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Voraussetzungen für erfolgreiche Demokratisierung von Außen

Titel: Voraussetzungen für erfolgreiche Demokratisierung von Außen

Bachelorarbeit , 2008 , 40 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Philipp Seelinger (Autor:in)

Politik - Politische Systeme allgemein und im Vergleich
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Seit langer Zeit ist es Ziel US-amerikanischer Außenpolitik, Freiheit und Demokratie in der Welt zu verbreiten. Mehrfach haben die Vereinigten Staaten in der Vergangenheit nach militärischen Siegen gegen autoritäre oder totalitäre Regime den Versuch unternommen demokratische Regierungssysteme zu etablieren. Prominente Beispiele für erfolgreiche Demokratisierungen sind etwa Deutschland und Japan, die nach ihren Niederlagen im Zweiten Weltkrieg zu stabilen Demokratien wurden. Mit dem Voranschreiten der Globalisierung gewann das Problem sogenannter failed states und Schurkenstaaten massiv an Bedeutung. International agierende Terroristen stellen eine völlig neue Art der Bedrohung für die internationale Sicherheit dar. Staaten, deren Machthaber nicht willens oder fähig sind, diesen Terroristen Einhalt zu gebieten oder im Verdacht stehen, sie gar zu unterstützen – im schlimmsten Fall durch die Weitergabe von Atomwaffen – wurden und werden zu Zielen militärischer Interventionen durch externe Akteure. In der Folge der verheerenden Anschläge, die das islamistisch-fundamentalistische Netzwerk Al-Qaida 2001 auf das World Trade Center in New York verübte, wurden die Gewalt-Regime Afghanistans und des Irak im Zuge des amerikanischen Strebens nach der Verbreitung der Demokratie zur Wahrung der internationalen Sicherheit beseitigt. Bislang stellt sich jedoch weder in Afghanistan noch im Irak der gewünschte Erfolg ein. In beiden Staaten ist es den Besatzern nicht gelungen, eine Konsolidierung der neu geschaffenen demokratischen Strukturen zu erreichen. Sowohl der Irak als auch Afghanistan sind heute im Scheitern begriffene Staaten.
Es gibt also offenbar bestimmte Faktoren, die neben möglichen Fehlern der Entscheidungsträger der intervenierenden Akteure über Erfolg oder Misserfolg solcher Demokratisierungsversuche mitentscheiden. Dieser Befund wirft die Frage nach den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozioökonomischen und kulturellen Bedingungen auf, die der Demokratisierung nach einer externen Intervention förderlich sind oder ihr im Wege stehen. Die vorliegende Arbeit soll einen Beitrag zur Identifizierung der Verhältnisse leisten, unter denen eine gewaltsame Demokratisierung von außen erfolgreich sein kann, sowie eine Gewichtung der Relevanz der einzelnen Faktoren für die erfolgreiche Konsolidierung von Zwangsdemokratien vornehmen. Die Kenntnis dieser Faktoren kann helfen, die richtige Strategie zu wählen oder die angesprochenen Fehler zu vermeiden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. ZWANGSDEMOKRATISIERUNG: EINE GEMISCHTE BILANZ

