Punk in der DDR: Entstehung, Entwicklung und Besonderheiten


Hausarbeit, 2013
35 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was eine Jugendkultur ist und was sie mit Pädagogik zu tun hat

3. Die Entstehung des Punk
3.1 Kurzer Abriss über die Anfänge der Punk-Bewegung
3.2 Die Punk-Szene hält Einzug in der BRD

4. Punk in der DDR
4.1 Die Entwicklung des Punk in der DDR
4.1.1 Der Beginn einer neuen Jugendkultur in der DDR und die erste Welle
4.1.2 Die zweite Welle und politische Wende in der DDR
4.2 Die Rolle von Mode und Musik des Punk in der DDR
4.2.1 Mode
4.2.2 Musik
4.3 Punk versus MfS und Volkspolizei

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang
- Planlos: Überall wohin’s dich führt
- Schleim-Keim: Prügelknaben
- L’Attentat: Ohne Sinn
- Feeling B: Ich such die DDR

1. Einleitung

Punk kommt aus dem Englischen und bedeutet eigentlich so viel wie Abfall oder Mist. Es handelt sich dabei nicht nur um die Bezeichnung einer Musikrichtung sondern einer ganzen Jugendkultur, die ihren Beginn in der Mitte der 1970er Jahre in London hatte und aufgrund von Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit unter Jugendlichen entstand.

Auch in der fast hermetisch abgeriegelten DDR hielt der Punk Einzug, wenn auch infolge anderer Vorzeichen als in der westlichen Hemisphäre. Denn die Dinge, wider jene die Punks protestierten, heben sich von denen im Westen mehr oder weniger deutlich ab. Zwar rebellierten sowohl die Punks im Westen als auch die Punks im Osten gegen das System, aber beide auf eine andere Weise. Allein schon die Konsequenzen von provokantem Handeln waren in der DDR weitaus drastischer als im Westen. Und indes man den westlichen Punk mit dem Ausspruch No future beschreiben kann, so lässt sich dies nur schwer auf die DDR anwenden. Vielmehr kann der zehn Jahre andauernde Punk im real existierenden Sozialismus mit dem Ausspruch Too much future ausgemalt werden. Denn die Punks im Osten nahmen sich Freiheiten, die nicht dem für sie vorgezeichneten sozialistischen Weg entsprachen, weshalb die Sicherheitsorgane auch schnell versuchten, jene zu disziplinieren. Doch trotz des Drucks seitens des Staates gewann der Punk bis zur politischen Wende und dem damit einhergehenden Verschwinden der DDR von der politischen Landkarte immer mehr an Einfluss.

Die nun folgende Ausarbeitung wird einen Ausblick darüber geben, wie die Punk- Kultur in der DDR entstand und sich entwickelte, welche Rolle Mode und Musik für ihre Anhänger spielte und welchen Gefahren die Punks seitens des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) und der Volkspolizei ausgesetzt waren. Um dabei die Besonderheiten des Punk in der DDR besser hervorheben zu können, wird ein kurzer Abriss über seine Entstehung in Großbritannien und in der alten Bundesrepublik gegeben. Da es sich zudem um eine Hausarbeit innerhalb der Pädagogik handelt, versuche ich zu Beginn zu deuten, was eine Jugendkultur überhaupt ist und wo man sie pädagogisch verorten kann.

