Michel Foucault - Der Wille zum Wissen


Seminararbeit, 2004

12 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Michel Foucault

2 Der Wille zum Wissen
2.1 Vorwort
2.2 Wir Viktorianer
2.3 Die Repressionshypothese
2.4 Scienta sexualis
2.5 Das Dispositiv der Sexualität
2.6 Recht über den Tod und Macht zum Leben

3 Eigene Meinung
3.1 Bemerkungen zum Autor
3.2 Bemerkungen zum Buch

1 Michel Foucault

Foucault selbst fand sein Leben nicht sonderlich interessant, wichtiger waren für ihn die Erfahrungen, die er beim Schreiben seiner Bücher machte. Foucault schriebe nur, weil er noch nicht genau wisse, was er davon halten solle, deshalb seien seine Bücher keine Rezepte.

Michel Foucault wurde am 15. Oktober 1926 in der französischen Stadt Poitiers geboren. Sein Vater, ein angesehener und wohlhabender Chirurg, schickte seinen Sohn auf renommierte Schulen.

Im Jahr 1946 trat Foucault sein Philosophiestudium an der Elite-Universität „École normale supérieure“ an. Anfang 1949 beendete er seine Diplomarbeit, dem folgen weitere Diplome in Psychologie (1949) und Psychopathologie (1952).

1951 erlangte er das Staatsexamen in Philosophie. Dieser Zeitabschnitt war bestimmt von persönlichen Krisen, die ihn zu zwei Suizidversuchen führten.

Für zwei Jahre (1950-1952) schloss sich Michel Foucault der Kommunistischen Partei Frankreichs (KPF bzw. PCF) an, doch er zeigte sich bald enttäuscht und distanzierte sich vom Kommunismus.

1954 verfasste Foucault seine ersten beiden Arbeiten: Die Einleitung zu Traum und Existenz von Ludwig Binswanger sowie das Buch Geisteskrankheit und Pers ö nlichkeit. Foucault beschäftigte sich in dieser Zeit ausführlich mit Martin Heideggers (seit ca. 1951), Sigmund Freuds und Friedrich Nietzsches Schriften (seit 1953). Nachdem er als Assistent für Psychologie und Repetitor für Philosophie beschäftigt war, verließ Foucault Frankreich um die Leitung des „Maison de France“ im schwedischen Uppsala zu übernehmen. Foucaults Aufenthalt in Schweden währte bis 1958, danach folgte jeweils ein Jahr an den Universitäten von Warschau und Hamburg. Als er 1960 nach Paris zurückkehrte, schloss er sein erstes Hauptwerk Wahnsinn und Gesellschaft ab. Foucault promovierte mit diesem Werk an der Universität „Clermont-Ferrand“, an welcher er bis 1966 Dozent und Professor für Philosophie und Psychologie war.

Im Jahr 1960 lernte er den jungen Philosophiestudenten Daniel Defert kennen, der bis zu seinem Tod sein Lebensgefährte blieb. Fortan versuchte Foucault möglichst viel Zeit mit seinem Partner zu verbringen.

Das Jahr 1966 war für Foucault ein großer Erfolg: Sein Buch Die Ordnung der Dinge wurde in Frankreich und auch über die Grenzen das Landes hinaus bekannt.

Im gleichen Jahr verließ Foucault Paris, um Daniel Defert nach Tunis zu folgen, wo er bis 1968 als Gastprofessor für Philosophie tätig war. Bei seiner Rückkehr in die französische Metropole waren in Frankreich Studentenrevolten ausgebrochen, die an Foucault nicht spurlos vorübergingen. Seit seinem Austritt aus der KPF engagierte sich Foucault - nach sechzehnjähriger Abstinenz - nun erstmals wieder politisch. Er nahm an Kundgebungen und Demonstrationen für die Belange von Gefangenen, die in Frankreich unter unzumutbaren Zuständen eingesperrt waren.

Nach zwei Jahren als Leiter der philosophischen Fakultät am Pariser „Centre universitaire expérimental de Vincennes“ wurde er 1970 Professor für die Geschichte der Denksysteme am „Collége de France“ und hielt dort seine berühmte (unter dem Titel Die Ordnung des Diskurses erschienene) Antrittsvorlesung.

Bis zu seinem Tod im Jahr 1984 blieb Foucault Dozent am Collége de France, zwischenzeitlich hielt er auch Vortragsreihen in Berkeley, Kalifornien, reiste nach Japan, in den Iran und nach Polen.

Foucault starb am 25. Juni 1984 an den Folgen einer Infektion mit dem HIV-Virus in Paris.

2 Der Wille zum Wissen

2.1 Vorwort

Michel Foucault möchte nicht die Entwicklung der Sexualität analysieren, sondern wie diese Verhaltensweisen zu Wissensobjekten wurden. Der Begriff „Sex“ ist für ihn umgangssprachlich und steht eher für das Lustvolle, das Naturhafte. In diesem Buch wird der Begriff seriös und reell gemeint. Schon immer war der Wille zum Wissen sehr groß, sodass bald eine Wissenschaft der Sexualität aufgebaut wurde.

2.2 Wir Viktorianer

Im 17. Jahrhundert waren die Menschen offener und freizügiger bezüglich der Sexualität, was sich aber schnell im Zeitalter der Viktorianer änderte. Die Sexualität war nur zu Zwecken der Fortpflanzung bestimmt. Genauer gesagt, wurde der Sex unterdrückt, da er mit der allgemeinen Arbeitsordnung nicht vereinbar war. Die Sprache im Bereich der Sexualität wurde zensiert, man durfte nur noch ein „gesäubertes“ Vokabular verwenden.

