Die vorliegende Arbeit analysiert ein Principal-Agent Modell für ein Moral Hazard Problem,
das davon ausgeht, dass die Prinzipalin private Informationen über die Technologie besitzt.
Grundlage dafür bildet der von Hector Chade und Randy Silvers (2002) publizierte Aufsatz
unter dem Titel „Informed principal, moral hazard, and the value of a more informative
technology“.
In diesem Principal-Agent Modell stellt der Prinzipal die informierte Partei dar, während der
Agent nur die Verteilung der möglichen Typen des Prinzipals kennt. Die Lösung für dieses
Princial-Agent Problem bildet ein Perfektes Bayes’sches Gleichgewicht, das nach Chade und
Silvers (2002) folgende Eigenschaften aufweist:
• Die Prinzipalin mit der besseren Informationstechnologie („the principal with a more
informative technology“) wird weniger Profit machen als die Prinzipalin mit der
schlechteren Informationstechnologie („the principal with a less informative technology”).
• Die durch die informierte Prinzipalin implementierten Aktionen können „verzerrt“ sein.
• Der Agent kann „besser gestellt“ sein, wenn die Prinzipalin private Informationen besitzt.
Ziel der Arbeit ist, diese Eigenschaften des Perfekten Bayes’schen Gleichgewichts (PBE) für
das zugrundeliegende Principal-Agent Modell mit Moral Hazard, in dem die Prinzipalin die
informierte Partei darstellt, aufzuzeigen.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG UND THEMENABGRENZUNG
1.1 PROBLEMSTELLUNG UND ZIELSETZUNG
1.2 VORGEHENSWEISE
2 DAS GRUNDMODELL
2.1 EINFÜHRUNG UND MOTIVATION DER AUTOREN
2.2 THEORETISCHER HINTERGRUND
2.3 DAS GRUNDMODELL: ANNAHMEN
2.4 NUTZENFUNKTION DES AGENTEN
2.5 INFORMIERTE PRINZIPALIN: CHARAKTERISTIKA
2.6 ZEITLICHE SEQUENZ DES MODELLS
2.7 PERFEKTES BAYES’SCHES GLEICHGEWICHT
3 ERGEBNISSE
3.1 „COMPLETE INFORMATION CASE“
3.2 „INCOMPLETE INFORMATION CASE“
3.2.1 Proposition 1
3.2.2 Proposition 2
3.2.3 Proposition 3
3.2.4 Proposition 4
4 RESÜMEE
5 APPENDIX
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert ein Principal-Agent-Modell mit Moral Hazard, bei dem der Prinzipal über private Informationen bezüglich der eingesetzten Technologie verfügt. Ziel ist es, die Eigenschaften des Perfekten Bayes’schen Gleichgewichts in diesem spezifischen Kontext aufzuzeigen und insbesondere zu untersuchen, ob eine informierte Prinzipalin einen tatsächlichen Vorteil durch eine bessere Informationstechnologie erlangt.
- Analyse von Principal-Agent-Beziehungen bei asymmetrischer Information
- Untersuchung des "Moral Hazard"-Problems unter Berücksichtigung privater Prinzipal-Informationen
- Bestimmung des Perfekten Bayes’schen Gleichgewichts (PBE) als Lösungsstrategie
- Evaluation des Werts einer besseren Informationstechnologie für den Prinzipal
- Gegenüberstellung von "Complete Information" und "Incomplete Information" Szenarien
Auszug aus dem Buch
2.5 Informierte Prinzipalin: Charakteristika
Grundlegendes Merkmal der von Chade und Silvers (2002) analysierten Prinzipal-Agenten Beziehung ist, dass die Prinzipalin private Information über die Technologie, die die Aktion des Agenten mit seiner Performance in Verbindung setzt, besitzt. In diesem Modell stellt der Prinzipal die informierte Partei dar, während der Agent nur die Verteilung der möglichen Typen des Prinzipals (p) kennt.