2. Was eine Jugendkultur ist und was sie mit Pädagogik zu tun hat

Um zu klären, worum es sich bei einer Jugendkultur handelt, ist es unweigerlich nötig, sich mit den Zwecken zu beschäftigen, die zu ihrer Gründung führten und führen. Denn „Jugendkultur[en] sind mehr als die Summe dessen, was Jugendliche fühlen, denken, was sie toll finden, was sie gerne machen und warum“1. So ist es charakterisierend für eine Jugendkultur, dass Jugendliche sich in Peergroups zusammenfinden und in ihrer Freizeit gemeinsame Interessen verfolgen. Die Zugehörigkeit fußt nicht auf einer offiziellen Mitgliedschaft, sondern ergibt sich als „Prinzip der freiwilligen Selbstbedienung und Identifikation“2. Sie sind eine Art temporäres Netzwerk von Beziehungen, welches den Heranwachsenden eine Heimat unter ihresgleichen gibt, und bringen eine gewisse Ordnung und Orientierung in die Flut von Erlebnissen, die auf die Jugendlichen einwirkt. Zudem sind sie auch als Sozialisationsinstanz tätig, indem sie gewisse Moralvorstellungen, Normen und Regeln schaffen.3 Sie bieten einen sozialen Raum, in dem man sieht und gesehen wird, spricht und gehört wird, und schaffen so eine Möglichkeit der Erfahrung von gegenseitiger Anerkennung und Wertschätzung.4 Gerade der Respekt, den sich die Jugendlichen untereinander entgegenbringen, spielt eine bedeutende Rolle. Denn Erwachsene verlangen oft nur Respekt, scheinen ihn aber weniger gegenüber Jugendlichen zu zeigen.5

Eine große Rolle spielen auch eine eigene Musik und Mode, Szenetreffs und Partys. Kennzeichnend für die Jugendkultur ist ebenso, dass sie überregional tätig ist. Jugendliche sind dabei weniger in lediglich einer einzigen Jugendkultur aktiv sondern vielmehr in mehreren, so dass man auch von einer starken Fluktuation unter den einzelnen Jugendkulturen sprechen kann.6 Und obwohl sich nur ca. 20 % wirklich einer Jugendkultur anschließen, haben sie einen großen Einfluss auf die Jugend im Allgemeinen. Denn diese Angehörigen der Szene sind die Avantgarde der Jugend, Meinungsmacher und kulturelle Vorbilder für eine große Anzahl von Peers, die sich nicht vollständig mit einer oder mehreren Jugendkulturen identifizieren können, aber dennoch an jenen orientieren.7

Wer sich mit Jugendkulturen beschäftigt, der erfährt deshalb eine ungemeine Menge über die Jugend. Und dennoch ist dies so pauschal wie andere universelle Begriffe wie die Lehrer oder die Alten. Denn es gibt auch unter den Jugendlichen Kluge, Dumme, Rechte, Linke, Konsumtrottel, Kreative u.a. Oft ist der Unterschied zwischen den Filial- und der Parentalgeneration auch gar nicht so groß, wie es von außen scheint. Eines unterscheidet allerdings beide Generationen generell voneinander: die Jugendlichen bis 25 Jahren begegnen aktuellen Entwicklungen schneller. Denn sie müssen es, weil es ihre eigene Zukunft bedingt. Sie müssen erkennen, welche Trends der Arbeitsmarkt haben wird, und sie tragen irgendwann die Verantwortung für unsere Gesellschaft.8

Mit Pädagogik hat dies nun auf den ersten Blick nichts zu tun, denn Jugendkulturen sind Arrangements, welche als Erfahrungsräume fungieren, die gerade nichts mit den Ideen und Zwecken der Pädagogik zu tun haben sollen. Dennoch wirken sie sich auf die Jugendlichen aus. Denn innerhalb der Jugendkulturen finden Lernprozesse statt, werden Erfahrungen gemacht und auch Verhalten beurteilt. Es sind gerade die von der Pädagogik ausgegrenzten Räume von Erotik, Spontaneität, Identitätserprobung u.a., die innerhalb von Jugendkulturen zu finden sind. Somit ist die Leistung der Jugendkulturen jene, die pädagogischen Defizite in einem von Pädagogik freien Raum zu kompensieren. Schließlich ist auch zu fragen, warum Jugendliche elementare pädagogische Überzeugungen in manchen Lebensbereichen nicht mehr zulassen.9

