Thema der vorliegenden Arbeit sind die didaktischen Grundlagen Modulausbildung der reformierten Ausbildung des Laufbahnabschnittes 1 der Polizei in NRW unter besonderer Berücksichtigung des Grundlagenmanuals. Als Modulausbildung wird der zweite Teil der Ausbildung der Polizeimeisteranwärter/-innen bezeichnet. Ein Modul definiert sich als didaktische Lerneinheit mit thematisch
zusammengehörigen Lerninhalten. Reformiert wurde die Ausbildung des
Laufbahnabschnittes 1 der Polizei in NRW in den Jahren 1995 – 96. Diese reformierte Ausbildung findet an vier PAI (Polizeiausbildungsinstituten) in NRW statt und dauert
zweieinhalb Jahre. Im ersten Jahr werden den Polizeimeisteranwärtern die Grundlagen der polizeilichen Arbeit in einem breitgestreuten Fächerkanon während der sogenannten Basisausbildung vermittelt. In den folgenden anderthalb Jahren erfolgt ein weiterer Ausbau
dieser Grundkenntnisse in der Modulausbildung, die Gegenstand dieser Arbeit ist. Unterbrochen und ergänzt wird dieser Ausbildungsgang von zwei Praktika der Auszubildenden in den Polizeidienststellen und von den ausbildungsbegleitenden allgemeinen Fächern (z.B. Sport). Als Laufbahnabschnitt 1 wird die Laufbahn des mittleren Polizeidienstes bezeichnet. Ihr gegenüber steht die Laufbahn des gehobenen Dienstes
(Laufbahnabschnitt 2), deren Grundlage ein mehrjähriges Studium an der Polizeifachhochschule ist und die Laufbahn des höheren Dienstes, die nur von Angehörigen des gehobenen Dienstes nach mehrmonatigem Qualifizierungslehrgang angestrebt werden kann.
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Inhaltsverzeichnis
1. Anforderungsprofil des Lehrpersonals
1.1 Personale Kompetenz
1.2 Soziale Kompetenz
1.3 Fachkompetenz
1.4 Didaktische Kompetenz
1.5 Qualifikation des Lehrpersonals im Rahmen der Personalentwicklung
2. Didaktische Grundlagen der reformierten Ausbildung
2.1 Analyse der Lernvoraussetzungen
2.1.1 Allgemeines
2.1.2 Fachdidaktische Anforderungen
2.2 Thematik/ Lerninhalte
2.3 Lernziele
2.4 Unterrichtsformen und methodische Mittel
2.5 Medieneinsatz
2.6 Lernerfolgskontrollen/ Evaluation
3. Moduldidaktik
3.1 Das Prinzip der Handlungsorientierung
3.2 Das Prinzip der Praxisorientierung
3.3 Rollenspiel als wesentliches methodisches Mittel
3.3.1 Zielsetzung
3.3.2 Die Rollenspieler
3.3.3 Die Durchführung des Rollenspiels
3.4 Durchführung und Gliederung der Modulausbildung am Beispiel des Moduls 6
3.4.1 Allgemeine Rahmenbedingungen der Modulausbildung
3.4.2 Das Modul 6
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht die didaktischen Grundlagen der Modulausbildung innerhalb der reformierten Ausbildung für den Laufbahnabschnitt 1 der Polizei in Nordrhein-Westfalen. Ziel ist es, den theoretischen Hintergrund sowie die praktische Umsetzung, insbesondere unter Einbeziehung des offiziellen Grundlagenmanuals, zu analysieren und kritisch zu reflektieren.
