Das Stressverhalten von Projektleitern

Eine vergleichende qualitative Studie


Diplomarbeit, 2012
85 Seiten, Note: "-"

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abstract

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Forschungsfrage
1.3 Zielsetzung der Arbeit
1.4 Aufbau der Arbeit
1.5 Begriffsbestimmungen und Definitionen

2 Theoretischer Teil I – Stress
2.1 Ausgangssituationen – Untersuchungsgegenstand
2.2 Die Stressentstehung – Vorstellung verschiedener Theorien
2.3 Die Subjektivität des Stresserlebens und der Einfluss der Erfahrung
2.4 Belastungen, Anstrengungen und Einflüsse im beruflichen Umfeld
2.5 Eustress und Distress
2.6 Theorien zur Definition des Stressbeginns
2.6.1 Yerkes, Dodson und die Arousal-Theorie
2.6.2 Problematik im Berufsumfeld
2.7 Die Stressoren
2.8 Arbeitsplatzbezogene Stressoren
2.9 Die Leistungsfähigkeit bei Stress
2.10 Die Stressbewältigung

3 Theoretischer Teil II – Verhalten
3.1 Verhaltenscharakteristika in Organisationen unter stressbedingtem Einfluss
3.2 Unterschiedliche Persönlichkeitsmerkmale in Organisationen
3.3 Grundlagen des Verhaltens von Personen in Organisationen
3.4 Stressreduktion und Verhaltensänderung in Organisationen
3.5 Verhaltensauffälligkeiten in Organisationen mit Projektumfeld
3.6 Kommunikation als Schlüssel zur Verhaltensänderung

4 Methodik
4.1 Qualitativer Forschungsansatz
4.1.1 Zentrale Axiome der qualitativen Forschung
4.1.2 Gütekriterien der qualitativen Forschung
4.1.3 Das Leitfadeninterview
4.1.4 Das Experteninterview
4.1.5 Auswertung der Experteninterviews
4.1.6 Analysentechnik – Strukturierung
4.2 Auswahl der Methode
4.2.1 Auswahl der Interviewpartner und Einschlusskriterien
4.2.2 Rekrutierung der Experten
4.2.3 Stichprobenbeschreibung
4.3 Ablauf der methodischen Vorgangsweisen
4.3.1 Literaturrecherche
4.3.2 Entwicklung der erforderlichen Unterlagen und des Leitfadens
4.3.3 Datenerhebung
4.3.4 Datenaufbereitung
4.3.5 Kategorisierung und Zuordnung

5 Resultate
5.1 Die Stressentstehung
5.1.1 Verantwortung
5.1.2 Zielvorgaben
5.1.3 Anforderungen
5.1.4 Externer vs. interner Einfluss
5.1.5 Organisationsstruktur
5.2 Das Stressverhalten
5.2.1 Sport
5.2.2 Alkohol
5.2.3 Rückzug vs. Dominanz
5.2.4 Nervosität
5.2.5 Aggressivität vs. Gelassenheit
5.3 Das Stressempfinden
5.3.1 Subjektivität
5.3.2 Belastungen
5.4 Die Stressbewältigung
5.4.1 Umfeld
5.4.2 Wissensmanagement
5.4.3 Kommunikation
5.4.4 Betriebliche Stressprävention

6 Diskussion und Interpretation der Ergebnisse
6.1 Stressentstehung
6.2 Stressverhalten
6.3 Stressempfinden
6.4 Stressbewältigung

7 Zusammenfassung

8 Limitation und Ausblick

9 Reflexion

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Anhang 1: Informationsblatt vor der Durchführung des Interviews an die Experten

Anhang 2: Entwicklung eines Leitfadens

Anhang 3: Interviewleitfaden

Anhang 4: Zusammenfassung der Stressentstehung

Anhang 5: Zusammenfassung des Stressverhaltens

Anhang 6: Zusammenfassung des Stressempfindens

Anhang 7: Zusammenfassung der Stressbewältigung

Eigenständigkeitserklärung

Abstract

Stress ist in Österreich das zweithäufigste Gesundheitsproblem von Arbeitnehmern. Er entsteht im Zusammenspiel von situationsbezogenen Anforderungen und persönlichen Bewertungen der eigenen Möglichkeiten und vorhandenen Ressourcen.

Ziel dieser Forschungsarbeit war es, Einflüsse zu erheben, die Stress bei Projektleitern auslösen und zu beleuchten, wie sich diese Einflüsse auf das Verhalten der Personen auswirken. Dafür wurden acht Projektleiter (vier aus einem Industriedienstleistungsunternehmen, vier aus einem Public Transport Operator) anhand eines Interviewleitfadens zu den Themen Stress, Stressverhalten, Stressbewältigung und Verhalten in Organisationen befragt. Die Ergebnisse wurden mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet und verglichen.

