsanwalt“ und „Polizeiruf 110“ oder Unterhaltungsshows wie ein „Kessel Buntes“ waren mit Sehbeteiligungen zwischen 35 und 50 Prozent bis in die späten achtziger Jahre hinein die absoluten Quotenhits und gehörten zu den liebsten Sendungen der DDR Bürger. Das lag wohl zum Teil auch daran das diese Sendungen zum einen spannender bzw. unterhaltender und zum anderen nicht in dem Maße politisch gefärbt waren, wie es die politischen Informations- und Nachrichtensendungen des DDR Fernsehens gewesen sind. Formate wie die „Aktuelle Kamera“ oder der von Karl Eduard von Schnitzler kommentierte „Schwarze Kanal“ schienen wesentlich besser für die intensive Agitation und Propaganda der SED Führung geeignet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Rolle des DDR-Fernsehens als Propagandainstrument der SED und stellt die Forschungsfrage nach dessen Einfluss auf die Meinungsbildung der DDR-Bürger.

2. Die Einbindung des DDR Fernsehens in die staatlichen Strukturen: Dieses Kapitel erläutert die enge Unterstellung des Fernsehens unter die Agitationsabteilung der SED und die daraus resultierende tägliche Zensur und inhaltliche Steuerung.

3. Die politischen Informations- und Nachrichtensendungen des DDR Fernsehens: Es wird analysiert, dass diese Sendungen aufgrund ihrer mangelnden Glaubwürdigkeit und realitätsfernen Darstellung von der Bevölkerung kaum als Informationsquelle genutzt wurden.

4. Die politischen Informations- und Nachrichtensendungen des Westfernsehens: Dieses Kapitel beschreibt die hohe Popularität westdeutscher Nachrichtensendungen bei den DDR-Bürgern als notwendige Alternative zur staatlichen Desinformation.

5. Von den Auswirkungen der Nachrichtenpolitik unter Honecker zu den Auswirkungen der Fernsehwende im Herbst 1989: Es wird dargestellt, wie die veränderte Nachrichtenpolitik im Zuge des politischen Umbruchs 1989 zu einer temporären Rückkehr der Zuschauer führte.

6. Abschließende Betrachtung: Das Fazit resümiert das Scheitern des Fernsehens als Herrschaftsinstrument aufgrund des Glaubwürdigkeitsverlusts und der Attraktivität westlicher Medien.

Schlüsselwörter

DDR-Fernsehen, SED, Aktuelle Kamera, Schwarzer Kanal, Westfernsehen, Propaganda, Glaubwürdigkeit, Nachrichtenpolitik, Meinungsbildung, DDR-Alltag, staatliche Lenkung, Mediengeschichte, Herbst 1989, Informationsmonopol, Rezipientenverhalten

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht die Funktion und Wirkung des DDR-Fernsehens als Herrschaftsinstrument der SED, insbesondere im Hinblick auf politische Nachrichtensendungen in der Endphase der DDR.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten zählen die staatliche Kontrolle über Fernsehinhalte, die Nutzungshäufigkeit und Glaubwürdigkeit sowohl des DDR- als auch des Westfernsehens sowie die Veränderungen während des politischen Umbruchs 1989.

Was ist die zentrale Forschungsfrage der Studie?

Die Arbeit fragt, inwiefern es der SED gelang, durch ein Informationsmonopol im Fernsehen die politische Meinungsbildung der Bürger nachhaltig zu beeinflussen und ob dabei ein Unterschied zwischen Anspruch und Realität bestand.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer Analyse historischer Quellen, Zuschauerbefragungen sowie einer Auswertung von Sendeformaten und politischer Medienpolitik der SED-Ära.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil analysiert die Instrumentalisierung des Fernsehens, die Zuschauerreaktionen auf DDR-Formate wie die "Aktuelle Kamera" und den Einfluss der westdeutschen Medien als Korrektiv zur staatlichen Propaganda.

Welche Schlagworte charakterisieren die Untersuchung am besten?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Medienmanipulation, Glaubwürdigkeitsverlust, DDR-Alltagskultur und den medialen Transformationsprozess im Wendeherbst 1989 beschreiben.

Warum wird im Dokument explizit auf den "Schwarzen Kanal" eingegangen?

Das Format dient als Beispiel für eine gezielte Agitationssendung, deren konstante Ablehnung durch das Publikum das Scheitern der ideologischen Lenkungsversuche des SED-Regimes verdeutlicht.

Welche Rolle spielte der Empfang des Westfernsehens für die DDR-Bevölkerung?

Er diente als unverzichtbare Informationsquelle, die den Bürgern ein realistischeres Bild der Welt vermittelte und das Vertrauen in die parteistaatlich gelenkte Berichterstattung der DDR nachhaltig untergrub.

Excerpt out of 20 pages  - scroll top

Details

Title
Der Einfluss politischer Informations- und Nachrichtensendungen im Fernsehalltag der DDR
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Grade
2,0
Author
Sebastian Richter (Author)
Publication Year
2009
Pages
20
Catalog Number
V232261
ISBN (eBook)
9783656524571
Language
German
Tags
einfluss informations- nachrichtensendungen fernsehalltag
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Richter (Author), 2009, Der Einfluss politischer Informations- und Nachrichtensendungen im Fernsehalltag der DDR, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232261
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  20  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint