Außen- und Innenfinanzierung von Unternehmen unterschiedlicher Größe


Seminararbeit, 2013

20 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Finanzierungsformen
2.1. Außenfinanzierung
2.1.1. Eigenfinanzierung
2.1.2. Fremdfinanzierung
2.1.3. Leverage-Effekt
2.2. Innenfinanzierung
2.2.1. Abschreibung
2.2.2. Rückstellung
2.2.3. Thesaurierung

3. Finanzierung von Kleinunternehmen
3.1. Außenfinanzierung
3.2. Innenfinanzierung
3.3. Bewertung

4. Finanzierung von mittelgroßen Unternehmen
4.1. Außenfinanzierung
4.2. Innenfinanzierung
4.3. Bewertung

5. Finanzierung von Großunternehmen
5.1. Außenfinanzierung
5.2. Innenfinanzierung
5.3. Bewertung

6. Schlussfolgerung

Literaturverzeichnis

Anlageverzeichnis

Anhang I

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Fachhochschule Südwestfalen

Abb. 2: Einteilung der Unternehmensgrößen

Abb. 3: Übersicht in die Finanzierung

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Unter Finanzierung ist die Kapitalbeschaffung für Unternehmen zu verste- hen.1 Jede Finanzierung muss nach dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlich- keit umgesetzt werden. Das bedeutet, dass Unterfinanzierungen und teue- re Kapitalquellen zu vermeiden sind,2 um das finanzielle Gleichgewicht ei- nes Unternehmens herzustellen.3 Bei der Finanzierung wird u.a. zwischen Außen- und Innenfinanzierung unterschieden.4 Im Folgenden wird zunächst ein kurzer Überblick über die Außen- und Innenfinanzierung vorgestellt. Anschließend wird untersucht, wie diese in Klein-, mittelgroßen- und Groß- unternehmen angewandt werden. Dabei wird sich u.a. an der Anzahl der Mitarbeiter und dem Jahresumsatz orientiert. Zu untersuchen ist, ob die Außen- und Innenfinanzierung in den verschiedenen Unternehmensgrößen unterschiedliche Anwendung findet und weshalb dies geschieht.

2. Finanzierungsformen

2.1. Außenfinanzierung

Eine Außenfinanzierung liegt vor, wenn das benötigte Kapital vom Geldoder Kapitalmarkt stammt. Dabei kann das Kapital vom Tagesgeld-, Monatsgeld-, Diskont-, Devisen-, Aktien-, Investment- oder Rentenmarkt beschafft werden.5 Zur Außenfinanzierung gehören die Eigen- und Fremdfinanzierung6 (siehe grafische Darstellung Anlage I).

2.1.1. Eigenfinanzierung

Unter Eigenfinanzierung ist die Zuführung von Eigenkapital durch bisherige oder neue Gesellschafter zu verstehen. Die Zufuhr erfolgt von außen in die Unternehmung. In den meisten Fällen erfolgt sie durch Geldeinlagen. Zu- dem können Sacheinlagen und Rechte zugeführt werden.7 Eine Kapital- überlassung erfolgt i.d.R. zeitlich unbegrenzt mit Anspruch auf Gewinnbe- teiligung.8

2.1.2. Fremdfinanzierung

Das Fremdkapital fließt nicht in das Eigentum des Unternehmens ein, son- dern begründet eine Verbindlichkeit zwischen Schuldner und Gläubiger.

