Gesundheitsprophylaxe - Intestinale Ökologie

Gesunder Darm


Seminararbeit, 2013

32 Seiten


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Inhaltsverzeichnis

Vorwort:

Verdauungskanal

Anatomie und Funktion

Die Schleimhaut

Die Immunabwehr

Gifte, Schlacken und Säuren

Verschlackung des Köpers

Der Darm - Was hilft – was schadet ihm?

Körperschlacken

Exkurs klassische Homöopathie

Kausale Erkrankungen

Zivilisationskrankheiten

Der kindliche Darm

Der Altersdarm

Der Säure-Basen-Haushalt im Gewebe und Blut

Die Therapie

Vorwort:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Seit nunmehr 12 Jahren arbeite ich in der eigenen Praxis für Alternativmedizin (BIMEDIC) als Heilpraktiker in Tauberbischofsheim.

Neben der Praxistätigkeit mit Schwerpunkt auf Magen-Darmerkrankungen referiere ich an zwei Hochschulen im Bereich Gesundheitsökonomie und Qualitätsmanagement.

Der Praxisname „BIMEDIC“ steht für die Errungenschaften aus zwei (BI=zwei) Kulturkreisen, dem östlichen und dem westlichen Kulturkreis. Die Praxis ist spezialisiert auf die Behandlung säureinduzierter und dysbiotischer Erkrankungen des Magen- Darmtraktes, um die es in dieser kurzen Abhandlung letztendlich geht.

Ich wünsche Ihnen viel Freude und neue Einblicke beim Lesen dieser kleinen Lektüre. Für Anregungen immer dankbar.

Ihr

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ein chinesisches Therapieprinzip möchte ich gleich voranstellen, es beschreibt die grobe Hierarchie bei den Möglichkeiten des Auscheidens:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bild: Chinesisches Therapieprinzip

Der Darm gehört mit den Nieren der Lunge, der Leber und vor allem der Haut zu den Ausscheidungs- und Entgiftungsorganen schlecht hin.

Auch in unserer aufgeklärten Zeit schaffen wir es nur hinter vorgehaltener Hand über Darm-, Stuhl- oder Verdauungsprobleme zu reden. Ein Thema, dass so sehr mit Fäkalien und Schmutz assoziiert wird, nimmt man nicht so leicht in den Mund. Heute Abend wollen wir einmal ausgiebig darüber reden.

F. X. Mayr, österreichischer Facharzt für Stoffwechselkrankheiten (1875-1965) kam zur Erkenntnis:

„Der Darm ist die Wurzel der Pflanze Mensch“

dieser positiven Betrachtungsweise möchte ich gleich eine weitere anschließen. Eine chinesische Weisheit aus dem 13. Jahrhundert, Urheber war Zhang Yuansu, behauptet folgendes:

“Im Darm lauern 1000 Krankheiten”

Beiden Aussagen gemein ist die zentrale Position, die der Darm im menschlichen Körper anscheinend spielen soll.

Grund genug sich dieses System einmal genauer zu betrachten.

Verdauungskanal

Der Darm ist mit eines der ersten Organsysteme, die beim Embryo angelegt werden. Zu Beginn sieht man eine Zellanhäufung, die sich wie eine Waffelrolle faltet. Dieser Schlauch ist schon der Beginn der Darmanlage. Am Rande dieses Schlauchs werden nun die restlichen Organe ausgebildet. Der Darm stellt sich schon hier als Führungsorgan dar.

So kompliziert das Verdauungssystem auch aufgebaut ist, so einfach ist es in seiner Funktion die Nahrung zu zerkleinern und sie so aufzuspalten, dass die kleinsten Nahrungsbestandteile vom Blut aufgenommen und zu jeder Körperzelle weitergeleitet werden können.

Anatomie und Funktion

Begleiten wir einen Bissen auf dem Weg durch das Verdauungssystem.

Wir stellen uns der Einfachheit halber das Verdauungssystem als einen Tunnel vor. Der Bissen muss, um den Darm zu erreichen zunächst die Mundhöhle, den Nahrungsshredder passieren. Hier wird die Nahrung, insbesondere die Kohlenhydrate vorverdaut. Ein langes Kauen und einspeicheln des Bissens ist besonders wichtig. Danach kommt die Speiseröhre. Muskeln transportieren aktiv unseren Bissen in den Magen, das garantiert auch, dass wir im Weltraum schlucken können und wir können selbst im Kopfstand schlucken.

Im Magen angekommen, wird unser Bissen durch die Säure entkeimt. Die Säure ist also eine Barriere für Keime und Schädlinge.

Eine Schleuse zwischen Magen und Darm stellt der Pförtner dar. Es handelt sich hierbei um einen starken Ringmuskel. Er gibt Portionsweise den Mageninhalt, auch unseren Bissen, in den Darm ab.

