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Die Marienthal-Studie. Eine Untersuchung der qualitativen Methoden

Titel: Die Marienthal-Studie. Eine Untersuchung der qualitativen Methoden

Studienarbeit , 2013 , 20 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Bachelor Robert Hesse (Autor:in)

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Zusammenfassung Leseprobe Details

Stellen sie einmal vor, dass Volkswagen plötzlich Insolvenz anmelden muss. Die Folgen für die deutsche Wirtschaft wären verheerend und die Arbeitslosenzahl würde in Deutschland von aktuell 3,156 Millionen (stand Februar 2013, Anm. d. A.) um ca. 225.000 auf knapp 3,4 Millionen Arbeitssuchende anwachsen. Besonders hart dürfte dieses Szenario aber die Stadt Wolfsburg treffen, welche bekanntlich als Arbeitersiedlung des dort erbauten Volkswagen-Werkes entstanden ist. Rund ein Drittel der 122.000 Einwohner der Stadt Wolfsburg sind heute in der dort direkt beim VW-Konzerns angestellt und schätzungsweise ein weiteres Drittel ist indirekt damit verbunden (Dienstleister, Zulieferer u.ä.). Die Folgen für die Stadt, welche sich aus einer plötzlichen Arbeitslosigkeit eines Drittels Ihrer Einwohner ergeben würden, sind kaum auszumalen.

Die Einwohner von Marienthal mussten im Jahre 1929 leider aber genau diese Erfahrung machen. Innerhalb kürzester Zeit verloren ca. 1300 von ca. 1500 Einwohnern ihren Job. Im Gegensatz zum heutigen globalen Zeitalter, in welchem die Arbeit des Unternehmens aus New York in München erledigt werden kann und ein beruflicher Umzug in eine andere Stadt alltäglich praktiziert wird, befanden sich die Marienthaler damals in einer ausweglosen Situation. Aufgrund der Weltwirtschaftskrise war auch im weiteren Umkreis keinerlei Arbeit zu finden.

Die psychischen und sozialen Auswirkungen auf die betroffenen Menschen und das Leben in ihrem Dorf sind noch heute kaum vorstellbar und waren zu der damaligen Zeit in keinster Weise nachzuvollziehen. Darum entschloss sich eine österreichische Forschungsgruppe eben diese durch eine Studie zu erforschen. Die daraus entstandene Marienthal-Studie gehört zu den Klassikern der sozialwissenschaftlichen Forschung und gilt durch ihren Methodenreichtum bis heute als vorbildliche empirische Studie.

Die folgende Arbeit soll genau diese Studie hinsichtlich Ihrer herausragenden Forschungsmethoden untersuchen. Im Fokus sollen dabei die angewandten qualitativen Methoden stehen, welche von den quantitativen abgegrenzt und anschließend hinsichtlich der ethischen Aspekte sowie Ihrer Anwendbarkeit in der heutigen Zeit bewertet werden sollen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Hintergründe

2.1 Der Ort: Marienthal – Das Industriedorf

2.2 Das Forschungsteam

2.3 Anlass der Studie

2.3.1 Ein ganzes Dorf wird arbeitslos

2.3.2 Entstehungskontext der Marienthal-Studie

3 Die Marienthal - Studie

3.1 Grundkonzept der Studie

3.1.1 Forschungsfragen

3.1.2 Gang der Untersuchung

3.2 Methoden zur Datenerhebung

3.2.1 Reaktive Techniken

3.2.2 Nichtreaktive Techniken

3.2.3 Methodenmix am Beispiel die Zeit und die Haltung

3.3 Bewertung der Studie

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Marienthal-Studie, einen Klassiker der sozialwissenschaftlichen Forschung, hinsichtlich ihrer innovativen Forschungsmethoden und deren Anwendbarkeit auf heutige Fragestellungen. Dabei wird insbesondere analysiert, wie qualitative und quantitative Erhebungstechniken kombiniert wurden, um die psychischen und sozialen Folgen langandauernder Arbeitslosigkeit auf eine Dorfgemeinschaft zu erfassen.

  • Historischer Kontext der Entstehung der Marienthal-Studie
  • Differenzierung zwischen reaktiven und nicht-reaktiven Erhebungsmethoden
  • Kombination von Statistik und qualitativer Sozialreportage
  • Ethische Bewertung der angewandten Methoden aus heutiger Sicht

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Nicht-reaktive Techniken

Die Nicht-reaktiven Erhebungsmethoden sind dadurch gekennzeichnet, dass der Proband nicht weiß, dass er Gegenstand einer Datenerhebung ist. Diese Technik wird vorwiegend in Form von verdeckten Beobachtungen oder Datenanalysen angewandt und zeichnet sich dadurch aus, dass die Erhebungsperson, basierend auf ihre Unwissenheit über ihre Rolle, keinerlei bewusste Verfälschung der Inhalte vornehmen kann.

