Die demokratische Gesellschaft sieht sich als pluralistische Gemeinschaft, die offen
gegenüber allen Menschen ist, unabhängig von deren Hautfarbe, Glauben,
Staatsangehörigkeit oder kulturellen Hintergrund. Doch auf welcher Grundlage kann diese
Sicht der Dinge bestehen?
Um dieser Frage nachzugehen, habe ich mich in der nachstehenden Hausarbeit mit dem
Thema „Toleranz und Menschenrechte“ auseinandergesetzt.
Beginnen möchte ich hier bei mit einigen Definitionen von Toleranz und
Menschenrechten, um die Begriffe verständlich und nachvollziehbar zu machen.
Darauf folgen die Darstellung der unterschiedlichen Verwendung des Toleranzbegriffes.
Unter Punkt vier habe ich mich mit den Kriterien für ein tolerantes Verhalten auseinander
gesetzt.
Ein weiterer Punkt dieser Hausarbeit ist die Auseinandersetzung mit der Frage, welche
Kompetenzen ein Mensch für die Bildung und das Einsetzen von Toleranz benötigt.
Um die Bedeutung von Toleranz in der heutigen Gesellschaft noch besser zu verdeutlichen
habe ich mich ebenfalls mit der Intoleranz und ihren Ursachen beschäftigt und dies unter
Punkt sechs zusammengefasst.
Dem folgen die Schilderung der Auseinandersetzung der UNESCO mit dem Thema
Toleranz und die daraus entstandene Erklärung von Prinzipien der Toleranz.
Bei der Bearbeitung der Fragen zu Menscherechten, kommt man unabdingbar mit der
UNO und der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ in Kontakt. Dies ist der
Grund, warum ich mich unter Punkt acht genauer mit dieser Erklärung auseinandergesetzt
habe.
Ein weiterer Punkt ist die Verbindung von Sozialer Arbeit und Menschenrechten. Ich
versuche zu klären, welche Rolle die Menschenrechte für die Soziale Arbeit spielen und
welche Konsequenzen dies hat bzw. haben kann.
Als letzten Punkt ziehe ich ein Resümee zur Auseinadersetzung mit dem Thema „Toleranz
und Menschenrechte“.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen
2.1 Toleranz
2.2 Menschenrechte
3. Toleranz und dessen unterschiedliche Verwendung
4. Toleranzkriterien
4.1 Schaubild
5. Toleranzkompetenz
5.1 Toleranzwissen
5.2 Bereitschaft zur Toleranz
5.3 Spezifische Fähigkeiten
6. Intoleranz
6.1 Definitionen
6.2 Ursachen von Intoleranz
7. Die UNESCO und Toleranz
7.1 Die UNESCO
7.2 Die Erklärung von Prinzipien der Toleranz
8. Die UNO und Menschenrechte
8.1 Die UNO
8.2 Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
8.3 Kritik an der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“
9. Soziale Arbeit und Menschenrechte
9.1 Definition Soziale Arbeit
9.2 Das Handbuch „Menschenrechte und Soziale Arbeit“
9.3 Zweck des Handbuches
9.4 Bedürfnisse, Menschenrechte und Soziale Arbeit
9.5 Philosophische Werte, Menschenrechte und Soziale Arbeit
9.6 Praktische Konsequenzen für die Soziale Arbeit
10. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretische und praktische Verbindung zwischen Toleranz, Menschenrechten und der Sozialen Arbeit, um deren Bedeutung für ein pluralistisches Zusammenleben zu verdeutlichen.
- Grundlagendefinitionen von Toleranz und Menschenrechten
- Analyse der Voraussetzungen für tolerantes Verhalten und Toleranzkompetenz
- Untersuchung der Ursachen von Intoleranz in modernen Gesellschaften
- Darstellung der Rolle von UNESCO und UNO bei der Förderung dieser Werte
- Verknüpfung von Menschenrechten mit den Zielen und Aufgaben der Sozialen Arbeit
Auszug aus dem Buch
4. Toleranzkriterien
Um eindeutig bestimmen zu können, ob und wann ein Fall von Toleranz vorliegt, müssen drei Kriterien erfüllt sein:
1. Konflikt: Damit Toleranz überhaupt zum Tragen kommt, muss in erster Linie ein Konflikt vorliegen. Ein Konflikt entsteht dann, wenn die eigenen Deutungsmuster, Werte oder Normen mit anderen (gegensätzlichen) Ansichten konfrontiert werden und dabei das Gefühl oder die Tatsache entsteht, dass die eigene Meinung angezweifelt oder verletzt wird.
