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Begegnungen mit dem Hinduismus

Title: Begegnungen mit dem Hinduismus

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 43 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Julia Gerstberger (Author)

Theology - Comparative Religion Studies
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Summary Excerpt Details

Der Begriff „Religion“ kann in verschiedener Weise gedeutet werden.
· Der römische Schriftsteller Cicero leitete „religio“ von dem Verb „religere“ (= sorgsam
beachten) ab und verstand unter „Religion“ „die sorgfältige Beachtung alles
dessen, was zum Kult der Götter gehört“.
· Der christliche Schriftsteller Lactantius leitete „religio“ von dem Verb „religare“
(= binden, wieder verbinden) ab, wodurch deutlich wird, dass es für ihn in der Religion
darum geht, „die Seele, die sich von Gott losgerissen hat, mit Gott zu versöhnen
und wieder zu verbinden“.
Je nach Kulturkreis werden andere Aspekte von Religion betont: Gottesfurcht, Frömmigkeit,
Dienst an den Göttern, das religiöse Gebot, die heilige Scheu, rechtliche und lehrhafte Sichtweisen.
Der Versuch, alle Auffassungen in eine Definition zu fassen, könnte dann etwa so aussehen:
„Religion ist der im Denken, Fühlen, Wollen und Handeln betätigte Glauben an das Dasein
übernatürlicher persönlicher oder unpersönlicher Mächte, von denen sich der Mensch abhängig
fühlt, die er für sich zu gewinnen sucht oder zu denen er sich zu erheben trachtet.“
(Helmuth von Glasenapp).
An dieser Definition wird Folgendes deutlich:
· Religion ist der Glaube an jenseitige Mächte und grenzt sich von anderen Glaubensformen
ab, wie etwa dem Materialismus, der das Dasein überweltlicher Mächte bestreitet.
· Religion ist nicht nur eine Sache des Gefühls, sondern auch Gegenstand denkerischen
Bemühens mit unter Umständen erheblichen Auswirkungen auf politische, soziale und
ethische Hand lungen des Menschen, der ein solches Handeln willentlich plant.
· Religion stellt die jenseitigen Mächte auf unterschiedliche Weise dar: Glaube an einen
einzigen Gott (à Monotheismus), an viele Götter (à Polytheismus), an unpersönliche
kosmische Gesetze.
· Religion umfasst alle möglichen Formen der Beziehung zu den jenseitigen Mächten:
Abhängigkeit, Gewinnung, Erhebung. Für manche Religionen, z.B. das Christentum
gelten alle drei Bestimmungen. Im Gegensatz zum Buddhismus. Hier gilt eigentlich
nur die erste Art der Beziehung. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vom Wesen der Religion

1.1 Begriff

1.2 Ursprung

1.3 Funktionen

1.4 Ausdrucksformen

1.5 Statistik der Weltreligionen

2. Der Hinduismus

2.1 Der Hinduismus im Überblick

2.2 Allgemeine Angaben

3. Geschichte des Hinduismus

4. Was ist Hinduismus?

4.1 Wesen des Hinduismus

5. Der Glaube des Hinduismus

5.1 Brahman - der Absolute

5.2 Der Laut OM

5.3 Samsara - Der Kreislauf von Geburt und Wiedergeburt

5.4 Das Karma

5.5 Dharma

6. Die Götterwelt des Hinduismus

6.1 Der große Gott Saguna Brahman

6.2 Die Dreifaltigkeit - Brahma, Vishnu und Shiva

6.3 Brahma - der Weltschöpfer

6.4 Vishnu - Der Welterhalter

6.5 Shiva - Der Weltzerstörer

7. Heilige Schriften des Hinduismus

8. Gesellschaft und Hinduismus

8.1 Das Kastensystem

8.2 Der Status der Frauen

8.3 Die Kindesheirat

8.4 Das Kahlscheren von Witwen

8.5 Die Witwenverbrennung (Sati)

8.6 Die vegetarische Lebensweise

8.7 Die Heilige Kuh

8.8 Pilgerfahrten und heilige Städte

8.9 Tod und Übergang

9. Bedeutende Personen des Hinduismus

9.1 Ramakrishna

9.2 Swami Vivekananda

9.2 Mohandas Karamchand Gandhi

10. Das Christentum in Indien

11. Parallelen zum Christentum

12. Was Christen vom Hinduismus lernen können

Zielsetzung und Themen

Diese Seminararbeit setzt sich zum Ziel, den Hinduismus als lebendige Religion und Alltagsphänomen durch eine "Theologie von unten" zu betrachten. Basierend auf Beobachtungen und interreligiösen Begegnungen wird untersucht, wie hinduistische Glaubenspraxen, soziale Strukturen und philosophische Grundkonzepte den Alltag der Gläubigen prägen und welche Parallelen sowie Lernchancen sich für das christliche Glaubensverständnis ergeben.

  • Grundlagen des Hinduismus, seiner Geschichte und heiligen Schriften
  • Die spirituelle Bedeutung von Brahman, Götterwelt und dem Laut OM
  • Ethische Prinzipien wie Karma, Samsara und Dharma im sozialen Kontext
  • Rolle von Gesellschaft, Kastenwesen und dem Status der Frau
  • Vergleichende Analyse mit dem Christentum und interreligiöse Impulse

Auszug aus dem Buch

Die Götterwelt des Hinduismus

Die Götterwelt des Hinduismus ist vielfältig und facettenreich. Im Grunde sind alle Götter jedoch nur Teile und Aspekte des einen wahren Gottes. Pöhlmann hörte während seiner Indienaufenthalte stets die Aussage: „Wir glauben an einen einzigen Gott mit vielen Inkarnationen, nicht an viele Götter.“ Die Götter sind wie die Menschen in den Seelenwanderungs- oder Samsara-Kreislauf einbezogen und müssen sich – wie jene – ein „Karma-Guthaben“ von guten Werken erwerben. Sie haben nur bestimmte abgegrenzte Ämter und Ressorts. Die Götter sind so eigentlich nur Engelmächte und Naturkräfte, nicht Gott selber, ähnlich wie die „Götter“ in Psalm 82,1 und 138,1. Sie können nicht Gott sein, der per definitionem die Alles bestimmende und Alles umfassende Macht ist, da ihr Machtbereich begrenzt ist. Diese absolute Macht ist im Hinduismus alleine Brahman, das All-Eine, der Weltgeist oder die Weltseele.

