Dänemark gilt beschäftigungspolitisch als Vorbild in Europa. Die Arbeitslosenquote ist von
über 11 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung im Jahr 1993 auf annähernd 5 Prozent im
Jahr 2001 gefallen1, infolgedessen kann Dänemark eine Vollbeschäftigungssituation wieder
als realistisches Politikziel definieren.
Doch wie hat Dänemark dies geschafft?
Mit dieser Frage versuchen wir uns in der nachstehenden Hausarbeit auseinander zusetzen.
Zunächst aber stellen wir das Königreich Dänemark vor. Wir gehen auf die geographische
Lage, die Bevölkerung sowie auf die Politik und die Regierungsform ein und nenne n
wirtschaftliche Daten.
Ein weiterer Punkt unserer Auseinandersetzung mit dem Thema ist das skandinavische
Wohlfahrtsmodell. Hier gehen wir auf Geschichte, Charakter und die erlittene Krise dieses
Modells ein.
Darauf folgt die Schilderung der Arbeitslosigkeit in Dänemark. Hierbei führen wir die
dänische Definition von Arbeitslosigkeit auf. Weiter nennen wir Daten und Fakten zur
Beschäftigungssituation in Dänemark und erläutern das Versicherungssystem sowie den
Geltungsbereich dieser Versicherung. Ein weiterer Punkt ist die Finanzierung der
Arbeitslosenversicherung und die Erklärung welche Ansprüche und Leistungen geltend
gemacht werden können. Ebenso gehen wir kurz auf die Besteuerung und Sozialabgaben im
Falle der Arbeitslosigkeit ein.
Unter Punkt sechs setzen wir uns mit der Arbeitsmarktreform Dänemarks auseinander. Wir
schildern, welche neuen Regelungen es durch diese Reform gab und welche Ergebnisse sie
für den Arbeitsmarkt mit sich brachten.
Unter Punkt sieben versuchen wir, die europäischen Arbeitslosenquoten miteinander zu
vergleichen.
Als letzten Punkt ziehen wir ein Resümee der Auseinandersetzung mit dem Thema der
sozialen Absicherung bei Arbeitslosigkeit in Dänemark.
1 vgl. Braun, S. 1
Gliederung
1. Einleitung
2. Königreich Dänemark
2.1 Geographische Lage Dänemarks
2.2 Bevölkerung
2.3 Politik und Regierungsform
2.4 Wirtschaftliche Daten
3. Soziale Sicherung im Kontext zum skandinavischen Wohlfahrtsmodell
3.1 Geschichte
3.2 Charakteristik
3.3 Die Krise des Wohlfahrtstaates
4. Definitionen von Arbeitslosigkeit
4.1 Allgemeine Definition
4.2 Organization of Economic Cooperation Development (OECD)-Definition
4.3 International Labour Organisation (ILO) - Definition
5. Arbeitslosigkeit in Dänemark
5.1 Dänische Definition von Arbeitslosigkeit
5.2 Daten und Fakten zur Beschäftigungssituation in Dänemark
5.2.1 Arbeitslosenversicherung und ihr Geltungsbereich
5.2.2 Arbeitslosenquote
5.3 Finanzierung
5.4 Anspruch und Leistungen
5.5 Besteuerung und Sozialabgaben
6. Arbeitsmarktreform ab 1993
6.1 Neue Regelungen
6.2 Ergebnis der Arbeitsmarktreform
7. Europäischer Vergleich der Arbeitslosenquoten
8. Resümee
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das dänische System der sozialen Absicherung bei Arbeitslosigkeit sowie die beschäftigungspolitischen Maßnahmen, die es Dänemark ermöglicht haben, die Arbeitslosenquote seit den 1990er Jahren signifikant zu senken und als europäisches Vorbild zu fungieren.
- Analyse des skandinavischen Wohlfahrtsmodells und dessen spezifischer Ausprägung in Dänemark.
- Untersuchung der Arbeitsmarktreformen ab 1993 und der damit verbundenen Aktivierungsmaßnahmen.
- Evaluierung der Arbeitslosenversicherung, deren Finanzierung sowie Anspruchs- und Leistungsbedingungen.
- Vergleichende Betrachtung der dänischen Arbeitslosenquoten im europäischen Kontext.
