Jugend im Zeitalter der Globalisierung


Bachelorarbeit, 2008

22 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einführung

1. Aufbau der Arbeit

2. Fragestellung

3. Begriffsdefinition

4. Kulturelle Globalisierung

5. Globale Einflüsse auf die Jugendkultur
5.1. Die digitale Lebenswelt - Das Fernsehen und das World Wide Web
5.2. Das Medium Musik
5.3. Mode von Welt
5.4. Der globale Sportplatz

6. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Einführung

Globalisierung, das Schlagwort der letzten Jahre schlechthin. Neben der ökologischen, der wirtschaftlichen und der politischen Globalisierung wird bereits auch eine kulturelle Globalisierung wahrgenommen. Handelt es sich bei der ökonomischen Globalisierung um Dimensionen des Konsums, der Dienstleistungen und der Produktion, so geht es bei der kulturellen Globalisierung um symbolische Konstruktion, Wert- und Sinndimension.

Grenzüberscheitende Ausbreitung und Vermischung kultureller und religiöser Vorstellungen und Inhalte sowie transnationale Wirtschaftsbeziehungen gab es schon in der vormodernen und frühmodernen Zeit. „Kulturelle Globalisierung ist nicht ausschließlich ein modernes Phänomen. Sie ist vielmehr aus einer historischen Perspektive zu verstehen“ (Brock 2008, S.121). Erst durch die Technologisierung bzw. Modernisierung der Transport- und Kommunikationsmöglichkeiten, angetrieben vom marktorientierten Gewinnstreben und welt­weiter Verbreitung modernster Medien, kam es zum ,Durchbruch’ der Globalisierung, wie sie heute verstanden wird.

Aber was steckt hinter der kulturellen Globalisierung? Wer und was werden tatsächlich von der Globalisierung bzw. Transnationalisierung beeinflusst und was sind die Auswirkungen? Um das Themengebiet etwas einzugrenzen, werden in dieser Arbeit einige , globale Phänomene’ herausgearbeitet, die vor allem die europäische, westlich geprägte Jugendkultur beeinflussen.

Allen voran die modernen Kommunikations- und Informationstechnologien, die unsere Gesellschaft stark beeinflussen und die Ausbreitung der Globalisierung rasant vorantreiben. War es die Generation ab den 70er Jahren, die sich langsam mit Computer und Internet zu beschäftigen begann, so sind für die heutige Jugend diese neuen Technologien allgegen­wärtig. Die Kinder und Jugendlichen wachsen nicht mehr in einem beseelten kleinen Dorf auf, sondern leben und entwickeln sich in einer globalen Welt, wenngleich sie das nicht bewusst wahrnehmen. Auch wenn man sich meines Erachtens der Möglichkeiten einer globalisierten Welt nicht ständig bewusst ist, so erinnern uns die Medien durch weltweit ausgestrahlte Soaps und Blockbusters, sowie aktuelle Musikalben, dass wir Menschen mit unseren unterschiedlichen Kulturen immer enger zusammenwachsen. Selbst McDonalds verwöhnt uns mit einem ,globalisierten Speiseplan’. Musik, Mode und Sport sind längst zur Universalsprache der heutigen Gesellschaft geworden.

1. Aufbau der Arbeit

In der vorliegenden Bachelorarbeit wird der Einfluss globaler Phänomene auf die Jugendkultur thematisiert. Nach einer kurzen Begriffserklärung, wird allgemein auf die kulturelle Globalisierung eingegangen, um ein besseres Verständnis für das zentrale Thema zu schaffen. Im Hauptteil liegt der Schwerpunkt auf vier globale Einflüsse, die unter dem Titel, ,die digitale Lebenswelt’, ,das Medium Musik’, ,Mode von Welt’ und ,der globale Sportplatz’, behandelt werden. Am Ende dieser Arbeit werden die wesentlichen Aussagen und Schlussfolgerungen in einer Zusammenfassung dargestellt.

2. Fragestellung

Die zentrale Fragestellung in dieser Arbeit ist: Welche ,kulturellen globalisierten Phänomene’ gibt es, die die Jugendkultur beeinflussen und wie wirken sich diese aus?

Um nicht den Rahmen dieser Arbeit zu sprengen werden nur ein paar wenige dieser ,Phänomene’ hervorgehoben und darauf näher eingegangen. So werden die vier Bereiche ,virtuelle Medien’, ,Musik’, ,Mode’ und ,Sport’ behandelt, obwohl eine so klare Trennung nicht möglich ist, da es immer wieder Überlappungen und Grenzbereiche gibt.

Ein weiterer Aspekt ist, welche Chancen und Probleme sich aus der kulturellen Globalisierung für Jugendliche ergeben. Dieser Fragestellung wird nicht gesondert behandelt, sondern im Zuge der Untersuchung der so eben genannten Bereiche diskutiert.