Jugendkulturen sind also - wie bereits beschrieben - Sozialisationsinstanzen, die Defizite ausgleichen, die von Schule nicht wahrgenommen werden (können). Denn ästhetische und persönliche Erfahrungen mit Liebe, Feindschaft, Hass u.a. und ihre psychischen Folgen spielen im Lernkanon keine bzw. nur eine gemilderte Rolle. Hier sind es die Jugendkulturen, die dies zulassen und auch Experimente einer gewissen Radikalität des Daseins erlauben, die in der rationalen Welt weitestgehend nicht anzufinden sind. Dabei verändern Jugendkulturen nicht die Welt, wohl aber verändert sich der Jugendliche durch individuelle Lösungen in ihr. Manch einer bleibt auf Dauer in ein und derselben Jugendkultur, und ein anderer nutzt mehrere jugendkulturelle Angebote. Der eine verändert sich stark, der andere weniger. Somit zeichnen sich Jugendkulturen als pluralistische Variationen aus, die zwar Sozialisationsinstanz sind, aber keine kontinuierliche Entwicklung garantieren.10

Jugendkulturen sind freizeitbezogen, außerfamiliär und außerschulisch, und können Lernräume für alles anbieten. In ihnen nehmen sich die Jugendlichen als Erwachsene wahr, können Stile entwickeln und allgemein kreativ sein. Dem gegenüber stehen institutionalisierte Freizeiträume für Jugendliche wie Jugendhäuser, Jugendzentren u.a., die einigen Zwecken der Jugendkultur entgegenstehen. Denn eine karge, sachliche Ausstattung und starke Reglementierung (Öffnungszeiten, Raumnutzung etc.) engen die Kreativität ein und sorgen dafür, dass die Jugendlichen sich eben nicht als Erwachsene wahrgenommen fühlen. Ganz gegenteilig kann es auch dazu führen, dass eigene Stile nicht ausgebildet werden können. Für die Pädagogik heißt dies, dass die „Verantwortlichkeit gegenüber den Trägern der Jugendarbeit ersetzt […] [werden sollte] durch eine Verantwortlichkeit gegenüber den Jugendlichen“11. Denn nur durch eine solche Veränderung der Bezugsperspektive ist es möglich, dass die Pädagogik ein Bindeglied eines gesellschaftlichen und politischen Lernprozesses von Jugendlichen wird, welches sich auf die Interessen der Jugendlichen einerseits und die Administration andererseits bezieht.12

3. Die Entstehung des Punk

Um zu erfassen, was der DDR-Punk war, muss zunächst verstanden werden, wie der Punk entstand und wie er sich in den westlichen Ländern äußerte. Erst dann kann eine genauere Betrachtung erfolgen, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem westlichen und dem Punk der DDR aufdeckt, und ebenso zeigt, was der DDR-Punk sich zum Vorbild machte. Aus diesem Grund soll folgend grob die Entstehung des Punk betrachtet werden, bevor im nächsten Punkt dieser Ausarbeitung der Punk in der DDR genauer analysiert wird.

3.1 Kurzer Abriss über die Anfänge der Punk-Bewegung

Der Beginn des Punk ist in Großbritannien zu lokalisieren13, und er ist auch als eine andere Seite der Geschichte der Jugendkulturen anzusehen.14 Die englische Wirtschaft lag am Boden, und die Punks reagierten auf die gesellschaftliche Realität, indem sie sich keine Hoffnungen mehr machten. Der Spruch no future ist als Absage an gesellschaftlichen Fortschritt gemeint, als Ende des Glaubens an gute Reformprogramme für die Jugend.15 Punk wurde somit zur Jugendkultur der Zukunftslosigkeit.16