Auswertung amtlicher Statistiken: Um zu Beginn der Studie einen generellen Überblick über den Forschungsort und seiner Einwohner zu erhalten, wurden allgemeine Bevölkerungsstatistiken ausgewertet. Diese sollten z.B. Aufschluss darüber geben, wie viele Männer und Frauen im Dorf lebten. Später sollten u.a. auch die Auswirkungen der Arbeitslosigkeit auf die politische Aktivität sowie Gesinnung untersucht werden. Um hierzu fundierte Aussagen tätigen zu können, wurden vom Team allgemeine Wahlstatistiken ausgewertet, welche Erkenntnisse über mögliche Veränderung der Wahlbeteiligung sowie politische Gesinnung geben sollte.

Dokumentenanalyse: Eine zweite Form der nicht-reaktiven Technik stellte die Dokumentenanalyse dar, welche in verschiedensten Formen Anwendung fand. Beispielweise wurde das veränderte Konsumverhalten der Marienthaler anhand der Umsatzentwicklungen, welche in den Geschäftsbüchern nachverfolgt werden konnte, nachgewiesen. Diese brachten u.a. die Erkenntnis hervor, dass beispielsweise der Konsum von billigen Lebensmitteln im Laufe der Jahre zunahm, während Luxusgüter wie Butter stark verringert wurden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik langandauernder Arbeitslosigkeit ein und stellt die Marienthal-Studie als bedeutenden Klassiker der Sozialforschung vor, der durch seinen Methodenreichtum besticht.

2 Hintergründe: Hier werden die Geschichte des Industriedorfes Marienthal, die Zusammensetzung des Forschungsteams um Lazarsfeld, Jahoda und Zeisel sowie der Entstehungskontext der Studie erläutert.

3 Die Marienthal - Studie: Dieses zentrale Kapitel behandelt das Grundkonzept, die Forschungsfragen, die verschiedenen eingesetzten Methoden zur Datenerhebung sowie deren ethische Bewertung.

4 Fazit: Das Fazit würdigt die Studie als Pionierleistung der Sozialforschung und reflektiert über die Schwierigkeiten bei einer Übertragung der damaligen Forschungsansätze auf heutige gesellschaftliche Bedingungen.

Schlüsselwörter

Marienthal-Studie, Arbeitslosigkeit, Sozialforschung, Qualitative Methoden, Quantitative Methoden, Forschungsmethoden, Datenerhebung, Nicht-reaktive Techniken, Reaktive Techniken, Sozialpsychologie, Feldforschung, Lazarsfeld, Jahoda, Zeisel, Empirische Studie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die berühmte Marienthal-Studie von 1933 und untersucht deren methodischen Aufbau sowie die ethischen Implikationen ihrer Durchführung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Entstehungsgeschichte der Studie, die angewandten Erhebungsmethoden wie Beobachtungen und Befragungen sowie die Bewertung dieser Methoden nach heutigen ethischen Standards.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die herausragenden qualitativen und quantitativen Forschungsmethoden der Marienthal-Studie zu untersuchen und ihre Anwendbarkeit sowie ethische Vertretbarkeit in der heutigen Zeit zu beurteilen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine deskriptive und analytische Literaturrecherche, um die historischen Forschungsmethoden der Marienthal-Studie systematisch darzustellen und kritisch zu bewerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Hintergründe der Studie, die detaillierte Vorstellung des Grundkonzepts und der Datenerhebungsmethoden sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der Validität und Ethik des damaligen Vorgehens.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Marienthal-Studie, empirische Sozialforschung, Methodenmix, Arbeitslosigkeit und Forschungsethik.

Welche Rolle spielte der „Methodenmix“ in Marienthal?

Der Methodenmix war entscheidend, da das Forschungsteam durch die Kombination von quantitativen Daten und qualitativen Beobachtungen ein umfassendes Bild der Auswirkungen von Arbeitslosigkeit auf die Dorfgemeinschaft zeichnen konnte.

Warum wird die ethische Bewertung der Studie als schwierig erachtet?

Es besteht ein Gewissenskonflikt: Einerseits lieferte die Studie wertvolle wissenschaftliche Erkenntnisse, andererseits wurden die Bewohner teilweise getäuscht, was aus heutiger Sicht und unter Berücksichtigung von Persönlichkeitsrechten kritisch zu hinterfragen ist.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Marienthal-Studie. Eine Untersuchung der qualitativen Methoden
Hochschule
Privatuniversität Schloss Seeburg
Note
1,0
Autor
Bachelor Robert Hesse (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
20
Katalognummer
V232420
ISBN (eBook)
9783656489337
ISBN (Buch)
9783656492993
Sprache
Deutsch
Schlagworte
marienthal-studie eine untersuchung methoden
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bachelor Robert Hesse (Autor:in), 2013, Die Marienthal-Studie. Eine Untersuchung der qualitativen Methoden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232420
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Leseprobe aus  20  Seiten
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