Zum Verhältnis von Gewalt, Freiheit und Kultur in Wolfgang Sofskys "Traktat über die Gewalt"


Hausarbeit (Hauptseminar), 2012

26 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Der Trieb zur Freiheit
2.1. Zum Verhältnis von Freiheit und Kultur
2.2. Die Triebkräfte der Gewalt nach Wolfgang Sofsky

3. Die Grausamkeit der Täter
3.1. Kollektive Gewalt in der Historie
3.2. Die Entwertung der Opfer

4. Sozialpsychologische Grundlagen
4.1. Groupthink
4.2. Das Wir - Gefühl
4.3. Macht und Freiheit des Einzeltäters
4.4. Die Isolation der Tätergruppe
4.5. Das Wir - Gefühl bei Wolfgang Sofsky
4.6. Die Repression der Führungsebene

5. Angst und Gewalt
5.1. Zum Verhältnis von Angst und Gewalt
5.2. Die Verletzlichkeit des Leibes

6. Schlussbetrachtung

Bibliografie

1. Einleitung

In seiner viel beachteten Monografie Traktatüber die Gewalt, erschienen 1996, rückt der Soziologe Wolfgang Sofsky den Zusammenhang von Kultur und vornehmlich kollektiver Gewalt in den Blickpunkt. Er stellt die Frage nach dem Ursprung dieser Gewalt und postuliert sie als kulturelles Kontinuum. „Sie durchherrscht die Geschichte des Gattungswesens von Anfang bis Ende.“1 In einem beständigen Wechsel von Ordnung und Chaos, so Sofsky, erzeugt Kultur Gewalt immer wieder neu aus sich selbst heraus. Für ihn gibt es keine Kultur ohne Gewalt, letztere ist ihm zufolge bereits im Prinzip menschlicher Vergesellschaftung festgelegt. Dies ist folgenschwer da er den Menschen in seinem weiten Naturbegriff als Kulturwesen beschreibt. Die Kultur erzeugt zwangsweise Gewalt und weil Kultur ein unabänderlicher Bestandteil der wahren Natur der Gattung ist, kann menschliche Existenz ohne Gewalt nicht denkbar sein. In seiner geschichtlich - technologischen Entwicklung hat der Mensch dazu schlechterdings die Mittel der Gewalt, sein Waffenpotenzial enorm gesteigert und die Anwendung der Waffe scheint geradezu fatalistisch durch ihre bloße Existenz programmiert.2

Weshalb gerät der angeblich zivilisierte Mensch immer wieder in das Triebwerk extremer Gewalt, wie ist es möglich, dass ganze Nationen, ganze Kulturen ein gigantisches Mordwerk des Massakers, der ethnischen Säuberungen, des Genozids aus sich selbst heraus erzeugen? Was im Menschen bringt die unbegreiflichen Gräueltaten des Holocausts im Hitler- Deutschland, den Völkermord in Ruanda hervor? Erklärende Versuche gibt es unzählige, die sich mit der Beschreibung der Gewaltentstehung auseinandersetzen und in der Folge mit Angaben der Gewaltprävention auffahren. Dennoch ist das Phänomen gerade der extremsten Formen kollektiver Gewalt bis heute noch überaus rätselhaft. Terry George, der Regisseur des Films Hotel Ruanda beschreibt eine emotionale Haltung, die m.E. nach bezeichnend sein dürfte für viele, die sich mit dem Thema auseinandersetzen. Auf die Frage einer Interviewerin, warum er in seinem Film die Massaker des Völkermords in Ruanda 1994 nur andeute, antwortete er: „Wie kann ich das Unmögliche auf die Leinwand bringen und zeigen, wie Menschen andere Menschen mit Macheten zerhacken? Es wäre nicht auszuhalten gewesen. Ich wollte und konnte das Entsetzliche nicht realitätsnah 1:1 zeigen.“3 Dieses Paradoxon von eigentlich Unmöglichem das seiner puren Tatsächlichkeit gegenübergestellt wird, zeigt wie leicht sich extreme, absolute Gewalt und Grausamkeit dem Verständnis des Menschen zu entziehen vermögen.

Wolfgang Sofskys Traktatüber die Gewalt ist ein Deutungsversuch, der Gewalt als kulturelles Kontinuum begreift und Kultur als zwingend gewalterzeugend beschreibt. Ziel meiner Arbeit soll es sein, Sofskys Standpunkt zum einen in seiner Argumentationskette zu skizzieren und zum anderen dessen düstere kulturpessimistische Schlussfolgerung zu rekonstruieren und zu kritisieren. Ich möchte aufzeigen, dass Sofsky aus den Verflechtungen von Freiheit, Kultur und Gewalt meiner Meinung nach eine mehr als fragwürdige These aufgestellt hat.

