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Das Verhalten der deutschen Bundesregierung während des Golfkonflikts 1990 / 91

Title: Das Verhalten der deutschen Bundesregierung während des Golfkonflikts 1990 / 91

Seminar Paper , 2003 , 31 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Viktor Höhn (Author)

Politics - Topic: German Foreign Policy
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Summary Excerpt Details

Die Bundesrepublik Deutschland (BRD) befand sich zu Beginn des Golfkonflikts und
auch während der Krise in einer ihrer tiefgreifensten Transformationsphasen seit ihrer
Gründung im Jahre 1949. Als irakische Truppen am 02. August 1990 in Kuwait
einmarschierten, war Deutschland im Begriff sich wiederzuvereinigen und befand sich in der
Schlussphase der Zwei-Plus-Vier-Verhandlungen. Der Einigungsvertrag musste
abgeschlossen, das Zwei-Plus-Vier-Abkommen unterzeichnet und der deutsch-sowjetische
Vertrag ausgehandelt werden. Des weiteren musste der Status der ehemaligen Siegermächte
und ihrer Streitkräfte geklärt werden. Das außenpolitische Problem Golfkonflikt fiel, mit der
Endphase des Ost-West-Konflikts, sowohl in eine weltpolitische Umbruchphase, als auch in
eine für die deutsche Politik besonders turbulente Phase. Die deutschen Politiker waren noch
sehr mit der Wiedervereinigung beschäftigt und auf einen Krise wie den Golfkonflikt nicht
vorbereitet.1 „The war in the Gulf was like pressing the ‘fast forward’ button on a video
player: it sharpened the trends and highlighted the ambiguities of German politics […].”2 So
kam es im Verlauf der Golfkrise zum ersten Mal seit dem Bestehen der Bundesrepublik zu
größeren Einsätzen der Bundeswehr im Ausland, was eine klare Veränderung der deutschen
Sicherheitspolitik darstellt. Aus den gerade dargestellten Gründen erachte ich es für sehr
relevant zu untersuchen wie sich die Bundesregierung während dieser Zeit verhielt und wie
ihr Verhalten zu erklären ist. Welche Faktoren bestimmten ihre Reaktionen? Die
Forschungsfrage dieser Arbeit lautet daher: „Welche Faktoren bestimmten das Verhalten der
deutschen Bundesregierung während des Golfkonflikts 1990/91?“.
1 vgl. Hubel, Helmut (1992): Germany and the Middle-East conflict, in: Chubin, Shahram (Hrsg.), Germany and
the Middle East. Patterns and Prospects, London, S. 50.
2 zit. n. Treverton, Gregory F. (1992): Germany, the Alliance and out-of-area crises, in: Chubin, Shahram
(Hrsg.), Germany and the Middle East. Patterns and Prospects, London, S. 38.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

1. Problemaufriss und Relevanz des Themas

2. Thesen

3. Theoretische Verortung

4. Methodik / Vorgehensweise

II. Die Reaktionen der Bundesregierung auf den Golfkonflikt

III. Innenpolitische Faktoren – Das Rollenkonzept der Bundesrepublik

1. Die außenpolitische Tradition und politische Kultur der Bundesrepublik

1.1 Ursachen: Die Lehren aus dem 2. Weltkrieg und dem Ost-West-Konflikt

2. Die Interpretation des Grundgesetzes

3. Einfluss auf die Außenpolitik der Bundesrepublik

IV. Außenpolitische Faktoren – Die Rollenerwartungen anderer Staaten

1. Das Verhältnis zur Sowjetunion

1.1 Die Position der Sowjetunion während des Golfkonflikts

1.2 Der Einfluss der Sowjetunion auf die Bundesrepublik

2. Das Verhältnis zu den Vereinigten Staaten von Amerika

2.1 Die Position der Vereinigten Staaten während des Golfkonflikts

2.2 Der Einfluss der Vereinigten Staaten auf die Bundesrepublik

2.3 Deutsche Beiträge an die Golfallianz

3. Das Verhältnis zu Israel

3.1 Die Position Israels während des Golfkonflikts

3.2 Der Einfluss Israels auf die Bundesrepublik

V. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Faktoren, die das Verhalten der deutschen Bundesregierung während des Golfkonflikts 1990/91 maßgeblich beeinflussten, und analysiert den Zielkonflikt zwischen der Wiedervereinigung und der Solidarität mit den Bündnispartnern. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, warum die Bundesregierung zögerlich reagierte und welche Rolle das außenpolitische Selbstverständnis sowie der internationale Rollendruck spielten.

  • Analyse des deutschen Rollenkonzepts als Zivilmacht
  • Einfluss der innenpolitischen Faktoren und der Interpretation des Grundgesetzes
  • Bedeutung des Verhältnisses zur Sowjetunion für den Einigungsprozess
  • Erwartungshaltungen der USA und die Logik der Lastenteilung
  • Verantwortung gegenüber Israel vor dem Hintergrund der historischen Schuld

Auszug aus dem Buch

3. Theoretische Verortung

Um das Verhalten der deutschen Bundesregierung während des Golfkonflikt 1990/91 zu erklären, eignet sich meiner Meinung nach die Rollentheorie am besten. Diese lässt sich im Rahmen der Theorien der Internationalen Beziehungen in die konstruktivistischen Ansätzen einordnen. Ansätze der konstruktivistischen Theorie gehen von einem sozialen, Regel geleiteten Akteur aus, welcher, eingebunden in ein Netz von Normen und Werten, seine Interessen definiert.

