Verringerung von Kinderarbeit in global agierenden Unternehmen

Eine Betrachtung von Maßnahmen und Lösungsansätzen


Studienarbeit, 2013

41 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

0. Kinderarbeit - eine Problemstellung der heutigen Zeit in global agierenden Unternehmen

1... Zielsetzung der Studienarbeit
1.1 Zielkriterien der Studienarbeit
1.2 Adressat
1.3 Aufbau der Studienarbeit

2. Aktuelle Situation
2.1 Aktueller Stand der Kinderarbeit
2.2 Stärken und Schwächen der aktuellen Situation
2.3 Ursachen der aktuellen Situation
2.3.1 Marktstellung der Unternehmen
2.3.2 Bildungspolitik
2.3.3 Armut

3 Definitionen und Erläuterungen
3.1 Begriffsbestimmung Kind
3.2 Begriffsbestimmung Arbeit
3.3 Begriffsbestimmung Kinderarbeit
3.4 Internationale Labour Organisation

4 Bereits bestehende Maßnahmen und Lösungsansätze
4.1 Rechtliche Grundlagen
4.1.1 Konventionen der ILO
4.1.2 Global Compact
4.2 Sozial-Label
4.3 Zertifizierung gemäß dem Modell Social Accountability

5... Kritische Bewertung und Lösungsansätze
5.1. Kritische Bewertung der bereits bestehenden Maßnahmen und Lösungsansätze
5.2 Erarbeitung von Maßnahmen und Lösungsansätzen
5.2.1 Modifikation von Mitarbeitern und Zahlung von existenzsichernden Löhnen
5.2.2 Öffentliche Aussprache (Veröffentlichung der Sachverhalte)
5.2.3 Ausschluss von Zulieferern und Subunternehmen Innerhalb der eigenen Wertschöpfungskette
5.2.4 Implementierung von Bildungsprogrammen

6 Fazit / Schlusswort

7.. Ausblick

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

0. Kinderarbeit - eine Problemstellung der heutigen Zeit in global agie­renden Unternehmen

Durch den Wandel der Zeit und der damit verbundenen Industrialisierung und Globalisierung stehen Unternehmen heutzutage noch mehr als früher unter ei­nem enormen Kostendruck. 1

Daher müssen sich diese mit Möglichkeiten zur Senkung von Herstellkosten aus­einandersetzen. Eine Möglichkeit bietet die Auslagerung der Produktionsprozesse in Niedrig-Lohn-Länder. Die Arbeitsbedingungen in diesen Ländern sind oft nur schwer kontrollierbar und gerade das Thema Kinderarbeit gehört dort zum Alltag.

Das die Problematik Kinderarbeit noch lange nicht beendet ist und in einigen Kontinenten zum täglichen Leben gehört, wird heutzutage durch das enorme Me­dieninteresse gezeigt.

Im April 2013 strahlte der Fernsehsender RTL einen Beitrag zum Thema Kinder­arbeit in der Textilindustrie aus. Im Vordergrund hierbei standen zwei deutsche Bekleidungsunternehmen, die ihre Waren mit Hilfe von Kinderarbeit in Indien und Bangladesch fertigen lassen. Durch unbemerkte Film- und Interviewaufnahmen wurde das Ausmaß, unter denen vor allem die Kinder dort arbeiten, deutlich ge­macht.

Ein Unternehmen, das in den letzten Jahren häufig mit dem Thema Kinderarbeit in Verbindung gebracht wurde, ist die Firma KIK. Die meisten Produkte werden durch Subunternehmen in Bangladesch produziert. In Deutschland werden die Produkte lediglich für den europäischen Markt verkaufsfertig gemacht.

KIK erreicht demnach Fertigungskosten von ca. 39 Cent für eine Hose und erzielt einen Verkaufspreis von 7,99 €.

Die nachstehende Ausarbeitung sowie die kritische Bewertung der verschiedenen Maßnahmen und Lösungsansätze zur Verringerung von Kinderarbeit sollen das Blickfeld eines Unternehmens erweitern und Anregungen für eine effiziente Um­setzung bieten.

