Die wirtschaftliche Entwicklung der Türkei seit der Regierung der AKP

Vergleich der Wirtschaftsdaten mit den Ländern Frankreich und Russland


Hausarbeit, 2013
15 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Abkürzungsverzeichnis

II. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Geschichte der AK-Partei

3. Die wirtschaftliche Situation vor der AK-Partei

4. Maßnahmen die zum Wirtschaftswachstum führten

5. Wirtschaftsdaten im Vergleich zu Frankreich und Russland
5.1. Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP)
5.2. Bruttoinlandsprodukts (BIP) pro Kopf
5.3. Handelsbilanz
5.4. Staatsverschuldung in Relation zum Bruttoinlandsprodukt (BIP)

6. Schlussbetrachtung

III. Literaturverzeichnis

I. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

II. Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Das Parlament kurz vor Nov-02 Abbildung 2: Parlamentssitze nach den Nov-‘02

Abbildung 3: Parlamentssitze nach den Juli-'07 Wahlen

Abbildung 4: Privatisierung 1986-2003

Abbildung 5: Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP)

Abbildung 6: Bruttoinlandsprodukts (BIP) pro Kopf

Abbildung 7: Handelsbilanz

Abbildung 8: Staatsverschuldung in Relation zum Bruttoinlandsprodukt (BIP)

1. Einleitung

Mit dem Wahlsieg der AK-Partei[1] am 3. November 2002 begann ein neues Kapitel in der Geschichte der Türkei. Die Regierung verfolgte, insbesondere in den ersten Jahren, einen umfassenden Reformkurs zwecks Stärkung der Demokratie und der Menschenrechte.[2] Nach zwei Jahrzehnten der politischen und wirtschaftlichen Volatilität und einer ersten Erholung von der Krise des Jahres 2001, mit dem Reformprogramm unter der Führung des Wirtschaftsministers Kemal Dervis[3] erwiesen sich die Wahlen im November 2002 als neuer Wendepunkt in der türkischen Geschichte. Nur wenige hätten sich damals vorstellen können , dass die neu gewählte Regierung der AK-Partei in der Lage sein würde, das Land aus der wirtschaftlich und politisch prekären Situation, in der es sich damals befand, wieder herauszuführen.[4]

Die AK-Partei übernahm den von der Regierung Ecevit[5] begonnene Gesundungsprozess, und das vom IMF unterstützte Reformprogramm, welches unter dem Wirtschaftsminister Kemal Dervis begonnen wurde. Bis Ende 2001 war der Gesamtschuldenstand des Staates auf 100% des Bruttoinlandsproduktes gestiegen – fast das Doppelte des Niveaus von Ende 2000.[6] Reformen wie Ausgabenkürzungen, fiskalpolitischer Disziplin, maßvolle Lohnpolitik, Strukturreformen und Privatisierungen waren die Agenda der neuen Regierung.[7] Der durch den IMF in Jahr 2001 eingeräumte Kredit wurde im Laufe des Jahrzehnts vollständig zurück gezahlt, die Türkei hat sich von einem Kreditnehmerland zu einem Kreditgeberland entwickelt.

Die Regierung hat das Bruttoinlandsprodukt von 303,26 Mrd. US-Dollar im Jahr 2003 auf 838,97 Mrd. US-Dollar im Jahr 2013 fast verdreifacht, und das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf ist von 4.534,89 US-Dollar auf 11.066,65 US-Dollar gestiegen. Die aktuelle Staatsverschuldung der Türkei in Relation zum Bruttoinlandsprodukt beträgt 35,5%, damit erfüllt die Türkei die Maastrichter Konvergenzkriterien, demzufolge der öffentliche Schuldenstand nicht mehr als 60 % des Bruttoinlandsprodukts ausmachen darf.[8] Es wurden umfassende Reformprogramme umgesetzt, die u.a. ein flexibles Wechselkurssystem, die Reform der Staatsbanken, des Finanzsektors, den Privatisierungsprozess, die Stärkung der Einnahmeverwaltung, die Entwicklung des Investitionsklimas und die Reform des Energiesektors beinhalteten. In diesem Rahmen wurde 2003 das „Gesetz über ausländische Investitionen“ erlassen. Dieses Gesetz gewährt allen ausländischen Investoren die gleichen Rechte und baut rechtliche Hemmnisse ab. Mit diesem Gesetz ist es ermöglicht die Gründungsphase erheblich zu verkürzen. Als Folge dieser Maßnahme gab es einen bedeutenden Anstieg im Umfang der ausländischen Direktinvestitionen, die in die Türkei flossen. Im Zeitraum von 1993 bis 2002 betrug der Zufluss an ausländischen Investitionen in die Türkei im Durchschnitt ca. 1 Mrd. US-Dollar. 2006 stieg die Summe aufgrund der Privatisierungen rund 20 Mrd. US-Dollar. 2007 22 Mrd. US-Dollar und 2008 schließlich 18,3 Mrd. US-Dollar. Gegen Ende des Jahres 2010 betrug die Gesamtsumme ca. 9 Mrd. US-Dollar.[9]

