In der vorliegenden Bachelorarbeit der Politischen Theorie werden die Unterschiede und Gemeinsamkeiten im politiktheoretischen Denken
von Hannah Arendt und Jean-Jacques Rousseau im Bezug auf die Hauptthemen
Pluralität, Freiheit und Souveränität erläutert.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Unterschiedliche historische Gegebenheiten und Kritik der Gesellschaft
i. Ideengeschichtliche Orientierung an der Antike
III. Pluralität
ii. Menschenbild bei Jean-Jacques Rousseau
iii. Die Idee des volonté générale bei Jean-Jacques Rousseau
iv. Hannah Arendts Position erläutert anhand ihrer Rousseau-Kritik
IV. Freiheit
v. Einschub: Idee des Vertragsschlusses
V. Souveränität
VI. Schlussbetrachtungen
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Bachelorarbeit analysiert die politischen Denkansätze von Hannah Arendt und Jean-Jacques Rousseau. Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und fundamentale Unterschiede in ihren Konzeptionen von Pluralität, Freiheit und Souveränität aufzuzeigen, um ihr Verhältnis zueinander sowie ihre Kritik an der jeweils zeitgenössischen Gesellschaft zu verstehen.
- Kritik an der modernen Gesellschaft und das Bedürfnis nach Partizipation
- Die unterschiedliche Bewertung von Pluralität und menschlicher Vielfalt
- Rousseaus Konzept der volonté générale im Vergleich zu Arendts politischem Verständnis
- Differierende Freiheits- und Souveränitätsbegriffe
Auszug aus dem Buch
iv. Hannah Arendts Position erläutert anhand ihrer Rousseau-Kritik
Jene Auffassung und Einstellung gegenüber Pluralität läuft Arendts Vorstellungen zweifellos zuwider. Es soll an dieser Stelle nun die Position Hannah Arendts anhand ihrer Kritik des Werks Jean-Jacques Rousseaus erläutert und sich dabei an der Vorgehensweise Margaret Canovans orientiert werden. Diese schreibt: „Because Arendt often shared with Rousseau a debt to the republican tradition, and often elaborated her views in opposition to his, an explicit contrast between the two thinkers can help to bring out some of the characteristic features of her position.“
Im vorherigen Kapitel wurde klar, dass Rousseau auf der Suche nach einer Antwort auf die Frage, wie die Menschheit friedlich und frei zusammenleben kann seine Idee des Gemeinwillens als Lösung vorsieht „which, as Arendt observed, converts a multitude into a single person.“
Hannah Arendt notiert in ihren Mitschriften des Denktagebuchs folgende Notiz: „Ad volonté générale: Die Schwierigkeit ist, dass Rousseau selbst nicht verstand, wovon er handelte, beziehungswiese im Verlauf des Contrat Social vergass, wovon er eigentlich ausgegangen war.“ Ihre Kritik an Rousseaus volonté générale scheint daher von einem fundamentalen Unverständnis der Gedanken des französischen Theoretikers zu rühren. Sie unterstellt ihm jedoch eine maßgebliche Schwäche in seinen theoretischen Gedanken über Politik und Gesellschaft.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung führt in die kontrastierenden Positionen von Arendt und Rousseau ein und begründet die Relevanz eines Vergleichs ihrer Ansichten zu Politik und Gesellschaft.
II. Unterschiedliche historische Gegebenheiten und Kritik der Gesellschaft: Dieses Kapitel arbeitet Parallelen in der Gesellschaftskritik beider Denker heraus, insbesondere ihre Sorge um den Verlust bürgerlicher Teilhabe.
i. Ideengeschichtliche Orientierung an der Antike: Hier wird die gemeinsame Rückbesinnung auf das antike Polisideal als Bindeglied zwischen Arendt und Rousseau thematisiert.
