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Pazifistisch und Altruistisch

Leitsterne Postmoderner Friedenspädagogik

Title: Pazifistisch und Altruistisch

Textbook , 2013 , 442 Pages

Autor:in: Professor Dr. phil. Karl-Heinz Ignatz Kerscher (Author)

Pedagogy - Pedagogic Sociology
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Summary Excerpt Details

Die weltweiten Friedensdemonstrationen mit Millionen von TeilnehmerInnen um die Millenium-Wende zeigen den Wunsch eines großen Teiles der Menschheit nach Frieden. Die Aktivität hunderttausender junger Menschen für den Frieden ist in Deutschland ein neuartiges Phänomen, das zum Teil als ein Resultat jahrzehntelanger Friedenserziehung und Friedenspädagogik in Elternhäusern, Kindergärten, Schulen und Hochschulen gedeutet werden kann.
Es gibt Stimmen, die Europa als Phalanx der weltweiten Friedenspolitik erkennen zu vermeinen. In Europa weht allgemein ein Geist der Versöhnung und der Friedensbereitschaft. Es scheint eine Zunahme an Empathie stattgefunden zu haben, die auch zur Abschaffung der Sklaverei, zur Stärkung der Frauen- und Kinder-Rechte, der Demokratie und des Sozialstaats geführt haben. Nach wie vor stattfindene Waffen-Exporte stoßen auf immer mehr Kritik und Unverständnis in der Bevölkerung des europäischen Exportlandes. Die europäischen Völker, unter anderem Deutschland, Frankreich, Spanien, England, Österreich und Russland, die Jahrhunderte lang Krieg gegeneinander geführt hatten, haben jetzt seit 65 Jahren den Frieden eingehalten. Nicht ohne Grund hat deshalb die Europäische Union im Jahre 2012 den Friedens-Nobel-Preis erhalten.
Noch nie in der bisherigen Geschichte der Menschheit haben Gewalt, Mord und Krieg eine so geringe Rolle gespielt wie in unserer Gegenwart. Trotz Erstem und Zweiten Weltkrieg mit seinem unvorstellbarem Leid, den Millionen von Kriegsopfern, dem Holocaust, den Atombombenopfern von Hiroshima und Nagasaki, trotz Bürgerkrieg in Jugoslawien, Krieg im Irak, in Afghanistan, Bürgerkrieg in Syrien gibt es einen globalen Rückgang von Gewalt und Krieg. Noch nie ist der Erdball von so vielen überlebenden Menschen bevölkert worden wie in der Gegenwart. Noch nie hat es so viele demokratische Staaten voller Friedlichkeit gegeben wie heutzutage. Der Fokus der Massenmedien ist stets auf Gewalttaten und militärische Brennpunkte gerichtet, was den Eindruck vermittelt, als brenne die Welt an zahllosen Schauplätzen. Das Gegenteil ist richtig. Noch nie waren Handel und Wandel, Wohlstand und Frieden so verbreitet wie in der Gegenwart des 21. Jahrhunderts. Empathie, Vernunft und Selbstbeherrschung lenken die menschliche Evolution wie die besseren Engel unserer Natur (PINKER) zur Zunahme von Menschenrecht und Friedlichkeit .
Welchen Beitrag zur Friedenserziehung kann Postmoderne Bildung leisten?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Friedlich und Fürsorglich