Die Türkei gehört zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften wie der Volksrepublik China, Brasilien, Russland, Indien, Mexiko, Argentinien, Thailand, Pakistan und steht hinsichtlich der Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes unter 127 Länder an 16 Stelle.

Des Weiteren, wurden die Devisenreserven der Türkischen Zentralbank im November 2002 von 25 Mrd. US-Dollar zum Juli 2013 auf 103 Mrd. US-Dollar vermehrt, was die Widerstandsfähigkeit der türkischen Wirtschaft gegenüber möglichen Schwankungen auf den Finanzmärkten ausdrückt.[10]

Auch in der Außenwirtschaft hat sich die Türkei neu orientiert, wo vorher schwerwiegend die Orientierung nach Westen in Richtung Europa und USA war, hat die Türkei neue Märkte zur Kompensation der ausgefallenen Exporte nach Europa in der Finanzkrise, bei den arabischen Nachbarländer für sich entdeckt. Die türkischen Exporte nach Irak im Jahr 2012 haben sich gegenüber dem Vorjahr um 30,3% erhöht auf 10,8 Mrd. US-Dollar, somit ist Irak nach Deutschland der zweitgrößte Abnehmer türkischer Güter.

Ein Dilemma der türkischen Wirtschaft ist das Leistungsbilanzdefizit, obwohl die Regierung im Jahr 2012 den Wert gegenüber dem Vorjahr 2011 um 36,8% senken konnte, ist der Wert von -6,1% Leistungsbilanz zum Bruttoinlandsprodukt zu hoch. Die Hauptursache des zu hohen Leistungsbilanzdefizits ist die Importabhängigkeit von Energieträgern, was die Achillesferse der türkischen Wirtschaft ist. Ohne die Berücksichtigung der Brennstoff-Importe von 60,1 Mrd. US-Dollar hätte die Leistungsbilanz 2012 mit einem Überschuss von 11,3 Mrd. US-Dollar abgeschlossen.[11] Die Regierung arbeitet an Lösungen bezüglich der Energieabhängigkeit, so dass Förderungen und Investitionen in erneuerbare Energien getätigt werden, und auch die Planung und Umsetzung von drei Atomkraftwerken.

[...]


[1] AKP steht für Adalet ve Kalkınma Partisi oder Gerechtigkeits- und Entwicklungspartei

[2] Calligaris, M. (2012), S. 3.

[3] Kemal Dervis ist ein türkischer Wirtschaftswissenschaftler und früherer Wirtschaftsminister von der Türkei der unter anderem bei der Weltbank und in verschiedenen Gremien der Vereinten Nationen tätig war.

[4] Quijano-Evans, S. (2007), S. 17.

[5] Mustafa Bülent Ecevit war ein demokratischer sozialistischer Politiker aus der Türkei, er wurde insgesamt vier Mal türkischer Ministerpräsident

[6] Quijano-Evans, S. (2007), S. 78ff.

[7] Calligaris, M. (2012), S. 7.

[8] Türkei-Statista-Dossier 2013

[9] Wirtschaftsjornal 2011 der Botschaft der Republik Türkei, S.8ff.

[10] Türkische Zentralbank

[11] Bagoglu, N.C. (2013), S.1.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Die wirtschaftliche Entwicklung der Türkei seit der Regierung der AKP
Untertitel
Vergleich der Wirtschaftsdaten mit den Ländern Frankreich und Russland
Hochschule
Fachhochschule Worms
Note
2,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
15
Katalognummer
V232287
ISBN (eBook)
9783656488255
ISBN (Buch)
9783656492979
Dateigröße
604 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Türkei, Wirtschaftspolitik, AKP, Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung, Recep Tayyip Erdogan, Abdullah Gül, Adalet ve Kalkınma Partisi, BWL, Frankreich, Russland, Politik, Die wirtschaftliche Entwicklung der Türkei seit der Regierung der AKP, Wirtschaftswachstum
Arbeit zitieren
Kasim Colakoglu (Autor), 2013, Die wirtschaftliche Entwicklung der Türkei seit der Regierung der AKP, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232287

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