Dazu werde ich im Folgenden zunächst die Beziehung von Kultur und Freiheit darstellen, wie Sofsky sie versteht. Daran anschließend möchte ich das Postulat des Autors der „absoluten Selbstbefreiung“ des Einzeltäters im Kollektiv, bestimmt als wesentliche Triebkraft der Gewalt, analysieren und kritisch diskutieren. Dafür werde ich mich auf sozialpsychologische Erkenntnisse hinsichtlich von Gruppenbildungsprozessen, besonders dem sogenannten „Groupthink“ stützen. Zuletzt will ich versuchen anhand meiner Arbeitsergebnisse eine Gegenthese zu Sofskys Bild vom gattungsspezifischen Gewaltschicksal zu formulieren, da ich der Meinung bin, dass es weder richtig ist Freiheit oder auch Unfreiheit als Urgrund der Gewalt zu verstehen, noch dass es Grund zur Annahme gibt, nach der der Mensch in einem unendlichen Kreislauf der Gewalt gefangen sein soll.

2. Der Trieb zur Freiheit

2.1. Zum Verhältnis von Freiheit und Kultur

Sofskys Erklärung setzt bei der Freiheit, bzw. besser bei der Abwesenheit von Freiheit, als singulärer, fundamentaler Ursache von Gewalt, d.h. vor allem kollektiver Gewalt an. Sein Traktat gipfelt letztlich in dieser einen großen Reduktion, und ihr Wahrheitsanspruch ist für den Autor absolut.

Nach Sofsky wird der Mensch durch ein Sehnen, einen inneren Drang nach einem utopischen Zustand absoluter Freiheit getrieben. Von Natur aus sei er nicht festgelegt,4 außer eben darin, dass er nicht festgelegt ist. Dieses Sehnen nach Freiheit wird durch die Zwänge der Kultur verstärkt. Dabei ist es nach Sofsky gleich um welche Form von Kultur es sich handelt, jede begrenzt in irgendeiner Weise den Menschen. „Weil die kulturellen Formen seine Freiheit einzwängen, ist er immerzu darauf aus, sie zu zerschlagen.“5 Freimütig kann man ihm zustimmen, dass totalitäre Regime in ihrem unbändigen Drang nach Gehorsam und Konformität in besonderer Weise die Freiheit des Einzelnen unterdrücken. Aber auch jede scheinbar friedliche, demokratische ‚moralische’ Kultur ist für ihn im Kern von Unterdrückung geprägt: „Was zuvor die Despotie der Ordnung den Menschen antat, tut nun jeder sich selbst an.“6 Die direkte äußere Repression durch das Regime wandelt sich um zur inneren Repression durch die universelle und allgegenwärtige Moral. Der Vergleich mit monastischen Modellen der Askese und Selbstüberwindung scheint mir hier nicht allzu fern zu sein. „Die Revolte der Freiheit führt geradewegs zur Unterjochung der Triebe.“7 Durch ein Bewusstsein von Schuld und der beständigen Angst vor sittlicher Verfehlung zwängt die neue Ordnung den Menschen ein und erkauft so den sozialen Frieden, steigert damit aber letztlich nur das Potenzial der Entfesselung der unterdrückten menschlichen Natur.8

Den genuinen Trieb nach Auslöschung der Freiheit, der in jeder Form von Kultur angelegt sein soll, erklärt Sofsky damit, dass jede Ordnung, einem Gesetz der Selbsterhaltung folgend, darauf aus ist, jegliche Bedrohung ihrer Existenz restlos zu beseitigen. Daher besteht immer und in jeder Gesellschaft ein Zwang zur Konformität, der unbändig immer stärker wird und die Ordnung dazu treibt ihren Geltungsraum stetig zu erweitern. „Der Imperialismus ist im Universalismus des Einheitsprinzips vorgezeichnet.“9 Dieses Einheitsprinzip ist aber mit dem menschlich - natürlichen Trieb nach Freiheit unvereinbar, sodass für Sofsky bereits in der Entstehung einer Kultur ihr Untergang besiegelt ist.