1.1 Friedliches Tierreich

1.2 Friedfertige Kulturen

1.3 Positives Menschenbild

2. Martialische Kulturen

2.1 Patrismus und Krieg

2.2 Theorien über den Krieg

2.3 Kinder- und Frauenfeindlichkeit

3. Altruismus statt Egoismus

3.1 Moral und Bewusstsein

3.2 Frühkindliche Erziehung

3.3 Friedenspädagogik als Prinzip

4. Erziehung zum Frieden

4.1 Erziehung zur Männlichkeit

4.2 Sexualpädagogik

4.3 Erziehung zur Biophilie

5. Friedensaspekte in der Bildung

5.1 Tierschutz-Erziehung

5.2 Menschenrechts-Erziehung

5.3 Alternative Bildung

6. Friedensbeiträge von Unterrichtsfächern

6.1 Sporterziehung

6.2 Musische Fächer

6.3 Naturwissenschaftliche Fächer

6.4 Geschichte und Politik

6.5 Philosophie und Religionswissenschaft

Ausblick

Zielsetzung & Themen

Das Werk setzt sich kritisch mit den Ursachen von Gewalt, Krieg und Destruktivität in menschlichen Gesellschaften auseinander. Dabei wird eine interdisziplinäre Forschungsfrage verfolgt: Inwiefern sind individuelle Aggression und kollektive Gewalt das Resultat frühkindlicher Prägung, gesellschaftlicher Sozialisation und patriarchaler Strukturen, und welche pädagogischen Konzepte können eine friedfertige, altruistische und lebensbejahende Entwicklung fördern?

  • Analyse der evolutionären und psychologischen Ursachen von Gewalt und Krieg
  • Untersuchung der Bedeutung frühkindlicher Bindungserfahrungen für die emotionale Entwicklung
  • Kritik an patriarchalen und martialischen Kulturen sowie patriarchaler Männlichkeit
  • Entwurf einer Postmodernen Pädagogik basierend auf Friedenserziehung und Biophilie
  • Rolle von Bildung, Schule und Unterrichtsfächern bei der Friedensstiftung

Auszug aus dem Buch

1.1 Friedliches Tierreich

In Diskussionen über die Friedensbewegung und über Friedenspädagogik hört man oft einen Einwand wie den folgenden: Die Ziele der Friedenspädagogik seien zwar schön, aber die guten Leute, die ihr anhängen, seinen Schwärmer, Idealisten, Traumtänzer, die nicht genügend die Natur beobachtet hätten. Der Traum vom Frieden, die Ablehnung des Krieges sei ein aussichtsloser Kampf gegen unveränderliche Naturgesetzte. Denn jedes Tier denke nur an sich selbst und an seine Angehörigen. Nur jene Tierarten könnten ihre Art erhalten, die andere Tiere überlisteten und überwältigten. Im Tierreich herrsche der „Kampf Aller gegen Alle“. Viele Menschen neigen zu der Auffassung, dass in der Natur ein rücksichtsloser Kampf ums Dasein nötig sei zur Entfaltung des Lebens. Und da der Mensch ein Teil der Natur sei, müsse es immer wieder Kriege, Bürgerkriege, Kampf ums Überleben, Macht und Unterdrückung des Schwachen geben.

Es handelt sich hierbei um eine Anschauung, die mit der Lehre DARWINs (1872) wissenschaftlich begründet wird. Die Evolution der Pflanzen- und Tiergattungen sei am meisten gefördert worden durch den Kampf ums Dasein, durch die natürliche Auslese und durch das Zugrundegehen der minderwertigen Lebewesen. Obwohl Charles DARWIN sich differenziert geäußert hat (Die Abstammung des Menschen, 1872), und er auch die gegenseitige Hilfe im Tierreich sieht, ist seine Lehre vom Kampf ums Dasein besonders im 19. Jahrhundert allgemein akzeptiert worden.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet den weltweiten Wunsch nach Frieden um die Jahrtausendwende und kontrastiert ihn mit der verheerenden Bilanz der Weltkriege, wobei die Notwendigkeit einer konsequenten Friedenserziehung unterstrichen wird.

1. Friedlich und Fürsorglich: Dieses Kapitel hinterfragt das verbreitete Bild des „Kampfes Aller gegen Alle“ durch die Analyse friedlicher Tierarten und Beispiele friedfertiger Kulturen, die ein positives Menschenbild stützen.

2. Martialische Kulturen: Es wird die Entstehung patristischer, kriegerischer Gesellschaften analysiert und deren Zusammenhang mit traumatisierenden Erziehungsstilen sowie Theorien über die Ursprünge von Krieg aufgezeigt.

3. Altruismus statt Egoismus: Hier werden die Grundlagen menschlichen Bewusstseins und Moralverständnisses diskutiert, mit einem Fokus auf die Rolle frühkindlicher Erziehung für eine friedenspädagogische Ausrichtung.

4. Erziehung zum Frieden: Dieses Kapitel behandelt Ansätze zur Erziehung von Jungen und Männern, Sexualpädagogik sowie Konzepte zur Förderung biophiler Grundhaltungen in der Bildung.