Der Darm wird ganz grob in folgende Abschnitte unterteilt, Dünndarm, Dickdarm, es folgen der Enddarm und das After.

Das ganze Verdauungssystem des Menschen hat eine ungefähre Länge von 7 Metern. Diese Länge ist auch ein evolutionäres Zeichen für gemischte Kost.

Der Mensch hat sich also schon seit Urzeiten nicht nur von Fleisch, noch alleine von Pflanzen ernährt. Reine Vegetarier wie z.B. das Schaf, haben ein im Verhältnis wesentlich größeres Verdauungssystem, um aus der niedrigen Energiedichte der Nahrung möglichst viel Nährstoffe herauslösen zu können. Der Hund oder die Katze, reine Fleischfresser, besitzen hingegen einen recht kurzen Verdauungskanal, da Fleisch eine hohe Energie- und Eiweißdichte aufweist. Zwar lebt der Mensch nicht vom Brot alleine – doch die heute verzehrten Fleischmengen überfordern unser auf Gemischtkost ausgelegtes Verdauungssystem verständlicher Weise.

Nach dieser kleinen Exkursion wieder zurück zu unserem Bissen. Er hat nun den Pförtner des Magens durchwandert und befindet sich im Zwölffingerdarm, der eine Länge von Zwölf Fingerbreiten besitzt.

Hier im Dünndarm geht es nun richtig los. Nachdem Dünndarm-, Bauschspeicheldrüsensekrete und Galle aus der Leber den ehemals sauren Mageninhalt neutralisiert haben, fangen Enzyme damit an den Nahrungsbrei weiter zu zerkleinern. Wie mit einer Rebenschere „schneiden“ diese Enzyme alles in so kleine Stücke, dass diese durch die Darmwand hindurch wandern und in den Blutkreislauf gelangen können.

Unterstützt wird die Arbeit der Enzyme durch die Peristaltik des Darms, eine einschnürende wellenförmige Bewegung. Sie dient der Durchmischung und des Weitertransports des Speisebreis.

Die Schleimhaut

Die physiologischen positiven Keime, die zum Schutz des Organismus die Schleimhaut besiedeln, vermehren sich nun im Speisebrei, einem Gemisch aus Schleim, Galle Enzymen und unserem „Bissen“. Diese mikrobielle Barriere ist eines von insgesamt vier Schutzschilden, um den Körper vor Eindringlingen zu bewahren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthaltenBild: Schleimhaut-Schutzschild (sIgA)

Mit seiner Gesamtfläche von ca. 400qm stellt der Darm nämlich die größte Kontaktfläche zur Außenwelt dar, obwohl er ja „innen“ liegt. Die Aufgabe der Darmflora ist es zunächst einmal, die evtl. pathogenen Keime, also die, die uns krankmachen, mechanisch am „Andocken“ an der Schleimhaut zu hindern und antagonistisch mit Hilfe von eigenen Stoffwechselprodukten (Milch- und Essigsäure) das Milieu für diese Keime negativ zu beeinflussen.

Diese „ Kolonial-Resistenz “ können wir bestimmen und positiv wie auch negativ beeinflussen.

Ein ungeheuer wichtiger Aspekt der intestinalen Ökologie - der inneren Umwelt - ist die Beteiligung des Darms am Training der Körperabwehr.

Ähnlich der dem weiblichen Scheidenmilieu wird im Darm über die säurebildenden Keime ein leicht saures Milieu forciert, welches vor allem Hefen und andere Pilze daran hindert, sich in dieser kohlenhydratreichen feuchtwarmen Umwelt explosionsartig zu vermehren.

Die Immunabwehr

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bild: Peyer Plaque

Laufend werden ca. 1% der passierenden Keime, es sind Milliarden, über die lymphattischen Inseln im Dünndarm, die sog. Peyer´schen Platten aufgenommen und auf eine Krankbarmachung hin „untersucht“. Diese kontinuierliche Fortschreibung einer Erregerdatenbank versetzt die Abwehr in die Lage auf Eindringlinge schnell und angemessen zu reagieren. Das darmassoziierte Immunsystem hat einen Anteil am Immunsystem von 80%. Häufige Infektionen rühren i. d. R. aus einer darmassoziierten Immunsuppression aufgrund gestörter Darmflora.

Keimfrei gehaltene Tiere (Gnotobionten) sind deshalb nicht in der Lage rechtzeitig zu reagieren und werden so schnell Opfer von überwuchernden Keimen.