Die wichtigsten Stressfaktoren sind demnach die Kosten- und Personalverantwortung, unklare Zielvorgaben und Anforderungen hierarchisch höherer Ebenen sowie die Organisationsstruktur. Die subjektive Bewertung dieser Faktoren – aufgrund der persönlichen Erfahrung, dem Fachwissen und den eigenen Fähigkeiten – wurde von den Befragten als wichtigster Einfluss auf das Stressverhalten angesehen.

Abstract

Stress is the second most common problem for employees in Austria. It arises from a combination of situational requirements and an assessment of personal possibilities and resources.

This study aims to survey the factors that cause stress in project managers and to illuminate how these factors influence their behaviour. To this end, eight project managers (four from an industrial service provider and four from a public transport operator) were interviewed about stress, stressrelated behaviour, stress coping and behaviour in organizations. The results were evaluated and compared using Mayrings qualitative content analysis.

According to the analysis, the most important stress factors are responsibility for costs and personnel, nonspecific objectives, demands from higher levels of hierarchy and organizational structure. The subjects saw subjective assessment of these factors – based on personal experience, know-how and skills – as the most important causes of stressrelated behaviour.

Danksagung

Mit diesen Worten möchte ich mich bei allen Personen bedanken, die mir bei der Erstellung dieser Forschungsarbeit mit Rat und Tat zur Seite gestanden sind.

Ein besonderer Dank gilt meinen Interviewpartnern, ohne deren offenen Worte die Arbeit nicht entstehen hätte können.

Auch meiner Betreuerin Judith Frisch-Wurth, MAS bin ich für die kompetente Betreuung, sowie für die rasche und liebevolle Unterstützung zu großem Dank verpflichtet.

Ebenfalls bedanke ich mich für die Unterstützung seitens der Firma Rohrer, die es mir ermöglicht hat, dieses Studium zu beenden.

Mein größter Dank gilt meiner Lebensgefährtin Eva Maria, meiner kleinen Tochter Helena, meinen Eltern und meiner Schwiegermutter, die mit viel Geduld meine Launen während des gesamten Studiums ertragen haben.

Gewidmet sei diese Arbeit allen, die mehr über Stress und seine Einflüsse in Organisationen erfahren wollen und sich näher – auch kritisch – damit befassen möchten.

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

Stress am Arbeitsplatz und die daraus resultierenden Folgen sind in unserer Gesellschaft keine Seltenheit mehr. Die Bedeutung des Wortes Stress stammt aus dem Englischen und bedeutet Druck oder Anspannung. Seinen Ursprung hat der Begriff im metallurgischen Bereich. (vgl. Staal, 2004, S. 1)

Erst der Stressforscher Hans Selye verbreitete diesen Begriff letztendlich in der Psychologie und Medizin. Das Fazit seiner umfassenden Forschungstätigkeit zeigte eine unspezifische Alarmreaktion des Organismus, resultierend aus einer gesteigerten Umweltanforderung. (vgl. Selye, 1988, S. 45ff) Nachfolgende Untersuchungen analysierten die Auslöser dieser Gegenwirkungen und stellten die Anwesenheit verschiedener Ereignisse fest. (vgl. Holz, Zapf & Dormann, 2004, S. 278ff)

Stress definiert sich als eine Reaktion des Organismus auf unterschiedliche Reize (vgl. Selye, 1988, S. 65f); dies ist sowohl bei negativen wie auch bei positiven Erlebnissen möglich. (vgl. ebd., S. 109ff)

Laut dem aktuellsten Bericht der European Agency for Safety and Health at Work stellt dieses multifaktorielle und psychische Gebrechen das zweithäufigste Gesundheitsproblem dar und betrifft im Jahre 2009 22 % aller Arbeitnehmer der EU-27. In Abbildung 1 ist ersichtlich, dass über 20 % der Österreicher an arbeitsbedingten Stress leiden, mit steigender Tendenz. (vgl. Milczarek, Schneider & Gonzalez, 2009, S. 22)

Derzeitige Analysen weisen darauf hin, dass Stress bei 50 % bis 60 % aller Krankenstandstage eine essentielle Rolle spielt. (vgl. ebd., S. 7) Die angespannte Arbeitsmarktlage führte in den vergangenen Jahren zwar zu einer Abnahme der verlorenen Arbeitstage (vgl. Jahrbuch der Gesundheitsstatistik, 2010, S. 53) – dies könnte als Verlustangst des Arbeitsplatzes interpretiert werden (vgl. Beer, 2009, S. 3) –, dennoch belaufen sich die staatlichen Kosten der Fehlzeiten aufgrund von Krankenständen auf 6,7 Milliarden Euro pro Jahr. (vgl. ebd., S. 3)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Arbeitsbedingter Stress (Milczarek, Schneider & Gonzalez, 2009, S. 22)

Eine Vielzahl an gegenwärtiger Fachliteratur beschäftigt sich ausführlich mit den Themen Stress, Burnout, Mobbing und weiteren Subbereichen. Auch die damit verbundene Problematik, bezogen auf die Gesellschaft, ein Unternehmen, das persönliche Umfeld etc., wird umgehend durchleuchtet und diskutiert.