Die gesellschaftlichen Umstände und die Gruppe Sex Pistols sorgten schließlich 1977 für den Beginn einer neuen jugendkulturellen Ära. Es war der 6. Juni, Thronjubiläum der Königin, und die Sex Pistols waren mit Sicherheitsnadeln, buntem Strupshaar, lärmend und laut mit an Bord einer Barkasse gen Chelsea. Vor dem Unterhaus stimmten sie provokativ den Song God save the Queen / the fascist Regime / they made you a moron … / we ’ re the poison in your human machine an, woraufhin die Polizei das Boot enterte und die Mitglieder der Gruppe verhaftete.17 Dies war jedoch nicht das erste Mal, dass die Gruppe auffiel. Denn bereits 1976 unterschrieben sie einen Plattenvertrag und brachten ihre erste Single Anarchy in the UK heraus, die kurz darauf jedoch wieder aus den Charts verschwand. Ein kurzer Fernsehauftritt der Band endete für einen Moderator mit einer zweiwöchigen Suspendierung, und bereits im Januar 1977 wurde der Plattenvertrag gelöst, da das Benehmen der Bandmitglieder es unmöglich machte, sie international zu präsentieren. Schließlich brachte es ihre zweite Single God save the Queen trotz des Boykotts mehrerer Radiosender an die Spitze der Charts. Es folgen zwei weitere Singles, ein Album, Geheimauftritte, 1978 eine Konzerttour durch die USA und die schließlich auch schon die Auflösung der Gruppe. Und genau dies ist der Ereignisrahmen, der noch heute die Mythologie um die Entstehung des Punk speist.18

Punk sollte aber, anders als oben kurzerhand erwähnt, nie als Jugendkultur der Zukunftslosigkeit dargestellt werden. Denn der bekannte Spruch No future galt für England ’ s Dreaming, der, wie er auch aussah, nicht geteilt wurde. Selbstbewusst stand dem träumenden Kollektiv eine neue Jugend entgegen, die „We’re the future. Your future.“ für sich propagierte. Punk verwehre nämlich nicht die Zukunft, sondern fordere vielmehr eine bessere. Dabei scheue er nicht, auch von den rüdesten Wörtern Gebrauch zu machen, um gegen Politiker, Militärs u.a. vorzugehen. Schließlich entwickelte der Punk mit Ekstatik, grotesker Idiotie und anarchischer Leichtfertigkeit eine verblüffende Treffsicherheit.19

So entstand eine Bewegung, „die die Möglichkeiten provozierender Jugendkultur (bisher) am meisten vorangetrieben hat“20. Schließlich dient alles der Provokation. So trugen sie Hemden aus Müllsäcken, hatten Sicherheitsnadeln im Ohr und Gartenschläuche als Gürtel. Der SPIEGEL beschrieb den Londoner Punk damals folgend: „Der Lärm aus den Marshall- und Hiwatt-Verstärkertürmen ist so groß, daß das Trommelfell nur ein undifferenziertes Pauken registriert. Die Wörter ‘Gib mir Tod, ich will nicht leben, also gib mir Tod‘, die ein pickliger Teenager namens Johnny Blood […] hektisch ins Mikrophon heult, sind kaum zu verstehen. - Von den Neonröhren, Metallrohren und Eisenträgern an der Decke des überfüllten, mit etwa 200 Quadratmetern viel zu kleinen Kellers tropft Kondenswasser auf die schwitzende, dampfende, auf und ab hüpfende Menge: Pogo21 -Tanz im Londoner ‘Roxy‘ am Covent Garden. - Die Tanzenden tragen zerfetzte T-Shirts; ihr Zottelhaar ist grün, rosa oder violett gefärbt und mit einer Pomade aus Vaseline und Talkumpuder aufgetrimmt, Manche [sic] haben sich Sicherheitsnadeln durch Wangen, Lippen, Nase oder Ohrläppchen gesteckt. Irgendwann schleudert der Sänger eine leere Bierbüchse unter die Tänzer, die ihre Arme wie Windmühlenflügel schwingen, um in der underground-Meute einen winzigen Platz zu behaupten“22.23 Punk ist allerdings (auch) damals nicht gleich Punk. Er ist zwar „eine Gesinnung und Haltung, die den Alltag erfasst und 24 Stunden andauert“24, aber dennoch schon in seinen Anfängen in den Ländern seines Auftretens verschieden. So sind britische Punks eher Teenager mit proletarischer Herkunft25, die sogar eine große Mehrheit darstellen und sich mit dem Punk und dessen Antipathie gegen die konventionellen Normen und Werte der britischen Industriegesellschaft identifizieren.26 Dagegen gehören amerikanischen Punks zur Mittelklasse, sind zumeist bereits Mitte 20 und haben Interesse an Literatur, Philosophie und Politik. Auf der einen Seite sind ihre Beiträge dabei instrumentell charakterisiert (Erfolg, Politik etc.), auf der anderen Seite jedoch expressiv (Kritisierung des bürgerlichen Lebens, Selbstdarstellung etc.). Es geht zum einen um eine Rebellion gegen die Eltern und das Ablehnen von Werten wie Profit, harter Arbeit und Erfolg, und zum anderen um das Ich. Doch trotz der Unterschiede treffen sich alle Punk-Traditionen in einem wieder: ihrer Radikalität der Selbstexpression und der Ästhetik des Hässlichen. So sangen die Sex Pistols you ’ d better understand I ’ m love with my self, my self, my beautiful self / no feelin ‘ , no feelin ‘ , no feelin ‘ for anybody else, was natürlich wieder als Provokation aufzufassen ist. Denn ein bekanntes Graffiti lautet Punks want to be hated.27