5. Friedensaspekte in der Bildung: Es wird erörtert, wie Tierschutz-Erziehung, Menschenrechtsbildung und alternative Bildungsmodelle aktiv zur Friedensförderung beitragen können.

6. Friedensbeiträge von Unterrichtsfächern: Abschließend wird untersucht, wie spezifische Schulfächer wie Sport, Musik, Naturwissenschaften, Geschichte und Politik durch neue fachdidaktische Ansätze einen Beitrag zu einer friedlicheren Welt leisten können.

Schlüsselwörter

Friedenserziehung, Friedenspädagogik, Altruismus, Biophilie, Patrismus, Kindheit, Gewaltprävention, Psychoanalyse, Erlebnispädagogik, Friedensbildung, Menschenrechte, Postmoderne Pädagogik, Gewaltlosigkeit, Sozialisation, Kulturanthropologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Das Buch untersucht die psychologischen und sozialen Wurzeln von Gewalt, Krieg und Destruktivität und entwickelt eine „Postmoderne Pädagogik“, die auf Altruismus, Biophilie und Friedenserziehung basiert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse martialischer vs. friedfertiger Kulturen, der Bedeutung frühkindlicher Bindungen, der Kritik an patriarchalischen Erziehungsmustern und der Förderung menschlicher Friedenskompetenz.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie durch eine bewusste Umgestaltung von Erziehung und Bildung – von der frühkindlichen Phase bis zur Schule – eine friedlichere, empathischere und lebensbejahende Gesellschaft geschaffen werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf einen interdisziplinären Ansatz, der kulturanthropologische Vergleichsstudien, psychoanalytische Theorien und historische Analysen verknüpft, um Zusammenhänge zwischen Sozialisation und gesellschaftlichem Verhalten herzustellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung von Kriegen durch Faktoren wie Populationsdruck, Mangel an Empathie, Testosteron-Dominanz und patriarchale Erziehung und entwirft Strategien zur Friedensstiftung in verschiedenen Bildungsbereichen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Friedenserziehung, Biophilie, Altruismus, Kindheit, Patrismus und Gewaltprävention.

Wie unterscheidet sich die „Biophile Erziehung“ von herkömmlichen Ansätzen?

Die biophile Erziehung nach Erich Fromm zielt auf die Förderung lebensbejahender Eigenkräfte ab, anstatt den Menschen durch Repression und Zwang an ein entfremdetes, autoritäres System anzupassen.

Welche Rolle spielt die Bindungsforschung in dem vorliegenden Buch?

Die Bindungsforschung, insbesondere die Arbeiten von James W. Prescott, bildet das Fundament für die These, dass eine mangelnde körperliche Zuwendung und sensorische Stimulation in der Kindheit maßgeblich zur Ausbildung von Gewaltpotential und psychopathischem Verhalten beiträgt.

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Details

Title
Pazifistisch und Altruistisch
Subtitle
Leitsterne Postmoderner Friedenspädagogik
Author
Professor Dr. phil. Karl-Heinz Ignatz Kerscher (Author)
Publication Year
2013
Pages
442
Catalog Number
V232876
ISBN (eBook)
9783656498599
ISBN (Book)
9783656500049
Language
German
Tags
Friedenserziehung Friedenspädagogik Friedensbildung Friedliches Tierreich Friedfertige Kulturen Positives Menschenbild Martialische Kulturen Patrismus und Krieg Theorien über den Krieg Kinder- und Frauenfeindlichkeit Altruismus statt Egoismus Moral und Bewusstsein Frühkindliche Erziehung zur Friedlichkeit Friedenspädagogik als Prinzip Erziehung zur Männlichkeit Sexualpädagogik und Friedenserziehung Erziehung zur Biophilie Tierschutz-Erziehung Menschenrechts-Erziehung Alternative Formen der Bildung; Sporterziehung und Friedenserziehung Musischer Unterricht und Friedenserziehung Naturwissenschaftlicher Unterricht und Friedenserziehung Geschichtsunterricht und Friedenserziehung Politikunterricht und Friedenserziehung Religionsunterricht und Friedenserziehung UNESCO Projektschulen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
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Professor Dr. phil. Karl-Heinz Ignatz Kerscher (Author), 2013, Pazifistisch und Altruistisch, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232876
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