Transaktionskostentheoretische Überlegungen zur Effizienz japanischer Unternehmenskonglomerate

Am Beispiel der Keiretsu


Bachelorarbeit, 2012
34 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abstract/Kurzfassung

1. Interessierendes Untersuchungsgebiet und Einleitung

2. Zum Verständnis von Effizienz vor dem Hintergrund neuer Institutionenökonomik
2.1 Über das Organisationsproblem und die daraus resultierenden Ineffizienzen
2.2 Zur Idee des Transaktionskostenansatzes und: Transaktionskosten als Effizienzmaßstab
2.3 Über Möglichkeiten zur Reduktion von Ineffizienzen durch die Positionierung am Markt-Hierarchie Kontinuum

3. Über das keiretsu als traditionell japanische Organisationsform familistischer Orientierung
3.1 Über zaibatsu und die Emergenz heutiger keiretsu
3.2 Zu den Grundcharakteristika moderner keiretsu

4. Zu den transaktionskostentheoretischen Konsequenzen und Schlussfolgerungen
4.1 Über die Methoden und Prinzipien der sôgo shösha zur Lösung des Organisationsproblems
4.1.1 Über personalpolitische Methoden der sôgô shôsha zur Reduktion opportunistischen Verhaltens
4.1.2 Zum Prinzip der Irrelevanz des Spezifitätsgrades gruppeninterner Transaktionen
4.2 Über die Wirkungen wechselseitiger Minderheitsbeteiligungen oder: Prinzipal und Agent?
4.3 Über die Reduktion von Ineffizienzen durch die Aufrechterhaltung von Intragruppenwettbewerb

5. Zur Einordnung des keiretsu auf dem Markt-Hierarchie Kontinuum und: japanische vs. westliche Unternehmensnetzwerke
5.1 Zum Vorschlag von Albe: Das keiretsu als Konzern in östlichem Gerüst
5.2 Zum Vorschlag von Albach: Das keiretsu als „strategische Familie“
5.3 Zum Vorschlag von Ouchi: Das keiretsu als Urform des „Clans“

6. Zu den Unzulänglichkeiten einer transaktionskostentheoretischen Erklärung der Effizienz von keiretsu

7. Abschließende Anmerkungen und Conclusio

Anlage V

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: „Organizational Failures Framework" in Anlehnung an Williamson (1975:40)

Abb. 2: Markt-Hierarchie Kontinuum in Anlehnung an Sydow (2005:104)

Abb. 3: „Aufbaustruktur von Zaibatsu-Verbundgruppen" (Shimizu 1970; zit. in Steinbrenner 1997: 5)

Abb. 4: Einordnung des keiretsu nach Albe (eigene Darstellung in Anlehnung an Albe 1995: 356 und Sydow 2005:104)

Abb. 5: Das keiretsu als japanisches Spezifikum (eigene Darstellung in Anlehnung an Ouchi 1980: 132 und Sydow 2005: 104)

Abb. 6: „Organisations- und Koordinationsstruktur der horizontalen MITSUBISHI-Gruppe" (Dodwell 1992; zit. in Steinbrenner 1997: 67)

Abstract/Kurzfassung

The present paper is concerned with a form of organization that is typically found in the Japanese economy: the keiretsu. What makes keiretsu so special is that, - although the term has long found its way into the western language of commerce as a loanword - there doesn’t exist a direct equivalent in the economies of the rest of the world. The aim of this paper is to answer the question of whether the keiretsu’s efficiency ceteris paribus sufficiently justifies its existence; which comparative efficiency advantages can be realized compared to Western methods of organization, and, in particular, why some of these advantages seem to be applicable only to the Japanese economy. To accomplish this, the transaction cost approach, which represents one way to assess organizational efficiency, is used as the main analytical tool.

Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit beschäftigt sich mit der für die japanische Wirtschaft typischen Organisationsform des keiretsu. Das Besondere an keiretsu ist, dass - obwohl der Begriff längst als Lehnwort Einzug in die Wirtschaftssprache des Westens gefunden hat - keine direkte Entsprechung in den Wirtschaftsräumen der restlichen Welt vorzufinden ist. Ziel dieser Arbeit ist es, die Frage zu beantworten, ob die Effizienz der keiretsu ceteris paribus als hinreichende Antwort auf die Frage nach deren Existenz zu akzeptieren ist, welche komparativen Effizienzvorteile sie gegenüber westlichen Orga­nisationsmethoden realisieren können und - insbesondere - weshalb manche dieser Vorteile nur den Japanern Vorbehalten zu sein scheinen. Um dies zu bewerkstelligen, wird der Transaktionskostenansatz, welcher eine Möglichkeit zur Beurteilung der Organisations­effizienz darstellt, als Analyseinstrument herangezogen.

