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To be different! Erfolgreiche Marktpositionierung trotz – oder Dank – Non-Konformität?

Eine Analyse der Klang – Image – Konstitution am Beispiel der Böhsen Onkelz.

Titel: To be different! Erfolgreiche Marktpositionierung trotz – oder Dank – Non-Konformität?

Bachelorarbeit , 2013 , 67 Seiten , Note: 2,5

Autor:in: Marcel Weigel (Autor:in)

Musik - Sonstiges
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

„Der wagemutige französische Philosoph Voltaire zweifelte häufig öffentlich die strengen Glaubensgrundsätze seiner Zeit an – und das trotz der strengen Zensurgesetze im Frankreich des 18. Jahrhunderts. Als ein Priester ihn an seinem Sterbebett aufforderte, sich von Satan loszusagen, erwiderte Voltaire: >>Aber, aber, guter Mann. Dies ist nicht der Zeitpunkt, sich Feinde zu machen<<“ (Ceilán 2007: 83)

Ob dies wirklich die letzten Worte Voltaires waren, soll nicht Thema dieser Bachelorarbeit sein. Es ist auch gar nicht von Bedeutung, dennoch zeigt jene Überlieferung Voltaires angeblichen ultima verba1, wie wichtig ein Image für Kunstschaffende und Philosophen aller Art ist, egal ob Schriftsteller, Schauspieler oder Musiker.
Vor allem viele Bands leben und lebten von ihrem Image, den
„kommunikative[n] Konstrukt[en], die sich aus den überwiegend medial distribuierten, intertextuellen Darstellungsmustern eines Interpreten und den darauf aufbauenden Vorstellungen der Rezipienten zusammensetzen“ (Borgstedt 2008: 136),
oder kurz dem Mythos, der um die Band herum aufgebaut wurde. Als Image kann dabei alles betrachtet werden, dass dem Künstler von außen oder auch durch eigene Aussagen zugeschrieben wird. Die Rolling Stones beispielsweise galten immer als das skandalöse Pendant der Beatles, sie standen für Rock, Revolution, Krawall – kurz: für „Konfrontation und Schock“ (Bamberg 1999). Aus heutiger Sicht mag dies schwer vorstellbar erscheinen, sind sie doch klanglich zwischen Blues und Rock angesiedelt und eher etwas für die älteren Musikliebhaber oder jedenfalls nicht mehr der Sound der Jugend.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen der Musikrezeption

2.1 Adornos Theorie der Industriediktatur

2.2 Der Rezipient als kreativer Part der Musikkultur

2.3 Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Theorien in Bezug auf das Künstler-Image

3. Strategien der Musikindustrie

3.1 One-Hits-Wonders – Das schnelle Kapital

3.2 Dekaden-Stars – So werden Legenden gemacht

4. Die Böhsen Onkelz – „Gehasst, Verdammt, Vergöttert!“

4.1 Die Onkelz und die Presse

4.2 Der Mythos „Böhse Onkelz“

4.3 Die Onkelz und der Prollrock

4.4 Legenden sterben nie? „Vaya con tioz“

4.5 Das Ende der Onkelz

4.6 Die Onkelz – Ein Medienphänomen

5. Überprüfung der Thesen an vier ausgewählten Werken

5.1 Erinnerungen

5.2 Onkelz 2000

5.3 Danke für nichts

5.4 Ihr hättet es wissen müssen

6. Das Image macht die Musik?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert, inwiefern ein selbst konstruiertes oder von außen zugeschriebenes Image eine Band beeinflussen kann, und untersucht die Wechselwirkungen zwischen musikalischer Ausgestaltung und medialer Wahrnehmung am Beispiel der Band Böhse Onkelz.

  • Die theoretischen Grundlagen der Musikrezeption nach Adorno und den Cultural Studies.
  • Strategien der Musikindustrie zur Etablierung von "One-Hit-Wonders" im Vergleich zu "Dekaden-Stars".
  • Die diskursive Konstruktion des Images der Böhsen Onkelz und deren Umgang mit medialem Boykott.
  • Die Analyse ausgewählter Werke zur Überprüfung der Verschränkung von Image und musikalischer Realität.

Auszug aus dem Buch

4.1 Die Onkelz und die Presse

„Die Band sah sich auch nach ihrem Ausstieg aus der rechtsextremen Szene weiterhin in einem Kampf –gegen "die da oben", gegen Journalisten und gegen alle, von denen sie sich unverstanden fühlten, auch wenn aus der "Kanakenwelt" der Vergangenheit nun ein "Meer der Lüge" geworden war. Unverstandene selbsternannte Underdogs, immer kämpfend – ohne jedoch sagen zu können, wofür da gekämpft wird: "rebels without a cause".“ (Netz gegen Nazis 2008)

Wie von der Internetinitiative Netz gegen Nazis richtig analysiert wurde, legten sich die Böhsen Onkelz ein Image der Underdog-Band zu, welches sie bis zum Schluss aufrechterhielten. Jenes Image samt dem implizierten Kampf gegen Alles und Jeden ist dabei nicht neu. Es war schon in den 60er und 70er Jahren in den Jugendkulturen und ihren Musiken ein unverzichtbarer Bestandteil. (Vgl. Frith 2007) Und so auch bei den Böhsen Onkelz. Auf nahezu jedem Album lassen sich Lieder finden, welche textlich Menschen und Institutionen anfeinden, welche die Onkelz als Gegner empfanden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Bedeutung von Images für Musiker und Skizzierung der Problematik anhand von Beispielen wie den Rolling Stones und den Toten Hosen.