Sofskys Bild von der Natur des Menschen steht, wie ich meine, allerdings ziemlich nebulös zu seiner Konzeption von kulturell produzierter Gewalt. Zum einen spricht er an einigen Stellen von natürlichen Triebkräften, die unterjocht werden - ohne allerdings näher darauf einzugehen. Beispielsweise spricht er von (nicht näher bestimmten) „gewalttätigen Anlagen“10 im Menschen. An anderer Stelle formuliert er hingegen, dass der Mensch nicht determiniert ist, nicht festgelegt, d.h. also von Natur aus frei sei, oder zumindest zur Freiheit bestimmt. Es ist nicht klar erkennbar, ob die Gewalt nun bereits aus einer genetischen Veranlagung oder erst aus den Prinzipien von Vergesellschaftung entsteht. Beides scheint irgendwie der Fall zu sein.

Für Sofskys Argumentationsstruktur spielt das aber ohnehin keine größere Rolle. Ob der Mensch nun einen natürlichen Trieb zur Gewalttätigkeit besitzt oder nicht, wird angesichts Sofskys Postulat der prinzipiell kulturell erzeugten Gewaltgenese bedeutungslos. Sofsky begreift den Menschen als von Natur aus und seiner Natur nach zur Kultur gezwungen,11 und mit der Gewalt verhält es sich bei ihm wohl ebenso. „Das Projekt der Ordnung führte die Menschen mitten in einen unendlichen Fortschritt der Gewalt hinein.“12 Alle anderen Erklärungen von Gewalt außer Acht lassend, seien sie soziologischer, psychologischer oder auch philosophischer Natur, formuliert er einen unauflösbaren Antagonismus vom natürlich freien Menschen und dem Mensch als unfreiem Kulturwesen. Das Bestreben nach Freiheit ist der Urgrund infiniter kulturell erzeugter Gewalt, die Aufhebung der Unfreiheit Ziel dieser Gewalt. Daher ist auch nicht die triebhaft gewalttätige Natur des Menschen Ursprung der Gewalt, sondern sein natürlicher Trieb nach Freiheit.13 Dieser Antagonismus ist Grundlage seiner Argumentation und dient ihm zur pessimistischen und absoluten Bejahung eines menschlichen Fatums der Gewalt. „Niemals haben sich die Menschen zu einer Versammlung zusammengefunden, die sie von ihrer Angst und Verzweiflung hätte befreien können. Sie waren Opfer, und sie sind es geblieben.“14 Philosophisch betrachtet lässt sich Sofskys Werk damit auch als Kritik an jedweder positiven teleologischen Geschichtsphilosophie verstehen, als Absage an den Glauben eines sittlichen Fortschritts des Menschen.15 Der nie überwundenen Barbarei des Menschen, die Sofsky nachzuweisen sucht, steht dabei der technologisch - militärische Fortschritt zur Seite, der die Artefakte der Gewalt mit immer größerer Zerstörungskraft ausstattet.16 Das Ende einer solchen Entwicklung ist unschwer erkennbar und erinnert an Albert Einsteins Aphorismus in welchem er erklärte, er wisse nicht mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen werde, der vierte allerdings wieder mit Stöcken und Steinen geführt werden wird.

2.2. Die Triebkräfte der Gewalt nach Wolfgang Sofsky

Sofsky versucht seine Annahme anhand verschiedener extremer kollektiver Gewaltformen zu verdeutlichen. Ich möchte mich im Folgenden besonders mit der Form der Menschenjagd und der des Massakers auseinandersetzen. Sofsky unterscheidet in den beiden entsprechenden Kapiteln17 dabei wenig, ob es sich um kollektive Gewalt der Ordnung, also des Staates oder des Regimes oder um die kollektive Gewalt der Aufrührer handelt. Die Mechanismen, die beide Tätergruppen im konkreten Moment der Aktion enthemmen und gleichzeitig antreiben, sind für ihn dieselben und machen eine Differenzierung daher überflüssig.18 Für meine Ausführung ist diese Unterscheidung allerdings von einiger Wichtigkeit, was ich in Kapitel 5.1. noch thematisieren werde.

Wenn ich im Folgenden Massaker und Menschenjagden thematisiere, so beziehe ich mich dabei, wenn nicht anders angegeben, im Wesentlichen auf kollektive Gewaltformen die von totalitären Regimes, bzw. der Staatlichkeit allgemein ausgehen. Im Besonderen auch deshalb, weil ich der Meinung bin, dass sich Regelmäßigkeit und Totalisierung dieser Aktionen bis hin zum organisierten Genozid in der Regel nicht ohne bestimmte Institutionen staatlicher Macht dauerhaft etablieren können.