Fremdkapital ist gekennzeichnet durch eine festgelegte Verzinsung, Til- gung des Kredits und einer festen Laufzeit. Finanzierung durch Fremdkapital hat den Vorteil, dass Fremdkapitalzinsen als Betriebsausgaben geltend gemacht werden können und somit von der Einkommen- bzw. Körperschaftsteuer abzugsfähig sind. Fremdkapitalgeber sind u.a. Kreditinstitute, Lieferanten, Kunden und der Staat.9

2.1.3. Leverage-Effekt

Beim Aufbau einer Kapitalstruktur (Eigen- und Fremdkapital) kommt die Bedeutung des Leverage-Effekts hinzu. Um die Eigenkapitalrentabilität zu erhöhen, ist es vorteilhaft solange Fremdkapital aufzunehmen, solange die Fremdkapitalzinsen geringer als die Gesamtkapitalrentabilität sind.10

2.2. Innenfinanzierung

Bei der Innenfinanzierung erfolgt die Beschaffung der finanziellen Mittel nicht vom Geld- und Kapitalmarkt, sondern über den Absatzmarkt durch das Erzielen von Umsatzerlösen (Cash Flow11 ).12 Dabei finanziert sich die Unternehmung aus eigener Kraft13 (siehe grafische Darstellung Anlage I).

2.2.1. Abschreibung

Die Finanzierung durch Abschreibungen ist nur möglich, sofern das Kapital aus dem Cash Flow nicht für Ersatz- und Neuinvestitionen benötigt wird.14 Das Unternehmen hat in seinen Angebotspreisen bereits eine kalkulatori- sche Abschreibung mit eingerechnet. Bei Abschreibungen erfolgt keine Auszahlung. Sie stellen einen Aufwand dar, welcher den Gewinn mindert und dadurch die Steuerschuld reduziert wird. Fließen Erlöse in das Unter- nehmen zurück, können diese für Finanzierungszwecke verwendet wer- den.15

2.2.2. Rückstellung

Bei Rückstellungen darf das Kapital aus dem Cash Flow nicht für bevorste- hende Rückstellungen beansprucht werden. Liegen solche Gründe nicht vor, kann das Kapital vorübergehend freigesetzt und für Finanzierungszwe- cke verwendet werden.16 Rückstellungen haben Fremdkapitalcharakter, weil Ansprüche Dritter bestehen.17 Damit sind sie dem Grunde, der Höhe und der Fälligkeit nach ungewiss (§ 249 HGB). Der Finanzierungseffekt entsteht, weil die Rückstellung als Aufwand gebucht wird, die Auszahlung aber erst in Zukunft erfolgen kann. Während dieses Zeitraumes steht dem Unternehmen Kapital zur Verfügung. Der Finanzierungseffekt ist umso grö- ßer, je länger Rückstellungen dem Unternehmen zur Verfügung stehen.18

2.2.3. Thesaurierung

Bei dem Vermögenszuwachs durch Selbstfinanzierung werden Unternehmensgewinne nicht ausgeschüttet, sondern einbehalten.19 Die Selbstfinanzierung wird auch als Gewinnthesaurierung bezeichnet. Bedingt, dass zunächst Gewinne erwirtschaftet wurden, werden diese zur Bildung von Rücklagen verwendet. Auf diese Weise wird das Eigenkapital erhöht. Daher haben Rücklagen Eigenkapitalcharakter.20

Nach diesem kurzen Einblick in die Außen- und Innenfinanzierung, wird nun die Umsetzung in den verschiedenen Unternehmensgrößen untersucht. Das Statistische Bundesamt sowie die Europäische Kommission haben Merkmale der unterschiedlichen Unternehmensgrößen veröffentlicht. Das ergab folgende Übersicht:21

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Einteilung der Unternehmensgrößen

3. Finanzierung von Kleinunternehmen

Im Folgenden werden Kleinst- und kleine Unternehmen zu Kleinunterneh- men zusammengefasst. Ein Kleinunternehmen ist i.d.R. eine Einzelunter- nehmung.22 Hier beträgt die Anzahl der Mitarbeiter maximal 49 bzw. der Jahresumsatz ergibt höchstens 10 Mio. €. Unter Berücksichtigung dieser Kriterien können sowohl Personen- wie auch Kapitalgesellschaften zu Kleinunternehmen gezählt werden.

