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Elite und Diktatur

Die Rolle der Eliteschulen im Nationalsozialismus

Title: Elite und Diktatur

Examination Thesis , 2013 , 64 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Vanessa Stürz (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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In der Zeit von 1933 bis 1945 bildeten die Nationalsozialisten die Regierung in Deutschland und formten aus ihr eine Diktatur unter Adolf Hitler. Es ist weithin bekannt, dass diese Zeit von religiöser und politischer Verfolgung, Gewalt und Tod geprägt war, angeführt von einem skrupellosen, totalitärem Regime.
Um das Volk von den nationalsozialistischen Ansichten zu überzeugen und somit die Weiterführung des von ihnen postulierten Tausendjährigen Reiches zu sichern, sprachen die Nationalsozialisten der Jugend besondere Bedeutung zu. In einem Gespräch mit Hermann Rauschning, 1947 mit weiteren dieser Art in seinem Buch Gespräche mit Hitler veröffentlicht, gab Hitler an, dass er mit der Jugend sein großes Erziehungswerk beginne. Dabei sei das Schwache auszusondern, sodass eine Jugend heranwachsen könne, vor der die Welt erschrecke. Wörtlich forderte Hitler eine „gewalttätige, herrische, unerschrockene, grausame Jugend“ , wofür Athletik und körperliche Stärke das Wichtigste seien, während hingegen Wissen die Jugend verderbe. Demzufolge legten die Nationalsozialisten großen Wert auf eine Erziehung nach ihren Vorstellungen, sodass der Schule, als Ort, an dem Kinder und Jugendliche einen Großteil ihrer Zeit verbringen und von den Erziehungseinflüssen anderer Instanzen abgetrennt werden konnten, eine tragende Bedeutung zukam. Eine solche „Erziehung zu politischer Haltung im Sinne des Nationalsozialismus“ wurde als nationalpolitische Erziehung definiert. Eben diese Erziehung sollte die Jugend unter nationalsozialistischer Führung erfahren, damit auf allen, der Politik zugänglichen, Bereichen größtmöglicher Einfluss auf die Jugend genommen werden konnte. Somit sollte im Laufe der Zeit eine Generation heranwachsen, die von frühester Kindheit an nationalsozialistisch geprägt wurde, um letztendlich die „geistige und willensmäßige Einheit [des] Volkes“ zu erreichen.
Es liegt demnach nahe, dass für ein Vorhaben dieses Ausmaßes, bei welchem nahezu von einer Formung der Jugend zu einem erwünschten Endzustand zu sprechen ist, auch im Bildungsbereich tiefgreifende Veränderungen notwendig wurden.
Tatsächlich erfuhr das Bildungssystem ab 1933 zahlreiche Erneuerungen und Umgestaltungen, sowohl bezüglich der äußeren Erscheinung und Organisation als auch auf inhaltliche Weise. Besonders deutlich zeigte sich im nationalsozialistischen Schulsystem der Elite-Gedanke...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ausgangslage 1933

3. Veränderungen am Schulsystem unter nationalsozialistischer Herrschaft

3.1 Intraschulische Maßnahmen zur Veränderung

3.2 Schulorganisatorische Maßnahmen und Realisierung von Auslese und Elitebildung

3.3 Wichtige Akteure und ihre Konzeptionen

3.3.1 Adolf Hitler

3.3.2 Ernst Krieck

3.3.3 Alfred Baeumler

4. Die Nationalpolitischen Erziehungsanstalten

4.1 Gründungsphase und Konzeption

4.2 Organisation und Strukturen

4.3 Die praktische Umsetzung am Beispiel der Nationalpolitischen Erziehungsanstalt Reichenau

5. Die Adolf-Hitler-Schulen

5.1 Gründungsphase und Konzeption

5.2 Organisation und Strukturen

5.3 Vergleich der Nationalpolitischen Erziehungsanstalt und der Adolf-Hitler-Schule

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Rolle der nationalsozialistischen Elite-Ausleseschulen, insbesondere der Nationalpolitischen Erziehungsanstalten (NPEAs) und der Adolf-Hitler-Schulen (AHS), bei der Formung einer neuen Führungselite und der lückenlosen ideologischen Erziehung der Jugend im Sinne des totalitären Regimes.

  • Analyse der nationalsozialistischen Bildungs- und Erziehungsideologie
  • Untersuchung der strukturellen und inhaltlichen Umgestaltung des Schulsystems ab 1933
  • Vergleich der Konzepte, Auslesekriterien und pädagogischen Ziele von NPEAs und AHS
  • Betrachtung der praktischen Umsetzung anhand der NPEA Reichenau

