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Identität und Differenz: Zum Menschenbild und zur Pädagogik Theodor Ballauffs

Title: Identität und Differenz: Zum Menschenbild und zur Pädagogik Theodor Ballauffs

Scientific Essay , 2013 , 18 Pages

Autor:in: Dr. Jörg Johannes Lechner (Author)

Pedagogy - Theory of Science, Anthropology
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Theodor Ballauffs Werk zeichnet sich ganz anders als die seelenanatomische Arbeit Bollnows durch einen ausgeprägten Hang zur Abstraktion und zum System aus. Dahinter scheint sich eine tiefe Skepsis gegen alle konkret-leibliche Daseinsrealität zu verbergen, zumal gegen jeden Versuch, daraus noch ein Wesen des Menschen hervorgehen zu lassen. Das zeigt sich bereits deutlich am trockenen Kalkül seiner «Systematischen Pädagogik», das sich aus einem kaum überschaubaren Gewirr aus «Fundamentalthesen», «prinzipiellen Theoremen», «pädagogischen Maßgaben» und «Maßnahmen» zusammensetzt. Dabei steht aller Aufwand an Begriffen einem vergleichsweise kompakten Anliegen gegenüber. Immer geht es Ballauff darum zu zeigen, welche Wege der pädagogischen Anthropologie nach Heidegger noch offen stehen, oder kurz, zu sagen, wie denn der Mensch sich zum «Hirten des Seins» wandeln könne. Ballauff geht zu diesem Zweck statt von den Stimmungen - die den frühen Heidegger beschäftigt hatten - ausdrücklich vom Denken aus, das er als Platzhalter für die verlorene Menschlichkeit einsetzt: [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Ballauffs pädagogisches System

2. Ballauffs philosophische Begründung der Pädagogik

2.1 Ballauffs philosophische Begründung

2.2. «Dasein»und «Sorge» bei Ballauff

2.3. «Sein zum Tode» bei Ballauff

2.4 Die Bedeutung der Zeit bei Ballauff

3. Literatur

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist die detaillierte Untersuchung und kritische Einordnung des pädagogischen Systems von Theodor Ballauff, wobei insbesondere die philosophische Fundierung seiner Theorien unter Berücksichtigung existenzieller Denkmotive nach Martin Heidegger analysiert wird.

  • Theodor Ballauffs Systematische Pädagogik
  • Die ontologische Begründung der Pädagogik
  • Existenzial-ontologische Begriffe: Dasein und Sorge
  • Die Bedeutung von Tod und Zeitlichkeit in der Erziehung
  • Kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff der Selbstlosigkeit

Auszug aus dem Buch

2.3 «Sein zum Tode» bei Ballauff

Die Bestimmung des «Daseins» als Sorge ist nach Ballauff ungenügend. Sie erfüllt sozusagen nicht das ganze Wesen des «Daseins», denn das «Daseinsganze» wird erst im Sterben konstituiert.

“Das Vorwegsein zum Tod vereinzelt das Insein. Der Tod ist dem Inseienden, dem Menschen seine unvertretbare, nur von ihm selbst zu bestehende Möglichkeit. Er verweist das Insein in seine Eigentlichkeit. Weil das Vorlaufen in die unüberholbare Möglichkeit alle ihr vorgelagerten Möglichkeiten mit erschließt, liegt in ihr die einzigartige Möglichkeit einer Vorwegnahme des ganzen Da-Seins, d. h. die Möglichkeit das Seinkönnen als ganzes zu übernehmen und damit vor Augen zu haben. Das Sich-Vorwegsein muss also dann die Weise des Vorlaufens annehmen. Mit anderen Worten, dem einzelnen Menschen wird in solchem Vorlaufen das Ausmaß und die Aufgabe des Inseins in Welt klar; diese Einsicht ruft ihn auf, er selbst zu sein, d h. sein Leben in dessen Unwiederbringlichkeit selbst zu verantworten. “

Zusammenfassung der Kapitel

1. Ballauffs pädagogisches System: Einführung in Ballauffs Hang zur Abstraktion und sein Bemühen, die Pädagogik als System auf Basis des „wesentlichen Denkens“ zu begründen.

