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Friedrich Schillers "Geisterseher" und die Grenzen der Aufklärung

Titel: Friedrich Schillers "Geisterseher" und die Grenzen der Aufklärung

Wissenschaftliche Studie , 2000 , 15 Seiten

Autor:in: Dr. Jens Saathoff (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Zentrales Thema des Geistersehers ist die Identitätskrise eines vernunftgläubigen Menschen, die durch eine subtil gesponnene Intrige initiiert wird. Prinz von ***, Mitglied eines protestantischen Fürstenhauses, gerät in Venedig in die politische Verschwörung eines Geheimbundes, die zum Ziel hat, ihn zum Katholizismus konvertieren sowie ein Verbrechen begehen zu lassen, wodurch dem Prinzen die Thronbesteigung und den Intriganten eine erhöhte Machtposition ermöglicht werden soll. Dabei bewirken die Mitglieder des Geheimbundes eine Reihe rätselhafter, scheinbar übernatürlicher Ereignisse, die den von Rationalität geprägten Prinzen in eine Persönlichkeitskrise stürzen.
Der Figur des Prinzen selbst kommt eine Doppelfunktion als Opfer und zugleich Peiniger zu. In dieser interessanten Doppelrolle wird der Prinz in dieser Arbeit untersucht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Friedrich Schillers Geisterseher und die Grenzen der Aufklärung

Zielsetzung & Themen der Untersuchung

Die Untersuchung analysiert Friedrich Schillers Roman "Der Geisterseher" vor dem Hintergrund einer krisenhaften Subjektivität. Zentral ist dabei die Frage, wie der vernunftgläubige Protagonist durch eine subtile Intrige und den Entzug transzendenter Sinnstiftung in eine existentielle Identitätskrise gerät, die seine moralischen Grenzen auflöst.

  • Struktur des Romans: Das Wechselspiel von Verrätselung und Entschlüsselung.
  • Die Entwicklung der Hauptfigur vom verantwortungsbewussten Adligen zum Schurken.
  • Die Rolle von Manipulation, Geheimbünden und religiöser Verführung.
  • Die Grenzen der Aufklärung bei gleichzeitigem Verlust der moralischen Orientierung.
  • Motivbeziehungen: Die Doppelfunktion des Prinzen als Opfer und Täter.

Auszug aus dem Buch

Friedrich Schillers Geisterseher und die Grenzen der Aufklärung

Der Geisterseher, Schillers einziger und fragmentarisch gebliebener Roman, wurde von 1787 an als Fortsetzungsschrift in der Zeitschrift Thalia veröffentlicht, bevor er 1789 als Buch erschien. Zunächst war von Schiller nur ein Aufsatz als Beitrag zur öffentlichen Diskussion um die Geheimbünde der Aufklärungszeit, wie der Illuminaten, Rosenkreuzer und Jesuiten, geplant. Dies hatte zur Folge, daß die anschließende romanhafte Verarbeitung Ansprüche der literarischen Ästhetik mit realistischen Bezügen zur zeitgenössischen Gesellschaft vereint. Wie für die literarische Verarbeitung des Geheimbundmaterials typisch, ist auch der Geisterseher in seiner Struktur geprägt durch die Abfolge von Verrätselung und Entschlüsselung, Geheimnis und Aufklärung.

Zentrales Thema des Geistersehers ist die Identitätskrise eines vernunftgläubigen Menschen, die durch eine subtil gesponnene Intrige initiiert wird. Prinz von ***, Mitglied eines protestantischen Fürstenhauses, gerät in Venedig in die politische Verschwörung eines Geheimbundes, die zum Ziel hat, ihn zum Katholizismus konvertieren sowie ein Verbrechen begehen zu lassen, wodurch dem Prinzen die Thronbesteigung und den Intriganten eine erhöhte Machtposition ermöglicht werden soll. Dabei bewirken die Mitglieder des Geheimbundes eine Reihe rätselhafter, scheinbar übernatürlicher Ereignisse, die den von Rationalität geprägten Prinzen in eine Persönlichkeitskrise stürzen. Sein Charakter verändert sich und es vollzieht sich schließlich der Wandel vom „sozial verantwortlichen Glied der Gesellschaft zum unverantwortlichen Usurpator“.

Zusammenfassung der Inhalte

Friedrich Schillers Geisterseher und die Grenzen der Aufklärung: Die Arbeit untersucht, wie Schiller durch die Figur des Prinzen die Gefahren einer rein auf Vernunft basierenden Existenz aufzeigt, die bei Kontakt mit dem Unerklärlichen an moralische und psychologische Grenzen stößt.

Schlüsselwörter

Friedrich Schiller, Der Geisterseher, Identitätskrise, Aufklärung, Geheimbund, Subjektivität, Romanfragment, Manipulation, Moral, Intrige, Nihilismus, Venedig, Schauerliteratur, Persönlichkeitswandel, Vernunft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Friedrich Schillers Fragment-Roman "Der Geisterseher" und die darin dargestellte Entwicklung der Hauptfigur unter dem Einfluss einer konspirativen Verschwörung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Krise der Subjektivität, die Wirkmacht von Intrigen, das Scheitern rationaler Welterklärungsmodelle und die Auflösung moralischer Grundwerte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es wird untersucht, wie die Figur des Prinzen durch den Geheimbund gezielt manipuliert wird, um seine Identität zu zersetzen und ihn in einen Zustand der moralischen Orientierungslosigkeit zu führen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Der Autor führt eine literaturwissenschaftliche Analyse durch, die den Roman im geistesgeschichtlichen Kontext der Aufklärung und der Schauerliteratur verortet und psychologische Aspekte der Motivgestaltung beleuchtet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Charakteranalyse des Prinzen, seiner religiösen Erziehung, dem Einfluss des Geheimbundes und der Bedeutung des Perspektivwechsels für die Darstellung des Persönlichkeitswandels.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Identitätskrise, Vernunft, Geheimbund, moralische Indifferenz, Intrige und die "Grenzen der Aufklärung".

Warum fungiert der Prinz als "Anti-Bildungsroman"-Held?

Im Gegensatz zum klassischen Bildungsroman, in dem die Figur zur Reife gelangt, verliert der Prinz im "Geisterseher" seine moralischen Integrität und seine psychische Stabilität.

Welche Rolle spielt die Stadt Venedig als Handlungsort?

Venedig dient als Ort der Dekadenz und Manipulation, der den Prinzen aus seinem bisherigen, disziplinierten Leben herauslöst und anfällig für die Verführungskünste des Geheimbundes macht.

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Details

Titel
Friedrich Schillers "Geisterseher" und die Grenzen der Aufklärung
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf  (Philosophische Fakultät)
Autor
Dr. Jens Saathoff (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2000
Seiten
15
Katalognummer
V232531
ISBN (eBook)
9783656485414
ISBN (Buch)
9783656486145
Sprache
Deutsch
Schlagworte
friedrich schillers geisterseher grenzen aufklärung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dr. Jens Saathoff (Autor:in), 2000, Friedrich Schillers "Geisterseher" und die Grenzen der Aufklärung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232531
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Leseprobe aus  15  Seiten
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