1.1. FORSCHUNGSSTAND

1.2. AUFBAU DER ARBEIT

2. AUF DER SUCHE NACH DEN VORBEDINGUNGEN DER DEMOKRATIE

2.1. STAATLICHES GEWALTMONOPOL

2.2. WIRTSCHAFTLICHER ENTWICKLUNGSSTAND

2.3. SOZIOÖKONOMISCHE BEDINGUNGEN UND POLITISCHE KULTUR

2.4. DIE INTERNATIONALE EINBETTUNG

3. EMPIRISCHE ANALYSE DER DEMOKRATISIERUNGSVORAUSSETZUNGEN

3.1. WESTDEUTSCHLAND

3.1.1. Gewaltmonopol

3.1.2. Wirtschaftliche Lage

3.1.3. Sozioökonomie und politische Kultur

3.1.4. Internationale Einbettung

3.1.5. Fazit: Voraussetzungen für Demokratie in Westdeutschland nach 1945

3.2. JAPAN

3.2.1. Gewaltmonopol

3.2.2. Wirtschaftliche Entwicklung

3.2.3. Sozioökonomische und politisch-kulturelle Entwicklung

3.2.4. Internationale Einflüsse auf Japans Demokratisierungsprozess

3.2.5. Fazit: Voraussetzungen für Demokratie in Japan nach 1945

3.3. AFGHANISTAN

3.3.1. Machtverhältnisse und Gewaltmonopol

3.3.2. Ökonomischer Entwicklungstand

3.3.3. Sozioökonomische und politisch kulturelle Verhältnisse

3.3.4. Internationale Einflüsse auf die Demokratiefähigkeit

3.3.5. Fazit: Bedingungen für Demokratie in Afghanistan

3.4. IRAK

3.4.1. Gewaltmonopol und Sicherheitslage

3.4.2. Wirtschaftlicher Entwicklungsstand

3.4.3. Sozioökonomische Faktoren und politische Kultur

3.4.4. Externe Einflüsse auf den Irak

3.4.5. Fazit: Voraussetzungen für Demokratisierung im Irak

4. SCHLUSSBETRACHTUNG: WAS HAT DEMOKRATIE AM NÖTIGSTEN?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedingungen, unter denen eine von außen erzwungene Demokratisierung nach einer militärischen Intervention erfolgreich sein kann. Ziel ist die Identifizierung und Gewichtung relevanter gesellschaftlicher, wirtschaftlicher, sozioökonomischer und kultureller Faktoren für die Konsolidierung von sogenannten Zwangsdemokratien, um Strategien für erfolgreiche Demokratisierungsprozesse zu evaluieren.

  • Theoretische Herleitung eines Kriterienkatalogs für Demokratisierung
  • Empirische Analyse erfolgreicher Fälle (Deutschland und Japan nach 1945)
  • Empirische Untersuchung von im Scheitern begriffenen Fällen (Afghanistan und Irak)
  • Bedeutung staatlicher Gewaltmonopole als Grundvoraussetzung
  • Diskussion über den Einfluss von Zivilgesellschaft, Religion und externer Einbettung

Auszug aus dem Buch

1. Zwangsdemokratisierung: Eine gemischte Bilanz

Seit langer Zeit ist es Ziel US-amerikanischer Außenpolitik, Freiheit und Demokratie in der Welt zu verbreiten. Mehrfach haben die Vereinigten Staaten in der Vergangenheit nach militärischen Siegen gegen autoritäre oder totalitäre Regime den Versuch unternommen demokratische Regierungssysteme zu etablieren. Prominente Beispiele für erfolgreiche Demokratisierungen sind etwa Deutschland und Japan, die nach ihren Niederlagen im Zweiten Weltkrieg zu stabilen Demokratien wurden. Mit dem Voranschreiten der Globalisierung gewann das Problem sogenannter failed states und Schurkenstaaten massiv an Bedeutung. International agierende Terroristen stellen eine völlig neue Art der Bedrohung für die internationale Sicherheit dar. Staaten, deren Machthaber nicht willens oder fähig sind, diesen Terroristen Einhalt zu gebieten oder im Verdacht stehen, sie gar zu unterstützen – im schlimmsten Fall durch die Weitergabe von Atomwaffen – wurden und werden zu Zielen militärischer Interventionen durch externe Akteure.

In der Folge der verheerenden Anschläge, die das islamistisch-fundamentalistische Netzwerk Al-Qaida 2001 auf das World Trade Center in New York verübte, wurden die Gewalt-Regime Afghanistans und des Irak im Zuge des amerikanischen Strebens nach der Verbreitung der Demokratie zur Wahrung der internationalen Sicherheit beseitigt. Bislang stellt sich jedoch weder in Afghanistan noch im Irak der gewünschte Erfolg ein. In beiden Staaten ist es den Besatzern nicht gelungen, eine Konsolidierung der neu geschaffenen demokratischen Strukturen zu erreichen. Sowohl der Irak als auch Afghanistan sind heute im Scheitern begriffene Staaten.

Es gibt also offenbar bestimmte Faktoren, die neben möglichen Fehlern der Entscheidungsträger der intervenierenden Akteure über Erfolg oder Misserfolg solcher Demokratisierungsversuche mitentscheiden. Dieser Befund wirft die Frage nach den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozioökonomischen und kulturellen Bedingungen auf, die der Demokratisierung nach einer externen Intervention förderlich sind oder ihr im Wege stehen. Die vorliegende Arbeit soll einen Beitrag zur Identifizierung der Verhältnisse leisten, unter denen eine gewaltsame Demokratisierung von außen erfolgreich sein kann, sowie eine Gewichtung der Relevanz der einzelnen Faktoren für die erfolgreiche Konsolidierung von Zwangsdemokratien vornehmen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. ZWANGSDEMOKRATISIERUNG: EINE GEMISCHTE BILANZ: Einleitung in die Thematik der von außen erzwungenen Demokratisierung und Formulierung der zentralen Fragestellung anhand der Beispiele Deutschland, Japan, Afghanistan und Irak.