1.2 Forschungsfrage

Welche Einflüsse verursachen Stress bei Projektleitern in einem Industriedienstleistungsunternehmen im Vergleich zu einem Public Transport Operator und wie wirken sich diese auf ihr Verhalten aus?

1.3 Zielsetzung der Arbeit

Mit dieser Arbeit wird die Erhebung des Wissenstandes der Literatur zu den Themen Stress, Stressforschung und des Verhaltens von Projektleitern in Organisationen angestrebt. Darüber hinaus erfolgt eine qualitative Untersuchung der Reaktionen und Verhaltensmuster von Projektleitern in einem ausgewählten Industriedienstleistungsunternehmen – IDU – und einem Public Transport Operator

– PTO – unter Berücksichtigung unterschiedlicher Stressauslöser.

Das Ergebnis dieser Forschung soll einen Abriss über das gewonnene Expertenwissen in Anbetracht der vorhandenen Literatur darstellen und die unterschiedliche Sichtweise der Stressoren von Projektleitern in zwei konträren Organisationskulturen beleuchten.

1.4 Aufbau der Arbeit

Nachstehend erfolgt ein Überblick über den Ablauf und Aufbau dieser Forschungsarbeit:

- Entwurf des Arbeitskonzepts
- Literaturrecherche und Umfeldanalyse
- Ausarbeitung der konkreten Fragestellungen und des Arbeitstitels
- Genehmigung der Arbeit, Themenwahl, Betreuerwahl
- Vertiefende Literaturrecherche
- Analyse und Vergleich der Literatur
- Erarbeiten der forschungsrelevanten Frage
- Erstellen eines Interviewleitfadens
- Durchführung von Experteninterviews
- Verfassen und Auswertung der Transkripte
- Zusammenfassung der Ergebnisse – Kategorienbildung
- Diskussion der Ergebnisse
- Limitation der Arbeit und Ausblick
- Kritische Reflexion

Die Auswertung und Interpretation der Ergebnisse erfolgt auf Wunsch der Experten und Organisationen anonym. Um die Ergebnisse einfach und verständlich darzustellen, werden in der gesamten Forschungsarbeit Abkürzungen verwendet. (siehe Punkt 1.5)

1.5 Begriffsbestimmungen und Definitionen

Industriedienstleistungsunternehmen – IDU

Das beschriebene Industriedienstleistungsunternehmen steht für ein familiengeführtes Unternehmen in der Privatwirtschaft. Das Kerngeschäft des Unternehmens liegt in den Bereichen Industriereinigung, industrieller Gerüstbau und Industrieisolierungen. Die Organisation beschäftigt ungefähr 2000 Mitarbeiter. In allen Unternehmensbereichen herrscht eine flache Hierarchie und das Verhältnis von Führungskräften zu operativem Personal liegt bei ungefähr 1:10. Die Dienstleistungspalette ist breit gefächert und bietet vor allem Leistungen für Kunden aus dem Energieversorgungssektor.

Public Transport Operator – Öffentlicher Bereich – PTO

Unter PTO wird eine Organisation verstanden, die im Interesse der Öffentlichkeit Dienstleistungen anbietet. In Österreich ist das für diese Arbeit gewählte, repräsentative Unternehmen auf seinem Sektor eine der größten Einrichtungen, die es auf staatlichem Gebiet gibt. Die Palette seines Angebotes reicht von infrastrukturellen Bautätigkeiten bis hin zu Verkehrsdienstleistungen im materiellen und im personellen Bereich. Weitere Aufgabenbereiche sind die Versorgung, der Transport sowie auch die Erhaltung der Infrastruktur in Österreich. Die Struktur des Unternehmens ist durch eine steile Hierarche mit sehr vielen Führungsebenen gekennzeichnet.

Projektleiter

Der Projektleiter trägt eine hohe Kosten- und bzw. oder Personalverantwortung in seiner Organisation. Innerhalb definierter Zeiträume wickelt er Projekte in seinem Arbeitsbereich selbstständig ab. Er steht ständig unter dem Druck seiner Vorgesetzten und ist Ansprechpartner für seine ihm zugeordneten Mitarbeiter. Seine Tätigkeit erfordert ein hohes Maß an Ressourcen, Zeit und sozialer Kompetenzen.

Zur Umsetzung seiner Aufgaben ist, um erfolgreich zu sein, eine Ausbildung und Erfahrung erforderlich. Der Projektleiter strebt nach Erfolg und Anerkennung in seiner Organisation und ist perfektionistisch veranlagt.

2 Theoretischer Teil I – Stress

2.1 Ausgangssituationen – Untersuchungsgegenstand

Als Untersuchungsgegenstand dieser Forschungsarbeit werden Projektleiter von einem IDU und einem PTO generiert. Das Augenmerk wird auf mögliche Verhaltensmuster unter dem subjektiven Einfluss von Stress gelegt.