2. Ballauffs philosophische Begründung der Pädagogik: Darstellung der ontologischen Basis, bei der Bildung als „selbstlose Hingabe“ und nicht als bloße Selbstsuche verstanden wird.

2.1 Ballauffs philosophische Begründung: Analyse des Menschen als „Seiendes“ in Analogie zu Heidegger und die Kritik an der traditionellen „falschen Selbstbezogenheit“ der Bildung.

2.2. «Dasein»und «Sorge» bei Ballauff: Untersuchung der Existenzialien „Dasein“ und „Sorge“, die das Wesen des Menschen in seiner Weltbezogenheit definieren.

2.3. «Sein zum Tode» bei Ballauff: Erläuterung des Todes als „eigenste Möglichkeit“ des Daseins, die den Menschen in seine Eigentlichkeit verweist.

2.4 Die Bedeutung der Zeit bei Ballauff: Differenzierung zwischen einem vulgären Zeitbegriff und einer ursprünglichen Zeitlichkeit, die das Fundament für die Verfassung des Daseins bildet.

3. Literatur: Verzeichnis der in der Arbeit herangezogenen philosophischen und pädagogischen Fachliteratur.

Schlüsselwörter

Theodor Ballauff, Pädagogik, Dasein, Sorge, Sein zum Tode, Existenzphilosophie, Martin Heidegger, Zeitlichkeit, Bildung, Selbstlosigkeit, Ontologie, Erziehungswissenschaft, Menschlichkeit, Sachlichkeit, Mitwelt

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Philosophie von Theodor Ballauff und untersucht dessen systematische Versuche, Erziehung auf eine ontologische Grundlage nach dem Vorbild der Existenzphilosophie zu stellen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Begriffe des Daseins, der Sorge, des Seins zum Tode sowie die Bedeutung der Zeitlichkeit für den Prozess der Bildung und das Verständnis des Menschseins.

Was ist die zentrale Forschungsabsicht des Autors?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Ballauff die Pädagogik durch eine „Asketik des Denkens“ und eine Abkehr von rein utilitaristischen oder solipsistischen Bildungszielen hin zu einer „selbstlosen Verantwortung der Wahrheit“ transformieren wollte.

Welche wissenschaftliche Methodik kommt zum Einsatz?

Der Autor nutzt eine phänomenologisch-hermeneutische Analyse, um Ballauffs Theoreme mit den zentralen Gedanken von Martin Heidegger zu vergleichen und deren pädagogische Implikationen kritisch zu würdigen.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in die philosophische Fundierung der Pädagogik, die Analyse der existenzialen Grundstrukturen des Daseins und eine Untersuchung, wie Ballauff Begriffe wie „Geworfenheit“, „Sorge“ und „Zeit“ pädagogisch interpretiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „Sein zum Tode“, „Selbstlosigkeit“, „Sachlichkeit“ und die Heideggersche „Geworfenheit“ geprägt.

Wie unterscheidet Ballauff laut dem Text zwischen „eigentlichem“ und „uneigentlichem“ Dasein?

Eigentliches Dasein zeichnet sich dadurch aus, dass der Mensch seine Endlichkeit und sein „Sein zum Tode“ bewusst übernimmt, während uneigentliches Dasein im „Man“ verbleibt und die eigene Existenz in der Alltäglichkeit verliert.

Welchen Stellenwert nimmt die „Sachlichkeit“ in Ballauffs System ein?

Sachlichkeit wird als pädagogische Grundhaltung definiert, die den Respekt gegenüber dem Anderen und der Sache selbst fordert, indem sie das eigene Subjekt hinter die Wahrheit des Seienden zurücktreten lässt.

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Details

Title
Identität und Differenz: Zum Menschenbild und zur Pädagogik Theodor Ballauffs
Author
Dr. Jörg Johannes Lechner (Author)
Publication Year
2013
Pages
18
Catalog Number
V233060
ISBN (eBook)
9783656502609
ISBN (Book)
9783656504047
Language
German
Tags
identität differenz menschenbild pädagogik theodor ballauffs
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. Jörg Johannes Lechner (Author), 2013, Identität und Differenz: Zum Menschenbild und zur Pädagogik Theodor Ballauffs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233060
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