1. Interessierendes Untersuchungsgebiet und Einleitung

Spätestens seit Adam Smiths Werk „Der Wohlstand der Nationen” (1776), in dem Arbeits­teilung und Spezialisierung als Grundlage für den Produktivitätszuwachs bestimmt wurden, rückt die Bedeutung einer möglichst effizienten Organisation von Tausch- und Abstimmungsprozessen immer mehr in den Vordergrund. Dies führte zu der Entstehung einer Vielzahl an Organisationsformen. Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit beschäftigt sich mit der für die japanische Wirtschaft typischen Organisationsform des keiretsu. Das besondere an diesen keiretsu ist, dass - obwohl der Begriff längst als Lehnwort Einzug in die Wirtschaftssprache des Westens gefunden hat - keine direkte Entsprechung in den Wirtschaftsräumen der restlichen Welt vorzufinden ist.

Dies kann sich unter anderem auf das verschiedenartige Rechtsverständnis der einzelnen Nationen zurückführen lassen; vielmehr ist es jedoch Ziel dieser Arbeit, die Frage zu beantworten, ob die Effizienz der keiretsu ceteris paribus als hinreichende Antwort auf die Frage nach deren Existenz zu akzeptieren ist, welche komparativen Effizienzvorteile sie gegenüber westlichen Organisationsmethoden realisieren können und - insbesondere - weshalb manche dieser Vorteile nur den Japanern vorbehalten zu sein scheinen. Man denke an die aktuelle Neigung europäischer und US-amerikanischer Unternehmen zur lediglich fragmentarischen Einführung japanischer Organisationsmethoden wie zum Beispiel 5-S, Kaizen oder das Toyota-Production-System. Die Funktionsweise der keiretsu geht jedoch weit über die bloße Anwendung dieser modernen Management-Tools hinaus und umfasst weltweit einzigartige, in derjapanischen Tradition verwurzelte, Prinzipien.

Um dies zu bewerkstelligen, ist es notwendig, einer Methodik zu folgen, die die Emergenz sozialer Systeme wie Unternehmen, Märkte - oder auch keiretsu - auf deren Effizienz­kriterien reduziert und gleichsam die Möglichkeit zulässt, rechtliche Rahmenbedingungen von der Untersuchung auszuschließen. Aus diesen Gründen dient der Transaktionskosten­ansatz als theoretisches Fundament dieser Arbeit.

Kapitel 2 dient einer ausführlichen Darstellung des dem Transaktionskostenansatz zugrunde­liegenden Gedankengebäudes, wobei ein Hauptaugenmerk auf die Arten und Auswirkungen der Verhaltensannahme „Opportunismus“ liegen wird. Dieser Schwerpunkt wird sich aufgrund der These, dass das Ausmaß opportunistischen Verhaltens einer ursächlichen Beeinflussung durch kulturelle Eigenheiten unterliegt und somit ein maßgebliches Effizienz­kriterium im Vergleich zwischen Ost und West zu sein scheint, über die gesamte Arbeit erstrecken.

Das darauf folgende Kapitel 3 soll dem Leser/der Leserin ermöglichen, sich einen Überblick über die strukturellen Merkmale des keiretsu als Untersuchungsobjekt zu verschaffen. Dies erfolgt unter der Begründung, dass auf Einzelheiten im Folgekapitel 4 näher eingegangen wird, in einer weniger ausführlichen, eher schematischen Skizzierung der für die Problemstellung wesentlichen Punkte. Kapitel 4 Umfasst ausgewählte - aus Effizienz­gesichtspunkten als potentielle Differenzierungsmerkmale angenommene - Spezifika der keiretsu und bildet zusammen mit Kapitel 5, in welchem die bis dahin gewonnenen Erkenntnisse einer ganzheitlichen Betrachtung unterzogen werden, den Kern der vorliegenden Arbeit.

