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Leuchtende Südsee!

Münchens letzte Völkerschau auf dem Oktoberfest 1959

Title: Leuchtende Südsee!

Term Paper , 2011 , 29 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Patrick Charell (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War
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Das Münchner Oktoberfest 1959 war aus mehreren Gründen eine Jubiläumswies’n, auch wenn es bis zum runden hundertfünfzigsten Geburtstag noch ein Jahr dauern sollte. Oberbürgermeister Thomas Wimmer zapfte unter den „wehmütigen“ Augen der Bedienung zum letzen Mal die erste Wies’nmaß. Das Original Franz Halmanseger, der bis zu seinem Tod 1962 vor dem Hippodrom als Rekommandeur im Reitfrack und Zylinder die Gäste in das Festzelt lockte, feierte gleichzeitig sein vierzigstes Arbeitsjubiläum und seinen fünfundsiebzigsten Geburtstag. Und der berühmte Schausteller Rudolf Feldl beschloss eine Völkerschau auf die Theresienwiese zu bringen, die sich im Nachhinein als die letzte ihrer Art
auf dem Oktoberfest herausstellte. Die Zurschaustellung fremder, möglichst exotischer Kulturen und Menschen hatte auf der Wies’n eine lange Tradition; Feldl’s Themenwahl für seine Völkerschau wurde vielleicht vom aktuellen Weltgeschehen beeinflusst: 1959 wurde Hawaii nach einem Volksentscheid als fünfzigster Bundesstaat Teil der USA und rückte daher näher in das Licht der interessierten Öffentlichkeit.
Für die Forschung gereicht es zum Nachteil, dass die Feldlsche Völkerschau durch andere, damals als dringlicher angesehene Ereignisse überlagert wurde. Die Vernachlässigung der hawaiianischen Völkerschau geht so
weit, dass sogar der offizielle Name der Attraktion unklar ist: Diese Arbeit
ist daher eine Art Experiment: Obwohl die Kolonial- und Völkerschauen stärker in das Forschungsfeld der Neueren und Neuesten Geschichte gerückt sind, existiert keine Literatur über die Hawaiischau 1959. Die Recherche wird daher eine reine Spurensuche sein, offen nach allen Richtungen, um Quellen zu finden, die das Forschungsfeld um eine weitere Facette erweitern. Der Ausgang ist ungewiss, doch vielleicht gelingt es, die Südsee möglichst vollständig wieder zum Leuchten zu bringen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Leuchtende Südsee!

2.1 Das Gelände

2.1.1 Größe und Standort

2.1.2 Statik und Bauweise

2.1.3 Gebäude und Funktionen

2.1.3.1 Die Fassade/Haupteingang

2.1.3.2 Restaurant/Bar

2.1.3.3 Attraktionen in der Völkerschau Hawaii

2.2 Die Hawaiianer

2.3 “Hula-Hula-Mädchen“ und Musiker

2.4 Das Programm

2.5 Kritik und Bewertung

3 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die als „Leuchtende Südsee“ bekannte hawaiianische Völkerschau auf dem Münchner Oktoberfest 1959, um ein bisher in der wissenschaftlichen Literatur vernachlässigtes Kapitel der Schaustellergeschichte zu beleuchten und mittels einer Spurensuche in Archiven sowie durch Zeitzeugenaussagen historisch einzuordnen.

  • Analyse der baulichen Struktur und logistischen Umsetzung der Völkerschau.
  • Untersuchung des Unterhaltungsprogramms und der Rolle der hawaiianischen Akteure.
  • Bewertung der ökonomischen Rahmenbedingungen und der öffentlichen Wahrnehmung.
  • Kontextualisierung der Schau innerhalb der Tradition der Völkerschauen in Deutschland.

Auszug aus dem Buch

2.1.3 Gebäude und Funktionen

Für die äußere Gestaltung der Leuchtenden Südsee zeichnete sich Ludwig Reiber verantwortlich, wie Betty Feldl sich erinnert „der damals als Ausstatter in den Ateliers der Bavaria-Film-Studios beschäftigt war“. Die Entscheidung, einen professionellen Dekorateur zu engagieren und nicht nach eigenen Entwürfen zu arbeiten, zahlte sich für Rudolf Feldl aus, denn die Fachpresse äußerte sich beinahe lyrisch:

Davor steht das Publikum, staunt und fotographiert (sic) die schilfgedeckten Häuser mit den geschwungenen Dächern und den Göttermasken an den Giebeln.

