Das „Wohltemperierte Klavier“ und die „Goldberg-Variationen“ gehören zu den beliebtesten Werken von Johann Sebastian Bach. Aber warum eigentlich? Was macht diese Stücke so besonders?
In diesem Buch werden die herausragenden Werke näher betrachtet. Neben einer Analyse der Fuge in c-Moll aus dem ersten Band des Wohltemperierten Klavieres widmen sich die Autoren der Rezeptionsgeschichte dieses Werkes und der Gattungsinterferenz in den Goldberg-Variationen. Außerdem ist eine Open-Source-Ausgabe von Bachs Goldberg-Variationen enthalten – so können sich Interessierte einen umfassenden Eindruck verschaffen.
Aus dem Inhalt: Das wohltemperierte Klavier, Goldberg-Variationen, Entstehungsgeschichte, Analyse, Noten der Goldberg-Variationen
Inhaltsverzeichnis
JOHANN SEBASTIAN BACH „DAS WOHLTEMPERIERTE KLAVIER“. ANALYSE DER FUGE IN C-MOLL, BWV 847 VON FABIO SAGNER 2013
Einleitung
Entstehungsgeschichte des Wohltemperierten Klaviers
Analyse der Fuge in c-Moll
Fazit
BACHS „GREATEST HITS“: ZUR REZEPTIONSGESCHICHTE DES "WOHLTEMPERIERTEN KLAVIERS" VON WOLFGANG VÖLKL 2011
Das „Wohltemperierte Klavier“ als einer von Bachs „Greatest Hits“
Die frühe Rezeptionsgeschichte des „Wohltemperierten Klaviers“ 1750 - 1850
Aspekte der Rezeption des „Wohltemperierten Klaviers“ ab dem 19. Jahrhundert
Die Situation des „Wohltemperierten Klaviers“ heute – ein Überblick
JOHANN SEBASTIAN BACHS GOLDBERG-VARIATIONEN. GATTUNGSINTERFERENZ IN JOHANN SEBASTIAN BACHS GOLDBERG-VARIATIONEN 2008
Einleitung
Entstehung und Einordnung in den Werkkontext
Variationspartita oder Chaconne/Passacaglia?
Gesamtdisposition
Stammsätze der Suite
„Galanterien“
Einflüsse der Triosonate
Langsamer Konzertsatz
Essercizo und Virtuosität
Sonderfälle: Fugetta, Französische Ouvertüre und Quodlibet
Résumé und Ausblick
Zielsetzung & Themen der Publikationen
Diese wissenschaftliche Zusammenstellung analysiert zentrale Werke von Johann Sebastian Bach, namentlich das Wohltemperierte Klavier sowie die Goldberg-Variationen, hinsichtlich ihrer Entstehungsgeschichte, musiktheoretischen Struktur sowie ihrer außergewöhnlichen Rezeptionsgeschichte und Popularität als „Greatest Hits“ der Musikgeschichte.
- Strukturelle und musikalische Analyse ausgewählter Fugen (BWV 847)
- Rezeptionshistorische Untersuchung des Wohltemperierten Klaviers vom 18. Jahrhundert bis zur Moderne
- Untersuchung der Gattungsinterferenz in den Goldberg-Variationen
- Diskussion über die Eignung und den historischen Kontext von Bearbeitungen
- Bedeutung von Bachs Werken als pädagogisches Lehrmaterial und pianistische Meisterprüfung
Auszug aus dem Buch
Analyse der Fuge in c-Moll
Die vorliegende Fuge besteht aus 31 Takten und steht im 4/4 Takt geschrieben. Das für drei Stimmen geschriebene Stück lässt sich hier in drei nicht gleich große Teile separieren. Die erste Durchführung befindet sich in den Takten 1 bis 11, im letzten endet es auf der ersten Achtel. Diese erste Durchführung beinhaltet die Vorstellung des Soggettos (Takt 1 bis 3), eine tonale Beantwortung des Dux in Form eines Comes (Takt 3 bis 5), ein Binnenzwischenspiel (Takt 5 bis 7), welches auf den Dux zurückführt (Takt 7 bis 9), und ein Zwischenspiel.
Die zweite Durchführung (zweites Achtel Takt 11 bis erstes Achtel Takt 15) beinhaltet einen Dux auf der Tonikaparallelen in Es-Dur und das zweite Zwischenspiel. Die dritte Durchführung beginnt auf der zweiten Achtel in Takt 15 und endet im letzten Takt. Diese greift in Takt 15 den Comes in der Mittelstimme auf, umgeben von den Kontrapunkten 1 und 2 a), bevor dieser in das zweite Binnenzwischenspiel überleitet.