Die konkrete Zielsetzung, die an diesem Punkt erreicht sein wird, setzt sich aus der Beant­wortung der eingangs definierten Fragestellungen zusammen: Einerseits wird man zu einem Verständnis über die Potentiale der keiretsu zur Realisierung komparativer Effizienzvorteile gelangt sein; andererseits wird ein Hinweis auf die grundsätzliche Übertragbarkeit der keiretsu auf westliche Strukturen gegeben.

Da das keiretsu ein sehr umfangreiches Untersuchungsobjekt darstellt, dessen Vielzahl an Ausprägungen zu eruieren alleine bereits einen zu großen Arbeitsaufwand mit sich bringen würde, beschränken sich die Ausführungen auf die traditionelle Form des horizontalen keiretsu. Da das keiretsu wie bereits erwähnt ein Spezifikum japanischer Organisations­gestaltung ist, wird auch die Verwendung japanischer Termini vorgezogen. Begriffliche Prä­zisierungen und Einschränkungen im Sinne der Konkretisierung werden grundsätzlich mittels entsprechender Fußnote vorgenommen.

In Kapitel 6 wird der Transaktionskostenansatz als theoretisches Fundament der Arbeit einer gezielten kritischen Würdigung unterzogen, welche sich auf die Hinterfragung bisheriger Kernaussagen konzentriert. Zuletzt folgen eine Zusammenfassung der Ergebnisse sowie abschließende Erläuterungen.

2. Zum Verständnis von Effizienz vor dem Hintergrund neuer Institutionenökonomik

Um die Entstehung beziehungsweise die Existenz von Unternehmungen als soziale Systeme zu erklären, ist die neoklassische Theorie, welche impliziert, dass der Markt1 2 ausschließlich vom Preismechanismus koordiniert wird und somit selbstregulierend - also vollkommen - ist (Schumann 1987: 236f), um einige wesentliche Ansätze, welche Ronald Harry Coase in seiner Publikation „The Nature of the Firm“ (1937) erstmals thematisierte, gedanklich zu erweitern. Für ihn stellte sich die Frage, warum sich einzelne Akteure innerhalb eines Wirtschaftssystems trotz angesprochener Vollkommenheit des Marktes für die Gründung einer hierarchisch organisierten Unternehmung entscheiden. Betrachtet man den Markt als gleichermaßen effizient wie vollkommen, scheint diese Entscheidung irrational zu sein. Coase sieht die Begründung dieses Verhaltens in der Tatsache, dass der Markt zwar einen in sich effizienten Allokationsmechanismus darstellt, seine Benutzung jedoch nicht kostenfrei ist und somit die Effizienz einer Markttransaktion mehr oder minder negativ beeinflusst. Durch die gleichzeitige Beachtung der unternehmensintern anfallenden Betriebskosten - in diesem Fall sind darunter die Kosten für die Koordinierung des Faktoreinsatzes zu verstehen - gelang es ihm, eine Methode zur Feststellung der Vorteilhaftigkeit verschiedener Organisationsformen zu entwickeln, welche in weiterer Folge bedeutend von Oliver Eaton Williamson konkretisiert und als Transaktionskostenansatz bekannt wurde. (Coase 1937: 19­25; Schumann 1987: 393)

Kapitel 2 zielt darauf ab, Transaktionskosten ceteris paribus als Maßstab für die Effizienz zu begreifen und insbesondere Möglichkeiten zur Gestaltung hybrider Organisationsformen zwischen Markt und Hierarchie aufzuzeigen.

2.1 Über das Organisationsproblem und die daraus resultierenden Ineffizienzen

Die bereits angesprochenen Effizienzverluste - also die Verluste, die bei der Betreibung eines Wirtschaftssystems entstehen (Arrow 1969; zit. in Williamson 1990: 21) - sind ein Resultat des von der neuen Institutionenökonomik thematisierten Organisationsproblems, welches im Folgenden dargestellt wird: In einer Gesellschaft, in der insbesondere durch Arbeitsteilung und Spezialisierung versucht wird, das Ungleichgewicht, welches zwischen den unendlichen menschlichen Bedürfnissen und den zu deren Befriedigung geeigneten Ressourcen besteht, zu reduzieren, nimmt Information und Kommunikation eine Bedeutende Rolle ein, da arbeitsteilige Prozesse einerseits den Tausch zwischen den einzelnen Akteuren des wirtschaftlichen Umfelds notwendig machen; andererseits aber durch diese Produktion auch unternehmensintern eine genaue Abstimmung über einen effizienten Faktoreinsatze unabdingbar wird. Um den reibungslosen - also effizienten - Ablauf dieser Vorgänge des Tauschs und der Abstimmung zu gewährleisten, müssten alle Wirtschaftssubjekte über vollkommene Information verfügen. Betrachtet man jedoch Information selbst als den wichtigsten Produktionsfaktor, wird klar, dass dieser nicht im notwendigen Ausmaß verfügbar ist, wodurch unabhängig von der Art des Wirtschaftssystems Ineffizienzen im Organisationsprozess entstehen. (Picot et al. 2003: 23-26)