- Anforderungsprofil und notwendige Kompetenzen des Lehrpersonals
- Lerntheoretische Didaktik und ihre Anwendung in der Modulausbildung
- Methoden der Handlungsorientierung und Praxisbezug
- Die zentrale Rolle des Rollenspiels als didaktisches Mittel
- Struktur und Durchführung am Beispiel des Moduls 6 (Sicherungsangriff)
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Zielsetzung
Die Zielsetzung des Rollenspiels ist die Vermittlung sozialer, im Schwerpunkt kommunikativer und personaler Kompetenzen. Der Auszubildende soll im Rollenspiel die Gelegenheit erhalten, die fachlichen Kenntnisse anzuwenden und zu vertiefen. Er soll darüber hinaus die nötige kommunikative Handlungssicherheit im Umgang mit dem Bürger schulen und sowohl durch die Vorbereitung der rollenspielerischen Ausbildung, als auch durch die Durchführung des Einsatzes, die Schritte des Einsatzmodelles NRW verinnerlichen. Ziel des Rollenspiels ist nicht die Darstellung einer möglichst „realistischen“ Situation, sondern die Darstellung einer für die Auszubildenden gerade noch erfolgreich zu bewältigenden Situation, um eine positive Verstärkung durch ein abschließendes Erfolgserlebnis zu gewährleisten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Anforderungsprofil des Lehrpersonals: Dieses Kapitel erläutert, wie sich das Qualifikationsprofil von rein fachlichen Kompetenzen hin zu einem ganzheitlichen Modell aus personalen, sozialen und didaktischen Fertigkeiten gewandelt hat.
2. Didaktische Grundlagen der reformierten Ausbildung: Hier werden das Berliner Modell als theoretische Basis sowie die methodischen Entscheidungsfelder und die Analyse von Lernvoraussetzungen dargestellt.
3. Moduldidaktik: Dieser Teil widmet sich dem handlungsorientierten Prinzip der Modulausbildung, dem Einsatz von Rollenspielen und der konkreten Struktur am Beispiel des Moduls 6 zum Sicherungsangriff.
Schlüsselwörter
Modulausbildung, Polizei NRW, Laufbahnabschnitt 1, Handlungsorientierung, Praxisorientierung, Rollenspiel, Lehrpersonal, Kompetenzmodell, didaktische Grundlagen, Berliner Modell, Grundlagenmanual, Sicherungsangriff, Lernziel, Lernerfolgskontrolle, Personalentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptthema der Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den didaktischen Grundlagen der reformierten Modulausbildung für den Laufbahnabschnitt 1 der Polizei in Nordrhein-Westfalen.
Welche Kompetenzen werden vom Lehrpersonal erwartet?
Neben fachlichen Kompetenzen werden heute verstärkt personale, soziale und didaktische Kompetenzen gefordert, die in einem Kompetenzmodell zusammengefasst sind.
Was ist das primäre Ziel der Modulausbildung?
Die Ausbildung zielt darauf ab, theoretisches Wissen in handlungsorientierte Praxis zu überführen, um die Polizeianwärter optimal auf den Dienstalltag vorzubereiten.
Welche didaktische Methode nimmt eine zentrale Rolle ein?
Das Rollenspiel nimmt eine zentrale Stellung ein, um kommunikative Handlungssicherheit und soziale Kompetenzen in praxisnahen Situationen zu schulen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Anforderungen an das Lehrpersonal, die allgemeinen didaktischen Prinzipien der Ausbildung und eine spezifische Analyse der Moduldidaktik.
Welche Charakteristika definieren die Modulausbildung?
Sie zeichnet sich durch thematisch abgeschlossene Lerneinheiten, einen starken Praxisbezug und die Verzahnung von Theorie und polizeilichem Einsatzhandeln aus.
Was ist der Inhalt des Moduls 6?
Das Modul 6 behandelt den „Sicherungsangriff“, also die polizeilichen Erstmaßnahmen am Ort einer möglichen Straftat.
Warum wird das Berliner Modell in der Arbeit erwähnt?
Das Berliner Modell der lerntheoretischen Didaktik bildet den theoretischen Hintergrund für die Planung und Durchführung der reformierten Ausbildung.
Welche Rolle spielen die Rollenspieler im Ausbildungsprozess?
Die Rollenspieler sind meist ehemalige Fachlehrer, die den Auszubildenden in Übungssituationen gegenübertreten, um eine realitätsnahe Trainingsumgebung zu schaffen.
- Quote paper
- Robert Albrecht (Author), 2000, Didaktische Grundlagen der Modulausbildung der reformierten Ausbildung des Laufbahnabschnittes 1 der Polizei in NRW unter besonderer Berücksichtigung des Grundlagenmanuals, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2323