1. Zielsetzung der Studienarbeit

Ziel ist es aktuelle und potenzielle Möglichkeiten zur Verringerung von Kinderar­beit in global agierenden Unternehmen hinsichtlich ihrer Vor- und Nachteile zu analysieren. Aufbauend hierauf soll ein Leitfaden als Lösungsansatz erarbeitet werden. Folglich wird in dieser Studienarbeit aufgezeigt, mit wie vielen verschie­denen Themenkomplexen sich die Unternehmen auseinandersetzen müssen und wie viele einzelne Aspekte im Bezug auf Kinderarbeit berücksichtigt werden müs­sen. 2

Was diese Aspekte detailliert zum Inhalt haben und welche Aussagen sich daraus schließen lassen, wird im Bezug aufdie Studienarbeit erarbeitet.

Ausgehend von dem Titel dieser Studienarbeit soll die finale Fragestellung fol­gende sein: Ist die Verringerung von Kinderarbeit in global agierenden Unter­nehmen überhaupt in der Realität umsetzbar?

1.1 Zielkriterien der Studienarbeit

Um die Verringerung von Kinderarbeit in Unternehmen in die Realität umzuset­zen müssen unterschiedliche Zielkriterien beachtet werden. Dabei steht an erster Stelle die eigene wirtschaftliche Lage eines Unternehmens. Die Stellung am Markt sowie das Umfeld jedes Unternehmens muss überprüft und beachtet wer­den. Jedoch auch die rechtlichen Aspekte sowie die Übereinkommen der Länder müssen ratifiziert als auch erweitert werden.

Ferner sollen die Unternehmen zusätzlich auf die Zustände in den Zulieferbetrie­ben entlang der gesamten Wertschöpfungskette achten und die Einhaltung von Sozial- und Sicherheitsstandards fordern.

Unterstützend muss auch die wirtschaftliche Lage eines jeweiligen Landes beach­tet werden sowie die dort herrschenden Lebens- und Arbeitsbedingungen.

1.2 Adressat

Diese Studienarbeit wird im Rahmen des Studiums an der Deutschen Außen­handels- und Verkehrsakademie Bremen erstellt.

Sie soll daher alle Beteiligten ansprechen, die sich mit der Thematik Kinderarbeit aus unternehmens- oder hilfsorganisatorischer Perspektive befassen.

1.3 Aufbau der Studienarbeit

Diese Studienarbeit ist in sechs Hauptkapitel aufgeteilt.

Im ersten Kapitel wird die Problemstellung aus wissenschaftlicher Sicht darges­tellt.

Nachfolgend wird im zweiten Kapitel kurz die aktuelle Situation der Kinderarbeit dargestellt. Dabei werden die Stärken und Schwächen der aktuellen Situation sowie die Ursachen genauer fokussiert.

Darauf aufbauend folgt ¡m dritten Kapitel eine theoretische Auseinandersetzung mit der Thematik. In ihr wird die Definition von Kinderarbeit geklärt sowie ein wichtiger Akteur im Kampf gegen Kinderarbeit vorgestellt.

In Kapitel vier folgt die Vorstellung der bereits bestehenden Maßnahmen und Lö­sungsansätze sowie die Erläuterung der Instrumente im Bezug auf Kinderarbeit.

Das fünfte Kapitel befasst sich mit dem praktischen Teil dieser Studienarbeit. Aufbauend auf den vorherigen Kapiteln und den theoretischen Grundlagen folgen hier die Bewertungen der bereits bestehenden Maßnahmen und Lösungsansätze sowie Überlegungen und verschiedene Handlungsempfehlungen.

Das sechste und siebte Kapitel bilden den inhaltlichen Abschluss. Es beinhaltet ein Fazit sowie einen Ausblick in die Zukunft.

2. Aktuelle Situation

2.1 Aktueller Stand der Kinderarbeit

Um den Zugang zu dem Thema zu erleichtern, werden nachstehend Zahlen, Da­ten und allgemeine Fakten zur weltweiten Situation der arbeitenden Kinder dar­gelegt.

