Unicert. Ein Überblick


Seminararbeit, 2009

11 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Unicert – Was ist das?

2. Rahmenordnung für ein institutionsübergreifendes Hochschul-Fremdsprachenzertifikat

3. Unicert für Deutsch als Fremdsprache

4. Kritikpunkte am Unicert-System

5. Bewertung und Ausblick

6. Literaturverzeichnis

1. Unicert – Was ist das?

Fach- beziehungsweise themenfremde Personen werden mit dem Begriff Unicert wenig anzufangen wissen. Nichtsdestotrotz spielt das Unicert-Zertifikat im Leben mancher Menschen eine gewichtige Rolle. Hinter dem Begriff verbirgt sich eine hochschulspezifische und hochschulübergreifende Fremdsprachenausbildung. Das Unicert-System beruht auf einer Rahmenordnung und Mitglieder des Unicert Verbunds können dadurch hochschulspezifische Fremdsprachenabschlüsse auf vier Stufen verleihen, die unabhängig von der Sprache und der Institution vergleichbare Kenntnisse und Fertigkeiten attestieren.[1] Das Problem unterschiedlicher lokaler Qualitäten und Schwierigkeiten in der Fremdsprachenausbildung soll damit umgangen werden. Eine einheitliche Qualifikation, unabhängig von der Hochschule soll gewährleistet werden und so dem Studierenden den Einstieg in sein Arbeitsfeld unabhängig lokaler Standorte gewährleisten. In einer zunehmend globalisierten Welt, sowohl auf wirtschaftlicher wie auch wissenschaftlicher Ebene, ist dies ein Unterfangen, das sich als ebenso ehrgeizig und sinnvoll, wie auch schwierig erweist.[2] Wie soll ein einheitliches Leistungsniveau der Ausbildung unabhängig von der jeweiligen Universität erreicht werden?

Diese Seminararbeit soll Fremdsprachenlernern, die am Unicert-Zertifikat interessiert sind, dabei helfen sich im Dschungel der Zertifizierungsmöglichkeiten zurecht zu finden und in einem knappen Rahmen einen Überblick über Sinn, Zweck und Ziele der Unicert-Ausbildung vermitteln. Gleichermaßen sollen Personen, die noch nichts vom Unicert-Programm gehört haben, über die Vorteile aufgeklärt werden.

Dazu wird zuerst auf die Rahmenordnung, sowie die unterschiedlichen Leistungsstufen eingegangen, die erworben werden können. Neben einem allgemeinen Überblick über Unicert und einer Eruierung der Besonderheiten von Unicert für Lerner und Lehrer von Deutsch als Fremdsprache, sollen auch aktuell präsente Probleme diskutiert werden, die eine Anregung zur Verbesserung geben sollen.

2. Rahmenordnung für ein institutionsübergreifendes Hochschul-Fremdsprachenzertifikat

Ziel von Unicert ist es eine hochschulspezifische Fremdsprachenausbildung zu gewährleisten, die sich konkret in akademischen Arbeitsformen verwerten lassen. Das Zertifizierungssystem soll dabei als Leistungsanreiz für die Studierenden dienen. Wichtig hierbei ist, dass das Zertifikat auch in der Berufswelt Anerkennung findet. Das Unicert-Zertifikat kann nur von Institutionen verliehen werden, die dem Verbund angeschlossen sind und nachfolgende Richtlinien beachten. Der Träger des Zertifikats ist der Arbeitskreis der Sprachzentren.[3]

Unter anderem sollen mit dem Unicert-System Kompetenzen vermittelt werden, die „die Befähigung zur Bewältigung hochschulbezogener sprachlicher Situationen“[4] mit sich bringen. Der Umgang mit der jeweiligen Fremdsprache soll soweit beherrscht werden, dass der Student problemlos am Unterrichtsverkehr in der Hochschule der Zielsprache teilnehmen kann. Wichtig ist also dabei eine angemessene Einführung in die Fachsprache der ausgewählten Wissenschaftsbereiche, sowie eine Vorbereitung auf die sprachlichen Anforderungen entsprechender akademischer Berufe. Darüber hinaus soll dem Interessenten kulturelles Grundwissen über das jeweilige Ausland angeeignet werden.[5]

Um diesen Zielen gerecht zu werden bietet Unicert eine Ausbildung in vier verschiedenen, aufeinander aufbauenden Schwierigkeits- und Kompetenzstufen an. Es muss nicht zwangsweise mit der niedrigsten begonnen werden, wenn bereits ausreichende Vorkenntnisse vorhanden sind.

