In der vorliegenden Arbeit wird ein theoretischen Rahmenmodells zur Einführung
von Wissensmanagement-Technologien (KMS) in Unternehmen, mit Fokus auf
die Benutzerakzeptanz entwickelt. Dabei werden bereits bestehende Modelle aus
der Literatur herangezogen, welche die Basis dieses Modells darstellen und diese
sind großteils von zwei traditionellen Modellen, dem „Technology Acceptance
Model“ (TAM) von Fred Davis und dem „DeLone and McLean IS Success Model“
(D&M IS SM) von William DeLone und Ephraim McLean, abgeleitet.
Da in diesen Modellen teilweise die soziokulturellen Aspekte vernachlässigt
werden, werden in meinem Rahmenmodell sowohl sozial beeinflussende
Faktoren, kognitive Instrumente als auch individuelle Differenzen, wie z.B.
demographische und situationsbezogene Faktoren, Berücksichtigung finden.
Wer innerhalb einer Organisation eine Veränderung durchführt, z.B. eine neue
Wissensmanagement-Technologie einführt, greift damit in bestehende soziale
Systeme ein und es werden Menschen berührt [RoCo03, 134]. Um darzustellen,
dass mit der Einführung von Wissensmanagement-Technologien meist große
organisationale Veränderungen einhergehen, wird das entwickelte Modell
schließlich in ein „Change Environment“ eingebettet.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Problemstellung
Vorgehensweise
1 Der Wissensbegriff
1.1 Daten - Information - Wissen
1.2 „Stilles“, Implizites und Explizites Wissen
1.3 Individuelles und kollektives Wissen
2 Wissensmanagement
2.1 „The New Knowledge Management” (TNKM)
2.2 The Knowledge Life Cycle (KLC)
2.2.1 Technologische Anforderungen des KLC
2.3 Organisationales Lernen
2.3.1 Komplexe adaptive Systeme (CAS)
2.4 Technologische und soziale Dimension des WM
3 Wissensmanagement-Technologien
3.1 Abgrenzung und Definition
3.2 Spezifikation von WM-Technologien
3.3 Design-Prinzipien zur Implementierung und Integration
3.4 Grenzen der Technologien
4 Einführung von WM-Technologien
4.1 Modelle zur Einführung & Erfolgsmessung von WMS
4.1.1 Technology Acceptance Model
4.1.2 DeLone und McLeans IS Success Model
4.2 Individuelle Differenzen
4.2.1 Geschlecht
4.2.2 Alter
4.2.3 Intellektuelle Leistungsfähigkeit
4.2.4 Erfahrung
4.2.5 Kultureller Hintergrund
4.2.6 Zusammenfassende Analyse
4.3 Einführung von WMS als Change-Prozess
4.3.1 Dynamik von Veränderungen
4.3.2 Akzeptanz durch Partizipation
5 Reflexion des Status Quo
6 Rahmenmodell zur Einführung von WMS
7 Schlussbemerkung
8 Bibliographie
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, ein wissenschaftlich fundiertes theoretisches Rahmenmodell für die Einführung von Wissensmanagement-Technologien (KMS) in Unternehmen zu entwickeln, das insbesondere die Benutzerakzeptanz und individuelle Determinanten berücksichtigt.
- Wissensbegriff und Wissensmanagement-Grundlagen
- Anforderungen an Wissensmanagement-Technologien
- Modelle zur Benutzerakzeptanz (TAM, D&M IS Success Model)
- Einfluss individueller Differenzen und Change-Management-Aspekte
Auszug aus dem Buch
3.3 Design-Prinzipien zur Implementierung und Integration
Die „Design-Prinzipien“ nach Stenmark und Lindgren sind vor allem für die Entwickler von WMS wichtig, welche beabsichtigen die „knowing-doing“-Kluft in Unternehmen zu überbrücken, in welchen die Mitarbeiter untereinander nicht voneinander wissen, was sie wissen und ebenso die gesamte Organisation nicht weiß, was sie weiß [StLi04, 1]. Doch wie sehen diese Design-Prinzipien nach Stenmark und Lindgren im Detail aus [StLi04, 8]?
1. Wissensmanagementsysteme sollten nicht als „Standalone“-Anwendungen eingeführt werden, mit welchen die Benutzer vorsätzlich interagieren müssen. Stattdessen sollte das System dann aufgerufen werden, wenn in der Praxis Wissen angewendet wird, wobei die Aktivitäten, mit welchen die Mitarbeiter beschäftigt sind, „verwertet“ werden. Dies zeigt, dass vermutlich mehrere kleine Systeme, welche sich jeweils mit bestimmten Aspekten des Wissensmanagements befassen, von Vorteil sind.