Schon seit mehr als 150 Jahren ist die Beschäftigung von Kindern ein weltweites Problem und so verbreitet, dass mittlerweile jedes siebte Kind in den unter­schiedlichsten Wirtschaftsbereichen arbeitet. 3

Auch wenn in den vergangenen Jahren schon einige Erfolge erzielt wurden 4, be­steht nach wie vor noch ein großer Handlungsbedarf, denn nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation liegt derzeit die Zahl von arbeitenden Kindern weltweit bei mehr als 220 Millionen. 5 Das entspricht ungefähr 20% aller Kinder weltweit 6 - allein 73 Millionen dieser Kindersind unter 10 Jahren 7.

Für einen geringen Lohn müssen die Kinder täglich unter menschenunwürdigen Bedingungen teilweise mehr als 16 Stunden arbeiten. Fehlender Arbeitsschutz, die Aufsicht am Arbeitsplatz durch brutale Aufseher sowie die Arbeitslosigkeit in auftragsarmen Zeiten, setzen die Kinder zunehmend unter Druck. 8 Da es sich bei Kinderarbeit um ein sehr komplexes Thema handelt und viele Län­der die Realität verdrängen, liegen kaum Untersuchungen, Dokumente oder Be­richte zu dieser Problematik vor. 9 Es gibt kaum Zahlen, die die jährlichen Ar­beitsunfälle, die schweren Erkrankungen und die Todesfälle dokumentieren, die als Resultat der Kinderarbeit angesehen werden können. Eine geschätzte Zahl der jährlichen Sterberate von Kindern liegt bei rund 22.000 Kindern. 10 11 Allerdings ist bewiesen, dass die Zahl der berufsbedingten Unfälle und Todesraten bei den Kindern höher ist, wie bei den erwachsenen Arbeitern.11

Überwiegend im informellen Sektor ist die Zahl der arbeitenden Kinder nur eine Schätzung, da diese in nicht erfassbaren Bereichen tätig sind. Das bedeutet, dass es in diesem Bereich keine bestehenden Arbeitsverträge gibt und die Kinder kei­nerlei Anspruch auf Sozialleistungen haben. 12 Folglich ist dieses auch der Bereich in Bezug auf Kinderarbeit, der am schnellsten wächst. 13

Dadurch ist das Ausmaß für Laien nicht sichtbar und man kann die Situation in den Ländern nur erahnen, in denen es keine Sicherheitsbestimmungen, kein sta­biles Gesundheitswesen und keine gesetzlich vorgeschriebenen Melde- und Überwachungssysteme gibt. 14

Aufgrund des langsamen demographischen Wandel in den ärmsten Ländern der Welt, der Globalisierung sowie die Veränderungen der Verhaltensmuster tragen dazu bei, das dem Arbeitsmarkt ein ständiger Strom von Kindern zur Verfügung steht. 15

Kinder verrichten Arbeiten, um ihre besonderen Wünsche und Bedürfnisse zu stil­len, oder um das eigene familiäre Überleben finanziell zu sichern. 16 Wie bedeutsam Kinder heutzutage für ihre Familien sind sieht man an ihrem fi­nanziellen Beitrag zum Familieneinkommen von etwa 20 bis 25 Prozent. 17 Auch der Wandel von Wertvorstellungen sowie die gesellschaftlichen Verände­rungen eines Landes über die vergangene Zeit, tragen einen großen Beitrag zur beruflichen Beschäftigungen von Kindern bei. 18

Das zunehmende Konsumdenken und das Streben nach Grund- und Luxusgütern zwingt Eltern dazu, ihre Kinderarbeiten zu schicken. 19

Um höhere Verdienstmöglichkeiten zu haben, wandern die Kinder immer häufiger von ländlichen Regionen in die Städte ab. Dies hat zur Folge, dass aufgrund feh- lender Arbeitskräfte die Landwirtschaft nach und nach stark abbaut und letztend­lich einbrechen wird. 20