Die Tatsache, dass Projektleiter in ihrem Umfeld einer Vielzahl von Konflikten ausgesetzt sind, gilt als angenommen. (vgl. Patzak & Rattay, 1998, S. 368ff) Ob sich diese äußeren und inneren Einflüsse direkt oder indirekt als Stress und damit auf das Verhalten von Personen bzw. auf Gruppen auswirken, wird in dieser Arbeit untersucht.

Ebenso wird überprüft, ob Unterschiede im Stressverhalten zwischen Projektleitern im IDU und PTO vorliegen. Hinsichtlich dieser Mutmaßung werden die mannigfachen, stressbedingten Verhaltensweisen dieser Dienstleistungssektoren gründlicher behandelt.

2.2 Die Stressentstehung – Vorstellung verschiedener Theorien

Stress wird als ein äußerer Einfluss auf Menschen verstanden. (vgl. Nachreiner & Schultetus, 2002, S. 519ff) Er entsteht, nach dem Transaktionalen Stressmodel von Lazarus & Launier, im Zusammenspiel von situationsbezogenen Anforderungen und persönlichen Bewertungen der eigenen Möglichkeiten und vorhandenen Ressourcen. (vgl. Lazarus & Launier, 1981, S. 221f)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Das Stresskonzept von Lazarus & Launier zit. n. Zapf & Semmer, 2004,

S. 102

Demnach wird Stress durch subjektive Empfindungen, Erfahrungen, Veranlagungen und Fähigkeiten einer Person in der jeweiligen Situation, in der sie sich befindet, geprägt und bildet sich, wenn eine Unausgewogenheit zwischen den Anforderungen und den Möglichkeiten, diese zu bewältigen, überwiegt. (vgl. Lazarus & Launier, 1981, S. 223f)

Zudem wird Stress auch als ein Prozess definiert, „der beim Körper Veränderungen hervorruft, um die, durch verschiedene Einflüsse erhöhten, Ansprüche zu bewältigen.“ (Süss-Lindert, 1995, S. 16)

Aus einer großen Anzahl möglicher Stressoren entwickelte der Psychologe McGrath fünf Stressgruppen:

- Arbeitsaufgabe
- Arbeitsrolle
- Sozialer Verhaltensrahmen
- Physikalische Arbeitsumgebung
- Soziale Arbeitsumgebung (vgl. Weinert, 2004, S. 239ff)

Mit der Aktivierung einer oder mehrerer Gruppen steigt der Umfang der Stresslast an. Des Weiteren wirkt dieses Phänomen additiv. (vgl. ebd., S. 239ff) McGrath konzipierte Stress außerdem als Interaktion zwischen folgenden drei Elementen:

Wahrgenommenen Anforderungen,

wahrgenommene Fähigkeiten Anforderungen zu bewältigen, und den

Wunsch nach Erfolg, um diese Anforderungen zu bewältigen. (vgl. McGrath, 1976,
S. 1351ff)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Stress als Interaktion nach McGrath (1976, S. 1356)

Stress wird nicht als Ungleichgewicht zwischen wahrgenommenen Anforderungen und der Fähigkeit, diese zu bewältigen gesehen. Der Wunsch, den Anforderungen gerecht zu werden, steht im Mittelpunkt der resultierenden Stressreaktion. (vgl. ebd., S. 1351ff) Wird dieser Wunsch befriedigt, kann es zu Flow-Erlebnissen kommen. Dies bedeutet, dass die ausführende Aktivität im Zentrum der Aufmerksamkeit steht. Stress fördert diese Interaktion zu Beginn positiv, erst der Überfluss wirkt ermüdend und führt letztendlich zum Zusammenbruch und wiederum zu Stress. (vgl. Csikszentmihalyi, 1997, S. 164ff).

2.3 Die Subjektivität des Stresserlebens und der Einfluss der Erfahrung

Stress wird durch eine Anzahl von Reizen ausgelöst, die von unterschiedlichen Personen jeweils anders wahrgenommen werden. Auch die Reaktionen auf Stresseinflüsse sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Was Person I als Stress empfindet, kann für Person II völlig bedeutungslos sein. Stress zeigt somit nicht bei allen Menschen dieselben Symptome. Beispielsweise kann lang andauernder Stress bei Personen zu Krankheiten führen, dies muss aber nicht zwingend der Fall sein.

Relevant für die Tragweite des Stresses ist die subjektive Beurteilung der Gedanken und des Empfindens einer Person sowie auch die Einschätzung der Stresssituation. Bestimmte Verhaltensweisen hinsichtlich einer Stressbelastung resultieren nicht direkt durch den Stressor, sondern zeigen sich durch die subjektive Wahrnehmung und infolge des menschlichen Verarbeitungsmechanismus. (vgl. Allenspach & Brechbühler, 2005, S. 29)

2.4 Belastungen, Anstrengungen und Einflüsse im beruflichen Umfeld

Eine große Anzahl unterschiedlicher Ursachen fördert den Stress am Arbeitsplatz und beeinflusst das Verhalten. Meist liegt die Überbelastung nicht nur an einem Stressor, sondern an Kombinationen unterschiedlichster Belastungen. (vgl. Allenspach & Brechbühler, 2005, S. 14ff)