3. Begriffsdefinition

Unter dem Begriff ,Jugendkultur’ ist „das von Erwachsenen abweichende Verhalten von Jugendlichen, das sich zu einer bestimmten Kultur ausformt [zu verstehen]. Jugendliche entwickeln eigene Werte, Rituale, Kulturmuster und Lebensstile, die oft in despektierlicher und selbstbewusster Abgrenzung von der mittleren und älteren Generation ausgeprägt und gelebt werden“ (Hillmann 2007, S.408). Dirk Villányi fügt hinzu: „Erst mit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert entsteht in Deutschland Jugend als Lebensphase für Heran­wachsende. Damit verbunden ist die Entwicklung eines eigenständigen kulturellen Jugendlebens, das wir heute Jugendkulturen nennen“ (Villányi et al. 2007, S.11).

Der Begriff ,Globalisierung’ selbst wird so vielseitig im Alltagsdenken verwendet, dass eine Erklärung vor allem im Zusammenhang mit diesem Thema hilfreich sein wird.

„Globalisierung ist die Bezeichnung für die Gesamtheit der gegenwärtig beschleunigten erdumspannenden Prozesse der Kommunikation, Kooperation und Akkulturation, mit der Tendenz zur Herausbildung einer hochgradig dynamischen Weltgesellschaft, die in gesteigertem Maße durch soziokulturelle Komplexität gekennzeichnet ist. [...] Die Globalisierung führt zu einer zunehmenden Verflechtung verschiedener Gesellschaften, Kulturen, Völker, Religionen und Staaten, die letztlich auch jeden Menschen betrifft.[...] Die Globalisierung hat dazu geführt, dass sich die verschiedenen Kulturen füreinander geöffnet haben und ein verstärkter kultureller Austausch zustande gekommen ist. Es hat sich ein Prozess zunehmender Internationalisierung der Kultur eingespielt, der tendenziell auf eine höchst mannigfaltige, pluralistische Weltkultur hinausläuft. Dementsprechend verringern sich allgemein die Unterschiede zwischen den überkommenen Kulturen“ (Hillmann 2007, S.307ff.).

Beck unterscheidet in seinem Werk ,Was ist Globalisierung?’ die Begriffe Globalisierung, Globalität und Globalismus. Globalisierung ist demnach die gegenseitige Vernetzung transnationaler Akteure die quer zur Logik der Nationalstaatlichkeit agieren. Er verbindet mit Globalisierung die ständige Veränderung und Weiterentwicklung des Transnationalen. Globalität ist die so genannte Momentaufnahme einer vernetzen Weltgesellschaft die zur Basis globaler Prozesse wird. Mit Globalimus meint Beck, dass das politische Handeln der Nationalstaaten immer mehr in den Hintergrund rückt, da der Weltmarkt die vorherrschende Rolle spielt (Beck 1997).

4. Kulturelle Globalisierung

Auf die Frage, was deutsche Jugendliche, denen der Begriff ,Globalisierung’ geläufig ist, damit verbinden, antworten 79 %, dass sie mit Globalisierung kulturelle Vielfalt verbinden, was somit knapp hinter Freizügigkeit (verreisen, studieren, arbeiten) an zweiter Stelle liegt (Hurrelmann 2006).

Aber kann man überhaupt mit Globalisierung kulturelle Vielfalt in Zusammenhang bringen? Haben die Jugendlichen, die an der Shell Jugendstudie 2006 teilgenommen haben, den richtigen Kontext dieser beiden Begriffe verstanden? Im Alltagsdenken würde man doch eher kulturelle Einheit und weltumspannende Gleichheit von Normen und Werten mit Globalisierung verbinden. Man spricht heute von McDonaldisierung, Weltreligion, universellen Menschenrechten und Weltkultur. Aber wird durch die Globalisierung tatsächlich eine ,Welteinheitskultur’ geschaffen? Ditmar Brock gibt in seinem Buch ,Globalisierung’ eine erste Antwort: „Kulturen müssen sich sowohl über ihr symbol­sprachliches wie auch über ihr gesellschaftliches Fundament gegeneinander abschließen. [...] Nicht aus einer Teilnehmer-, wohl aber aus einer externen Beobachterperspektive kann man den gleichartigen Aufbau von Symbolsprachen, Kulturen und Gesellschaften bemerken und so jede einzelne Kultur als Segment der Weltkultur auffassen“ (Brock 2008, S.170).

Im Buch ,Weltkultur und Weltgesellschaft’ von Helga Reimann schreibt Stephanie Handschuh-Heiß:

„Als Folge kultureller Grenzüberschreitung und kulturelleren Austausches entstehen im Bereich der populären Kultur vielfältige Hybridbildungen von Kulturformen. [...] populäre Kultur dient als Vehikel für den Transport kultureller Tradition von Völkern, Volksgruppen und Ethnien und die Darstellung deren - mehr oder weniger autochthoner - Kulturmuster. [...] Populäre Kultur bringt vielmehr zahlreiche transnationale und globale Spezialkulturen hervor, die in verschiedener Weise an die Bedürfnisse - auch nach Identifikation - der in ihren sozialen und (national-)kulturellen Kontexten eingebundenen Individuen anknüpfen und zugleich in Teilen explizit Bezug nehmen auf unterschiedliche nationale, regionale oder ethnische Kulturen“ (Handschuh-Heiß 1997, S.69ff.).