Auszug aus dem Buch
3.2 Charakteristik
Wie schon erwähnt werden im skandinavischen Wohlfahrtsmodell allen Bürgern, die die Bedingungen erfüllen, ohne Rücksicht auf die berufliche oder familiäre Situation Leistungen gewährt. Es ist ein universelles System. Jeder Einzelne hat Ansprüche, so dass zum Beispiel verheiratete Frauen unabhängig von ihren Ehemännern Leistungen erhalten. In Fällen von Krankheit oder Arbeitslosigkeit ist der Leistungsanspruch jedoch, ähnlich wie in Deutschland, immer von früheren Beschäftigungszeiten und zum Teil auch von Mitgliedschaft und Beitragszahlung abhängig.
Trotz alledem wird der größte Teil der Leistungen vom Staat transferiert, um eine gleichberechtigte Absicherung der Bevölkerung zu gewähren. Dieser Teil wird hauptsächlich über allgemeine Steuern und nicht durch zweckgebundene Beiträge getragen.
Im Gegensatz zu zum Beispiel Deutschland oder anderen europäischen Ländern ist der Staat in Skandinavien in weitaus höherem Maße an der Finanzierung und Organisation (Transfer) der Wohlfahrtsleistungen für die Bürger beteiligt. Aus diesem Grund gibt es neben dem Wohlfahrtsmodell ein Steuermodell, das sowohl eine breite Steuergrundlage als auch eine hohe Steuerbelastung bedeutet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der dänischen Arbeitsmarktpolitik und das Ziel der Arbeit.
2. Königreich Dänemark: Überblick über Geografie, Bevölkerung, Politik und ökonomische Basis des Landes.
3. Soziale Sicherung im Kontext zum skandinavischen Wohlfahrtsmodell: Historische Entwicklung, theoretische Modelle und die Krise des Wohlfahrtsstaates.
4. Definitionen von Arbeitslosigkeit: Gegenüberstellung verschiedener nationaler und internationaler Definitionen von Arbeitslosigkeit.
5. Arbeitslosigkeit in Dänemark: Analyse der dänischen Beschäftigungssituation, der Versicherungssysteme und Leistungsansprüche.
6. Arbeitsmarktreform ab 1993: Detaillierte Darstellung der durchgeführten Reformen und deren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt.
7. Europäischer Vergleich der Arbeitslosenquoten: Einordnung der dänischen Daten im Vergleich zu anderen europäischen Staaten.
8. Resümee: Reflexion über die Ergebnisse, die Übertragbarkeit auf Deutschland und Fazit der Arbeit.
Schlüsselwörter
Dänemark, Arbeitslosigkeit, Arbeitsmarktreform, Wohlfahrtsmodell, Soziale Sicherung, Arbeitslosenversicherung, Aktivierungsmaßnahmen, Beschäftigungspolitik, Skandinavisches Modell, Arbeitslosenquote, Sozialstaat, Arbeitsvermittlung, Vollbeschäftigung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das dänische System der sozialen Absicherung bei Arbeitslosigkeit sowie die Auswirkungen der weitreichenden Arbeitsmarktreformen, die in den 1990er Jahren initiiert wurden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen das skandinavische Wohlfahrtsmodell, die Funktionsweise der dänischen Arbeitslosenversicherung und der Vergleich der Arbeitslosenquoten innerhalb Europas.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu erklären, wie es Dänemark gelungen ist, seine Arbeitslosenquote von über 11 Prozent im Jahr 1993 auf ein deutlich niedrigeres Niveau zu senken und das Ziel der Vollbeschäftigung wieder realistisch zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Statistiken und offiziellen Veröffentlichungen zur Arbeitsmarktpolitik in Dänemark.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des Staates, die Erläuterung des Wohlfahrtsmodells, die Definition von Arbeitslosigkeit, eine Analyse der dänischen Beschäftigungssituation und eine detaillierte Beschreibung der Arbeitsmarktreformen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Arbeitsmarktreform, Aktivierung, Wohlfahrtsmodell und soziale Absicherung charakterisiert.
Was unterscheidet das dänische System der Arbeitslosenversicherung vom deutschen?
In Dänemark erfolgt die Finanzierung primär über Steuern, während in Deutschland das System stärker beitrags- und statusorientiert (Bismarck-Modell) aufgebaut ist.
Was beinhaltet die sogenannte "Aktivierungsmaßnahme" in Dänemark konkret?
Die Maßnahmen umfassen unter anderem verpflichtende Jobtrainings, Weiterbildungsangebote sowie die Anforderung an Arbeitslose, Stellenangebote anzunehmen, um den Verbleib im Arbeitsvermittlungsprozess sicherzustellen.
- Arbeit zitieren
- Finja Nissen (Autor:in), 2004, Soziale Absicherung bei Arbeitslosigkeit in Dänemark, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23304