In diesem Kapitel untersuche ich die absoluten Triebkräfte, die die Motivation kollektiver extremer Gewalt, Sofsky zufolge, ausmachen. Dabei rekurriere ich im Wesentlichen auf die Ausführungen des Autors zum Massaker. Die Menschenjagd ist, was ihre Grausamkeit und ihre Tendenz zur absoluten Gewalt betrifft, noch eine Vorstufe des Massakers. In ihr sind allerdings alle sozialen und individuellen Phänomene, die hier von Interesse sind und sowohl Opfer als Täter im Massaker ins Extreme treiben, bereits angelegt, sodass ich aufgrund des diesbezüglich nur graduellen Unterschieds die Sozialform der Jagd vorerst unbeachtet lassen kann.

Nach Sofsky ist die kollektive Gewalt des Massakers zum einen absolut und zum anderen autotelisch. Absolut ist sie, weil sie sowohl in ihrer Potenzialität als auch in ihrer Grausamkeit eigentlich nicht weiter steigerbar ist und weil sie keine anderen Handlungen neben sich mehr duldet. Es gibt dann keine Jagd mehr, keine Flucht, sie ist reines Abschlachten, totale Gewalt. Autotelisch ist sie, weil sie nur auf sich selbst zielt und ansonsten völlig von äußeren Zwecken befreit ist.19 Die Faszination die von ihr ausgeht und den Täter zum skrupellosen und leidenschaftlichen Mörder macht, beschreibt der Autor in vier untereinander korrelierenden Momenten des Absoluten. Die Täter befinden sich in einem Zustand absoluter Einheit, Gleichheit, Ganzheit und Freiheit.

Absolute Einheit: „Das Blutbad schafft […] Gefährtenschaft“20, die Solidarität ist dabei allerdings nicht durch gegenseitige Hilfe und Teilhabe bestimmt, sondern durch das „Erlebnis gemeinsamen Tötens“21. Sofsky spricht hier von der „Einsamkeit des Mörders“22, die überwunden wird. Das heißt, dass die, meiner Meinung nach, bereits vorher empfundene starke Solidarität durch die gemeinsame Grenzüberschreitung noch verstärkt wird. Weil alle einhellig diesen Schritt gehen, werden sie zu einer Einheit zusammengeschweißt, die ähnlich dem Begriff der soldatischen Kameradschaft ist. Nicht weil die Täter sich besonders mögen oder einander freundschaftlich gewogen sind, sondern weil sie alle gleichermaßen Täter sind, entwickeln sie einen Ethos der Solidarität, der sie verbindet, wie unterschiedlich sie auch sein mögen.23

Absolute Gleichheit: „Das Massaker ist ein Schauplatz ursprünglicher Gleichheit.“24 - „Was einer sonst noch ist, im Moment des Exzesses ist es ohne Belang.“25 Ebenso wie die gemeinsame Tat Einheit stiftet, stiftet sie auch Gleichheit. Die Konformität der Gruppe wird hier quasi in einem letzten Ritual des Mordens verabsolutiert. „Das Blutfest verschafft den Tätern eine gemeinsame Identität.“26

Absolute Ganzheit: Ganzheit erreicht der Täter nach Sofsky durch die Aufhebung der „[…]Selbstdistanz, die dem Menschen wie eine Last aufgebürdet ist […]“27. Er befindet sich in einem emotionalen Raum der weder durch „soziale Aufsicht“28, noch durch „gesellschaftliche Moral“29 noch durch Selbstzwänge bestimmt wird. Er ist „[…]ganz bei sich selbst […]“30.

Absolute Freiheit: Die absolute Freiheit ergibt sich aus dem Zusammenspiel der anderen absoluten Zustände.

Durch die Gleichheit mit den Mittätern verschwindet im Massaker jede soziale Ordnung, die den Einzeltäter sonst dazu anhält, sich in irgendeiner Weise zu verhalten. Er ist frei von den Zwängen sozialer Ungleichheit.