3.1. Außenfinanzierung

Bei der Eigenfinanzierung erfolgt die Zuführung von Eigenkapital haupt- sächlich aus dem Privatvermögen des Einzelunternehmers.23 Das lässt erkennen, dass diese Unternehmensform, abhängig von der Höhe des Pri- vatvermögens, schnell an ihre Grenzen stößt.24 Unter Beibehaltung der Rechtsform gibt es noch die Möglichkeit der Aufnahme eines stillen Ge- sellschafters, um an zusätzliches Kapital zu gelangen. Einem stillen Ge- sellschafter ist es möglich, Einlagen ohne Bekanntgabe nach außen zu tätigen.25 Stößt dabei das Unternehmen an seine Grenzen, bleibt ihm noch die Möglichkeit der Umwandlung der Unternehmensrechtsform.26

Bei der Fremdfinanzierung sind Kleinunternehmen sehr stark auf langfristi- ge Bankkredite angewiesen.27 Die Laufzeit beträgt mehr als 5 Jahre. Als Kreditinstitute kommen Kreditbanken (Großbanken), Spargirobanken (Sparkassen) und Genossenschaftsbanken (Volks- und Raiffeisenbanken) in Betracht. Ebenfalls ist eine Finanzierung durch Spezialbanken möglich. Dazu gehören Realkreditinstitute, die langfristige Darlehen insbesondere bei Baufinanzierungen gewähren und Kreditinstitute mit Sonderaufga- ben, beispielsweise die IKB Deutsche Industriebank.28 Eine Finanzierung mit Kredithilfen der öffentlichen Hand ist durch die KfW Bankengruppe, der Bundesagentur für Arbeit und verschiedenen Landwirtschaftsbanken auch möglich.29 Zur Fremdfinanzierung zählen auch Schuldscheindarle- hen. Das Schuldscheindarlehen ist ein langfristiges (Laufzeit meist 4 bis 15 Jahren) Fremdkapital größeren Umfanges, welches von Kapitalsammelstel- len zur Verfügung gestellt wird. Zu Kapitalsammelstellen zählen insbeson- dere Versicherungsgesellschaften. Der Schuldschein ist kein verbrieftes Recht, sondern ein beweiserleichterndes Dokument. Gegenwärtig wird das Schuldscheindarlehen vielfach ohne Schuldschein vereinbart. Ersatzweise wird ein Darlehensvertrag geschlossen. Für Einzelunternehmen ist es mit- unter die einzige Möglichkeit, langfristiges Fremdkapital größeren Umfan- ges zu beschaffen.30 Jedoch sind Kreditgeber bei langen Finanzierungen extrem vorsichtig. Einzelunternehmen bleibt oft nur die Möglichkeit durch sukzessive Verlängerungen der Kontokorrentkredite an Kapital zu gelan- gen.31 Kontokorrentkredite sind kurzfristige (Laufzeit meist 6 Monate bis zu einem Jahr) Bankkredite. Ein Kreditinstitut räumt einem Kreditnehmer einen Kredit (Kreditlinie) in einer bestimmen Höhe ein. Gegebenenfalls kann auch eine Überschreitung vereinbart werden. Die Kreditinstitute setzen voraus, dass der Kreditnehmer einen erheblichen Teil des Zahlungsverkehrs über das Kreditinstitut abwickelt, um ständigen Einblick in die wirtschaftliche Lage des Kreditnehmers zu erhalten.32 Eine weitere Finanzierungsmöglich- keit ist das Leasing. Dabei wird für einen bestimmten Zeitraum ein miet- oder pachtähnliches Verhältnis abgeschlossen. Das ermöglicht Kleinunter- nehmen ihre Anlagegüter zu finanzieren.33 Kleinunternehmen steht noch die Option mittels Factoring Fremdfinanzierung zu betreiben zur Verfü- gung. Dabei werden vertraglich festgelegte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen vor Fälligkeit an ein spezielles Finanzierungs- oder Kredit- institut (Faktor) abgetreten. Der Finanzierungseffekt entsteht, weil das Un- ternehmen sofort über Liquidität verfügt und das Ausfallrisiko auf den Fak- tor übergeht. Dafür berechnet der Faktor dem Unternehmen eine Gebühr.34

