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Überlegungen zur Schule als gesellschaftliche Institution im Kontext Berger/Luckmanns und Meads

Titel: Überlegungen zur Schule als gesellschaftliche Institution im Kontext Berger/Luckmanns und Meads

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2013 , 15 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Julia Zeihe (Autor:in)

Pädagogik - Pädagogische Soziologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Innerhalb des Prozesses der modernen Industriegesellschaft entstanden verschiedene
Institutionen, die mit unterschiedlichen Aufgaben versehen sind. So existieren u.a. Ämter und
Behörden, die bürokratische Aufgaben erfüllen oder Krankenhäuser, die für die Gesundheit
und Pflege zuständig sind. In den unterschiedlichen Institutionen wird auf verschiedene Weise
kommuniziert und sie sind von bestimmten Rollenerwartungen geprägt. Somit sind alle
Institutionen auch Orte für Sozialisationsprozesse im Allgemeinen. Die Schule als Institution
besitzt einen pädagogischen Auftrag, der geplant und organisiert Sozialisation im Bildungsund
Erziehungssystem betreibt.
In der folgenden Arbeit wird der Frage nachgegangen, inwiefern die Institution Schule auf die
Gesellschaft und insbesondere auf die Kinder und Jugendlichen, die die Institution besuchen,
bei der Herausbildung von Identität Einfluss nimmt.
Im Kontext der Arbeit werden die Autoren Mead und Berger/Luckmann herangezogen, um
der im Vorfeld gestellten Frage nachzugehen. Hierzu wird im ersten Teil auf den
Symbolischen Interaktionismus und die Primäre Sozialisation eingegangen, um im
Nachfolgenden die Entwicklung von Identität näher zu erläutern. Im weiteren Verlauf der
Arbeit findet der Begriff der Institution generell und in Hinblick auf die Schule im
Besonderen eine nähere Betrachtung. Abschließend wird auf der Grundlage der thematisch
behandelten Aspekte die Rolle der Schule bei der Herausbildung der Identität
gesellschaftsfähiger junger Menschen diskutiert. Ein Fazit rundet die Arbeit ab.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Symbolischer Interaktionismus

3. Identitätsbildung und Primäre Sozialisation

4. Die gesellschaftliche Rolle der Institution Schule

5. Fazit

6. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der Institution Schule auf die Herausbildung der Identität von Kindern und Jugendlichen unter theoretischer Heranziehung der Ansätze von George Herbert Mead sowie Berger und Luckmann. Dabei wird insbesondere analysiert, wie soziale Interaktionsprozesse und die Übernahme von Rollenerwartungen innerhalb des schulischen Systems zur Identitätsentwicklung beitragen.

  • Symbolischer Interaktionismus als theoretische Basis
  • Prozesse der Identitätsbildung und primären Sozialisation
  • Die Schule als Ort sekundärer Sozialisation und Institutionalisierung
  • Wechselwirkung zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und individuellem Handeln
  • Die Rolle der Interaktion zwischen Lehrern, Schülern und Peergroup

Auszug aus dem Buch

2. Symbolischer Interaktionismus

Der symbolische Interaktionismus stützt sich in seinem Ursprung auf die von Charles Sanders Pierce semiotische und von George Herbert Mead anthropologische Handlungs- und Kommunikationstheorie des Pragmatismus. So unterscheidet Pierce in seiner Theorie drei verschiedenen Kategorien von Zeichen (Index, Ikon, Symbol). Es existiert eine Beziehung zwischen dem Zeichen und dem Bezeichneten, das von einem selbst durch sein bestimmtes Welt- und Vorwissen erschlossen und angewandt wird. Ein Zeichen nimmt eine sogenannte Stellvertreter-Funktion ein, wie beispielsweise ein Verkehrsschild (Ikon), das durch ein Ähnlichkeitsverhältnis eine Spielstraße kennzeichnet, in der man sich bestimmten Verkehrsordnungen anzupassen hat. Oder wie bei dem Index, der eine Folge-Verhältnis repräsentiert: Vor dem ins Bett gehen ist die Straße trocken. Wenn man morgens aufwacht und aus dem Fenster schaut und die Straße nass ist, wird automatisch erschlossen, dass es nachts geregnet haben muss.