Auszug aus dem Buch

3.1 Intraschulische Maßnahmen zur Veränderung

Nach dem ersten Weltkrieg erlebte die Reformpädagogik, zurückgehend auf das frühe 17. Jahrhundert und Comenius Schrift Didactica magna als Ausgangspunkt für revolutionäre Ansichten von Kindheit, Erziehung und Bildung, einen Aufschwung im Bildungssystem der Weimarer Republik. Das Kind als selbstverantwortliches Individuum bildete in der reformpädagogischen Bewegung den Kern der Aufmerksamkeit, sodass Erziehung und Unterricht an die Bedürfnisse des Kindes anzupassen waren. Mit der Machtübernahme Hitlers erfuhr der Fortschritt der Reformpädagogik aber einen enormen Einschnitt, denn die Nationalsozialisten lehnten den Großteil der reformpädagogischen Vorstellungen vehement ab. Dennoch wurden einzelne Aspekte der Reformpädagogik von den Nationalsozialisten aufgenommen und entsprechend ihrer Wünsche abgewandelt. Beispielhaft ist hier unter anderem die Jugendbewegung, die etwa zeitgleich mit den weiteren reformpädagogischen Strömungen aufkam, zu nennen, welche in den Jugendorganisationen wie Hitler Jugend und Bund Deutscher Mädel in angepasster Form wiederzufinden war. Innerhalb dieser Jugendbewegung der Reformpädagogik wurde ebenfalls die Wichtigkeit der Gemeinschaft hervorgehoben und den Kindern nahe gebracht, sodass sich unter nationalsozialistischer Variation die Volksgemeinschaft als oberstes Gebot hervortat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die nationalsozialistische Ideologie der Jugenderziehung ein, die darauf abzielte, durch eine totalitäre Erziehung die "geistige und willensmäßige Einheit des Volkes" zu erzielen.

2. Ausgangslage 1933: Hier werden die ersten Maßnahmen nach der Machtübernahme dargestellt, die den Ausschluss nicht-nationalsozialistischer Lehrkräfte sowie die ideologische Gleichschaltung der Lehrpläne einleiteten.

3. Veränderungen am Schulsystem unter nationalsozialistischer Herrschaft: Das Kapitel erläutert die umfassende Umstrukturierung des Bildungswesens, die sich von den Inhalten des Unterrichts bis hin zu den theoretischen Grundlagen durch die Parteitheoretiker erstreckte.

4. Die Nationalpolitischen Erziehungsanstalten: Es wird die Entstehung und Organisation der NPEAs beschrieben, die als Internatsschulen mit militärischer Ausrichtung der Elitebildung dienten.

5. Die Adolf-Hitler-Schulen: Dieser Abschnitt behandelt die durch die NSDAP und die Hitler-Jugend direkt geführten Adolf-Hitler-Schulen und vergleicht sie mit den NPEAs hinsichtlich ihrer Funktion und Ziele.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Eliteschulen entscheidende Instrumente zur totalitären Kontrolle und zur Sicherung des Fortbestands des nationalsozialistischen Regimes über Generationen hinweg waren.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Erziehung, Elitebildung, NPEA, Adolf-Hitler-Schulen, NS-Ideologie, Volksgemeinschaft, Totalitärer Erziehungsstaat, Indoktrination, Auslese, Rassengedanke, Soldatische Erziehung, Hitler-Jugend, Schulsystem, Gleichschaltung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie das nationalsozialistische Regime durch gezielte Bildungs- und Erziehungsmaßnahmen, insbesondere in Elite-Ausleseschulen, die Jugend ideologisch formte und kontrollierte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die pädagogischen Konzepte der Nationalsozialisten, die Rolle der Lehrpläne, das Prinzip der Auslese sowie der organisatorische Aufbau der NPEAs und AHS.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Bedeutung der Eliteanstalten für das nationalsozialistische Regime zu analysieren und aufzuzeigen, wie diese zur Erziehung überzeugter Nationalsozialisten beitrugen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, um pädagogische Schriften, Erlasse und Dokumentationen über die Eliteschulen im historischen Kontext des Dritten Reiches auszuwerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Umgestaltung des allgemeinen Schulwesens, den pädagogischen Chefideologen, dem spezifischen Aufbau der NPEAs und AHS sowie deren Vergleich.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Nationalsozialismus, Elitebildung, Indoktrination, Totalitärer Erziehungsstaat, Auslese und NS-Ideologie.

Welche Rolle spielte die NPEA Reichenau in der Arbeit?

Die NPEA Reichenau dient als Fallbeispiel, um die praktische Umsetzung des Internatslebens, den strengen Tagesablauf und die Auswirkungen der militärisch-ideologischen Ausbildung konkret zu verdeutlichen.

Inwiefern unterschieden sich NPEAs und AHS voneinander?

Während die NPEAs eher staatlich-militärisch ausgerichtet waren und den Schülern mehr berufliche Freiheit ließen, waren die AHS als parteieigene Institutionen direkter auf die Nachwuchsförderung für die politische Führung der NSDAP fokussiert.

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Details

Title
Elite und Diktatur
Subtitle
Die Rolle der Eliteschulen im Nationalsozialismus
College
University of Duisburg-Essen
Grade
1,3
Author
Vanessa Stürz (Author)
Publication Year
2013
Pages
64
Catalog Number
V232442
ISBN (eBook)
9783656498117
ISBN (Book)
9783656499664
Language
German
Tags
napola adolf-hitler-schule eliteschulen nationalsozialismus bedeutung regime
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Vanessa Stürz (Author), 2013, Elite und Diktatur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232442
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