Die Fondsindustrie hat eine sehr große Bedeutung für Anleger in der ganzen Welt.
Weltweit waren Ende des Jahres 2011 ca. US$ 23,8 Billionen in Investmentfonds investiert, wobei die US-amerikanischen Fonds einen Anteil von 49% (ca. US$ 11,6 Billionen) ausmachten. 1 Investmentfonds können entweder aktiv oder auch passiv
gemanagt werden, jedoch kommt dem aktiven Fondsmanagement weltweit mit einem Anteil von über 90% die größte Bedeutung zu.2 Auch wenn in den letzten Jahren der Anteil der passiv gemanagten Fonds zugenommen hat, ist die führende Rolle der aktiven Fonds weiterhin unumstritten. Es drängt sich dabei allerdings die Frage auf, ob die Anlage in einen aktiven Investmentfonds tatsächlich eine höhere Rendite erzielt, oder ob es nicht besser ist, in einen passiven Investmentfonds zu investieren. In dieser Arbeit wird zunächst ein kurzer Überblick über die verschiedenen Typen von Investmentfonds gegeben. Zudem werden passiver und aktiver Managementansatz abgegrenzt und beschrieben (Kapitel 2). Im folgenden Teil werden verschiedene Performancemaße definiert und erklärt, die es ermöglichen die Performance von aktiven und passiven Investmentfonds zu vergleichen (Kapitel 3). Hierbei wird zwischen Performancemaßen basierend auf dem CAPM und Multifaktormodellen unterschieden. Der Fragestellung "Lohnt sich aktives Fondsmanagement?" wird sich zuerst auf Basis von zwei theoretischen Modellen genähert, die den Markt im Gleichgewicht analysieren und daraus auf die Performance von aktivem Fondsmanagement schließen (Kapitel 4). Anschließend werden Studien zur Performance aktiver Investmentfonds diskutiert, um die Frage zu klären, ob aktive Investmentfonds die passive Benchmark schlagen können (Kapitel 5). Abschließend werden die Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst und ein Fazit gezogen (Kapitel 6).
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Investmentfonds und Managementansätze
3. Performancemaße
3.1 Performancemaße basierend auf dem CAPM
3.2 Mehrfaktormodelle
4. Theoretische Überlegungen zur Performance von aktiven Investmentfonds
5. Empirische Studien zur Performance aktiver Investmentfonds
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Forschungsfrage, ob sich aktives Fondsmanagement im Vergleich zu passiven Anlagestrategien für Investoren lohnt, indem sie theoretische Modelle mit empirischen Erkenntnissen vergleicht.
- Grundlagen von Investmentfonds und Managementansätzen
- Methodische Messung der Performance (CAPM, Multifaktormodelle)
- Theoretische Gleichgewichtsanalysen zur Fondsperformance
- Empirische Diskussion von Studien zur Performance US-amerikanischer Aktienfonds
- Bewertung des Mehrwerts aktiven Managements nach Kosten
Auszug aus dem Buch
Die Marktarithmetik von William F. Sharpe
Die Marktarithmetik von William F. Sharpe veranschaulicht, dass nach Abzug aller Kosten der durchschnittliche aktive Anleger eine schlechtere Rendite realisiert als der durchschnittliche passive Anleger. Das Model geht davon aus, dass es in einem bestimmten Markt passive und aktive Anleger gibt, die ausschließlich in Aktien aus diesem Markt investieren. Ferner werden alle passiven Anleger genau das Marktportfolio halten, in dem die Gewichtung jeder Aktie exakt den Anteil der jeweiligen Marktkapitalisierung an der Gesamtmarktkapitalisierung widerspiegelt.
Ihnen stehen die aktiven Anleger gegenüber, deren Portfolios sich immer oder zu gewissen Zeitpunkten von dem Portfolio der passiven Anleger unterscheiden. Die Marktrendite berechnet sich als gewichtete Durchschnittsrendite der Einzelaktien im Markt. Die passiven Anleger werden vor Kosten genau die Marktrendite erzielen. Da sich die Marktrendite als Durchschnitt der Renditen von passiven und aktiven Anleger vor Kosten errechnet, muss auch die Rendite der durchschnittlichen aktiven Anleger vor Kosten der Marktrendite entsprechen.