Die Rollentheorie ist jedoch nicht gleichzusetzen mit der Lehre von der Staatsräson, denn im Gegensatz zur Staatsräson umfasst die Rollentheorie in ihrer Betrachtung sowohl Umwelteinflüsse als auch die endogenen Rollenpräferenzen der Akteure. Betrachtet man außenpolitisches Handeln eines Staates als Ergebnis von Einflüssen sowohl der systemischen als auch der Akteursebene, dann muss eine Definition des außenpolitischen Rollenbegriffs als Analyseinstrument sowohl Umwelteinflüsse (alter-part) als auch individuelle Elemente der Akteursebene (ego-part) mit einbeziehen. Das Rollenkonzept, und damit auch das Verhalten eines Staates, wird demnach also extern und intern beeinflusst.

Sowohl der alter-part, also die Erwartungen anderer Akteure der Systemebene bzw. die systemischen Rahmenbedingungen bestimmen die Vorstellungen eines Staates darüber, wie er sich nach außen hin zu verhalten hat, als auch der ego-part, d.h. das kollektive Selbstverständnis, also gemeinsame Werte und Normen, die von nationalen Entscheidungsträgern geteilt werden und durch Sozialisation und historische Lernprozesse in einer Gesellschaft entstanden sind. Rollenkonzepte von Staaten sind also durch die Erwartungen, Werte und Ideale, denen sich der Rolleninhaber selbst verpflichtet fühlt und die von der Außenwelt an den Rolleninhaber herangetragen werden, bestimmt.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Transformationsphase der BRD während des Golfkonflikts ein und definiert die zentrale Forschungsfrage zur Bestimmung der Verhaltensfaktoren der Regierung.

II. Die Reaktionen der Bundesregierung auf den Golfkonflikt: Hier wird ein Überblick über die tatsächlichen Maßnahmen gegeben, von der finanziellen Unterstützung bis zur Entsendung technischer Hilfe in die Türkei.

III. Innenpolitische Faktoren – Das Rollenkonzept der Bundesrepublik: Kapitel drei beleuchtet die Tradition der Zivilmacht, die Bedeutung der politischen Kultur nach 1945 und die restriktive Auslegung des Grundgesetzes für Auslandseinsätze.

IV. Außenpolitische Faktoren – Die Rollenerwartungen anderer Staaten: In diesem Teil werden das Verhältnis zur Sowjetunion, den USA und Israel analysiert, um den externen Druck auf die deutsche Außenpolitik aufzuzeigen.

V. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass das Verhalten der Bundesregierung das Resultat eines Spannungsfeldes zwischen interner zivilgesellschaftlicher Normsetzung und externem Druck zur internationalen Bündnissolidarität war.

Schlüsselwörter

Golfkonflikt, Bundesregierung, Rollentheorie, Zivilmacht, Wiedervereinigung, Zwei-Plus-Vier-Vertrag, Außenpolitik, Sicherheitspolitik, Grundgesetz, USA, Sowjetunion, Israel, Lastenteilung, Internationale Beziehungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Seminararbeit analysiert, welche Faktoren das Verhalten der deutschen Bundesregierung während des Golfkonflikts 1990/91 determiniert haben und warum es zu einem zögerlichen außenpolitischen Handeln kam.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die innenpolitischen Traditionen der Bundesrepublik als Zivilmacht sowie auf die außenpolitischen Erwartungen und den Druck durch wichtige Bündnispartner.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, welche internen und externen Faktoren die Reaktionen der Bundesregierung maßgeblich bestimmt haben.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt die politikwissenschaftliche Rollentheorie aus dem konstruktivistischen Ansatz, um das außenpolitische Verhalten des Staates als Interaktion zwischen System- und Akteursebene zu erklären.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse des innenpolitischen Rollenkonzepts, der Interpretation des Grundgesetzes sowie der differenzierten Rollenerwartungen von Sowjetunion, den USA und Israel.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Rollentheorie, Zivilmacht, Wiedervereinigung, Golfkonflikt und Bündnissolidarität.

Warum war das Verhältnis zur Sowjetunion so kritisch für die deutsche Reaktion?

Die Bundesregierung fürchtete, dass eine militärische Beteiligung am Golfkonflikt den Ratifizierungsprozess des Zwei-Plus-Vier-Vertrages und damit die deutsche Einheit gefährden könnte.

Wie veränderte der Raketenbeschuss auf Israel die deutsche Haltung?

Die irakischen Scud-Raketen auf Israel wirkten als Schock, da sie die historische Verantwortung Deutschlands nach Auschwitz in den Fokus rückten und eine materielle Unterstützung Israels notwendig machten.

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Details

Title
Das Verhalten der deutschen Bundesregierung während des Golfkonflikts 1990 / 91
College
University of Trier  (Lehrstuhl für Internationale Beziehungen / Außenpolitik)
Grade
2,3
Author
Viktor Höhn (Author)
Publication Year
2003
Pages
31
Catalog Number
V23315
ISBN (eBook)
9783638264594
Language
German
Tags
Verhalten Bundesregierung Golfkonflikts
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Viktor Höhn (Author), 2003, Das Verhalten der deutschen Bundesregierung während des Golfkonflikts 1990 / 91, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23315
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