Allenspach & Brechbühler stellten unterschiedliche Belastungen, Anstrengungen und Einflüsse auf den Menschen am Arbeitsplatz in fünf unterschiedlichen Bereichen dar. (vgl. Allenspach & Brechbühler, 2005, S. 40)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Fortsetzung der Tabelle

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle: Belastungen, Anstrengungen und Einflüsse am Arbeitsplatz (Allenspach & Brechbühler, 2005, S. 40)

Den Anforderungen in mehreren Bereichen – beispielsweise Beruf, Familie und

Freizeit – gerecht zu werden, kann zu Mehrfachbelastungen führen. Doch auch in einem einzelnen dieser Bereiche kann es zu wiederholter Belastung kommen. (vgl. Allenspach & Brechbühler, 2005, S. 40) Die oben genannten Bereiche sind demnach abhängig voneinander. Besonders stressfördernd wirken nach Udris & Frese folgende Kombinationen:

- Quantitative Überforderung und qualitative Unterforderung durch ständig wiederholende Tätigkeit, in der persönliche Fähigkeiten nicht ausgeschöpft werden können.
- Niedriger Handlungsspielraum mit psychischer Unterforderung bei monotonen Tätigkeiten
- Qualitative Überforderung mit Zeit- und Termindruck bei den zu erledigenden Arbeiten mit gleichzeitig minderen Handlungs- und Selbstbestimmungsmöglichkeiten (vgl. Udris & Frese, 1999, S. 431f)

Diese Zustände können nicht durch direkt persönliches Eingreifen verändert werden. Die trügerische Empfindung, Veränderungsfähigkeiten zu besitzen, beeinflusst das Stressverhalten zusätzlich negativ.

Intransparente Konstellationen, in denen das Maß der Bedrohung nicht bekannt ist, wirken sich auf das Stresspotenzial verschlechternd aus. (vgl. Allenspach & Brechbühler, 2005, S. 41)

2.5 Eustress und Distress

Die durch Stress hervorgerufenen Veränderungen haben nicht ausschließlich positive oder negative Auswirkungen auf die Person bzw. ihr Umfeld. (vgl. Selye, 1988, S. 58ff) Selye entwickelte ein Konzept, in dem er von Eustress – griechisch eu = gut – und Distress spricht.

Eustress wird als eine positive Wahrnehmung zwischen dem erwünschten und dem tatsächlichen Zustand gesehen. (vgl. Edwards & Cooper, 1988, S. 1448)

Distress wird hingegen stets in Verbindung mit einem negativ empfundenen, gesundheitlichen Unwohlbefinden gesehen. (vgl. Weinert, 2004, S. 278ff)

2.6 Theorien zur Definition des Stressbeginns

2.6.1 Yerkes, Dodson und die Arousal-Theorie

Eine der frühesten Theorien, die versuchte, ein umfassendes Repertoire zur Erläuterung von Stressentstehung und Stressbeginn widerzuspiegeln, war die Stresstheorie bzw. Arousal-Theorie nach Razmjou.

Razmjou stellte eine Definition zur Verfügung, die verschiedene Perspektiven der Erregung und des resultierenden Stressbeginns aufzeigt: „Arousal is a hypothetical construct that respresents the level of contract nervous system activity along a behavioral continum ranging from sleep to alertness“ (Razmjou, 1996, S. 530).

Stokes & Kite stellten wiederum folgende Theorie in den Vordergrund: „Arousal is the basic energetic state of an organism“ (Stokes & Kite, 2001, S. 113).

Für die optimale Leistungsfähigkeit muss ein ökonomisches Stressniveau bestehen. Zu große, aber auch zu kleine Unterschiede zum optimalen Niveau wirken nicht produktiv und führen zu einem Leistungsabfall. Eine gesteigerte Stressaktivität führt zu Ruhelosigkeit, Eile und Konzentrationsschwäche, verringerte zu Mattigkeit und Ermüdung. (vgl. Yerkes & Dodson, 1908, S. 459ff)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Das Yerkes-Dodson-Gesetz, 1908 zit. n. Dietz, 2006, S. 28

2.6.2 Problematik im Berufsumfeld

Die unterschiedliche Problematik zur Stressentstehung in Organisationen kann unter anderem mit Hilfe von drei Prinzipien erläutert werden.

Parkinson-Prinzip

Vorgesetzte wollen die Anzahl der Untergebenen unter ihnen ständig wachsen sehen, allerdings nicht die Anzahl ihrer Rivalen. Mitarbeiter schanzen sich gegenseitig Arbeit zu und allgemeine Verwaltungstätigkeiten steigen regelmäßig, während Kernprozessaufgaben stagnieren oder sinken. Daraus resultierende Folgen sind Frustration, Macht- und Prestigekämpfe. (vgl. Vester, 2003, S. 10ff)

Peter-Prinzip

Ein Mitarbeiter hat so lange die Möglichkeit in seiner Position aufzusteigen, wie er sich kompetent und zielorientiert mit seinen Aufgaben auseinandersetzt. Sobald er an einem Punkt anlangt, bei dem er überfordert ist, bleibt er dort, zur überwiegenden Unzufriedenheit seiner selbst sowie seines gesamten Umfelds, stehen.