2. Wenn Wissensmanagementsysteme auf den Input vieler organisationaler Mitglieder angewiesen sind, so sollten vertraute oder geläufige Anwendungen, wie z.B. e-Mail-Anwendungen oder Web-Browser eingesetzt werden.
3. Systeme von morgen müssen im Stande sein, sich schnellen Veränderungen, auf welche Weise Wissen gemanagt wird und in welchen Bereichen dieses Wissen angewendet wird, anzupassen. WMS, welche auf starren und genau definierten Strukturen basieren sind wahrscheinlich weniger zu Anpassungen im Stande und folglich zum Scheitern verurteilt.
4. Um als attraktives System gesehen zu werden, sollte es den organisationalen Mitgliedern einen natürlichen Anreiz bieten. Nicht nur, um sich aktiv zu beteiligen, sondern auch damit, aktuelle und sorgfältig aufbereitete Informationen bereit zu stellen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Der Wissensbegriff: Dieses Kapitel definiert und differenziert den Wissensbegriff, inklusive der Unterscheidung von Daten, Information und Wissen sowie der Typologisierung nach physischem, mentalem und kulturellem Wissen.
2 Wissensmanagement: Hier wird der Kernbereich des Wissensmanagements beleuchtet, wobei Modelle wie die "Wissensspirale" und der "Knowledge Life Cycle" (KLC) sowie die Bedeutung des organisationalen Lernens und komplexer adaptiver Systeme erläutert werden.
3 Wissensmanagement-Technologien: Dieses Kapitel befasst sich mit der Definition von WMS, deren Abgrenzung zu allgemeinen Informationssystemen und den technischen Kriterien für deren erfolgreiche Implementierung.
4 Einführung von WM-Technologien: Der Fokus liegt auf der Benutzerakzeptanz. Es werden zentrale Modelle wie das Technology Acceptance Model (TAM) und das IS Success Model analysiert, sowie individuelle Einflussfaktoren (Geschlecht, Alter, etc.) und Change-Management-Ansätze diskutiert.
5 Reflexion des Status Quo: Eine Zusammenfassung und kritische Würdigung der zuvor erarbeiteten theoretischen Grundlagen als Basis für das zu entwickelnde Rahmenmodell.
6 Rahmenmodell zur Einführung von WMS: Dieses Kapitel präsentiert das entwickelte theoretische Rahmenmodell, welches die zuvor analysierten Konstrukte und Modelle in ein Change-Environment integriert.
Schlüsselwörter
Wissensmanagement, Wissensmanagementsysteme, Benutzerakzeptanz, Knowledge Life Cycle, Organisationales Lernen, Technology Acceptance Model, IS Success Model, Individuelle Differenzen, Wissensspirale, Change Management, Systemqualität, Informationsqualität, Partizipation, Kognitive Instrumente, Soziale Faktoren.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Konzeption eines Rahmenmodells für die Einführung von Wissensmanagement-Technologien in Unternehmen, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Benutzerakzeptanz liegt.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themenfelder sind die theoretischen Grundlagen des Wissensmanagements, die technischen Anforderungen an Wissensmanagement-Systeme, verschiedene Akzeptanzmodelle aus der Forschung sowie die Auswirkungen von organisationalen Veränderungsprozessen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Die zentrale Fragestellung lautet: Welche Elemente und Konstrukte muss ein wissenschaftlich fundiertes Rahmenmodell für die Einführung von Wissensmanagement-Technologien beinhalten, das den Erfolg in Bezug auf die Benutzerakzeptanz erklärt?
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine umfassende Literaturrecherche und die Synthese bestehender theoretischer Modelle aus der Wirtschaftsinformatik, Sozialpsychologie und dem Change Management.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Wissen, die Analyse von Wissensmanagement-Modellen, die Spezifikation von WM-Technologien und die detaillierte Betrachtung von Modellen zur Benutzerakzeptanz und deren Erweiterung um individuelle Differenzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Wissensmanagement, Benutzerakzeptanz, Knowledge Life Cycle, Technology Acceptance Model und Change Management.
Welche Rolle spielt das "KMS Success Model" in der Arbeit?
Es dient als Basis für das "Basisgerüst" des entwickelten Rahmenmodells, da es als eines der wenigen Modelle explizit auf Wissensmanagementsysteme abgestimmt ist.
Wie integriert die Arbeit das Thema "Change Management"?
Das entwickelte Modell wird in ein "Change Environment" eingebettet, da die Einführung neuer Technologien innerhalb einer Organisation untrennbar mit organisatorischen Veränderungen verbunden ist.
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- Mag. MSc Elisabeth Perndorfer (Author), 2006, Konzeption eines Rahmenmodells zur Einführung von Wissensmanagement-Technologien mit Fokus auf die Benutzerakzeptanz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232347