3.2. Innenfinanzierung

Von den Innenfinanzierungsmöglichkeiten ist für ein Kleinunternehmen die Thesaurierung am bedeutsamsten. Bedingt dadurch, dass Einzelunter- nehmen der Zugang zum organisierten Kapitalmarkt verwehrt wird, bleibt ihnen oft nur die Selbstfinanzierung zur Deckung des Kapitalbedarfs.35 Die Einbehaltung ausgewiesener Gewinne erfolgt durch eine Gutschrift auf dem Kapitalkonto. Auf eine Entnahme wird dabei verzichtet.36

[...]


1 Vgl. Zantow / Dinauer (2011), S. 35.

2 Vgl. Eichhorn (2005), S. 220.

3 Vgl. Zantow / Dinauer (2011), S. 36.

4 Vgl. Eichhorn (2005), S. 221.

5 Vgl. Eichhorn (2005), S. 221.

6 Vgl. Olfert / Reichel (2008), S. 277.

7 Vgl. Olfert / Reichel (2008), S. 179.

8 Vgl. Zantow / Dinauer (2011), S. 59ff.

9 Vgl. Olfert / Reichel (2008), S. 277ff.

10 Vgl. Eichhorn (2005), S. 220.

11 Vgl. Eichhorn (2005), S. 252.

12 Vgl. Eichhorn (2005), S. 221.

13 Vgl. Olfert / Reichel (2008), S. 375.

14 Vgl. Eichhorn (2005), S. 221.

15 Vgl. Olfert / Reichel (2008), S. 386ff.

16 Vgl. Eichhorn (2005), S. 221.

17 Vgl. Gräfer / Schiller / Rösner (2008), S. 184.

18 Vgl. Olfert / Reichel (2008), S. 396f.

19 Vgl. Eichhorn (2005), S. 221.

20 Vgl. Olfert / Reichel (2008), S. 377.

21 Vgl. o. V. (o. J.) / Vorheugen (2006), S.14.

22 Vgl. Hahn (1971), S. 346.

23 Vgl. Olfert / Reichel (2008), S. 181f.

24 Vgl. Olfert / Reichel (2008), S. 239.

25 Vgl. Zantow / Dinauer (2011), S. 60.

26 Vgl. Hahn (1971), S. 349.

27 Vgl. Perridon / Steiner / Rathgeber (2009), S. 415.

28 Vgl. Olfert / Reichel (2008), S. 324f.

29 Vgl. Perridon / Steiner / Rathgeber (2009), S. 415. 4

30 Vgl. Olfert / Reichel (2008), S. 332f.

31 Vgl. Hahn (1971), S. 370.

32 Vgl. Olfert / Reichel (2008), S. 307f.

33 Vgl. Olfert / Reichel (2008), S. 356ff.

34 Vgl. Perridon / Steiner / Rathgeber (2009), S. 442ff.

35 Vgl. Gräfer / Schiller / Rösner (2008), S. 179.

36 Vgl. Perridon / Steiner / Rathgeber (2009), S. 472.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Außen- und Innenfinanzierung von Unternehmen unterschiedlicher Größe
Hochschule
Fachhochschule Südwestfalen; Abteilung Iserlohn
Note
1,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
20
Katalognummer
V232437
ISBN (eBook)
9783656489269
ISBN (Buch)
9783656492146
Dateigröße
1117 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
außen-, innenfinanzierung, unternehmen, größe
Arbeit zitieren
Andreas Lenz (Autor), 2013, Außen- und Innenfinanzierung von Unternehmen unterschiedlicher Größe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232437

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