Ähnlich verhält es sich nach Mead im anthropologischen Sinne. Der Mensch reagiert auf seine Umwelt wie sie ihm symbolisch vermittelt wird und vermittelt diese dementsprechend. In der Handlungstheorie Meads ist demzufolge die Interaktion von Personen untereinander zentral, in der sie versuchen den jeweils anderen zu verstehen und auf diesen zu reagieren. Der Begriff der Geste nimmt hierzu eine wesentliche Rolle ein. Meads veranschaulicht dies anhand seines bekannten Beispiels der kämpfenden Hunde: Die Beziehung zwischen den zwei Hunden gestaltet sich durch eine Reiz-Reaktions-Beziehung. Ein bestimmtes Verhalten des einen Tieres führt zu einer Reaktion des anderen Tieres. Fletscht Tier A seine Zähne so vermittelt es Tier B, dass es aggressiv ist. Tier B muss auf den Reiz von Tier A reagieren, was in diesem Fall einerseits eine Entscheidung für eine Verteidigungsbereitschaft oder andererseits die Flucht sein könnte. Die Geste des einen Hundes löst somit die Reaktion des anderen Hundes aus, die wiederum zu einem Anschlussverhalten führt (soziale Gesamthandlung). Es liegt dementsprechend eine Interpretation des zukünftig zu erwartenden Verhalten des anderen vor, so dass Gesten als Verhaltensweisen einmal als Anzeichen für eine bestimmte Reaktion und ferner als Reaktionsauslöser gelten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Rolle von Institutionen in der modernen Industriegesellschaft und legt die Forschungsfrage zur identitätsbildenden Wirkung der Schule dar.

2. Symbolischer Interaktionismus: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des symbolischen Interaktionismus nach Pierce und Mead, insbesondere die Bedeutung von Zeichen, Gesten und Interaktionen.

3. Identitätsbildung und Primäre Sozialisation: Es wird die Entstehung des Selbst durch Kommunikation, Sprache und das Rollenspiel (play/game) sowie die Internalisierung des „generalisierten Anderen“ behandelt.

4. Die gesellschaftliche Rolle der Institution Schule: Dieses Kapitel analysiert die Schule als Ort der sekundären Sozialisation, an dem Rollenerwartungen und institutionalisierte Handlungsabläufe die Identitätsentwicklung prägen.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Schule im Prozess der Identitätsbildung eine entscheidende Rolle bei der Vermittlung von Normen und der Vergesellschaftung des Individuums spielt.

6. Bibliographie: Auflistung der in der Arbeit verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Literatur.

Schlüsselwörter

Schule, Identitätsbildung, Symbolischer Interaktionismus, George Herbert Mead, Berger und Luckmann, Sozialisation, Institution, Rolle, Rollenerwartung, Interaktion, Generalisierter Anderer, Adoleszenz, Erziehung, Gesellschaft, Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Schule als gesellschaftliche Institution und untersucht deren Einfluss auf die Identitätsbildung von Kindern und Jugendlichen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der symbolische Interaktionismus, Prozesse der primären und sekundären Sozialisation sowie die Institutionalisierung von Rollen und Verhaltenserwartungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu ergründen, inwiefern die Schule als Institution die Identitätsentwicklung von Schülern durch soziale Interaktion und die Vermittlung gesellschaftlicher Normen beeinflusst.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Diskussion der soziologischen Ansätze von George Herbert Mead sowie Peter L. Berger und Thomas Luckmann.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden der symbolische Interaktionismus, die Identitätsbildung in der Kindheit, die Definition von Institutionen sowie die spezifische Rolle der Schule als Ort der sekundären Sozialisation erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Identitätsbildung, Schule, Sozialisation, Interaktion und Institution charakterisiert.

Wie unterscheidet Mead zwischen „I“ und „Me“?

Das „I“ stellt das spontane, unkontrollierbare Element der Identität dar, während das „Me“ durch die gesellschaftlichen Erwartungen und die Rollenübernahme geprägt ist.

Was bedeutet das Suppen-Beispiel bei Berger und Luckmann?

Das Beispiel verdeutlicht, wie ein Kind durch die wiederholte Reaktion verschiedener Bezugspersonen eine Handlung (nicht die Suppe zu verschütten) als soziale Norm verinnerlicht und so den „generalisierten Anderen“ begreift.

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Details

Titel
Überlegungen zur Schule als gesellschaftliche Institution im Kontext Berger/Luckmanns und Meads
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover  (Erziehungswissenschaften)
Note
1,3
Autor
Julia Zeihe (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
15
Katalognummer
V232291
ISBN (eBook)
9783656488576
ISBN (Buch)
9783656490616
Sprache
Deutsch
Schlagworte
überlegungen schule institution kontext berger/luckmanns meads
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julia Zeihe (Autor:in), 2013, Überlegungen zur Schule als gesellschaftliche Institution im Kontext Berger/Luckmanns und Meads, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232291
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Leseprobe aus  15  Seiten
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