Eine Rückstufung ist de facto nicht durchführbar, da dies häufig mit Gesichtsverlust und einhergehender Frustration verbunden ist. (vgl. ebd., S. 10ff)

Paul-Prinzip

Bleiben Personen auch auf der letzten Beförderungsebene kompetent und finden Zufriedenheit in ihrer Arbeit, werden sie ohne entsprechende Lernbereitschaft oder -zeit nicht glücklich bleiben. Neue Umweltbedingungen, Organisationsveränderungen, geänderte Wege der Kommunikation usw. erfordern Anpassung und persönliche Entwicklung. Werden diese Anforderungen ignoriert, entwickelt sich ein Überforderungszustand und daraus folgend Stress. (vgl. ebd., S. 10ff)

2.7 Die Stressoren

Stressoren sind individuelle Reize oder Situationen, die Stress bei Personen auslösen. Aus Sicht dieser handelt es sich um Ereignisse erheblichen Ausmaßes. Diese Faktoren können physikalischer – Lärm, Temperatur etc. –, physischer – Gewalt etc. – oder interaktioneller Art – Konflikte, Fehlentscheidungen, Einschränkungen – sein. (vgl. Krohne, 1997, S. 267ff) Selbst wenn die Stressoren nicht mehr präsent sind, kann Stress weiterhin andauern. (vgl. Selye, 1988, S. 74)

Ob der Einfluss dieser Stressoren auf den Einzelnen als Stress wahrgenommen wird, entscheiden die Persönlichkeitsmerkmale dieser Person. (vgl. Wagner-Link, 1996,
S. 36)

Darüber hinaus entscheiden drei Anzeichen über die Wirkung von Stressoren:

- Empfundene Kontrollierbarkeit des Stressors
- Vorhandenes Wissen über den Stressor
- Überbelastung des Stressors

Das fehlende Wissen über einen Stressor, die Ohnmacht, diesen zu beherrschen und die Überbelastung durch diesen, führen zu einer Erhöhung des Stressempfindens. (vgl. Atkinson et al. 2001, S. 3ff).

2.8 Arbeitsplatzbezogene Stressoren

Laut Zapf, Dormann & Frese lassen sich verschiedenste Arten von Stressoren im beruflichen Umfeld beschreiben. ( vgl. Zapf, Dormann & Frese, 1996, S. 145ff) In nachfolgender Übersicht werden die wichtigsten Gruppen von arbeitsplatzbezogenen Stressoren nach Semmer & Mohr aufgelistet:

- Zeitdruck
- Erhöhte Arbeitsbelastung
- Probleme in und mit der Arbeitsorganisation
- Arbeitsunterbrechungen
- Unsicherheiten
- Nicht eindeutige Rollenanforderungen
- Erhöhte Konzentrationsnotwenigkeit zur Erledigung von Arbeitsaufträgen
- Unverhältnismäßige Kooperationserfordernisse (vgl. Semmer & Mohr, 2001, S. 152)

Weitere potentielle Stressoren sind Spannungen im Verhalten mit Vorgesetzten und Kollegen sowie ein bedrohliches Verhalten gegenüber dem Selbstwertgefühl (vgl.

Zapf & Semmer, 2004, S. 1011), aber auch sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, persönliche Angriffe sowie Mobbing im arbeitsplatzbezogenen Zusammenhang (vgl. Zapf, 1999, S. 1ff). Letztlich können sich Beziehungen zwischen Kunden und Angestellten zu umfeldbezogenen, sozialen Stressoren entwickeln. (vgl. Zapf, 2002, S. 237ff)

Neben dieser Stressoren-Aufstellung zu Stress am Arbeitsplatz veranschaulichen Ressourcen wie Kooperations- und Kommunikationsmöglichkeiten auch stressrelevante Aspekte. (vgl. Semmer & Mohr, 2001, S. 150f)

2.9 Die Leistungsfähigkeit bei Stress

Zur Verdeutlichung des Einflusses von Stress bzw. Stressoren auf die Arbeitsleistung werden in der Metaanalyse von Muse, Harris & Feild drei Modelle diskutiert:

Modell 1 mit negativ linearem Zusammenhang,

Modell 2 mit positiv linearem Zusammenhang und

Modell 3 einer umgekehrten U-Funktion (vgl. Muse, Harris & Feild, 2003, S. 349ff)

Modell 1

Der Typ mit negativ linearem Zusammenhang stützt sich auf die Vorstellung, dass eine Person unter Stress Aufmerksamkeit, Energie und Zeit aufbringen muss, um diesen zu bewältigen. Diese Energien wiederum fehlen für die tatsächlichen Herausforderungen und beeinflussen letztlich die Arbeitsleistung negativ. (vgl. ebd., S. 349ff)