Mit der Industrialisierung und der Einführung von Fabriksystemen entwickelte sich die Kinderarbeit zu einem sozialen und unaufhaltsamen Problem für die heu­tigen Industrienationen. 21 Die Folgen von Kinderarbeit sind für alle sichtbar und werden beispielsweise deutlich durch den unaufhaltsamen Anstieg von Analpha­beten sowie zunehmende Krankheiten und Folgen, die die Kinder durch die schon sehr frühe und teilweise schwere Arbeit erleiden. 22

Kinderarbeit wird daher in den meisten Ländern der Welt als ein Zeichen von Ar­mut, Unterentwicklung und Rückständigkeit angesehen. 23

Auch wenn die Unternehmen und die Länder neben den hohen Investitions­kosten auch ein gewisses Risiko tragen müssen, wird die Abschaffung gerade in den westlichen Industriestaaten überwiegend sowohl als Zeichen von politischen als auch von gesellschaftlichen Fortschritts erkannt. 24 Ferner stiftet die Beseiti­gung von Kinderarbeit nicht nur einen hohen gesellschaftlichen, sondern auch einen wirtschaftlichen Nutzen. 25

2.2 Stärken und Schwächen der aktuellen Situation

Nachstehend werden die Stärken und Schwächen der aktuellen Situation aus Sicht der Kinder sowie der Unternehmen fokussiert.

Bei den Unternehmen liegt der heutige Fokus vor allem auf der einfachen und pragmatischen Gestaltung der Produktivität. Durch die Beschäftigung von Kin­dern haben die Unternehmen die Möglichkeit ihre Fixkosten zu reduzieren und ihren Umsatz zu steigern. 26

Durch den Kostendruck der Konkurrenz kann ein Unternehmen nur dann am Markt bestehen bleiben, wenn es selber günstige Produkte anbieten kann. 27 Somit können Unternehmen heutzutage einen Marktvorteil erlangen und die bes­sere Marktposition ist voraussehbar und langanhaltender möglich.

Für die Unternehmen gibt es noch eine weitere Stärke, die jedoch nicht bewiesen ist. Kinder sollen produktiver und qualitativ höherwertige Arbeiten verrichten als Erwachsene. Die Unternehmen behaupten, dass die flinken kleinen Kinderhände

Kleinteile besser zusammensetzen oder einsetzen können, was sich positiv auf die Arbeitszeit und die Qualität der Produkte auswirkt. 28

Aber auch aus der Sicht der Kinder, bringt die aktuelle Situation Stärken mit sich. Hierbei liegt im Fokus, das eigene Überleben der Familie zu sichern, wel­ches die Kinder von den Großindustriellen abhängig macht. 29 Kinder stärken durch ihr Einkommen die finanzielle Situation der Familie und ha­ben somit die Chance, die Versorgung der Familie zu gewährleisten.

Auch wenn die Arbeit von Kindern gesundheitliche, seelische und auch morali­sche Schäden mit sich bringt 30, hilft es aber auch, dass sie nicht in die Illegalität abrutschen oder eventuell aus ihrem Umfeld ausbrechen um Abwechslung in ih­rem Alltag zu bekommen. 31

Unter dieser Betrachtung profitiert aus der aktuellen Situation einzig der Welt­handel. Die Industrieländer wollen gute Qualität zu günstigen Preisen, welches durch die Globalisierung auch verwirklicht werden kann. 32

Die Verlagerung der Produktion von europäischen und amerikanischen Unter­nehmen wird durch die wachsende Verschuldung, die billigen Löhne und das günstige Investitionsklima bestärkt. 33

Betrachten wir die Schwächen der aktuellen Situation, überwiegen die negativen Auswirkungen für die Kinder.

Aus Sicht der Unternehmen ist die einzige Schwäche der Imageverlust der ent­stehen kann. Wenn die Öffentlichkeit Informationen darüber preisgibt, dass in einem Unternehmen Kinder beschäftigt werden, geraten diese zunehmend in die Kritik. Nicht nur die Konsumenten, sondern auch NGO's oder Hilfsorganisationen werden gegen die Unternehmen vorgehen. Als Resultat führt dieses zum Rück­gang der Nachfrage am Markt. Das hat für die Unternehmen meistens eine sich verschlechternde Stellung am Markt zur Folge und somit auch Umsatzeinbußen. Investoren ziehen ihr Geld aus der Firma zurück und Unternehmenskooperatio­nen können einbrechen - da keiner gerne in Zusammenhang mit Kinderarbeit gebracht wird. 34

Die Auswirkungen für die Kinder sind jedoch viel größer und für unser bloßes Au­ge teilweise nicht sichtbar. Nur mit Informationen und Hilfe der Medien werden die Strapazen, die die Kinder aufnehmen müssen und die daraus entstehenden Schäden wahrgenommen.