2. AUF DER SUCHE NACH DEN VORBEDINGUNGEN DER DEMOKRATIE: Theoretische Bestimmung wesentlicher Erfolgsfaktoren für Demokratisierung wie das Gewaltmonopol, wirtschaftlicher Entwicklungsstand und Zivilgesellschaft unter Rückgriff auf politikwissenschaftliche Theorien.

3. EMPIRISCHE ANALYSE DER DEMOKRATISIERUNGSVORAUSSETZUNGEN: Detaillierte Untersuchung und Überprüfung der theoretischen Kriterien an den vier Fallbeispielen, unterteilt in Einzelaspekte wie Gewaltmonopol, Wirtschaft, sozioökonomische Strukturen und internationale Einbettung.

4. SCHLUSSBETRACHTUNG: WAS HAT DEMOKRATIE AM NÖTIGSTEN?: Synthese der Analyseergebnisse und Gewichtung der Faktoren, mit dem Fazit, dass ein staatliches Gewaltmonopol die absolute Grundvoraussetzung darstellt.

Schlüsselwörter

Demokratisierung, Zwangsdemokratisierung, Intervention, Staatlichkeit, Gewaltmonopol, Konsolidierung, Zivilgesellschaft, Modernisierungstheorie, failed states, politische Kultur, Transformationsforschung, Irak, Afghanistan, Deutschland, Japan.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Voraussetzungen für den Erfolg von Demokratisierungsprozessen, die nach militärischen Interventionen von außen durch externe Akteure erzwungen wurden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind der Aufbau staatlicher Institutionen, die Rolle des wirtschaftlichen Entwicklungsstands, die Bedeutung einer aktiven Zivilgesellschaft sowie der Einfluss externer regionaler und internationaler Faktoren auf die Stabilität neuer Demokratien.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, die Bedingungen zu identifizieren, unter denen eine gewaltsame Demokratisierung von außen erfolgreich sein kann, und eine Gewichtung der relevanten Faktoren vorzunehmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine empirische Analyse, bei der theoretisch erarbeitete Kriterien für erfolgreiche Demokratisierung an konkreten historischen Fallbeispielen (Deutschland, Japan, Afghanistan, Irak) überprüft werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Bezugsrahmen, gefolgt von einer detaillierten empirischen Untersuchung der Fallbeispiele, wobei für jedes Land Aspekte wie Gewaltmonopol, Wirtschaftslage und sozioökonomische Faktoren beleuchtet werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte umfassen Demokratisierung, Gewaltmonopol, Konsolidierung, Interventionspolitik und Transformationsforschung.

Wie unterscheidet sich die Situation in Deutschland und Japan von der in Afghanistan und dem Irak?

In Deutschland und Japan waren wichtige Voraussetzungen wie ein hohes Maß an Modernität, staatliche Traditionen und eine vorhandene zivile Organisationsstruktur gegeben, was in Afghanistan und dem Irak bei den jeweiligen Interventionen weitgehend fehlte.

Warum spielt das Gewaltmonopol eine so entscheidende Rolle in der Analyse?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass ohne ein funktionierendes staatliches Gewaltmonopol keine wesentlichen Elemente einer westlichen Demokratie durchgesetzt werden können, weshalb es die wichtigste Voraussetzung für die Stabilität und Konsolidierung darstellt.

Ende der Leseprobe aus 40 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Voraussetzungen für erfolgreiche Demokratisierung von Außen
Hochschule
Universität Regensburg
Note
1,0
Autor
Philipp Seelinger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
40
Katalognummer
V232603
ISBN (eBook)
9783656528845
ISBN (Buch)
9783656531722
Sprache
Deutsch
Schlagworte
voraussetzungen demokratisierung außen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Philipp Seelinger (Autor:in), 2008, Voraussetzungen für erfolgreiche Demokratisierung von Außen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232603
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