Modell 2

Die Variante des positiv linearen Zusammenhangs sieht eine bestimmte Beziehung zwischen Stressbelastung und erfolgreicher Arbeitsausführung. Die jeweiligen Stressauslöser werden als Notwendigkeit gesehen und führen infolgedessen zu einer Steigerung der Arbeitsleistung. (vgl. ebd., S. 349ff)

Modell 3

Das Modell der umgekehrten U-Funktion – The infamous inverted U – ist eine Vermischung von Modell 1 und Modell 2. Grundsätzlich werden eine bestimmte Anzahl an Stressoren für die Leistungsfähigkeit benötigt, zu viele, aber auch zu wenige verringern die Arbeitsleistung. (vgl. ebd., S. 349ff)

Die dargestellten Modelle treffen allgemeine Aussagen über die Verbindung zwischen den Auslösern von Stress und der notwendigen Arbeitsleistung und nehmen an, dass es sich bei der Leistung um eine eindimensionale Ebene handelt.

Ganster & Schaubroeck gehen davon aus, dass durch Stress körperliche Aktivierung provoziert wird und der Zusammenhang zwischen Stressoren und Arbeitsleistung in Organisationen dementsprechend gleichwertig ist. (vgl. Ganster & Schaubroeck, 1991, S. 235ff) Hockey formulierte darüber hinaus ein Modell, das die Multidimensionalität von Arbeitsleistung aufzeigt und das umfassende Zusammenspiel von Stressoren und Auswirkungen auf verschiedene Gesichtspunkte von Leistung im Zusammenhang erklärt. (vgl. Hockey, 1993, S. 328ff)

Das Festhalten an der Leistung bei den unumgänglichen Arbeitsaufgaben hat für die betroffene Person die höchste Priorität. Fortlaufend nützen die Betroffenen verschiedene Verhaltensmuster, um eine Senkung der Leistung bei der Bearbeitung essentieller Arbeitsaufgaben abzuwenden.

Es wurde aufgezeigt, dass Verschlechterungen der Leistung unter dem Einfluss von Stressindikatoren latent und nur bei genauer Betrachtungsweise von Verhalten und Reaktionen bei Personen evident sind. (vgl. Hockey, Wastell & Sauer, 1998, S. 233ff)

Nach Hockey sind unbewusste Verschlechterungen beispielsweise wie folgt:

Vernachlässigte Wahrnehmung nicht essentieller Anforderungen,

eine Veränderung zu einfacheren Strategien der Informationsverarbeitung sowie

erhöhte Kosten zur Abstimmung eigener Ziele mit Emotionen und Bedürfnissen und

erhöhte Auswahl für Strategien mit risikovollen Entscheidungen. (vgl. Hockey, 2000,
S. 206ff)

Ähnlich führen Richter & Hacker aus, dass anstelle einer zwangsläufigen Leistungsabnahme unter Stressbelastung von einem Einbruch der Handlungsfähigkeit ausgegangen werden sollte. (vgl. Richter & Hacker, 1998, S. 17) Negative Auswirkungen treten auch unter zusätzlichen Belastungen oder über einen längeren Beanspruchungszeitraum auf. (vgl. Zapf & Semmer, 2004, S. 1016ff)

2.10 Die Stressbewältigung

Es sind Merkmale bekannt, die Personen widerstandsfähiger gegen Stress und seine Folgen machen. Dafür wird der Ausdruck Ressourcen verwendet. Bei den Ressourcen handelt es sich um Eigenschaften, die vor Stress und dem resultierenden Verhalten schützen. Diese findet man in der Persönlichkeit, dem Unternehmen und in zwischenmenschlichen Beziehungen wieder. Wenn die Aufmerksamkeit auf diese Ressourcen gerichtet wird, wird das Stressempfinden vermindert. Sie verringern die Auswirkungen von erschwerenden Faktoren auf die Gesundheit und helfen der betroffenen Person, diese Faktoren besser zu verarbeiten oder gänzlich abzuwenden. (vgl. Allenspach & Brechbühler, 2005, S. 42)

Menschen reagieren auf Stressoren sehr unterschiedlich. Viele neigen dazu, sehr empfindlich zu reagieren, andere werden zu Höchstleistungen angespornt. Unterschiedlich sind auch die Ressourcen des Einzelnen, die zur Stressbewältigung und damit zum Schutz vor Stress beitragen. Ressourcen, die durch eine Person beeinflusst werden, sind insbesondere berufliche Qualifikationen, soziale Kompetenzen und der allgemeine Gesundheitszustand.