Nach Anthony Giddens löst die Globalisierung eine gegensätzliche Entwicklung aus. Auf der einen Seite die Vorteile der Universalisierung im Bereich Technik, Religion und Alltagsleben. Demgegenüber stehen die nationale Einzigartigkeit, Bedeutung der ethnischen Identität sowie örtliche Besonderheiten. Transnationale Weltorganisationen und Konzerne, sowie eine Konzentration von Macht und militärische Überlegenheit versus Aufteilung von Rassen und Ethnien (z.B. Kosovo) und Machtverlagerung auf Nichtregierungsorganisationen (NGOs) oder soziale Bewegungen. Ebenso sind territoriale kulturelle Bräuche und Lebensstile auf der ganzen Welt anzutreffen, wenn auch nicht immer in ursprünglich reiner Form, und gleichzeitig kommt es zu einer Vermischung von Werten, Ideen und Weltanschauungen (Giddens 1995).

Ditmar Brock bezieht die Religion in diese Debatte über kulturelle Globalisierung mit ein.

„Viele Religionen sind ein Produkt des interkulturellen Ideenaustauschs [...] Religionen werden erst dann zu Weltreligionen, wenn sie ein hohes Integrations- und Anpassungspotential entwickeln. Nur auf diese Weise können sie verschiedene Sozialschichten und Gesellschaften prägen wie auch diverse lokale Kulte und Glaubensvorstellungen überlagern. Dass Weltreligionen nicht umstandslos ,kulturellen Imperialismus’ betreiben können, ist für das Verständnis kultureller Globalisierung aufschlussreich“ (Brock 2008, S.138ff.).

In dem 2007 erschienen Buch , Globale Jugend und Jugendkulturen - Aufwachsen im Zeitalter der Globalisierung’, zeigen Dirk Villányi und andere Autoren, welche Einflüsse auf die Jugend wirken und wie sich diese so genannte kulturelle Globalisierung im Alltagsleben entwickelt und letztlich durchsetzt. „Kultur wird heute nicht mehr ausschließlich durch einen ,sich auf den Weg begebenden Menschen’ in eine andere Kultur überführt, sondern vermittels Informations- und Kommunikationstechnologien transportiert. Diese Medien, insbesondere das Internet, bilden die Schnittstelle von Globalität und Lokalität. [...] Mit dem Anschluss ans globale Netz werden also eigene Kulturelemente in die Welt hinaus getragen, fremde kommen schließlich auch bei uns an“ (Villányi et al. 2007, S.152f.). „Verbreitungsmedien machen interkulturelle Kommunikation wahrscheinlicher und erleichtern somit den Prozess der kulturellen Globalisierung“ (Brock 2008, S.157).

5. Globale Einflüsse auf die Jugendkultur

Im folgenden Kapitel werden vier wesentliche globale Einflüsse auf die heutige Jugend, vor allem der westlich geprägten Jugendkultur thematisiert. Um das Thema breiter anzulegen, wurden die in der Einleitung bereits erwähnten vier , Phänomene’, aus unterschiedlichen Lebensbereichen der Jugendlichen ausgewählt. Die modernen Kommunikationstechnologien sind mächtige Instrumente, denen Kinder und Jugendliche in ihrer Sozialisationsphase stark ausgesetzt sind. Mode und Musik sind Identitätsstiftende Elemente über die sich die junge Generation definiert, abgrenzt und auf sich aufmerksam macht. So ist auch der Sport eine wichtige Sozialisationsinstanz und beliebte Freizeitbeschäftigung der das Alltagsleben der Jugendlichen wesentlich prägt. Anhand dieser Bereiche soll nun gezeigt werden, ob die Jugend tatsächlich von ,globalisierten Phänomenen’ beeinflusst wird und wie sich das in ihrer Lebenswelt auswirkt.

5.1. Die digitale Lebenswelt - Das Fernsehen und das World Wide Web

Ein wichtiger Punkt, der hier behandelt wird, ist die schon angesprochene , digitale Lebenswelt’, in der die Generation des 21. Jahrhunderts aufwächst und sich darin zurechtfinden muss. Moderne Kommunikations- und Informationstechnologien sind ein wesentlicher Bestandteil der Jugendkultur.

[...]

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Jugend im Zeitalter der Globalisierung
Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz  (Soziologie)
Veranstaltung
Gesellschaft, Kultur, sozialer Wandel
Note
2
Autor
Jahr
2008
Seiten
22
Katalognummer
V232636
ISBN (eBook)
9783656493839
ISBN (Buch)
9783656493549
Dateigröße
483 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Globalisierung, kulturelle Globalisierung, Modernisierung, Jugendkultur, Kommunikationstechnologien, Informationstechnologien, Internet, digitale Lebenswelt, virtuelle Medien, Musik, Mode, Sport
Arbeit zitieren
MA Markus Scholze (Autor), 2008, Jugend im Zeitalter der Globalisierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232636

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