Um meine Forschungsfrage zu beantworten, werde ich in dieser Arbeit zunächst das sich darliegende
Problem, den Widerspruch zwischen Ingleharts Prognosen und dem Befund hohen
Vertrauens in Institutionen in Luxemburg, genauer erläutern. Anschließend werde ich allgemeine
Modelle zur Erklärung politischen Vertrauens erläutern und daraus Erwartungen für
den Fall Luxemburg ableiten. Im darauffolgenden Schritt interpretiere und überprüfe ich empirische
Befunde, die meine theoretischen Erwartungen entweder bestätigen oder entkräften.
Anschließend fasse ich meine theoretischen Erwartungen und meine empirischen Ergebnisse
kurz zusammen und versuche eine Antwort auf meine Forschungsfrage zu finden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Darstellung des Problems
2.1 Politisches Vertrauen (in Institutionen)
2.2 Zusammenhang zwischen dem Wertewandel und politischem Vertrauen in Institutionen
2.3 Der Fall Luxemburg
3. Erklärungen
3.1 Sozialkapital
3.2 Regierungsperformanz
3.3 Home-team Effekt
4. Empirische Überprüfung der Erklärungen
4.1 Sozialkapital und Vertrauen in Institutionen
4.2 Regierungsperformanz und Vertrauen in Institutionen
4.3 Home-team Effekt und Vertrauen in Institutionen
5. Zusammenfassung der Ergebnisse
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den empirischen Widerspruch, dass das Vertrauen in politische Institutionen in Luxemburg entgegen der Inglehartschen Wertewandel-These trotz Modernisierung und wirtschaftlicher Stabilität auf einem überdurchschnittlich hohen Niveau liegt. Ziel ist es, verschiedene theoretische Erklärungsansätze auf ihre Validität für den Fall Luxemburg zu prüfen.
- Wertewandel vom Materialismus zum Postmaterialismus
- Sozialkapital als Determinante für politisches Vertrauen
- Regierungsperformanz und deren Einfluss auf die Systemakzeptanz
- Die Home-team Hypothese in Bezug auf Parteienpräferenzen
- Empirische Analyse auf Basis von Daten des World Value Survey
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Seit Ingleharts „Silent Revolution“ ist der Wertewandel vom Materialismus zum Postmaterialismus in der Politikwissenschaft ein bekanntes Phänomen. Seit den 70er Jahren werden Ursachen und Charakteristiken des Wertewandels erforscht und länderübergreifend verglichen, mit dem Ergebnis, dass sich der Wandel kontinuierlich, unaufhaltsam und in allen Lebensbereichen vollzieht. Die Grundidee der Selbstverwirklichung und das Streben nach Selbstentfaltung finden sich vor allem in Frauen-, Glaubens, und Umweltbewegungen wieder und verändern grundlegend die politische Einstellung der Bürger.
Als Folge dessen prognostiziert Inglehart eine sinkende politische Unterstützung seitens der Bürger in hoch entwickelten, ökonomisch stabilen Ländern, da er die Interessen der Postmaterialisten in noch materialistisch geprägten Systemen nicht vertreten sieht. So sinken nach der Wertewandelthese beispielsweise die Demokratiezufriedenheit und das Vertrauen in die politischen Institutionen.
In Luxemburg wird jedoch im Eurobarometer 2001 ein relativ hohes Vertrauen gemessen, mit einem Unterschied von 27 Prozentpunkten zum EU-Durchschnitt, was ein Widerspruch zu Ingleharts Annahmen ist. Dieser Widerspruch hat mich zu meiner Forschungsfrage geführt, welche lautet: Warum ist Luxemburgs Vertrauen in politische Institutionen entgegen Ingleharts Postmaterialisten-Diese hoch?
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik des Wertewandels und Darstellung des spezifischen Forschungsproblems bezüglich des hohen politischen Vertrauens in Luxemburg.
2. Darstellung des Problems: Theoretische Fundierung des Konzepts des politischen Vertrauens sowie Erläuterung des Zusammenhangs zwischen Wertewandel und dem Fallbeispiel Luxemburg.
3. Erklärungen: Vorstellung der theoretischen Erklärungsmodelle Sozialkapital, Regierungsperformanz und Home-team Effekt zur Analyse von politischem Vertrauen.
4. Empirische Überprüfung der Erklärungen: Überprüfung der aufgestellten Hypothesen anhand empirischer Daten des World Value Survey für Luxemburg.
5. Zusammenfassung der Ergebnisse: Synthese der empirischen Befunde und Beantwortung der Forschungsfrage unter Einbezug der untersuchten Erklärungsmodelle.
Schlüsselwörter
Luxemburg, Politisches Vertrauen, Wertewandel, Postmaterialismus, Sozialkapital, Regierungsperformanz, Home-team Effekt, Demokratiezufriedenheit, Institutionenvertrauen, World Value Survey, Politische Kultur, Politische Unterstützung, Parteienpräferenz, Modernisierung, Institutionelle Performanz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Diskrepanz zwischen der Inglehartschen Wertewandel-These, welche sinkendes Vertrauen in politischen Institutionen in modernen Gesellschaften prognostiziert, und dem tatsächlich hohen Vertrauensniveau in Luxemburg.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der Wertewandel, die Konzepte des Sozialkapitals, die Bedeutung der Regierungsperformanz sowie der Einfluss von Parteienpräferenzen auf das politische Vertrauen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu erklären, warum Luxemburg entgegen der allgemeinen wissenschaftlichen Erwartung für modernisierte Industrienationen ein derart hohes Vertrauen in seine nationalen Institutionen aufweist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deduktive Herangehensweise, bei der aus theoretischen Modellen Hypothesen abgeleitet und diese mittels quantitativer Daten aus dem World Value Survey (1999) empirisch überprüft werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Erklärungsmodelle vorgestellt und anschließend in den Kapiteln 4.1 bis 4.3 anhand der Datenlage in Luxemburg auf ihre erklärungsmächtigkeit geprüft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Luxemburg, Postmaterialismus, Sozialkapital, Regierungsperformanz, Home-team Effekt und Institutionenvertrauen.
Warum spielt die CSV in dieser Analyse eine Rolle?
Die CSV spielt eine zentrale Rolle, da sie als langjährige Regierungspartei die Stabilität des Luxemburger Systems prägt, was im Kontext der Home-team Hypothese zur Erklärung des hohen Vertrauens herangezogen wird.
Wie bewertet die Autorin die Home-team Hypothese am Ende?
Die Autorin schließt die Home-team Hypothese weitgehend aus, da die empirischen Ergebnisse keine eindeutige Bestätigung liefern und teilweise im Widerspruch zu den theoretischen Erwartungen stehen.
- Arbeit zitieren
- Laura Montag (Autor:in), 2011, Warum ist Luxemburgs Vertrauen in politische Institutionen entgegen Ingleharts Postmaterialisten-These hoch?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232585