Picot et al. (2003: 26) teilen diese in zwei Hauptgruppen ein: Fehlen beispielsweise den Akteuren Informationen über die zur Zielerreichung notwendigen Verrichtungen, sodass der Erfolg negativ beeinträchtigt wird, sprechen sie von Koordinationsproblemen oder Problemen des ,,Nichtwissens“. Resultiert jedoch diese Beeinträchtigung aus der fehlenden Kenntnis eines Akteurs über die Interessen eines anderen Akteurs, liegt für sie ein Motivationsproblem oder Problem des „Nichtwollens“ vor, da bei unterschiedlichen Interessen Leistungszurückhaltung die Folge sein könnte.

Da diesen Ineffizienzen nur durch eine erhöhte Koordinations- beziehungsweise Motivationsleistung entgegengewirkt werden kann und dies wiederum mit erhöhten Kosten - den Transaktionskosten - verbunden ist, muss ein Kompromiss zwischen den aus dem Organisationsproblem resultierenden Kosten und dem jeweils ökonomisch sinnvollen Produktivitätszuwachs gefunden werden. Mit dieser Optimierungsaufgabe, die von der neuen Institutionenökonomik als Entscheidungsgrundlage für die Wahl der transaktions­kostenminimierenden Organisationsform herangezogen wird, beschäftigt sich die Idee des Transaktionskostenansatzes.

2.2 Zur Idee des Transaktionskostenansatzes und: Transaktionskosten als Effizienzmaßstab

O. E. Williamson, von welchem die detaillierteste und am meisten angewandte Inter­pretation des Coase‘schen Transaktionskostenbegriffs stammt, legt eine Reduktion der oben charakterisierten Koordinations- und Motivationsprobleme durch die Auswahl geeigneter Beherrschungs- und Überwachungssysteme nahe, wobei für ihn der Vertrag als Instrument zur Regulierung von Tausch und Abstimmung eine zentrale Bedeutung einnimmt. Für ihn richtet sich demnach die Höhe der Transaktionskosten nach dem Ausmaß der Notwen­digkeit, die Verteilung der Informationen und die Ausrichtung der Interessen der einzelnen Akteure aneinander anzugleichen. (Williamson 1990: 20-22; Picot et al. 2003: 38-41) Basierend auf der von Williamson des Weiteren vorgenommenen Unterscheidung zwischen ex-ante und ex-post anfallenden Transaktionskosten (22) verwenden Picot et al. (2003: 49) 3
für erstere die Termini Anbahnungskosten, Vereinbarungskosten sowie Abwicklungskosten und für letztere Kontrollkosten und Anpassungskosten. Da die Höhe dieser Kosten bisweilen schwer zu quantifizieren ist und Handlungsempfehlungen daher auf Vergleichen alternativer institutioneller Arrangements4 beruhen (Williamson 1990: 24f), ist es zweckmäßig, für jegliche weiteren Analysen einen Bezugsrahmen zu schaffen, wobei Williamsons „Organizational Failures Framework“ (Abb. 1) für die Zwecke dieser Arbeit als besonders gut geeignet erscheint:

Es bestimmt einerseits die Spezifität einer Markttransaktion, sowie die Unsicherheit, die in Bezug auf deren vereinbarungsgemäße Erfüllung besteht, als die Transaktionskosten beeinflussende Umweltfaktoren; andererseits sind die Verhaltensannahmen der begrenzten Rationalität5 und des Opportunismus6, sowie die zwischen diesen vier Faktoren inter­venierende Variable der Informations­verteilung von besonderer Bedeutung für die Analyse des in dieser Arbeit interessierenden Untersuchungsobj ekts, weshalb ein Hauptaugenmerk auf diesen liegen wird. Die Transaktionsatmos­phäre spielt vor allem in Bezug auf die dem Untersuchungsobjekt gegebenen Sozialen Rahmenbedingungen eine Abbildung 1: „Organizational Failures Framework” in Rolle. (Picot et al. 2003: 50-53) Anlehnung an Williamson (1975: 40)

