Was kann nun unter Feminismus verstanden werden? Eine Definition nach dem Lexikon der Soziologie lautet folgendermaßen: „Feminismus ist eine Gesellschaftstheorie sowie politische Bewegung mit dem Ziel die Benachteiligung von Frauen abzuschaffen.“ Als die Ursache der Unterdrückung von Frauen kann hierbei das hierarchische Geschlechterverhältnis identifizier werden, welches nur durch einen grundlegenden Wandel der gesellschaftlichen Machtverhältnis behoben werden kann. Die Vertreterinnen des Feminismus prangern den „Sexismus“ in der Gesellschaft an. Unter dem Sexismus kann die Unterdrückung aufgrund des Geschlechts verstanden werden, d.h. eine geschlechtsspezifische Sozialisation, eine entsprechende Arbeitsteilung, sowie die Verdrängung der Frau aus Entscheidungspositionen, eine frauenverachtende Werbung und dergleichen. Eine nicht unbedeutende Rolle spielt hierbei auch der Androzentrismus, der die Neigung bezeichnet, das ganze Leben von männlichen Werten aus zu sehen, zu erforschen und zu verändern. Der Begriff des Androzentrismus kritisiert, dass den Themen, Theorien und Methoden eine Verzerrung innewohnt, die einseitig auf das Erleben und die Interessen von Männern abzielt. Der Androzentrismus kann nicht mit einem Ruck, auch nicht durch einen Akt guten Willens beseitigt werden, sondern er kann dies nur in einem geduldigen Dialog mit der Frauenforschung.
In diesem Zusammenhang spielen auch die Frauenbewegungen eine wichtige Rolle. Die Frauenbewegungen sind eine Zusammenfassung aller Bestrebungen, die den Frauen in allen Lebensbereichen, in Staat, Gesellschaft sowie Kultur den gleichen gesellschaftlichen Einfluss und eine dem Mann gleichberechtigte Stellung verschaffen wollen. Es geht also darum, dass Frauen die gleichen Chancen bekommen wie Männer. Dahingehend gab es durchaus schon Erfolge.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Frauenbewegung
1.1 Historische Entwicklung der Frauenbewegung
1.2 Neue Frauenbewegungen
2. Frauenforschung
2.1 Institutionalisierung der Frauenforschung
2.2 Frauenforschung in Österreich
2.3 Fazit
3. Geschlechterforschung / Gender Studies
3.1.1 Die Sex-Gender Unterscheidung
3.1.2 Konstruktion und Dekonstruktivismus von gender
3.1.3 Biologische Fundierung
3.2 Die Konstruktion von Geschlecht
4. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung und theoretische Verortung der Frauenbewegung sowie deren Ausdifferenzierung in die Frauen- und Geschlechterforschung innerhalb der Soziologie. Dabei wird insbesondere der Übergang von einer aktivistischen Frauenbewegung hin zur wissenschaftlichen Institutionalisierung unter Berücksichtigung der österreichischen Perspektive beleuchtet.
- Historische Etappen der Frauenbewegung seit dem 18. Jahrhundert.
- Die Entwicklung und Institutionalisierung der Frauenforschung an Universitäten.
- Kritische Analyse von Geschlechterrollen und deren theoretische Konstruktion.
- Etablierung der Gender Studies als eigenständiges Forschungsfeld.
- Methodologische Ansätze wie Sex-Gender-Unterscheidung und Dekonstruktivismus.
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Die Sex-Gender Unterscheidung
Mit dem Begriff sex, ist das biologische Geschlecht eines Menschen gemeint, der Ausdruck gender hingegen bezeichnet das soziale Geschlecht, welches ein Mensch in einer Kultur inne hat. Dieses wird u.a. geprägt von vorherrschenden Macht- und Verhältnisstrukturen und durch kulturelle Zuschreibungen. Anhand dieser Sex-Gender Unterscheidung soll verdeutlicht werden, dass zwischen dem biologisch-natürlichem Geschlecht und dem sozial-konstruierten Geschlecht Zusammenhänge bestehen, die auf kulturelle Regelsysteme basieren. „Ein biologisch vorgegebener sex wird durch Sozialisation und Enkulturation zu gender.38 Dieser Vorgang wird als Essentialismus bzw. auch als biologischer Determinismus bezeichnet. 39
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Definition zentraler Begriffe wie Feminismus, Sexismus und Androzentrismus sowie die Einordnung der Frauenbewegung als soziale Bewegung.
1. Frauenbewegung: Überblick über die historische Entwicklung der Frauenbewegung, von frühen Wurzeln bis zu den neuen Bewegungen ab den 60er Jahren.
2. Frauenforschung: Untersuchung der wissenschaftlichen Etablierung der Frauenforschung, ihrer Institutionalisierung und spezieller Entwicklungen in Österreich.
3. Geschlechterforschung / Gender Studies: Analyse der theoretischen Konzepte wie der Sex-Gender-Unterscheidung, Konstruktivismus und der sozialen Konstruktion von Geschlecht.
4. Zusammenfassung: Synthese der wesentlichen Erkenntnisse über die historische Entwicklung, die Institutionalisierung der Forschung und die Bedeutung von Geschlechterkonstruktionen.
Schlüsselwörter
Frauenbewegung, Feminismus, Geschlechterforschung, Gender Studies, Frauenforschung, Sozialisation, Geschlechterrollen, Androzentrismus, Sexismus, Konstruktivismus, Identität, Zweigeschlechtlichkeit, Institutionalisierung, Österreich, Emanzipation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Etablierung der Frauenbewegung sowie der daraus hervorgegangenen Frauen- und Geschlechterforschung in der Soziologie.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der Frauenbewegung, die Institutionalisierung der Frauenforschung an Universitäten und die theoretische Debatte um die Konstruktion von Geschlecht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den wissenschaftlichen Wandel in der Soziologie durch die Einführung feministischer und geschlechtertheoretischer Perspektiven aufzuzeigen und zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und der Aufarbeitung soziologischer Fachliteratur zur Entwicklung der Frauenforschung und Gender Studies.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Genese der Frauenbewegung, die institutionelle Verankerung der Frauenforschung in Österreich und die Diskussion aktueller Konzepte der Geschlechterforschung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Frauenbewegung, Gender Studies, Soziologie, Geschlechterrollen und soziale Konstruktion charakterisieren.
Was versteht man unter dem in der Arbeit behandelten Begriff des Androzentrismus?
Androzentrismus bezeichnet die Neigung, das Leben, die Forschung und wissenschaftliche Theorien einseitig aus einer männlichen Perspektive zu betrachten und männliche Werte als Norm zu setzen.
Warum war die Institutionalisierung der Frauenforschung in Österreich anfangs konfliktbeladen?
Die Einführung war konfliktfrei, da es anfangs Widerstände seitens der Universitätsleitungen bezüglich der Finanzierung zusätzlicher Lehrveranstaltungen und der Anerkennung feministischer Fragestellungen gab.
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- MA Markus Scholze (Autor), 2009, Frauenbewegung und Feminismus, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232635