In Takt 20 erscheint der Dux das erste Mal im Sopran und läutet somit die Reprise ein, bevor in Takt 22 das längste Zwischenspiel beginnt. In Takt 26 wird der Dux nochmals in die Bassstimme geführt, bevor das letzte Zwischenspiel (Takt 28 bis 29), welches gleichzeitig auch das kürzeste ist, die Fuge in die Abschlusskadenz überführt (Takt 29 bis 31).
Zusammenfassung der Kapitel
Analyse der Fuge in c-Moll: Dieses Kapitel erläutert den formalen Aufbau der Fuge in 31 Takten, unterteilt in drei Durchführungen sowie die verschiedenen Zwischenspiele.
Das „Wohltemperierte Klavier“ als einer von Bachs „Greatest Hits“: Es wird die Fragestellung untersucht, warum bestimmte Werke Bachs einen besonderen Status in der Rezeptionsgeschichte erlangt haben und das Wohltemperierte Klavier als herausragendes Beispiel betrachtet.
Gesamtdisposition: Dieses Kapitel beschreibt die formale Anlage der Goldberg-Variationen, die auf einer Aria basiert und in 30 Variationen gegliedert ist, wobei die Bedeutung von Kanontechniken hervorgehoben wird.
Schlüsselwörter
Johann Sebastian Bach, Wohltemperiertes Klavier, Goldberg-Variationen, Fuge, Rezeptionsgeschichte, Gattungsinterferenz, Musiktheorie, Klavierliteratur, Kompositionsanalyse, musikalische Struktur, Tonalität, Kontrapunkt, Konzertwesen, Musikpädagogik, Bearbeitungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in den vorliegenden Arbeiten grundsätzlich?
Die Publikationen widmen sich einer tiefgehenden Analyse der Fuge in c-Moll aus dem Wohltemperierten Klavier, der Rezeptionsgeschichte dieses Werkes sowie einer Untersuchung der Gattungsinterferenz in den Goldberg-Variationen.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Schwerpunkte liegen auf musikwissenschaftlichen Analysen, der historischen Einordnung von Bachs Werk in den Kanon der Musikgeschichte sowie der Untersuchung von Rezeptionsmustern, wie etwa der Bearbeitung und Popularisierung dieser Stücke.
Was ist das primäre Ziel der Fugen-Analyse?
Das Ziel ist es, den formalen Aufbau der Fuge in c-Moll (BWV 847) detailliert darzulegen und die musikalische Entwicklung der einzelnen Abschnitte nachvollziehbar zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird vorrangig angewendet?
Es wird eine formale Werkanalyse angewandt, ergänzt durch historische Quellenstudien und rezeptionsgeschichtliche Betrachtungen.
Was wird im Bereich der Goldberg-Variationen besonders behandelt?
Hier steht das Phänomen der Gattungsinterferenz im Vordergrund – also die Rückführung einzelner Variationen auf ihre stilistischen Ursprünge wie Suiten, Konzerte oder Triosonaten.
Was ist das Kernfazit bezüglich der Beliebtheit dieser Werke?
Die Arbeiten kommen zu dem Schluss, dass die Kombination aus technischer Meisterschaft, pädagogischer Eignung und inhaltlicher Tiefe Bachs Werk zur Symbolfigur für die Musik an sich gemacht hat.
Welche Bedeutung hat das C-Dur-Präludium in der Rezeption?
Es wird als pars pro toto für die gesamte Sammlung angesehen und dient häufig als Ausgangspunkt für Bearbeitungen und als bekanntestes Stück des Zyklus.
Wie unterscheidet sich das „Credo“ von Arvo Pärt?
Das „Credo“ nutzt das C-Dur-Präludium als musikalisches Rückgrat, um den Konflikt zwischen Vergeltung und Vergebung zu inszenieren und Bachs Musik als unzerstörbares Symbol der Erlösung zu positionieren.
- Arbeit zitieren
- Fabio Sagner (Autor:in), Wolfgang Völkl (Autor:in), Johann Sebastian Bach (Autor:in), 2013, Bachs Greatest Hits. Das wohltemperierte Klavier und die Goldberg-Variationen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233221