Wendet man also dieses Schema zur Analyse der oben genannten ex-ante beziehungsweise ex-post anfallenden Kostenarten an, kommt man zu den für die Bestimmung der optimalen Organisationsform wesentlichen Erkenntnissen: Bei externer Abwicklung einer Transaktion hoher Spezifität, wäre der Geschäftspartner - der selbst das Ziel der Nutzenmaximierung verfolgt - geneigt, seine besondere Stellung zum Beispiel durch Preiserhöhungen auszu­nutzen. Eine transaktionskostenerhöhende ex-ante Spezifizierung des Arrangements wäre somit nötig, um dies zu verhindern. Diese nutzenmaximierende Handlungsweise unterstellt die Verhaltensannahme des Opportunismus, auf welche weiter unten im Rahmen eines Exkurses näher eingegangen wird.

[...]


1 Sydow (2005: 98) bezeichnet den Markt als „[...] eine Organisationsform ökonomischer Aktivitäten, in der beliebige Marktteilnehmer, die sich grundsätzlich (begrenzt) rational und opportunistisch verhalten und die gleichberechtigt und in ihren Handlungen weitgehend von einander unabhängig sind, eine genau spezifizierte Leistung austauschen. [...] Marktliche Beziehungen sind flüchtig und - idealtypisch - kompetitiv.“

2 „Die Koordinationsleistung einer (Unternehmungs-) Hierarchie basiert auf Weisungen der Unternehmensleitung gegenüber einer prinzipiell begrenzten Zahl von Organisationsmitgliedern. Diese Weisungen substituieren hier idealtypisch jegliche marktliche Koordination. Koordiniert wird der Austausch unspezifischer Leistungen. Hierarchische Beziehungen sind auf Dauer angelegt und - idealtypisch - kooperativ.“ (Sydow 2005: 98)

3 Entsprechend Smiths Aussagen in „Der Wohlstand der Nationen“ (2005: 9-15), dassjeder Akteur des wirtschaftlichen Lebens das eigene Gut im Überfluss produziere und somit imstande sei, auch den Bedarf anderer zu decken.

4 „Als Institutionen bezeichnet man ,[...] sozial sanktionierbare Erwartungen, die sich auf die Handlungs- und Verhaltensweisen eines oder mehrerer Individuen beziehen4.“ (Dietl 1993; zit. in Picot et al. 2003: 38). In der Transaktionskostentheorie werden diese Institutionen vorrangig durch Beherrschungs- und Überwachungssysteme (Verträge) verkörpert.

5 Williamson (1990: 51) unterscheidet zwischen drei Formen der Rationalität, wobei die „begrenzte Rationalität“ für ihn eine halb-starke Form darstellt, die dem Menschen zwar eine rationale Intention unterstellt, die erjedoch nur begrenzt umzusetzen vermag. Die starke Form bezeichnet er als „Maximierung“, die schwache als „Organische Rationalität“.

6 Unter Opportunismus versteht Williamson (1990, 54) „[...]die Verfolgung des Eigeninteresses unter Zuhilfenahme von List.“ und ist die radikalste Ausrichtung auf das Eigeninteresse. Die halb-starke Form bezeichnet er als „Schlichte Verfolgung von Eigeninteresse“, die schwache als „Gehorsam“.

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Transaktionskostentheoretische Überlegungen zur Effizienz japanischer Unternehmenskonglomerate
Untertitel
Am Beispiel der Keiretsu
Hochschule
Fachhochschule Salzburg
Note
1
Autor
Jahr
2012
Seiten
34
Katalognummer
V233166
ISBN (eBook)
9783656496250
ISBN (Buch)
9783656496311
Dateigröße
4335 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Keiretsu, Unternehmensnetzwerke, Japan, Organisation, Transaktionskosten, organisational slack, Markt, Hierarchie, Hybride Organisationsformen, agency-theory, Agenturtheorie, Williamson, Coase, Transaktionskostentheorie
Arbeit zitieren
Daniel Dirnberger (Autor), 2012, Transaktionskostentheoretische Überlegungen zur Effizienz japanischer Unternehmenskonglomerate, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233166

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