Der Autor ist der Auffassung, dass der Sex wie die Politik auf der Seite der Zukunft steht, da er obwohl der langzeitigen schweren Depression immer Aufschwünge erlebt hat.

Im 19. Jahrhundert entschuldigten sich die Menschen, wenn die Sexualität zur Sprache kam, da sie als niedrigen Gegenstand angesehen wurde. Nichtsdestotrotz war der Wunsch vom Sex zu reden sehr groß.

2.3 Die Repressionshypothese

I Die Anreizung von Diskursen

Im 17. Jahrhundert wurde also das Vokabular der Sexualität gesäubert. Man möchte vom Sex reden und macht es auch in indirekter Weise. Zum Beispiel in der Schule drehte sich alles um die Sexualität. Es herrschten viele Verbote, die Frühreife wurde unterdrückt. Auch in der Beichte sprach man vom Sex, da sie ehrlich ablaufen musste.

Allmählich wurde die Sexualität analysiert, da nun die Bevölkerung die Macht darstellte. Der Sex nahm nun Einfluss in die Ökonomie, Pädagogik, Medizin, Justiz, Psychologie, etc.

2 Die Einpflanzung der Perversionen

Das 19. Jahrhundert war das Zeitalter der Vermehrung und Verstreuung der Sexualitäten. Es kamen Schlagworte wie Schändung, Inzest, Entführung, Sodomie und Homosexualität auf. All jene Begriffe galten als naturwidrig.

Viele neue Krankheiten wurden dem Sex zugeschrieben. Mit der Übertreibung, dass es bis zur Vernichtung der Spezies ginge, wollte man die Sexualität auf das heterosexuelle Paar einschränken.

Darauf hin entwickelte sich das Wort „Geständnis“: man gestand Lüste, Sünden, Verbrechen in allen Bereichen, in der Justiz bis hin zur Familie. Zum Beispiel forderte der Arzt durch die Medizinisierung des Sexes das Geständnis um Krankheiten diagnostisieren zu können.

Früher war das Geständnis mit der Folter verbunden, nun basierte es eher freiwillig als gezwungen. Das Geständnis galt als Ritual zwischen den Machtverhältnissen und beherrschte den wahren Diskurs des Sexes. Das Geständnis befreite, die Macht brachte zum Schweigen.

Aber wie kamen diese Irrtümer und diese Naivität bei der Sexualität auf? Es galt der Satz „Alles sagen müssen, über alles verhören können“. Der Sex konnte als Ursache für alles bezeichnet werden, wie zum Beispiel die schlechten Angewohnheiten der Kinder bis hin zu Schlaganfällen.

Außerdem war das Funktionieren des Sexes den Menschen dunkel, deshalb verschob der wissenschaftliche Diskurs das Geständnis.

Wir fordern den Sex auf, die Wahrheit zu sagen, aber weil er das Geheimnis ist, halten wir uns zurück die Wahrheit seiner Wahrheit zu sprechen.

Es ging nicht mehr um das, was das Subjekt verbergen möchte, sondern was ihm verborgen blieb.

Weiters war der Zuhörende nicht mehr nur Herr der Verzeihung bzw. der Verurteilung. Er war nun der Herr der Wahrheit, da er das Verlautbarte interpretierte, so wurde es zum Wahrheitsdiskurs.

2.4 Scienta sexualis

Es haben sich zwei Arten der Sexualität entwickelt:

Einerseits kam „ars erotica“ in Gesellschaften wir Japan oder China auf. Hier war die Lust auf sich selbst bezogen. Dieses Verfahren basierte nicht auf Erlaubtem und Verbotenem. Andererseits gab es „scienta sexualis“ in unserer Gesellschaft, da die „ars erotica“ gebrochen worden ist.

2.5 Das Dispositiv der Sexualität

Allmählich stand der Sex unter der Nachfrage nach Wissen, so war eher die Logik als die Physik gefragt.

1 Motiv

Die letzten Jahrhunderte waren von einer wachsenden Macht gekennzeichnet. Die Macht funktionierte in Gesetzen, Verboten und der Zensur; sie zog sich vom Staat als Einheit bis hin zur Familie. Man konnte die negative Beziehung zwischen der Macht und dem Sex erkennen, da die Macht „nein“ zu den Lüsten und dem Sex sagte. Die Macht schrieb dem Sex eine Ordnung vor, der Zugriff vollzog sich durch Diskurse.

Weiters wurde die Freiheit eingeschränkt, man war zu vollem Gehorsam durch die Macht aufgerufen.

In der Geschichte musste die Macht immer eine feste Hierarchie ordnen, die Macht war immer im Recht. Doch man bekennte, dass die monarchische Macht wegen der Missbräuche und der Willkür im Unrecht war.

2 Methode

Foucault versteht die Macht als Vielfältigkeit von Kraftverhältnissen, die ein Gebiet bevölkern und organisieren.

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Michel Foucault - Der Wille zum Wissen
Hochschule
Fachhochschule St. Pölten  (Medienmanagement)
Veranstaltung
Politikwissenschaft
Note
2
Autor
Jahr
2004
Seiten
12
Katalognummer
V23246
ISBN (eBook)
9783638264105
Dateigröße
441 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Meine Hausarbeit ist eine Auseinandersetzung mit dem Buch &quot,Der Wille zum Wissen - Sexualität und Wahrheit 1&quot, - Inhalt: Autor, Zusammenfassung, Eigene Meinung.
Schlagworte
Michel, Foucault, Wille, Wissen, Politikwissenschaft
Arbeit zitieren
Doris Milletich (Autor), 2004, Michel Foucault - Der Wille zum Wissen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23246

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