Die emotionale Wirkung und Wahrnehmung von Filmmusik in Harry Potter


Hausarbeit, 2013
12 Seiten, Note: 1,5

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Die historische Entwicklung der Musik im Film

3 Die Funktion, Anwendung und Wahrnehmung der Filmmusik
3.1 Funktion
3.2 Die Methoden und T echnik
3.2.1 Underscoring
3.3 Die Wahrnehmung

4 Die Deutung der Filmmusik am Beispiel des Films „Harry Potter und der Stein der Weisen“
4.1 Kurze Inhaltsangabe des Films

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Seit Beginn der „bewegten Bilder“, die die Bruder Lumiere1 im Jahr 1895 der Offentlichkeit prasentierten, spielt die Musik zum und im Film eine wichtige Rolle.

Die Musik vieler Filmklassiker, als Beispiel seien hier nur „Der dritte Mann“, „Spiel mir das Lied vom Tod“ oder „Titanic“ genannt, haben sich zu beruhmten Musikstucken entwickelt und versetzen den Rezipienten, auch ausgekoppelt aus dem Film, in die Stimmung des Filmes zuruck. Der Zuschauer kann sich ihrer emotionalen Wirkung kaum entziehen. Aktuell zieht zum Beispiel der Soundtrack von Tarrantinos „Django Unchained“ in die intemationalen Musik- Charts ein. Ein Kinoerlebnis ohne Musik ist kaum vorstellbar. Haufig bin ich aus dem Kino gegangen und summte plotzlich Melodien vor mich hin, wahrend die Handlung des gerade Gesehenen vor meinem „inneren Auge“ noch einmal abspulte. Dieses Phanomen zeigte sich bereits in meiner Kindheit. Die Musikstucke vieler Filme, die mich in dieser Zeit begleiteten, kann ich bis heute mitsingen. Wahrend die Bilder der Filme verblassten, blieb die Musik sogar im Detail in meinem Gedachtnis gespeichert und erzeugt Emotionen. Als die Romane uber das Leben meines Kindheitsheldens „Harry Potter“ von J.K. Rowling2 3 verfilmt wurden, unterstutzte die Musik die Filme so, dass sich fur mich, die nunmehr sichtbar gemachte Fantasiewelt des „Harry Potter“, auch richtig anfuhlte.

In dieser Hausarbeit mochte ich dieses Phanomen naher betrachten. Welche emotionale Wirkung erzielt die Musik im Film und mit welchen Mitteln wird dies erreicht? Dies mochte ich am Beispiel der Filmmusik fur den Film „Harry Potter und der Stein der Weisen“ des Regisseurs Chris Columbus4 aus dem Jahr 2001 untersuchen. Um mich dem Thema anzunahern gehe ich zunachst auf die die Historie der Filmmusik ein und wende mich dann den Grundlagen ihrer Funktion und der technischen Umsetzung zu. Anschliefiend betrachte ich, wie sich die Filmmusik auf die Emotionen des Rezipienten auswirkt beispielhaft an dem Soundtrack des Films „Harry Potter und der Stein der Weisen“. Als Primarmaterial dienen mir hierzu der Film „Harry Potter und der Stein der Weisen“ von Chris Columbus aus dem Jahr 2001 und die Filmmusik hierzu, die von John Williams5 komponiert wurde.

2 Die historische Entwicklung der Musik im Film

In der Zeit von 1895-1927 entstanden bereits die ersten Stummfilme. Ihnen fehlt jedoch eine eigene Tonspur. Schon damals gab es zwar filmbegleitende Musik, jedoch galt sie eher als Begleitmusik, oder wurde schon vor Filmbeginn zum Einstieg und Anlocken der Zuschauer genutzt. Sie wurden durch die haufig bekannte Musik bereits in eine bestimmte Stimmung versetzt. Dies hatte allerdings vielmehr eine marktschreierische Funktion, wie etwa Norbert Jurgen Schneider6 7 8 beschreibt: „Durch ihr hohes Mafi an Sinnlichkeit (nach dem alten Motto: ,,wo Musik ist, da ist was los!“) war sie [die Musik] schon in fruhen Zeiten bei Wirten, Zirkusdirektoren und Schaubudenbesitzern eine warenasthetische Funktionsgrofie.“ Anfangs versuchte man mittels eines Pianisten, der bekannte oder improvisierte Melodien spielte, die in etwa zu den Bildern im Film passten, das laute Brummen des Vorfuhrgerats zu ubertonen. Doch haufig trat hierdurch der Effekt auf, dass die Musik nicht zu den im Film gezeigten Bildern und ubermittelten Emotionen passte. Ab 1910 wurden deshalb Stucke komponiert, die zunachst spezifische Genres oder Filmszenen begleiten sollten. Spater wurde dann damit begonnen auch eigens fur einen Film Musikstucke zu schreiben. Diese Entwicklung hat sich bis zu den heutigen Soundtrack eines Films etabliert.