Aus dieser Erregerdatenbank erzeugt der Organismus spezifische Antikörper, die als sekretorisches Immunglobulin A, ein aktives Schleimschutzschild , das auf allen Schleimhäuten, natürlich auch der Darmschleimhaut aufliegt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthaltenBild Schutzschild

Die Aktivität der Darmflora ist enorm. Mit einer Gesamtmasse von ca. 1 kg stellt sie ein mit der Leber vergleichbares „Stoffwechsel-Organ“ dar. Diese Masse an Stoffwechselvorgängen belastet die nachgeschaltete Leber, sie muss die Stoffwechselendprodukte nicht nur des Körpers, sondern auch der Darmflora unschädlich abbauen.

Unser „Bissen“ ist nun seiner Nährstoffe beraubt und wird weiter in den Dickdarm an Schlacken und Nahrungsresten vorbei befördert. Hier wird ihm seine Feuchtigkeit entzogen. Er schrumpft zusammen und wird zu guter Letzt mit dem Stuhl ausgeschieden.

Soviel zu dem Punkt Anatomie und Physiologie

Gifte, Schlacken und Säuren

Was zählt eigentlich zu Giften und Schlacken, wo kommen sie her und wo gehen sie hin?

Erst einmal zu den Giften: Was glaube Sie wohl, was den Körper an Giften belastet?

Die Gifte, die aus der Umweltbelastung resultieren, liegen jetzt bestimmt dem einen oder anderen auf der Zunge – richtig. Weiter schließen sich hier die Genuss- und Suchtgifte an. Hier wäre das Rauchen, der Alkohol, Medikamente und der Kaffee zu nennen. Den meisten setzen wir uns gewollt aus, einigen anderen eher passiv, dennoch bleibt die Tatsache, dass unser Organismus täglich mit einer Reihe von „Vergiftungen“ fertig werden muss.

Kaffee z.B. regt die Nierentätigkeit an und gilt deshalb gemeinhin als sehr stark wassertreibend. Das liegt unter anderem an der hohen Toxizität, also der Giftigkeit des Kaffees, besser des Koffeins. Es wird mit sehr viel Wasser aus dem Körper geschwemmt, um den Organismus vor Schäden zu schützen. Dieses Wasser fehlt dann zur Säureverdünnung. Dazu aber später mehr. Umso mehr Kaffee, desto mehr Wasser muss man trinken – eine Grundregel.

Bei jeder dieser Giftattacken, werden Zellen in Mitleidenschaft gezogen oder zerstört. Koffein schädigt vornehmlich Nerven- und Gehirnzellen.

Über die Wirkungen des Nikotins möchte ich hier keine Worte mehr verlieren, das Wissen ist da und hier geht es ja um den Darm.

Toxisch können aber auch Stoffe sein, die augenscheinlich nicht gleich als solche erkannt werden. Frau Dr. Müller-Kainz, sie ist Verhaltensforscherin, nennt diese Stoffe „Esswaren“ konträr zum Begriff „Lebensmittel“, die lebensfördernd sind.

Was ist denn nun an “Esswaren” auszusetzen? Was stimmt damit nicht?

Eine einfache Antwort ist wie so oft nicht möglich, aber ich wage einen Versuch:

Bei „Esswaren“ stimmt die Bilanz zwischen Aufwand und Nutzen nicht.

Denaturierte Stoffe –Stoffe die ihrer Ursprünglichkeit beraubt sind, kosten den Körper mehr „Lebensenergie“, als sie ihm zur Verfügung stellen. Hier wären erhitzte Fette, Kochsalz, raffinierter Zucker, behandelte Eiweiße und „einfache“ Kohlenhydrate zu nennen. Diese Stoffe führen im Körper zu einem Ungleichgewicht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten
Bild: Homöostase - Gleichgewicht

Die Homöostase, das Gleichgewicht, ist also gestört. Leben ist aber nur im Gleichgewicht möglich. Ziel des Organismus muss es also sein, auf ein Ungleichgewicht mit geeigneten Maßnahmen zu reagieren, unter der Prämisse der Zeit, denn im Ungleichgewicht werden ja Zellen geschädigt.

Sonstige Gifte, die wir über die Essware zu uns nehmen, Konservierungs- Farb- und Aromastoffe mit allen ihren „E“´s, Schwermetalle, Quecksilberverbindungen, Chlor und eine unzählige Menge von noch nicht identifizierten Stoffen, verschärfen die Situation nur noch.

32 von 32 Seiten

Details

Titel
Gesundheitsprophylaxe - Intestinale Ökologie
Untertitel
Gesunder Darm
Hochschule
St. Elizabeth University of Health & Social Sciences
Autor
Jahr
2013
Seiten
32
Katalognummer
V233190
Dateigröße
2781 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gesundheitsprophylaxe, intestinale, ökologie, gesunder, darm
Arbeit zitieren
PhDr. Matthias Blümm (Autor), 2013, Gesundheitsprophylaxe - Intestinale Ökologie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233190

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