Unternehmen nutzen die familiären Probleme aus, in dem die Eltern Kredite und Darlehen annehmen, die sie nicht begleichen können. Kinder werden in die Schuldknechtschaft reingedrängt und größtenteils durch ungerechte Arbeitsver­träge ein Leben lang an das Unternehmen gebunden. 35

Viel schwerwiegender sind jedoch die physischen, seelischen und körperlichen Folgen, die die Kinder durch die Arbeit erleiden. Diese Folgen wie z.B. Leukämie, Pestizidbelastungen oder körperliche Behinderungen sind kaum zu beheben und schränken die Kinder in ihrem weiteren Leben erheblich ein. 36

2.3 Ursachen der aktuellen Situation

Um die aktuelle Lebenswelt der arbeitenden Kinder umzustrukturieren und zu verbessern ist die Analyse der vorliegenden Ursachen eine der größten Aufgaben. Auch wenn die Gründe in den Einzelfällen schwer festzustellen sind, kann man einige Aspekte in deutlichem Zusammenhang mit Kinderarbeit feststellen. Kinderarbeit ist allerdings nicht nur auf eine Ursache allein zurück zu führen. 37 Die Verbindung von kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Faktoren eines je­weiligen Landes, nehmen Einfluss darauf. 38 Daher werden nachstehend drei der wichtigsten Aspekte im Zusammenhang mit Kinderarbeit angesprochen.

2.3.1 Marktstellung der Unternehmen

Eine wichtige Ursache von Kinderarbeit ist der Strukturwandel der Weltwirtschaft. Die schwierige Lage am Markt sowie die schwankenden Weltmarktpreise treiben die Unternehmen, aufgrund des schnellen und unaufhaltsamen Fortschritts im Informations- und Kommunikationsbereich dazu, Transport- und Produktionskos­ten so niedrig zu halten wie möglich.

Damit die Unternehmen in diesem Umfeld am Markt bestehen bleiben können, müssen die Preise der Produkte so niedrig wie möglich gehalten werden - selbst wenn diese oftmals nicht einmal mehr die Produktionskosten abdecken. 39 Um den Anforderungen am Weltmarkt Stand zu halten, verlagern viele Unter­nehmen ihre Produktionsstätten daher in Entwicklungs- und Schwellenländer.

Durch die Schaffung einer globalen Wertschöpfungskette können die Unterneh­men durch niedrigere Lohn- bzw. Personalkosten ihre Produktionskosten senken. Die Reduktion der Kosten ist jedoch nicht der einzige Aspekt der die Unterneh­men zur Verlagerung der Produktion verleitet. Ferner gibt es in den Entwick- lungs- und Schwellenländern keine oder kaum kontrollierte Sozial- und Umwelt­gesetze. Global agierende Unternehmen können so die heimische Gesetzgebung umgehen und somit eine billige Produktion erwirken. Um sich Recherchen und kritischen Nachfragen zu entziehen, werden häufig politisch abgeschottete Län­der für die Produktionsverlagerung bevorzugt. 40

Firmen verlagern ihre Produktion aber häufig auch in politisch abgeschottete Länder um dort vor Recherchen und Nachfragen sichern zu sein Durch die Anstellung von Kindern wird in diesen Ländern versucht ein Minimum an Produktionskosten zu erreichen, da diese allgemein als billige Arbeitskräfte gelten. 41

Differenziert man Kinder von Erwachsenen, so unterscheiden sich diese nicht nur in ihrer Bezahlung, sondern auch in ihrem Verhalten. Kinder lehnen sich kaum auf, sie widersetzen sich keiner Arbeit und kennen ihre Rechte nicht. 42