3 Die Funktion, Anwendung und Wahrnehmung der Filmmusik

3.1 Funktion

Filmmusik wird wie folgt definiert: „Filmmusik ist die Musik, welche die Filmbilder begleitet, das heifit also, die Musik, die extra fur den Film komponiert (Scores) oder aus bereits vorhandenen Werken arrangiert wurde“ . Die Hauptaufgabe von Filmmusik ist , im Film Emotionen zu erzeugen, Bilder zu interpretieren und Spannung aufzubauen. Hierdurch soll dem Rezipienten der Eintritt in die Welt des Films erleichtert werden. In der wissenschaftlichen Literatur sind unterschiedliche Funktionsmodelle zu finden. Nach Bullerjahn9 erfullt die Musik im jeweiligen Film vier Funktionen:

Die dramaturgische Funktion: Die dramaturgische Funktion bezieht sich hauptsachlich auf die Unterstutzung der Handlung, der Darstellung von Schauplatzatmospare und zur Verdeutlichung von unausgesprochenen Gedanken und psychologischen Vorgangen.

Die epische Funktion: Die epische Funktion der Filmmusik soll einen Kommentar zur Filmhandlung darstellen. Sie kann durch musikalische Hinweise auf historische, geografische und gesellschaftliche Aspekte die Interpretation des Film erleichtern. Auch kann durch sie die Veranderung des Erzahltempos suggeriert werden.

Die strukturelle Funktion: Die strukturelle Funktion unterstutzt oder verdeckt den Filmschnitt. Ebenso konnen ausgewahlte Einstellungen und Bewegungen betont werden. Hierzu gehort u.A. auch die Titel- und die Abspannmusik.

Die persuasive Funktion: Hauptsachlich gehort hierzu die emotionalsierende Funktion der Filmmusik. Sie soll die Distanz des Rezipienten zum Geschehen im Film verringern. Sie soll die Aufmerksamkeit auf bestimmte Personen oder Geschehen lenken und die Emotionen des Zuschauers hierzu aufbauen.

3.2 Die Methoden und Technik

Die hauptsachlich in Filmen verwendeten Techniken10 stellen sich wie folgt dar:

3.2.1 Underscoring

Beim Underscoring begleitet die Filmmusik alle sichtbaren Ereignisse, dargestellten Gefuhle und Bewegungen moglichst synchron. Ein wesentliches Merkmal ist, dass die Musik das Filmgeschehen durchgehend begleitet. Dadurch wird praktisch eine Verdopplung des Sichtbaren erreicht. In seiner extremen Form wird das Underscoring als „Mickey-Mousing“ bezeichnet. Hier werden durch die Musik die Bewegungen im Film uberzeichnet. Eingesetzt wird diese Technik hauptsachlich bei Trickfilmen, wodurch sie auch ihre Bezeichnung erhalten hat.

3.2.2 Mood-Technik

Bei dieser Technik werden die Szenen mit einem musikalischen Stimmungsbild (mood, engl. = Stimmung) unterlegt. Hierdurch soll eine bestimmte Atmosphare fur eine ganze Szene erzeugt
werden. Die Musik soil auch die psychische Verfassung der Protagonisten wiederspiegeln11. Hierbei spielt die Auswahl der Instrumente, die Tonart, das Tempo und die Spieltechnik eine grofie Rolle. Zum Beispiel: Tonart Dur zur Darstellung von Freude, Tonart Moll zur Darstellung von Trauer. Die Mood-Technik findet sich sich in fast allen Filmen wieder.

[...]


1 Bruder Lumiere, Auguste Marie Louis Lumiere (1892-1954) u. Louis Jean Lumiere (1864-1948) Urheber des ersten Filmprojektors

2 J.K. Rowling , englische Autorin, Verfasserin der Harry- Potter- Buchreihe

3 Cloumbus, Chris,2001, Harry Potter und der Stein der Weisen, Warnerbros. Pictures [Film]

4 Chris Columbus, us-amerikanischer Filmproduzent, Regisseur und Drehbuchautor, geb. 1958

5 John Williams, US-amerikansicher Komponist, Dirigent, Produzent von Film- u. Orchestermusik, geb. 1932

6 Schneider, Norbert Jurgen, 1986, Handbuch Filmmusik, Munchen, Olschlager, S.16

7 Greiner, Hubl, 2008, http://www.e-filmmusik.de/geschichte_filmmusik/definition_filmmusik.html [Stand 10. Januar 2013]

8 Kreuzer, A.C., 2009, Filmmusik in Theorie und Praxis, Konstanz, UVK, S. 115

9 Bullerjahn, Claudia ,2001. Grundlagen der Wirkung von Filmmusik, Augsburg, Wifiner S.137

10 Kloppenburg, Josef, 2000, Musik multimedial, Handbuch der Musik im 20. Jahrhunder, Laaber, S.46

11 Kloppenburg, J , 2000, Musik multimedial, Handbuch der Musik im 20. Jhrd, Bd. 11, Filmmusik, Videoclips, Fernehen, Laaber, Laaber, S. 58

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Die emotionale Wirkung und Wahrnehmung von Filmmusik in Harry Potter
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Note
1,5
Autor
Jahr
2013
Seiten
12
Katalognummer
V232932
ISBN (eBook)
9783656489870
ISBN (Buch)
9783656490500
Dateigröße
448 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Harry Potter, Filmmusik, Verfilmung, Emotionale Wirkung, Wirkung von Filmmusik, Film, Musik
Arbeit zitieren
Nora Klutzny (Autor), 2013, Die emotionale Wirkung und Wahrnehmung von Filmmusik in Harry Potter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232932

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