Die absolute Solidarität ermöglicht in besonderer Weise das Extreme der Tat. Da alle alles tun dürfen, alles erlaubt und von der Gruppe gebilligt, ja provoziert wird, muss niemand Konsequenzen fürchten, seien sie physischer, sozialer oder moralischer Natur. Der Täter kann sich völlig frei von der Furcht vor Strafe oder abzulegender Rechenschaft bewegen.31 Absolute Einheit und Gleichheit sind bei Sofsky meiner Auffassung nach stark präkonstitutive soziale Bedingungen. Sie haben zusätzlich zu ihrem intrinsischen Selbstzweckcharakter eine ermöglichende Funktion, d.h. sie begünstigen die individuellen Gewaltziele des einzelnen Täters. Weil alle sich so verhalten und der Einzelne sich in einem gewissen Zustand der Verantwortungsdiffusion befindet,32 d.h. sich nicht oder nur wenig für die kollektive Tat der Gruppe verantwortlich fühlt, ist er viel mutiger und die Schwelle der Enthemmung kann viel leichter überwunden werden.

Die absolute Ganzheit hebt die Selbstdistanz und Selbstentfremdung auf. Der Täter ist eins mit sich und damit vollständig egozentrisch, sein Ego ist völlig frei von jeder Fremdbestimmung.

Durch dieses Zusammenspiel absoluter Momente wird es dem Täter also möglich, sich selbst völlig zu entfesseln, sich völlig frei von auch nur irgendetwas zu verhalten. Diese absolute Selbstbefreiung ist nach Sofsky die treibende Kraft hinter Menschenjagden und Massakern.33 Sie verwirklicht sich in der absoluten Gewalt. Sie ist es, die jede Kultur bereits in ihrer Genese zum Tode verurteilt und das „Kulturexperiment“34 des Menschen zu einem unaufhörlichen Kreislauf der Gewalt verdammt.

In den folgenden Kapiteln möchte darangehen, das Moment der absoluten Selbstbefreiung genauer zu analysieren. Ich meine Sofsky unterschlägt, ignoriert und falsifiziert einige wesentliche Punkte die zum Verständnis der Genese von kollektiver Gewalt in solchen Maßstäben allerdings weder falsch noch erlässlich sind.

[...]


1 Sofsky, Wolfgang: Traktat über die Gewalt. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag 1996, S.10.

2 vgl. ebd. S.217 ff.

3 kinofenster.de. Das Onlineportal für Filmbildung. Interview von Margret Köhler mit Terry George, 21.09.2006: „Wir dürfen Afrika nicht alleine lassen“. Ein Gespräch mit Terry George zu seinem Film Hotel Ruanda. URL: http://www.kinofenster.de/filme/ausgaben/kf0504/wir_duerfen_afrika_nicht_alleine_lassen - aufgerufen am 30.03.2012.

4 vgl. Sofsky, S. 224.

5 ebd.

6 ebd. S. 210.

7 ebd.

8 vgl. ebd. S.210 f.

9 ebd. S.21.

10 Sofsky, S.222.

11 vgl. Birnbacher, Dieter: Natürlichkeit. Berlin: Walter de Gruyter 2006, S.172.

12 Sofsky, S.16.

13 vgl. ebd. S. 224 ff.

14 ebd. S.25.

15 vgl. Rohbeck, Johannes: Geschichtsphilosophie zur Einführung. Hamburg: Junius Verlag 2008, S. 115. 5

16 vgl. Sofsky, S. 217 ff.

17 Kapitel 9: „Jagd und Flucht“, sowie Kapitel 10: „Das Massaker“.

18 vgl. ebd. S.177.

19 vgl. Sofsky, S.176.

20 ebd. S.188.

21 ebd. S.189.

22 ebd.

23 vgl. ebd. S.188 f.

24 ebd. S.189.

25 ebd.

26 ebd.

27 ebd. S.185.

28 ebd. S.184.

29 ebd.

30 ebd.

31 vgl. Sofsky, S.162.

32 vgl. Gollwitzer, Mario; Manfred Schmitt: Sozialpsychologie. Workbook. Weinheim: Beltz Verlag, 2006. S.193.

33 Der Autor formuliert wortwörtlich “Das Massaker ist ein Akt der Selbstbefreiung”. Sofsky, S.24.

34 ebd. S.226.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Zum Verhältnis von Gewalt, Freiheit und Kultur in Wolfgang Sofskys "Traktat über die Gewalt"
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Institut für Philosophie)
Note
1,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
26
Katalognummer
V233194
ISBN (eBook)
9783656502760
Dateigröße
513 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
verhältnis, gewalt, freiheit, kultur, wolfgang, sofskys, traktat
Arbeit zitieren
Robert Gehrke (Autor), 2012, Zum Verhältnis von Gewalt, Freiheit und Kultur in Wolfgang Sofskys "Traktat über die Gewalt", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233194

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