2.3.2 Bildungspolitik

Bildung ist heutzutage wichtiger denn je für ein Land und daher auch eines der wichtigsten Schlüssel zur Bekämpfung von Armut und Kinderarbeit. 43 Viele Länder sind nicht in der Lage ihrer Bevölkerung eine ausreichende und kos­tenlose Grundbildung zur Verfügung zu stellen. Durch falsche oder schlechte Lehrpläne und schlecht ausgebildete Lehrkräfte besteht ein ungenügendes Schul­angebot. 44 Aber auch die finanzielle Betrachtung der Länder fließt hier mit ein. Durch die starke Verschuldung aus früheren Zeiten, zahlen die Länder alte Kredi­te zurück anstatt das Geld für die Verbesserung von Schul- und Bildungsangebo­ten zu nutzen. 45

Dabei ist gerade mit Blick auf die wirtschaftliche und soziale Entwicklung eines jeden Landes sowie einesjeden Unternehmens, die Ausbildung von qualifiziertem Fachpersonal von enormer Wichtigkeit. 46

[...]


1 Vgl. Andrea Kleeberg-Niepage, 2007, Kinderarbeit, Entwicklungspolitik und Entwicklungspsycholo­gie, S. 76 und Terre des hommes Positionspapier, Kinderarbeit: Ausbeutung beenden - Kinderar­beiter stärken, S. 1.

2 Vgl. Internationale Arbeitskonferenz, 2002, Eine Zukunft ohne Kinderarbeit, S. 15.

3 Vgl. Nicola Liebert, 2012, Der Kampfder ILO gegen Kinderarbeit: Eine Bestandsaufnahme.

4 Vgl. Internationale Arbeitskonferenz, 2002, Eine Zukunft ohne Kinderarbeit, S. 21.

5 Vgl. Deutscher Bundestag, 2012, Wahlperiode 17/Antrag Drucksache 17/9920, S. 1.

6 Vgl. Andrea Kleeberg-Niepage, 2007, Kinderarbeit, Entwicklungspolitik und Entwicklungspsycholo­gie, S. 11.

7 Vgl. Bernhard Henselmann, Lydia Stehberger/Earthlink e.V., 2009, Leitfaden für Unternehmen gegen ausbeuterische Kinderarbeit, S. 2.

8 Vgl. Aktiv gegen Kinderarbeit, 2010, Projektmappe zum Thema Kinderarbeit, S. 4.

9 Vgl. International Labour Office, 2011, Gefährliche Kinderarbeit: Leid und Lösungen, S. 34 und Internationale Arbeitskonferenz, 2002, Eine Zukunft ohne Kinderarbeit, S. 15.

10 Vgl. URL: http://www.das-parlament.de/2012/43/Beilage/004.html.

11Vgl. International Labour Office, 2011, Gefährliche Kinderarbeit: Leid und Lösungen, S. 13.

12 Vgl. Barbara Küppers/Terre des hommes Broschüre, 2012, Kinderarbeit - was wir tun können, S. 7 und Hans-Martin Große Oetringhaus, 1995, Verkaufte Kindheit, S. 23.