Besonders hervorgehoben wurde auch die Verwendung von „natürlichen Materialien“ wie Holz, Schilf und Farben, welche „nicht schreiend, aber lachend, anmutig spiegelnd wie die Südsee“ beschrieben wurden, und tatsächlich zeugen die erhaltenen Farbfotos vom ganz eigenen Flair der Anlage. Den vorderen, zur Schaustellerstraße weisenden Bereich des Geländes nahm das bereits erwähnte Hawaii-Dorf ein. Der Gebäudekomplex war beinahe komplett Quadratisch angelegt und maß ca. 50 x 50 m, also ungefähr 2500 m², nahm also etwas mehr als die Hälfte des zur Verfügung stehenden Raumes ein. Direkt daran anschließend stand ein Zelt, in welchem „die Vorführungen stattfanden“. Das Geviert selbst bestand aus überdachten Arkaden, die durch ihre einheitliche Strohdeckung zusammen mit den Häusern eine geschlossene Architektur bildeten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung verortet das Thema im Kontext des Oktoberfestes 1959 und beschreibt die methodische Vorgehensweise als archivarische Spurensuche zur Schließung einer Forschungslücke.

2 Leuchtende Südsee!: Dieses Kapitel analysiert detailliert die räumliche, bauliche und organisatorische Struktur der Völkerschau inklusive ihrer Attraktionen und personellen Besetzung.

3 Fazit: Das Fazit resümiert die Ergebnisse der Untersuchung und ordnet die Völkerschau als Meilenstein der späten Schaustellergeschichte sowie als wichtigen Teil der Münchner Festkultur ein.

Schlüsselwörter

Oktoberfest, Völkerschau, Leuchtende Südsee, Rudolf Feldl, Hawaii, Schaustellergeschichte, Architektur, Südseekultur, München, Unterhaltung, Historische Analyse, 1959, Fremdkultur, Folklore, Eventmanagement.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit behandelt die „Leuchtende Südsee“, eine hawaiianische Völkerschau, die 1959 auf dem Münchner Oktoberfest stattfand und heute als letzte ihrer Art auf diesem Fest gilt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen die bauliche Konstruktion des „Hawaii-Dorfes“, die organisatorische Planung, die Gestaltung des Unterhaltungsprogramms sowie die ökonomische und mediale Bewertung.

Welches Ziel verfolgt der Autor mit dieser Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, eine Lücke in der geschichtswissenschaftlichen Forschung zu schließen, da bisher keine Literatur zu dieser speziellen Völkerschau existierte.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine qualitative Archivrecherche und Spurensuche, die durch die Auswertung ungedruckter Quellen, Presseberichte und Zeitzeugengespräche gestützt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Geländes, der Gebäude, der hawaiianischen Akteure, des Unterhaltungsprogramms sowie der öffentlichen und polizeilichen Kritik.

Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?

Wichtige Begriffe sind Oktoberfest 1959, Völkerschau, Hawaii-Dorf, Rudolf Feldl und die historische Einordnung exotischer Ausstellungen in Deutschland.

Warum wird die Völkerschau im Text als „Experiment“ bezeichnet?

Der Autor bezeichnet sie als Experiment, da er ohne vorliegende Fachliteratur auskommen musste und auf eine offene, explorative Suche nach Quellen angewiesen war.

Welche Rolle spielten die „Hula-Hula-Mädchen“ für den Erfolg der Schau?

Sie waren als Hauptanziehungspunkt essenziell für die Bühnenshow, dienten zur Animation des Publikums und blieben den Besuchern als zentraler Bestandteil der Attraktion im Gedächtnis.

Gab es besondere Schwierigkeiten bei der Errichtung?

Ja, es mussten strenge Auflagen hinsichtlich Feuersicherheit und sanitärer Anlagen erfüllt werden, und es gab Konflikte mit der Schutzpolizei bezüglich der Parkplatzsituation.

Wie wurde die Völkerschau finanziell bewertet?

Trotz hoher Investitionskosten und unternehmerischem Risiko erwies sie sich als großer Erfolg, begünstigt durch eine gute Witterung und ein hohes Besucheraufkommen auf dem Oktoberfest.

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Details

Title
Leuchtende Südsee!
Subtitle
Münchens letzte Völkerschau auf dem Oktoberfest 1959
College
LMU Munich  (Historisches Seminar)
Course
Kolonialausstellung, Völkerschau, Exotik. Fremde Welten in Deutschland 1870 - 1917.
Grade
1,0
Author
Patrick Charell (Author)
Publication Year
2011
Pages
29
Catalog Number
V233171
ISBN (eBook)
9783656518617
ISBN (Book)
9783656517696
Language
German
Tags
Hawaii Völkerschau Volkershow Wiesn Oktoberfest 1959 Südsee Schausteller Nachkriegszeit München Feldl Exotik Dorf Polynesier Hula-Mädchen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Patrick Charell (Author), 2011, Leuchtende Südsee!, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233171
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