Der Abt eines Hinduklosters Swami Harshananda, den Pöhlmann in Indien kennen lernte, sagte während eines Gesprächs der beiden aus, dass „auch der Hinduglaube – im Unterschied zum Islam und Judentum – ganz und gar auf die Menschwerdung Gottes abzielt. Gott wird Mensch, um uns als Gast zu besuchen. Gott wird ja im Tempel wie in den Familien wie ein Gast aufgenommen. Er wird wie ein Gast geschmückt, gepriesen, bekleidet, bewirtet, gewaschen, zu Bett gebracht, aufgeweckt. Der Gläubige ist Gottes Gastgeber, Partner und Freund, nicht sein Sklave wie im Islam.“

Zusammenfassung der Kapitel

Vom Wesen der Religion: Definiert Religion als Glauben an jenseitige Mächte und untersucht deren Ursprung, Funktionen und Ausdrucksformen.

Der Hinduismus: Gibt einen Überblick über den Hinduismus, seine Bedeutung als älteste Weltreligion und allgemeine statistische Eckdaten.

Geschichte des Hinduismus: Skizziert die historische Entwicklung von der Industalkultur über die Einwanderung der Arier bis in die Neuzeit.

Was ist Hinduismus?: Beleuchtet das Selbstverständnis des Hinduismus als "Ewiger Glaube" und komplexe Lebensweise.

Der Glaube des Hinduismus: Erklärt zentrale Begriffe wie Brahman, OM, Samsara, Karma und Dharma als spirituelle Grundpfeiler.

Die Götterwelt des Hinduismus: Beschreibt die vielfältigen Manifestationen Gottes, insbesondere die Dreifaltigkeit von Brahma, Vishnu und Shiva.

Heilige Schriften des Hinduismus: Klassifiziert die vedischen Texte und die Smriti-Überlieferung nach ihrer theologischen Bedeutung.

Gesellschaft und Hinduismus: Analysiert den Einfluss des Glaubens auf das Kastensystem, die Rolle der Frau und spezielle Riten wie die Witwenverbrennung.

Bedeutende Personen des Hinduismus: Stellt Lebenswege und Wirken von Ramakrishna, Vivekananda und Gandhi vor.

Das Christentum in Indien: Untersucht die historische Präsenz und Entwicklung des Christentums auf dem indischen Subkontinent.

Parallelen zum Christentum: Identifiziert Gemeinsamkeiten wie den personifizierten Gott und das Konzept der Inkarnation trotz kultureller Unterschiede.

Was Christen vom Hinduismus lernen können: Reflektiert über die Ganzheitlichkeit des Glaubens, die Einheit von Natur und Geist sowie den meditativen Lebensstil.

Schlüsselwörter

Hinduismus, Brahman, Karma, Dharma, Samsara, Veden, Bhagavadgita, Kastensystem, Inkarnation, Meditation, Interreligiöser Dialog, Spiritualität, Alltagsreligion, Indien, Weltreligionen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Hinduismus als einer hochkomplexen Religion und Lebensweise, die weit über rein theoretische Lehrsätze hinausgeht und den indischen Alltag maßgeblich strukturiert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die philosophischen Grundlagen (Brahman, Karma), die praktische Glaubensausübung, die gesellschaftliche Ordnung (Kastensystem) und die interreligiöse Perspektive auf das Christentum.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, ein lebendiges Verständnis des Hinduismus zu vermitteln und aufzuzeigen, wie diese Religion den Alltag durchdringt und welche Dialogpunkte sich zum christlichen Glauben ergeben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Einbeziehung erfahrungstheologischer Dialoge und Beobachtungen, die unter anderem durch die Aufzeichnungen von Horst Georg Pöhlmann dokumentiert sind.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Hindu-Glaubens, seiner Götterwelt, der heiligen Schriften, des sozialen Gefüges sowie biographischer Skizzen bedeutender Persönlichkeiten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben dem Hinduismus selbst vor allem die Konzepte von Karma und Dharma, die Rolle von Brahman als absolutes Prinzip sowie die Auseinandersetzung mit christlich-hinduistischen Parallelen.

Wie bewerten Hindus den Status der Frau laut Text?

Der Text beschreibt ein traditionell patriarchales System, in dem die Frau oft untergeordnet ist, weist jedoch darauf hin, dass dies im Selbstverständnis der Hindus primär als Schutzfunktion vor Eroberern interpretiert wird.

Warum wird im Hinduismus das "Einfache Leben" betont?

Das einfache Leben steht für die Rückbesinnung auf elementare Urformen des Menschseins wie Religion und Familie sowie für die Suche nach dem "Einen" statt einer oberflächlichen Vielfalt.

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Details

Title
Begegnungen mit dem Hinduismus
College
Karlsruhe University of Education  (Abteilung evangelische Theologie)
Grade
1,0
Author
Julia Gerstberger (Author)
Publication Year
2003
Pages
43
Catalog Number
V23285
ISBN (eBook)
9783638264310
Language
German
Tags
Begegnungen Hinduismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Gerstberger (Author), 2003, Begegnungen mit dem Hinduismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23285
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