13 Vgl. Hans-Martin Große Oetringhaus, 1995, Verkaufte Kindheit, S. 23.

14 Vgl. International Labour Office, 2011, Gefährliche Kinderarbeit: Leid und Lösungen, S. 34.

15 Vgl. Internationale Arbeitskonferenz, 2002, Eine Zukunft ohne Kinderarbeit, S. 23.

16 Vgl. e.b.d., S. 58.

17 Vgl. Aktiv gegen Kinderarbeit, 2010, Projektmappe zum Thema Kinderarbeit, S. 3.

18 Vgl. Internationale Arbeitskonferenz, 2002, Eine Zukunft ohne Kinderarbeit, S. 23.

19 Vgl. e.b.d, S. 46.

20 Vgl. Internationale Arbeitskonferenz, 2002, Eine Zukunft ohne Kinderarbeit, S. 45 - 46.

21 Vgl. Andrea Kleeberg-Niepage, 2007, Kinderarbeit, Entwicklungspolitik und Entwicklungspsycho­logie, S. 77.

22 Vgl. Internationale Arbeitskonferenz, 2002, Eine Zukunft ohne Kinderarbeit, S. 1.

23 Vgl. Andrea Kleeberg-Niepage, 2007, Kinderarbeit, Entwicklungspolitik und Entwicklungspsy­chologie, S. 11.

24 Vgl. e.b.d., S. 12.

25 Vgl. International Labour Office, 2011, Gefährliche Kinderarbeit: Leid und Lösungen, S. 47.

26 Vgl. e.b.d, S. 113.

27 Vgl. Tobias Schrader, 2008, Nachteilige Kinderarbeit, S. 108 und Aktiv gegen Kinderarbeit, 2010, Projektmappe zum Thema Kinderarbeit, S. 11.

28 Vgl. Aktiv gegen Kinderarbeit, 2010, Projektmappe zum Thema Kinderarbeit, S.4 und Andrea Kleeberg-Niepage, 2007, Kinderarbeit, Entwicklungspolitik und Entwicklungspsychologie, S. 77.

29 Vgl. Aktiv gegen Kinderarbeit, 2010, Projektmappe zum Thema Kinderarbeit, S. 4.

30 Vgl. International Labour Office, 2011, Gefährliche Kinderarbeit: Leid und Lösungen, S. 25.

31 Vgl. Terre des hommes Positionspapier, Kinderarbeit: Ausbeutung beenden - Kinderarbeiter stär­ken, S. 14.

32 Vgl. Aktiv gegen Kinderarbeit, 2010, Projektmappe zum Thema Kinderarbeit, S. 5.

33 Vgl. e.b.d., S. 5.

34 Vgl.URL: http://www.tuv.com/de/deutschland/gk/managementsysteme/nachhaltigkeit_ csr/sa8000_1/sa8000.html.

35 Vgl. Aktiv gegen Kinderarbeit, 2010, Projektmappe zum Thema Kinderarbeit, S. 4.

36 Vgl. International Labour Office, 2011, Gefährliche Kinderarbeit: Leid und Lösungen, S. 42-93.

37 Vgl. Internationale Arbeitskonferenz, 2002, Eine Zukunft ohne Kinderarbeit, S. 65.

38 Vgl. e.b.d., S. 53.

39 Vgl. Aktiv gegen Kinderarbeit, 2010, Projektmappe zum Thema Kinderarbeit, S. 11.

40 Vgl. Aktiv gegen Kinderarbeit, 2010, Projektmappe zum Thema Kinderarbeit, S. 52.

41 Vgl. e.b.d., S. 11.

42 Vgl. International Labour Office, 2011, Gefährliche Kinderarbeit: Leid und Lösungen, S. 43.

43 Vgl. Renate Hornung-Draus/Deutsche Welthungerhilfe e.V., 2008, Aktionsplan für Unternehmen zum Kampf gegen Kinderarbeit: "In die Schule, nicht zur Arbeit", S. 3.

44 Vgl. Aktiv gegen Kinderarbeit, 2010, Projektmappe zum Thema Kinderarbeit, S. 9.

45 Vgl. e.b.d., S. 12.

46 Vgl. Reinhard Bruning und Birgit Sommer, 1998, Kinderarbeit: Probleme, Politische Ansätze und Projekte, S. 12.

Ende der Leseprobe aus 41 Seiten

Details

Titel
Verringerung von Kinderarbeit in global agierenden Unternehmen
Untertitel
Eine Betrachtung von Maßnahmen und Lösungsansätzen
Hochschule
Deutsche Außenhandels- und Verkehrsakademie DAV Bremen
Note
1,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
41
Katalognummer
V233080
ISBN (eBook)
9783656502531
ISBN (Buch)
9783656521051
Dateigröße
573 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
verringerung, kinderarbeit, unternehmen, eine, betrachtung, maßnahmen, lösungsansätzen
Arbeit zitieren
Janina Kunath (Autor), 2013, Verringerung von Kinderarbeit in global agierenden Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233080

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