Auf Holz klopfen, nachts kein Wasser vor die Türe schütten, die
Handtasche keinesfalls in der Straßenbahn auf den Boden stellen: Beispiele
dafür, woran ein Mensch Glück oder Unglück festzumachen versucht. Jede
Kultur und jede Epoche kennt dabei eigene Versionen eines
„Aberglaubens“.
In der interkulturellen Kommunikation ist das kein Humbug, sondern ein wichtiger Bestandteil der Forschung. Anhand des "bösen Blicks" lässt sich die Relevanz im aufgeklärten Alltag des mittleren Europas nachvollziehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Vorüberlegung - Umgrenzung
3. Beispiele für abergläubische Elemente
3.1. Der Böse Blick (Beispiele + Abwehr)
4. Erklärung und Herkunft
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Aberglaubens im interkulturellen Kontext, wobei der Fokus insbesondere auf dem Konzept des „Bösen Blicks“ liegt. Ziel ist es, die Ursprünge und Ausprägungen dieses Volksglaubens in verschiedenen Kulturen zu analysieren und deren Bedeutung sowie die daraus resultierenden Konsequenzen für die interkulturelle Kommunikation kritisch zu hinterfragen.
- Definition und historische Einordnung des Aberglaubens
- Phänomenologie des „Bösen Blicks“ in verschiedenen Kulturkreisen
- Schutzmechanismen und Abwehrpraktiken gegen den „Bösen Blick“
- Wissenschaftliche Erklärungsansätze aus Biologie, Psychoanalyse und Sozialanthropologie
- Implikationen abergläubischer Praktiken für die interkulturelle Interaktion
Auszug aus dem Buch
Die biologische Theorie
Die biologische Theorie von Otto Koenig fokussiert sich auf den „bei allen Wirbeltieren verbreiteten <
Die Psychoanalyse, von Freud und seinen Nachfolgern angewandt, versucht dem ‚Bösen Blick‘ auf die Spur zu kommen: Freud selbst spricht dem ausübenden des ‚Bösen Blicks‘ die Fähigkeit zu, sein Gegenüber „in ein Kindheitsstadium“ zurückzuversetzen, in dem es passiv „einer übermächtigen und gefährlichen Persönlichkeit“ ausgesetzt war. Freud spricht also eigentlich mehr von einer Form der Einschüchterung oder Drohung, denn von einem „Überfluss des Herzens“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Aberglauben ein und stellt die Absicht der Arbeit dar, das Phänomen des „Bösen Blicks“ in verschiedenen kulturellen Kontexten zu untersuchen.
2. Vorüberlegung - Umgrenzung: Dieses Kapitel definiert Aberglauben als historischen und religiösen Begriff und beleuchtet dessen Wandel sowie die Abgrenzung zur wissenschaftlichen Rationalität.
3. Beispiele für abergläubische Elemente: Hier werden praktische Beispiele für Aberglauben gesammelt, insbesondere durch den Einbezug von Erfahrungen aus Online-Communities.
3.1. Der Böse Blick (Beispiele + Abwehr): Dieser Abschnitt analysiert das spezifische Phänomen des „Bösen Blicks“ und dessen unterschiedliche Ausprägungen und Abwehrrituale in Ländern wie Deutschland, Griechenland, Italien und der Türkei.
4. Erklärung und Herkunft: Es werden verschiedene wissenschaftliche Theorien – von der Strahlentheorie bis zur Sozialanthropologie – diskutiert, um die Entstehung und Bedeutung des „Bösen Blicks“ zu ergründen.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Bedeutung abergläubischer Elemente für die interkulturelle Kommunikation zusammen und betont die Notwendigkeit, auf das Gegenüber zu achten, um Irritationen zu vermeiden.
Schlüsselwörter
Aberglaube, Böser Blick, Interkulturelle Kommunikation, Volksglaube, Superstitio, Amulett, Nazar Boncuk, Malocchio, Beschreien, Sozialanthropologie, Psychoanalyse, Kulturwissenschaft, interkulturelle Kompetenz, Religiöse Vorstellungen, Tradition.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung abergläubischer Elemente im interkulturellen Kontext, wobei der „Böse Blick“ als zentrales Fallbeispiel dient.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die Begriffsdefinition von Aberglauben, die Analyse verschiedener kultureller Manifestationen des „Bösen Blicks“ und dessen Bedeutung für die Kommunikation.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, das Verständnis für abergläubische Muster zu schärfen, um die interkulturelle Kommunikation zu erleichtern und potenzielle Konflikte durch gegenseitiges Verständnis zu vermeiden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse einschlägiger Werke und ergänzt diese durch informelle Berichte aus Online-Communities, um einen praxisnahen Einblick zu erhalten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Aberglauben, eine Analyse konkreter Beispiele für den „Bösen Blick“ sowie die theoretische Aufarbeitung verschiedener Erklärungsansätze.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „Böser Blick“, „Interkulturelle Kommunikation“, „Aberglaube“ und „kulturelle Identität“ charakterisiert.
Wie unterscheiden sich die Abwehrrituale gegen den „Bösen Blick“?
Während in der Türkei blaue Augen-Amulette (Nazar Boncuk) üblich sind, werden in Griechenland oder Italien oft Gebete, spezielle Beschwörungen oder alltägliche Handlungen als Schutz genutzt.
Warum spielt der „Böse Blick“ in der interkulturellen Kommunikation eine Rolle?
Unkenntnis über die Bedeutung von Lob oder Bewunderung in bestimmten Kulturen kann beim Gegenüber Ängste vor dem „Bösen Blick“ auslösen, was zu Irritationen im Kommunikationsprozess führt.
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- Sabrina Sailer (Author), 2009, Abergläubische Elemente in der interkulturellen Kommunikation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233021