2. Grundlagen der Musikrezeption: Auseinandersetzung mit Adornos Theorie der Industriediktatur und der Gegenposition der Cultural Studies zum aktiven Rezipienten.

3. Strategien der Musikindustrie: Untersuchung der Vermarktungsmechanismen von kurzlebigen "One-Hit-Wonders" gegenüber langfristig aufgebauten "Dekaden-Stars".

4. Die Böhsen Onkelz – „Gehasst, Verdammt, Vergöttert!“: Detaillierte Analyse der Image-Konstruktion, des Mythos, des Prollrocks und der Abgrenzung zur Presse am Beispiel der Böhsen Onkelz.

5. Überprüfung der Thesen an vier ausgewählten Werken: Exemplarische Untersuchung von vier spezifischen Songs ("Erinnerungen", "Onkelz 2000", "Danke für nichts", "Ihr hättet es wissen müssen") auf ihre Rolle im Gesamtgefüge der Band.

6. Das Image macht die Musik?: Fazit über das Wechselspiel zwischen künstlicher Inszenierung und musikalischem Inhalt, ergänzt um aktuelle Fallbeispiele.

Schlüsselwörter

Böhse Onkelz, Imagekonstruktion, Musikrezeption, Kulturindustrie, Adorno, Musikindustrie, Subkultur, Authentizität, Mythos, Fanbindung, Deutschrock, Medienboykott, Rezeption, Popkultur, Identitätskonstruktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen einem gezielt konstruierten oder extern zugeschriebenen Band-Image und dem tatsächlichen musikalischen Erfolg am Beispiel der Böhsen Onkelz.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Musikrezeptionstheorie, die Vermarktungsstrategien der Musikindustrie und die diskursive Imagebildung subkultureller Bands.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist die Analyse, wie die Böhsen Onkelz ihr Image als unangepasste Underdogs trotz massiver medialer Boykott-Kampagnen zur Stärkung ihrer Fanbindung und ihres Legendenstatus nutzen konnten.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Der Autor nutzt eine emische Betrachtungsweise, also die Perspektive eines Kenners der Szene, gepaart mit einer Analyse theoretischer Diskurse und exemplarischen Werkanalysen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die strategische Imagebildung der Band, den Mythos "Böhse Onkelz", die Rolle der Presse und die musikalische Entwicklung anhand ausgewählter Songs, die für die Historie der Band entscheidend waren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem Imagekonstruktion, Kulturindustrie, Authentizität, Fanbindung, Medienboykott und Identitätskonstruktion.

Warum wird das Image der Böhsen Onkelz als "selbst konstruiert" bezeichnet?

Der Autor argumentiert, dass die Band bewusst Klischees des unangepassten "Underdogs" bediente, um sich in der Musiklandschaft zu positionieren und eine treue Fan-Familie aufzubauen.

Welche Bedeutung hatte das Abschiedskonzert in der Lausitz für den Mythos der Band?

Das Abschiedskonzert diente als "Homecoming" und inszeniertes Finale, das den Mythos der Band für die Nachwelt konservierte und als Teil der "Legendenbildung" festigte.

Warum hält der Autor die "emische" Perspektive für notwendig?

Er argumentiert, dass neutrale, von außen betrachtende Analysen die gelebte Realität und Faszination der Band-Fan-Beziehung oft verfehlen und daher für dieses spezifische Thema unzureichend sind.

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Details

Titel
To be different! Erfolgreiche Marktpositionierung trotz – oder Dank – Non-Konformität?
Untertitel
Eine Analyse der Klang – Image – Konstitution am Beispiel der Böhsen Onkelz.
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Institut für Musikwissenschaften und Medienwissenschaften)
Note
2,5
Autor
Marcel Weigel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
67
Katalognummer
V233065
ISBN (eBook)
9783656515982
ISBN (Buch)
9783656515999
Sprache
Deutsch
Schlagworte
erfolgreiche marktpositionierung dank non-konformität eine analyse klang image konstitution beispiel böhsen onkelz
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marcel Weigel (Autor:in), 2013, To be different! Erfolgreiche Marktpositionierung trotz – oder Dank – Non-Konformität?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233065
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Leseprobe aus  67  Seiten
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