Die durchschnittlichen aktiven und passiven Anleger erzielen vor Kosten also genau die Marktrendite. Aktive und passive Anleger unterscheiden sich allerdings deutlich im Hinblick auf die anfallenden Kosten. Der aktive Managementansatz verursacht höhere Kosten sowohl durch die notwendigen Markt- und Aktienanalysen, als auch durch die größere Anzahl von Transaktionen. Weil die Renditen vor Kosten im Durchschnitt gleich sind, die Kosten für aktives Management aber deutlich höher sind als für passives Management, sind auch die durchschnittlichen Renditen nach Kosten der aktiven Anleger niedriger ist als die der passiven Anleger.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Das Kapitel erläutert die Bedeutung der Fondsindustrie und definiert die Forschungsfrage, ob aktives Fondsmanagement gegenüber passiven Anlagen einen Renditevorteil bietet.
2. Investmentfonds und Managementansätze: Hier werden die verschiedenen Fondstypen abgegrenzt und die fundamentalen Unterschiede zwischen aktivem und passivem Management sowie die Morningstar Style Box vorgestellt.
3. Performancemaße: Das Kapitel definiert Methoden zur risikoadjustierten Performancebewertung, insbesondere durch das CAPM und erweiterte Mehrfaktormodelle.
4. Theoretische Überlegungen zur Performance von aktiven Investmentfonds: Basierend auf den Ansätzen von Sharpe sowie Berk/Green wird theoretisch hergeleitet, warum aktives Management nach Kosten kaum Mehrwert generieren kann.
5. Empirische Studien zur Performance aktiver Investmentfonds: Dieser Teil diskutiert bekannte Studien wie Fama/French oder Kosowski et al., die die Performance US-amerikanischer Aktienfonds anhand empirischer Daten analysieren.
6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass aktives Management für den Durchschnittsanleger aufgrund der hohen Kosten meist nicht vorteilhaft ist, auch wenn einzelne Manager temporär Überrenditen erzielen können.
Schlüsselwörter
Aktives Fondsmanagement, Passives Investment, Performance, CAPM, Mehrfaktormodelle, Fama/French, Sharpe Ratio, Jensen Alpha, Überrendite, Transaktionskosten, Marktarithmetik, Investmentfonds, Rendite-Risiko-Verhältnis, Bruttorendite, Nettorendite.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Debatte zwischen aktivem und passivem Management von Investmentfonds, mit besonderem Fokus auf die Frage, ob aktive Manager durch ihre Strategien dauerhaft eine Überrendite für den Anleger erzielen können.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit behandelt die Systematik von Investmentfonds, die mathematischen Grundlagen der Performancemessung sowie die theoretische Fundierung und empirische Überprüfung der Performance von Aktienfonds.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, basierend auf ökonomischen Modellen und empirischen Datensätzen zu klären, ob sich die Investition in aktiv gemanagte Fonds gegenüber einer passiven Benchmark finanziell lohnt.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es werden Literaturanalysen, die Auswertung von Performancemaßen (Sharpe Ratio, Jensen Alpha) sowie die Diskussion komplexer Mehrfaktormodelle (Fama/French, Carhart) eingesetzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Gleichgewichtsmodelle von Sharpe und Berk/Green erläutert und anschließend durch eine Vielzahl empirischer Studien (u.a. Fama/French 2010, Kosowski et al. 2006) fundiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Aktives Fondsmanagement, Überrendite, Performancemaße, Fama/French-Mehrfaktormodell, Transaktionskosten und Markteffizienz.
Welche Bedeutung hat das Jensen Alpha in dieser Analyse?
Das Jensen Alpha dient als Maß für die risikoadjustierte Überrendite eines Portfolios gegenüber dem Marktdurchschnitt und hilft zu identifizieren, ob ein Manager überdurchschnittliche Fähigkeiten besitzt.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen Brutto- und Nettorendite eine Rolle?
Sie ist entscheidend, da sie aufzeigt, dass aktive Fonds zwar vor Kosten oft kompetitive Renditen erzielen, die hohen Gebühren für den Anleger jedoch die tatsächliche Rendite (Netto) häufig unter das Niveau einer passiven Benchmark drücken.
- Arbeit zitieren
- B.Sc. Marc Sonyi (Autor:in), 2013, Aktives Fondsmanagement: Glück versus Können, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233104