Der Punk stellte im Allgemeinen das Gegenteil der vorherrschenden Werte dar: Anarchie statt Ein- und Unterordnung, Dilettantismus statt Perfektion, Schäbigkeit statt Snobismus usw., wodurch es gelang, auf eine triviale Art und Weise einen Stil zu leben, der gegenüber der Konsumgesellschaft autark war und eine besondere Faszination ausstrahlte. Man brach mit dem Wertesystem der modernen Gesellschaft und ihren Institutionen. Denn das „Ziel“ war ein sich selbst leitendes „Chaos“ ohne hierarchische Strukturen.28

3.2 Die Punk-Szene hält Einzug in der BRD

Punk war von Beginn an von den Medien geprägt und mehr Mode als soziale Bewegung. Es ging zwar um Musik, aber im Kern standen Provokation und Abgrenzung. Die linke Bewegung der Hippies war den Punks dabei zu langweilig, intellektuell, spaßfeindlich und nur wenig aggressiv. Die Szene richtete sich auch weniger gegen die die Alten. Vielmehr ging es darum, „was politisch völlig unkorrekt gegenüber […] Grün-Alternativen wäre“.29

Nazi-Symbolik wurde schnell als äußerst provozierend erkannt, weshalb nationalsozialistische Parolen schnell adaptiert und militärische Kleidung und Accessoires getragen wurden, woraus sich auch gleich der Stereotyp entwickelte, dass Punks „faschistoid“ seien. Doch dies war vielen Punks willkommen, um aus den Empörten die Intoleranz herauszulocken. Punks benutzten Ironie, weswegen auch die Aussage ‘No future‘ nie wortwörtlich verstanden wurde. Vielmehr ging es um die Vernichtung von angeblichen Tabus und Ideologien, weshalb die Punk-Bewegung als destruktiv zu beschreiben ist. Denn Verbesserungen, konstruktive Kritik etc. waren nicht vorgesehen.30

Dennoch war Punk in gewisser Weise auch oppositionell und im Großen und Ganzen auch antifaschistisch. Jedoch war er nicht unbedingt links, sondern auf eine unpräzise Art anarchistisch und antipolitisch. Beteiligungen an Antifa- Demonstrationen, Hausbesetzungen etc. waren jedoch auch Teil des Punk, wobei allerdings die Rolle als „Bürgerschreck“ nicht aufgegeben wurde. Provokation sollte nicht planbar und Teil des Spaßfaktors sein. Dieser Nonkonformismus konnte dabei am besten ausgelebt werden durch Ironie und Verweigerung von Ernsthaftigkeit, um nicht in Depression zu enden, wie es bspw. bei den Hippies war, bei denen nach zehn Minuten Gespräch der Weltuntergang proklamiert wurde. Punk heißt schließlich nicht, dass „die Welt […] traurig [ist], lasst uns ‘ne Runde heulen, sondern:

[...]