Die erste Stufe kann als Grundstufe bezeichnet werden und richtet sich an Lerner ohne Vorkenntnisse. Sie umfasst 8-12 Semesterwochenstunden und ist allgemeinsprachlich/interkulturell ausgerichtet. Ziel ist das Erlernen von Grundkenntnissen und –wissensbeständen in einer Fremdsprache. Die zweite Stufe umfasst ebenfalls 8-12 Semesterwochenstunden und weist neben dem Ausbau der Grundkenntnisse bereits eine Spezialisierung auf bestimmte Wissenschaftsbereiche oder Fächergruppen auf. Nach erfolgreichem Abschluss sollte eine angemessene Kommunikationsfähigkeit in studien- und berufsbezogenen Situationen erreicht worden sein. Die dritte Stufe umfasst, wie die beiden vorhergehenden und auch die vierte Stufe, 8-12 Semesterwochenstunden. Die Fähigkeiten und Fertigkeiten der zweiten Stufe werden fortgeführt. Der Absolvent dieser Stufe soll die Möglichkeit besitzen die sprachlichen Anforderungen eines Auslands- und Studienaufenthalts zu bestehen. Die vierte und höchste Stufe des Unicert vermittelt weit fortgeschrittene fremdsprachliche Kompetenzen. Der angestrebte Grad der Sprachbeherrschung soll dem eines akademisch gebildeten Muttersprachlers gleichkommen.[6]

Der Leistungsnachweis erfolgt in den unterschiedlichen Stufen differenziert. In den ersten beiden Stufen kann die zuständige Institution entscheiden, ob der erfolgreiche Abschluss durch Kumulierung von Abschlussleistungen in den einzelnen Lehrveranstaltungen erfolgt, oder durch eine zentrale Abschlussprüfung. In der dritten und vierten Stufe muss die durchgeführte zentrale Abschlussleistung hingegen gemeinsamen Richtlinien entsprechen. Der Spielraum in der Anzahl der Semesterwochenstunden ermöglicht es einzelnen Institutionen gegebenenfalls auf die Besonderheiten bestimmter Sprachen einzugehen und verschiedene Lehr- und Lernverhalten zu erproben, beziehungsweise zu analysieren.[7]

Obwohl den Institutionen eine Rahmenordnung an die Hand gegeben wird, obliegt die Durchführung der Prüfungen als auch die Einstufung der Teilnehmer in die entsprechenden Leistungsstufen ihrer persönlichen Ausführung. Das Gremium des AKS fungiert hierbei als Beratungs- und Kontrollinstanz. Voraussetzung zu einer Teilnahme an einer Abschlussprüfung ist im Regelfall eine qualitativ und quantitativ mindestens ausreichende Teilnahme an den erforderlichen Lehrveranstaltungen. Zusätzlich zu einem ordnungsgemäßen Universitätsbetrieb müssen Hochschulen laut Rahmenordnung folgende Nachweise erbringen, um Unicert-Zertifikate verleihen zu dürfen:[8]

1. „Der Unterricht muss von für Fremdsprachenausbildung zuständigen Einrichtungen getragen werden.
2. Die Veranstaltungen müssen vorwiegend von hauptamtlichem, in der Vermittlung von Fremdsprachen qualifiziertem Personal durchgeführt werden, Lehrbeauftragte müssen hautamtliche Ansprechpartner haben.
3. Die Gruppengröße soll 25 nicht übersteigen.“[9]

[...]


[1] Vgl. Handbuch Unicert, S. IX.

[2] Vgl. Voss, Bernd: Das UNICERT-Konzept oder Auf dem Weg zu einheitlichen Prüfungsanforderungen im universitären Fremdsprachenunterricht, in: Handbuch UNICERT, hrsg. v. Karl-Heinz Eggensperger und Johann Fischer, Bochum 1998, S. 3/4.

[3] Vgl. Klein-Braley, Christine / Voss, Bernd: Rahmenordnung für ein institutionsübergreifendes Hochschul-Fremdsprachenzertifikat (UNICERT), in Handbuch UNICERT, Hrsg. v. Karl-Heinz Eggensperger und Johann Fischer, Bochum 1998, S. 302.

[4] Klein-Braley / Voss: Rahmenordnung, S. 303.

[5] Ebd., S. 302/303.

[6] Vgl. Klein-Braley / Voss: Rahmenordnung S. 303/304.

[7] Ebd., S. 303/304.

[8] Ebd., S. 305.

[9] Klein-Braley / Voss: Rahmenordnung, S. 305.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Unicert. Ein Überblick
Hochschule
Universität Regensburg
Note
2,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
11
Katalognummer
V233199
ISBN (eBook)
9783656497769
ISBN (Buch)
9783656498933
Dateigröße
432 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
unicert, überblick
Arbeit zitieren
Eymen Behrend (Autor), 2009, Unicert. Ein Überblick, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233199

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