Ein zentraler Aspekt zur Stressbewältigung ist die Gestaltungsmöglichkeit der Arbeit und des Arbeitsplatzes. Neben materiellen Bedingungen sind vor allem die Vielfalt der Aufgaben, die Möglichkeiten zur Qualifikation und Partizipation essentiell. Persönlichkeitsmerkmale wie das Selbstwirksamkeitsgefühl, das Gefühl von Kontrolle, das Selbstwertgefühl, Optimismus, Gewissenhaftigkeit, Humor und Religiosität haben einen positiven Einfluss auf die Stressabwehr. (vgl. ebd., S. 42f). Eine weitere Ressource ist die Unterstützung durch das persönliche soziale Netz. Hier kommt es auf die Qualität der Beziehung an. Emotionale Hilfe durch Zuhören und praktische Unterstützung bei der Alltagsbewältigung sind wichtig. Außerdem wird Stress durch eine unterstützende Beziehung zu Kollegen am Arbeitsplatz in hohem Maße reduziert. An Arbeitsplätzen, an denen nur eine geringe soziale Unterstützung durch das Umfeld besteht, tritt häufig Mobbing auf. (vgl. Zapf, Knorz & Kulla, 1996, S. 215ff)

Genügend Schlaf, Ruhezeiten, gesundes Essen und der Verzicht auf Nikotin und Alkohol helfen ebenso, Stress zu reduzieren. Und auch durch körperliche Betätigung wie Sport, Bewegung an der frischen Luft oder körperliche Arbeit wird Stress abgebaut. Besonders sinnvoll sind in diesem Zusammenhang Ausdauersportarten wie Schwimmen, Laufen oder Radfahren. Übungen, die innere Ruhe und Gelassenheit ermöglichen, sind optimal zur Stressreduktion. Dabei sind jedoch das Zeitmanagement und die Erholung zwingend zu berücksichtigen, um keine zusätzliche Stressbelastung zu generieren. (vgl. Allenspach & Brechbühler, 2005, S. 112ff)

Weitere Persönlichkeitseigenschaften, Verhaltensweisen und Anschauungen zur Stressbewältigung sind nachfolgend angeführt:

Hardiness

Die von Kobasa 1979 entwickelte Persönlichkeitseigenschaft „Hardiness“ soll die Widerstandsfähigkeit einer Person darstellen und damit zur Unterscheidung von Personen dienen, die unter hoher Belastung krank werden, zu denen, die unter Stress nicht krank werden. (ebd., S. 42)

Antonovsky

Der Kohärenzsinn „Antonovsky“ ist die Grundeinstellung des Menschen zu seinem eigenen Leben und seiner Weltanschauung. Zum Kohärenzgefühl gehören Gefühle von Verstehbarkeit, Handhabbarkeit bzw. Bewältigbarkeit und Sinnhaftigkeit bzw. Bedeutsamkeit des Lebens. Ein ausgeprägtes Kohärenzgefühl wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus. (ebd., S. 42)

Coping

Der Begriff „Coping“ hat seinen Ursprung im Englischen. „To cope with“ bedeutet „bewältigen“, „gewachsen sein“. Mit Coping bezeichnet man eine Vielzahl von Strategien und Verhaltensweisen zur Auseinandersetzung mit Stressoren und zur Bewältigung von belastenden Situationen. (Allenspach & Brechbühler, 2005, S. 42)

Ein Teil des täglichen Stresses ist selbstproduziert, weil sich Personen selbst überfordern. Nicht nur im beruflichen Alltag, sondern auch in der Freizeit werden zu hohe Ziele gesetzt und Erholungsphasen kommen zu kurz, was wiederum zu Stress führt und in einer Abwärtsspirale endet. Das Stressempfinden motiviert zu höheren Leistungen bis die endgültige Ermüdung einsetzt. Beschwerden können durch ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit reduziert bzw. verhindert werden. Unter dem Stresseinfluss sollte die Zeit gefunden werden, sich auszuruhen, sich zu finden und mit realistischen Zielen nach vorne zu blicken, um erfolgreich arbeiten zu können. (vgl. ebd., S. 112f)

Zwischen Mittagessen und Abendessen muss man schlafen, und zwar keine halben Sachen. Ziehen Sie ihre Kleider aus und legen sich ins Bett – und denken Sie bloß nicht, dass Sie weniger Arbeit schaffen, wenn Sie am Tag schlafen. Das ist eine dumme Idee von Leuten ohne Vorstellungsvermögen. Sie werden sogar noch mehr bewerkstelligen. (Winston Churchill)

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Details

Titel
Das Stressverhalten von Projektleitern
Untertitel
Eine vergleichende qualitative Studie
Hochschule
ARGE Bildungsmanagement Wien  (SFU Privatuniversität Wien)
Veranstaltung
Projektmanagement
Note
"-"
Autor
Jahr
2012
Seiten
85
Katalognummer
V232716
ISBN (eBook)
9783656487814
ISBN (Buch)
9783656491255
Dateigröße
1116 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Projektmanagement, Stress, Verhalten unter Stress;, Stressverhalten, Stressbewältigung, Kommunikation, Industriedienstleistungsunternehmen, Public Transport Operator, Leistungsfähigkeit bei Stress, Wissensmanagement, Alkoholeinfluss, subjektiver Stress, Stress im Management, persönliche Bewertung von Stressoren, Stressoren
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Marcel Mild (Autor), 2012, Das Stressverhalten von Projektleitern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232716

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