1 Lexikon für Psychologie und Pädagogik: Jugendkultur.

2 Jugend und Mode: Jugendkultur?

3 vgl. ebd.

4 vgl. Lexikon für Psychologie und Pädagogik: Jugendkultur.

5 vgl. ebd.

6 vgl. ebd.

7 vgl. Farin, Klaus (2011) S. 9.

8 vgl. ebd. S. 9.

9 vgl. Baacke, Dieter (1999) S. 273f.

10 vgl. ebd. S. 274-276.

11 ebd. S. 277.

12 vgl. ebd. S. 276-278.

13 Baacke, Dieter (1999) S. 75.

14 vgl. Breyvogel, Wilfried (2005) S. 48.

15 Baacke, Dieter (1999) S. 75.

16 vgl. Breyvogel, Wilfried (2005) S. 51.

17 vgl. Baacke, Dieter (1999) S. 75.

18 vgl. Breyvogel, Wilfried (2005) S. 48f.

19 vgl. ebd. S. 51.

20 vgl. Baacke, Dieter (1999) S. 76.

21 „Pogo heißt die Tanzform der Punks und läßt sich wie folgt beschreiben: ‘1. On first beat, simultaneously remove right and left foot from floor. 2. On the second beat, return to start position.‘ Für Bewegungsabläufe des Oberkörpers gibt es keine zwingenden Regeln […]. Pogo ist nicht unbedingt auf den Platz von Konzertbühnen beschränkt, sondern auch an anderen Orten tanzbar: in der Diskothek, zu der in der Fußgängerzone aufspielenden Feuerwehrkapelle, oder auf Demos zu den flotten Songs der Gesinnungsbarden. Man kann Pogo alleine tanzen, finden sich aber mehrere Mittänzer, so verändert sich unweigerlich die Struktur des Ablaufs. Denn jetzt hat man das dem Pogo zur Verfügung stehende Terrain mit einem Personal zu teilen, das nicht unbedingt gewillt ist, Rücksichten auf den benötigten und beanspruchten Tanzraum zu nehmen. […] kommt noch hinzu, daß nach möglichen Kollisionen eventuell stürzende Tänzer die Tanzfläche mit ihrem Körper […][kurzfristig] belegen. Der oder die Gestürzte ist bemüht, sich so schnell wie möglich wieder zu erheben.“ (Lau, Thomas: Die heiligen Narren. Punk 1976 - 1986. Berlin, New York: De Gruyter 1992, S. 70f.)

22 ebd. S. 76.

23 vgl. ebd. S. 76.

24 Breyvogel, Wilfried (2005) S. 51.

25 vgl. Baacke, Dieter (1999) S. 76.

26 vgl. Stock, Manfred u. Mühlberg, Philipp (1990) S. 163.

27 vgl. Baacke, Dieter (1999) S. 76f.

28 vgl. Mühlberg, Philipp u. Stock, Manfred (1990) S. 163 - 165.

29 vgl. Farin, Klaus (2011) S. 97f.

30 vgl. ebd. S. 98f.

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten

Details

Titel
Punk in der DDR: Entstehung, Entwicklung und Besonderheiten
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Institut für Schulpädagogik und Grundschuldidaktik)
Veranstaltung
S-Die Jugendkulturen und die Schule
Note
1,7
Autor
Jahr
2013
Seiten
35
Katalognummer
V232846
ISBN (eBook)
9783656498353
ISBN (Buch)
9783656499350
Dateigröße
548 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Punk, DDR, Jugendkultur
Arbeit zitieren
Sebastian Wagner (Autor), 2013, Punk in der DDR: Entstehung, Entwicklung und Besonderheiten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232846

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