Chade und Silvers (2002) unterscheiden zwei mögliche Technologien θ und θ': (1) Technology 1: θ = (q,π). Dabei gilt: q = (q_f,q_s) ∈ R^2+ mit q_f < q_s. q beschreibt den Vektor der „Bruttogewinn-Levels“ bzw. „Profitlevels“ der Prinzipalin, wobei gilt, dass q_f < q_s ist. Dabei steht f für „failure“ (Misserfolg) und s für „success“ (Erfolg): Der Vektor beschreibt die Profitlevel der Prinzipalin bei Erfolg und Misserfolg.
Der Vektor π(a) stellt die Wahrscheinlichkeitsverteilung der Ergebnisse bei gegebener Aktion a dar, wobei gilt, dass π(a) >> 0 (für jedes a) und π_s(a_2) > π_s(a_1) (Monotone Likelihood Ratio Property, MLRP) ist. Daher gilt, dass ein höherer Output mit höherer Leistung und ein niedriger Output mit niedrigerer Leistung wahrscheinlicher ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG UND THEMENABGRENZUNG: Einführung in die Problemstellung des Principal-Agent-Modells mit Moral Hazard und Darlegung der Vorgehensweise.
2 DAS GRUNDMODELL: Vorstellung der theoretischen Grundlagen, Annahmen und Charakteristika der informierten Prinzipalin sowie der zeitlichen Sequenz des Modells.
3 ERGEBNISSE: Detaillierte Analyse der Ergebnisse sowohl unter vollständiger als auch unter unvollständiger Information, inklusive der Ableitung zentraler Propositionen.
4 RESÜMEE: Zusammenfassung der zentralen Forschungsergebnisse hinsichtlich der Auswirkungen privater Informationen und der Effizienz der gewählten Lösungsstrategien.
5 APPENDIX: Mathematische Herleitungen und Beweise für die im Hauptteil aufgestellten Propositionen und Bedingungen.
Schlüsselwörter
Principal-Agent-Modell, Moral Hazard, Asymmetrische Information, Informierte Prinzipalin, Perfektes Bayes’sches Gleichgewicht, PBE, Informationstechnologie, Signalisierungsspiel, Anreizkompatibilität, Individuelle Rationalität, Adverse Selection, Strategische Interaktion, Effizienz, Vertragstheorie, Nutzenmaximierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht eine Principal-Agent-Beziehung, in der der Prinzipal (die Prinzipalin) im Gegensatz zum klassischen Modell über private Informationen bezüglich der verwendeten Technologie verfügt, während beim Agenten ein Moral-Hazard-Problem vorliegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das Design von Anreizverträgen unter asymmetrischer Information, die strategische Signalwirkung von Verträgen und die Auswirkungen privater Technologiekenntnisse des Prinzipals auf den erwarteten Profit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, die Eigenschaften des Perfekten Bayes’schen Gleichgewichts in einem Principal-Agent-Modell mit Moral Hazard aufzuzeigen, in dem der Prinzipal die informierte Partei ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine spieltheoretische Analyse, die Methoden der Signalisierungsspiele nutzt, um Gleichgewichtsbedingungen (PBE) in Umgebungen mit unvollständiger Information abzuleiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Modellannahmen, die Nutzenfunktion des Agenten und des Prinzipals sowie die Ergebnisse in Szenarien mit vollständiger und unvollständiger Information, unterteilt in verschiedene Propositionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselwörter sind Principal-Agent-Modell, Moral Hazard, Asymmetrische Information, Informierte Prinzipalin, PBE und Anreizkompatibilität.
Warum ist der Wert einer besseren Informationstechnologie nicht immer positiv?
Wie die Arbeit zeigt, kann eine bessere Informationstechnologie für den Prinzipal von Nachteil sein, wenn er privat darüber informiert ist, da dies zu Verzerrungen in den Aktionen und strategischen Nachteilen gegenüber dem Agenten führen kann.
Welche Rolle spielt das "intuitive Kriterium" von Cho-Kreps?
Es dient dazu, aus den in einem sequenziellen Spiel oft existierenden multiplen Gleichgewichten diejenigen auszuwählen, die ökonomisch plausibel und stabil sind.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2008, Informierter Prinzipal und der Wert besserer Informationstechnologie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232408