2. Gewaltlosigkeit: Ein weiteres Kriterium für Toleranz ist die Gewaltlosigkeit innerhalb eines Konflikts. Die Gewaltlosigkeit kann in diesem Fall aktiv oder passiv (im Sinne des Aushaltens des Konflikts) erfolgen.
3. Anerkennung der Gleichberechtigung: Nur wenn die Konfliktpartner anerkennen, dass beide das gleiche Recht auf freie Entfaltung haben, wird es dem Einzelnen möglich sein andere Deutungsmuster, Werte und Normen auszuhalten oder gemeinsam Regelungen für den Konflikt zu finden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Themas, des Aufbaus der Arbeit und der Zielsetzung im Kontext der demokratischen Gesellschaft.
2. Definitionen: Erläuterung der Begriffe Toleranz und Menschenrechte sowie deren Bedeutung als Grundlage für eine humane Gesellschaft.
3. Toleranz und dessen unterschiedliche Verwendung: Historische Betrachtung der Ausweitung des Toleranzbegriffs von religiösen Fragen auf soziale und ethnische Diversität.
4. Toleranzkriterien: Definition der drei notwendigen Bedingungen (Konflikt, Gewaltlosigkeit, Anerkennung der Gleichberechtigung) für ein tolerantes Verhalten.
5. Toleranzkompetenz: Erörterung der individuellen Fähigkeiten, die für den gewaltfreien Umgang mit Konflikten und das tolerante Handeln notwendig sind.
6. Intoleranz: Analyse der Ursachen von Intoleranz, wie Frustration und soziale Unsicherheit, und deren Abgrenzung zur Toleranz.
7. Die UNESCO und Toleranz: Beschreibung der Ziele und Arbeit der UNESCO, insbesondere der Erklärung von Prinzipien der Toleranz.
8. Die UNO und Menschenrechte: Darstellung der UNO als Hüterin der Menschenrechte und kritische Auseinandersetzung mit der Allgemeinen Erklärung.
9. Soziale Arbeit und Menschenrechte: Untersuchung des direkten Bezugs der Menschenrechte zur professionellen Sozialen Arbeit und deren praktischen Auswirkungen.
10. Resümee: Zusammenfassende Einschätzung der engen Verbindung zwischen Sozialer Arbeit, Toleranz und Menschenrechten als Leitbild für das Handeln.
Schlüsselwörter
Toleranz, Menschenrechte, Soziale Arbeit, Intoleranz, Konfliktlösung, Toleranzkompetenz, UNESCO, UNO, Gleichberechtigung, Pluralismus, Solidarität, gesellschaftliche Werte, Menschenwürde, Diskriminierung, Ethik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen und praktischen Bedeutung von Toleranz und Menschenrechten sowie deren zentraler Rolle für die Soziale Arbeit in einer pluralistischen Gesellschaft.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Kernbereichen gehören die Definition von Toleranz, die Voraussetzungen für gewaltfreie Konfliktlösung, die Ursachen von Intoleranz sowie die internationale Bedeutung von UNESCO und UNO.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie wichtig die Einhaltung und Förderung von Menschenrechten und Toleranz für die tägliche professionelle Praxis der Sozialen Arbeit ist.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse, die Definitionen, philosophische Werte und internationale Abkommen (z.B. der UNO und UNESCO) miteinander verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Toleranz und Menschenrechten, eine Analyse von Intoleranz, die Rolle internationaler Organisationen und die konkrete Anwendung dieser Konzepte in der Sozialen Arbeit.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Toleranz, Menschenrechte, Soziale Arbeit, Konfliktfähigkeit und Gleichberechtigung sind die leitenden Begriffe, die den gesamten Argumentationsverlauf bestimmen.
Warum ist eine Toleranzkompetenz für SozialarbeiterInnen so wichtig?
Sie ist notwendig, um in schwierigen Rollenkonflikten zwischen staatlichen Vorgaben und den Bedürfnissen der Klienten professionell und gerecht zu handeln.
Welchen Stellenwert nimmt die Kritik an der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ ein?
Die Autorin reflektiert kritisch, dass die Erklärung zwar eine große Errungenschaft ist, aber als westlich geprägt wahrgenommen werden kann und ihr die juristische Durchsetzungsgewalt gegenüber den Staaten fehlt.
- Quote paper
- Finja Nissen (Author), 2004, Toleranz und Menschenrechte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23305