III. Pluralität: Das Kapitel kontrastiert Arendts Betonung der menschlichen Pluralität als Bedingung von Politik mit Rousseaus Streben nach Einheit.
ii. Menschenbild bei Jean-Jacques Rousseau: Es wird Rousseaus negative Sicht auf die menschliche Vielfalt im Gesellschaftszustand erläutert.
iii. Die Idee des volonté générale bei Jean-Jacques Rousseau: Die zentrale Rolle des Gemeinwillens als Instrument zur Überwindung von Interessenpluralität wird analysiert.
iv. Hannah Arendts Position erläutert anhand ihrer Rousseau-Kritik: Arendts fundamentale Ablehnung der volonté générale als anti-demokratisch und ihre Gegenkonzeption des politischen Raums stehen im Fokus.
IV. Freiheit: Die unterschiedlichen Freiheitsbegriffe werden gegenübergestellt, wobei Arendt einen positiven Freiheitsbegriff im Handeln vertritt, während Rousseau Freiheit mit Souveränität gleichsetzt.
v. Einschub: Idee des Vertragsschlusses: Der Bündnischarakter des Gesellschaftsvertrags bei beiden Denkern wird untersucht.
V. Souveränität: Das Kapitel analysiert die Identifikation von Freiheit und Souveränität bei Rousseau sowie Arendts Kritik an der Souveränität als unpolitischem Konzept.
VI. Schlussbetrachtungen: Die Ergebnisse werden synthetisiert, wobei Arendts Fokus auf „Vielfalt“ und Rousseaus Fokus auf „Einheit“ als Kernunterschied hervorgehoben werden.
Schlüsselwörter
Hannah Arendt, Jean-Jacques Rousseau, Pluralität, Freiheit, Souveränität, volonté générale, Gesellschaftsvertrag, Republik, Politik, Partizipation, Gemeinschaft, Bürger, Handeln, Gesellschaftskritik, Kollektivkörper.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorarbeit vergleicht die politischen Philosophien von Hannah Arendt und Jean-Jacques Rousseau, wobei sie deren Gemeinsamkeiten und Unterschiede hinsichtlich zentraler Begriffe wie Pluralität, Freiheit und Souveränität herausarbeitet.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind das Verständnis von Gemeinschaft, die Bewertung menschlicher Vielfalt, die Rolle des Bürgers im Staat sowie die unterschiedlichen Konzeptionen von politischer Freiheit und legitimer Herrschaft.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Arendt und Rousseau trotz unterschiedlicher historischer Kontexte und theoretischer Ansätze ähnliche gesellschaftliche Krisen wahrnehmen, aber fundamentale Unterschiede in ihren Idealentwürfen einer Republik aufweisen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin wählt eine ideengeschichtliche Vergleichsmethode, um anhand der drei Kernbegriffe Pluralität, Freiheit und Souveränität die Gedanken der beiden Theoretiker einander gegenüberzustellen und kritisch zu analysieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Pluralität, Freiheit und Souveränität. Er diskutiert Rousseaus volonté générale im Kontrast zu Arendts Konzept des gemeinsamen Handelns im öffentlichen Raum.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch die Begriffe Pluralität, volonté générale, Freiheit, Souveränität, Gesellschaftsvertrag, Republik und politische Teilhabe charakterisieren.
Warum bezeichnet Hannah Arendt Rousseaus volonté générale als "mörderisch"?
Arendt sieht in Rousseaus Idee des Gemeinwillens eine Form der gewaltsamen Unterdrückung von Pluralität, da individuelle Meinungen und Interessen zugunsten einer fingierten, einheitlichen Identität eines "Kollektivkörpers" aufgegeben werden sollen.
Wie unterscheidet sich Rousseaus Freiheitsbegriff von dem Hannah Arendts?
Während für Rousseau Freiheit in der sittlichen Unterordnung unter den Gemeinwillen besteht und er einen "negativen" Freiheitsbegriff (Freiheit von Zwang) vertritt, ist Freiheit für Arendt untrennbar mit dem aktiven Handeln und dem Austausch zwischen verschiedenen Menschen in einer pluralen Gesellschaft verbunden.
- Citar trabajo
- Vanessa Frank (Autor), 2012, Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Denken Hannah Arendts und Jean-Jacques Rousseaus bezüglich Pluralität, Freiheit und Souveränität, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233088